Die Alzheimer-Krankheit ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung des Gehirns und mit 60 bis 80 % die häufigste Form einer Demenz. Benannt nach dem deutschen Neurologen Alois Alzheimer, der sie 1906 erstmals beschrieb, führt sie zu einem langsamen, aber stetigen Verlust kognitiver Fähigkeiten. Die Erkrankung erhielt ihren Namen zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Was ist Alzheimer?
Demenz ist ein Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen des Gehirns. Die Alzheimer-Krankheit ist die weltweit häufigste Form der Demenz: Zwei Drittel aller dementen Menschen sind an Alzheimer erkrankt. Im Verlauf der Krankheit nimmt die Hirnmasse ab, weil die Nervenzellen des Zentralen Nervensystems (ZNS) schrittweise absterben. In der Folge verlieren die Erkrankten mehr und mehr ihre Fähigkeit, Informationen zu verarbeiten - sie werden dement. Beim Fortschreiten der Krankheit haben sie zunehmend Schwierigkeiten, sich an etwas zu erinnern, etwas zu lernen, Dinge wahrzunehmen und logisch zu denken. Das geht so weit, bis die Erkrankten nicht mehr in der Lage sind, ihren Alltag selbständig zu bewältigen.
Kennzeichen der Erkrankung ist das fortschreitende Absterben von Nervenzellen und deren Verbindungen. Im Gehirn von Alzheimer-Kranken finden sich typische Eiweißablagerungen: die sogenannten Beta-Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen. Diese "Eiweißmüllhaufen" lagern sich um die Nervenzellen herum ab, schädigen sie und führen schließlich zu deren Absterben, was zum charakteristischen Gehirnabbau führt. Die Alzheimer-Krankheit führt zu einer Schrumpfung bestimmter Bereiche des Gehirns. Diese Schrumpfung kann mithilfe von MRT (Magnet-Resonanz-Tomographie) oder CT (Computer-Tomografie) sichtbar gemacht werden. Das Typische der Alzheimer-Krankheit besteht darin, dass das Absterben von Nervenzellen mit der Bildung von abnorm veränderten Bruchstücken des Tau-Proteins einhergeht, die sich in Form von Fäserchen in den Nervenzellen des Gehirns ablagern. Die zweite für die Alzheimer-Krankheit charakteristische Eiweiß-Ablagerung sind die zwischen den Nervenzellen zu findenden Plaques. Sie bestehen aus einem Amyloid-Kern, der von veränderten Nervenzellfortsätzen und Stützzellen umgeben wird. Beides gemeinsam führt zur zunehmenden Zerstörung der Nervenzellen des Gehirns.
Ursachen der Alzheimer-Krankheit
Die genauen Ursachen der Alzheimer-Krankheit sind noch nicht vollständig erforscht. Bis zum heutigen Tage ist die Ursache der Erkrankung nicht eindeutig geklärt. Neben der erblichen Veranlagung steht eine Vielzahl weiterer Faktoren im Verdacht, die Krankheit auszulösen oder ihren Ausbruch zu begünstigen. So wird zum Beispiel vermutet, dass bei Alzheimer-Kranken ein regelmäßig im Körper ablaufender Prozess gestört ist, bei dem Schad- und Abfallstoffe aus dem Gehirn ausgeschwemmt werden. Es könnte auch einen Zusammenhang zwischen der Alzheimer-Krankheit und Infektionen mit einer bestimmten Bakterienart geben. Als weitere Risikofaktoren gelten Kopf- und Gehirnverletzungen, Stoffwechselkrankheiten, Diabetes, hohe Cholesterin-Werte sowie Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems wie Bluthochdruck oder ein erlittener Schlaganfall.
In den Gehirnen von Alzheimer-Erkrankten sammeln sich zwischen den Nervenzellen Proteinstückchen (Amyloid-Beta), die zu unlöslichen, giftigen Fasern verkleben und den Nervenzellen schaden. Ein weiteres typisches Merkmal von Alzheimer ist die Anhäufung von sogenannten Tau-Proteinen in den Gehirnzellen. Diese verdrehten und faserigen Proteine (Fibrillen) lassen die Zellen absterben und zerstören Nervenverbindungen. Bereiche des Gehirns, die zum Beispiel für das Gedächtnis zuständig sind, schrumpfen.
Lesen Sie auch: Demenz: Fragen und Antworten
Verschiedene Viren und Bakterien könnten an der Entstehung von Alzheimer beteiligt sein, insbesondere wenn sie Entzündungen an Nerven im Gehirn auslösen. Es gibt bestimmte Genvarianten, die das Risiko für Alzheimer erhöhen. Dazu zählt vor allem der sogenannte ApoE4-Genotyp. Das Alter ist der wichtigste Risikofaktor für Alzheimer. Studien deuten darauf hin, dass Männer ein höheres Alzheimer-Risiko haben als Frauen. Weitere Risikofaktoren sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, hoher Blutdruck und hohe Cholesterinwerte. Eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung, ausreichend körperlicher Aktivität und geistiger Stimulation kann das Risiko für eine Alzheimer-Demenz verringern. Von den empfohlenen Impfungen zur Vorbeugung von Entzündungen im Gehirn scheint vor allem die Impfung gegen Herpes Zoster (Gürtelrose) gute Ergebnisse zu erzielen. Laut einer im April 2025 im Fachmagazin "Nature" veröffentlichten Studie sank das Demenz-Risiko mit der Impfung um etwa 20 Prozent. Ein internationales Forschungsteam analysierte Gesundheitsdaten von 280.000 älteren Menschen, die in Wales an einem Impfprogramm teilgenommen hatten. Der Schutzeffekt schien bei Frauen größer zu sein als bei Männern. Größere Gewissheit könnte eine große randomisierte, kontrollierte Studie bringen.
Symptome der Alzheimer-Krankheit
Alzheimer schleicht sich ins Leben. Zunächst treten leichte Gedächtnisprobleme und Orientierungsschwierigkeiten auf. Vergesslichkeit kann ein Anzeichen für Alzheimer sein, muss es aber nicht. Es gehört zum Älterwerden dazu, öfter etwas zu vergessen oder sich langsamer zu erinnern.
Die Alzheimer Association, die weltgrößte freiwillige Organisation zur Pflege und Unterstützung Erkrankter sowie der Erforschung der Alzheimer-Krankheit, hat zehn Hauptsymptome formuliert:
- Gedächtnisverlust, der das tägliche Leben beeinflusst - vom Nachlassen des Namensgedächtnisses bis hin zum Vergessen wichtiger Daten und Ereignisse. Ein charakteristisches Frühsymptom der Alzheimer-Demenz ist das Vergessen von zeitnahen Ereignissen, das Kurzzeitgedächtnis kann soeben Gehörtes nicht weiterverarbeiten.
- Herausforderungen bei der Planung und Lösung von Problemen - Erkrankte verlieren den Überblick über ihre finanzielle Situation und sind beispielsweise nicht mehr in der Lage, eine Mahlzeit nach Rezept zu kochen.
- Schwierigkeiten mit alltäglichen Verrichtungen - Alzheimer-Patientinnen und -Patienten können nicht mehr Fahrradfahren oder vergessen die Regeln von Gesellschaftsspielen. Alltägliche Aktivitäten wie Anziehen, Körperpflege, sichere Mobilität oder Kochen und Essen können Betroffenen plötzlich schwerfallen.
- Verwirrung bei Zeit und Ort - Erkrankte wissen nicht, wo sie sich befinden oder können nicht sagen, welches Jahr oder welcher Wochentag gerade ist. Menschen mit Alzheimer können sowohl zeitlich als auch räumlich desorientiert sein.
- Probleme beim Sehen - von der Fehlsichtigkeit bis zur Unfähigkeit, das eigene Bild im Spiegel wahrzunehmen.
- Eingeschränktes Sprechen und Schreiben - Erkrankte können keine Briefe mehr schreiben, Unterhaltungen nicht mehr folgen und haben Schwierigkeiten, die richtigen Worte zu finden. Es kann zu Wortfindungsstörungen (Aphasie) kommen. Dabei fällt es schwer, Worte zu finden oder sich flüssig auszudrücken.
- Verlegen von Gegenständen - Patientinnen und Patienten finden Dinge nicht mehr oder legen sie an ungewöhnlichen Orten ab.
- Nachlassendes Urteilsvermögen - Alzheimer-Kranke können Wichtiges nicht mehr von Unwichtigem trennen.
- Rückzug - Betroffene haben kein Interesse mehr an ihren Hobbys und ziehen sich von sozialen Aktivitäten zurück.
- Veränderung von Stimmung und Charakter - sie werden verwirrt, misstrauisch, depressiv, ängstlich oder unruhig. Eine Alzheimer-Demenz kann bei den Betroffenen zu Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Aggressivität und sozialem Rückzug führen.
Veränderungen im Denkvermögen: Bei einer Alzheimer-Demenz treten kognitive Beeinträchtigungen auf - zum Beispiel nimmt die Fähigkeit zu denken, zu planen und zu urteilen ab.
Wer ist von Alzheimer betroffen?
Es sind fast ausschließlich Menschen höheren Alters (65 und höher) betroffen. Etwa zwei Prozent der 65-Jährigen zeigen Krankheitssymptome - und 20 Prozent der 85-Jährigen. Das Alter ist der wichtigste Risikofaktor für die Alzheimer-Krankheit. Die meisten Betroffenen sind älter als 80 Jahre, nur in seltenen Fällen beginnt die Krankheit vor dem 65. Lebensjahr. Bei Menschen zwischen 65 und 69 Jahren liegt die Wahrscheinlichkeit zu erkranken bei knapp zwei Prozent, bei 75- bis 79-Jährigen bei mehr als sieben Prozent und bei über 90-Jährigen bei etwa 40 %.
Lesen Sie auch: Ursachen, Symptome und Behandlung von Demenz
Entgegen weit verbreiteter Befürchtungen sind erbliche Formen der Alzheimer-Krankheit sehr selten. Weniger als drei Prozent aller Fälle werden vererbt. Allerdings kann das Risiko vierfach erhöht sein, wenn nahe Verwandte betroffen sind. Dies bedeutet jedoch nicht, dass man zwangsläufig erkranken wird.
Verlauf der Alzheimer-Erkrankung
Die Alzheimer-Krankheit entwickelt sich schleichend und durchläuft verschiedene Stadien. Der Prozess des Nervenzellabbaus beginnt bereits viele Jahre vor den ersten spürbaren Alzheimer-Symptomen. Alzheimer verändert Gedächtnis, Denken und Alltagsfähigkeiten - schleichend, aber unumkehrbar. Der Verlauf ist individuell, folgt jedoch bestimmten Mustern.
Frühstadium
Zunächst stehen Beeinträchtigungen des Kurzzeitgedächtnisses im Vordergrund. Betroffene können sich neue Informationen nicht mehr einprägen oder finden abgelegte Gegenstände nicht wieder. Hinzu kommen Wortfindungsstörungen und Orientierungslosigkeit. Viele Erkrankte erleben bewusst, dass sie etwas vergessen, was zu Verwirrung und Angst führen kann. Diese ersten Anzeichen von Alzheimer können leicht mit normaler Altersvergesslichkeit verwechselt werden. In dieser frühen Phase treten leichte Beeinträchtigungen des Denkens und Erinnerns auf, die im Alltag zunächst kaum einschränken. Menschen mit MCI nehmen Veränderungen manchmal selbst wahr, doch oft fällt sie zuerst Angehörigen auf.
Mittleres Stadium
Die Einschränkungen von Gedächtnis, Denkvermögen und Orientierung nehmen zu. Betroffene brauchen zunehmend Hilfe bei alltäglichen Aufgaben wie Einkaufen, Kochen oder der Körperpflege. Auch die Wahrnehmung der eigenen Krankheit geht weitgehend verloren. Weiterhin können ausgeprägte Veränderungen des Verhaltens hinzukommen. In diesem Stadium zeigt sich zunehmend Vergesslichkeit im Alltag, insbesondere was das Kurzzeitgedächtnis betrifft. Es wird schwieriger, neue Informationen zu behalten. Gespräche sind anstrengender - oft fehlen Worte oder der Gedanke geht verloren. Gegenstände wie Schlüssel oder Brille werden häufiger verlegt. Hinzu kommen erste Probleme mit der Orientierung in Raum und Zeit. Viele alltägliche Aufgaben - wie einkaufen, kochen oder die Wäsche machen - gelingen noch gut. Viele Menschen mit Demenz merken nun deutlich deutlich, dass etwas nicht stimmt. Aus Scham oder Unsicherheit versuchen sie, ihre Schwierigkeiten zu verstecken. Sie ziehen sich zurück und meiden ungewohnte Situationen. Auch die Stimmung kann sich verändern: Manche Menschen sind leichter reizbar, andere traurig oder verunsichert.
Spätstadium
Es besteht ein hochgradiger geistiger Abbau. Die Sprache beschränkt sich auf wenige Worte oder versiegt ganz. Die Erkrankten sind bei allen Verrichtungen des täglichen Lebens auf Hilfe angewiesen. Jetzt wird die Krankheit deutlich sichtbar. Neben dem Kurzzeitgedächtnis ist nun auch das Langzeitgedächtnis beeinträchtigt. Viele Erinnerungen an das eigene Leben treten in den Hintergrund - zum Beispiel daran, welchen Beruf man ausgeübt hat oder ob man verheiratet war. Orientierungsprobleme, auch in vertrauter Umgebung. Bekannte Gesichter werden nicht mehr erkannt. Es kommt zu tiefgreifenden Veränderungen im Verhalten und im Wesen. Viele Erkrankte spüren einen ausgeprägten Bewegungsdrang und starke Unruhe. Die Orientierungslosigkeit und Hilflosigkeit der Betroffenen schlägt oft in Misstrauen, Reizbarkeit, Nervosität und aggressive Ausbrüche um. Der Tag-Nacht-Rhythmus gerät aus dem Gleichgewicht, was zu Schlafstörungen führen kann. In diesem Stadium ist eine selbstständige Lebensführung nicht mehr möglich. Im Endstadium sind die Erkrankten vollständig auf Pflege angewiesen. Typische Veränderungen: Verlust der Sprache - nur noch einzelne Wörter oder Laute, keine sinnvolle Kommunikation mehr. Selbst engste Familienmitglieder werden nicht mehr erkannt. Völlige Orientierungslosigkeit, leben nur noch im unmittelbaren Moment. Inkontinenz - Kontrolle über Blase und Darm gehen verloren. Schluckstörungen, die die Nahrungsaufnahme erschweren. Im Endstadium haben Menschen mit Demenz ein zunehmend geschwächtes Immunsystem und werden anfälliger für Infektionen.
Lesen Sie auch: Literatur-Empfehlungen Demenz
Lebenserwartung
Die durchschnittliche Alzheimer-Lebenserwartung beträgt etwa acht Jahre nach Diagnose, kann aber zwischen zwei und über 20 Jahren variieren, abhängig vom Alter bei Erkrankungsbeginn und individuellen Faktoren. Studien zeigen eine durchschnittliche Lebenserwartung nach Diagnosestellung von 4,8 Jahren für Menschen mit Demenz insgesamt. Dieser Durchschnittswert kann individuell stark abweichen. Demenzerkrankungen wie Alzheimer selbst sind nicht direkt tödlich, führen jedoch zu einem fortschreitenden Abbau körperlicher und geistiger Funktionen, einschließlich der motorischen Fähigkeiten. Im späten Stadium ist der Körper meist stark geschwächt, sodass das Risiko für Infektionen, wie beispielsweise Lungenentzündungen, steigt.
Diagnose der Alzheimer-Krankheit
Eine frühzeitige Alzheimer-Diagnose ist entscheidend, da Behandlungen am wirksamsten sind, wenn sie rechtzeitig beginnen. Die Diagnostik umfasst heute neben der klinischen Untersuchung und neuropsychologischen Tests auch moderne Biomarker-Verfahren. Oftmals wird Alzheimer-Demenz erst diagnostiziert, wenn bereits deutliche Symptome auftreten sind. In der Regel ist das Gehirn dann schon stark geschädigt und Betroffenen leben durchschnittlich nur noch weniger als zehn Jahre - auch wenn der Verlauf sehr individuell ist. Eine frühzeitige Diagnose soll nicht nur die Behandlungsmöglichkeiten verbessern. Betroffene und ihre Familien könnten rechtzeitig geeignete Unterstützung beim Umgang mit der Erkrankung suchen.
Standardisierte Tests helfen dabei, die geistigen Leistungen und Fähigkeiten eines Menschen einzuschätzen. Dabei ist es wichtig, zu prüfen, wie gut Betroffene noch ihren Alltag bewältigen können. Besonders bekannt sind dabei Kurztests wie der Mini-Mental-Status-Test (MMST), der Montreal Cognitive Assessment Test (MoCA) oder der DemTect, der speziell zur Demenz-Erkennung entwickelt wurde.
Shulmann-Uhrentest
Beim Uhren-Zeichen-Test nach Shulmann handelt es sich um einen Schnell-Test, um dementielle Erkrankungen festzustellen.
Auswertung des Tests
Es gibt ein Punktesystem von eins bis sechs, welche nach verschiedene Kriterien wie korrektes Eintragen eines Ziffernblatts und korrekte Zeigereinstellung vergeben werden. Wie im Schulnotensystem bedeutet ein Punkt hier alles wurde korrekt gezeichnet, bei vier Punkten finden sich schon deutliche Einschränkungen wie fehlende Ziffern im Ziffernblatt, falsche Zahlen (>12) oder deutlich verschobene Abstände zwischen den Stundenzahlen. Besonders wichtig sind Untersuchungen des Nervenwassers (Liquor), in dem sich charakteristische Eiweißveränderungen nachweisen lassen.
Blutuntersuchungen helfen, andere Ursachen der Symptome wie zum Beispiel Infektionen, Vitaminmangel oder eine Schilddrüsenunterfunktion auszuschließen. Bluttests zur Alzheimer-Diagnostik sind noch nicht als alleinige Diagnosemethode geeignet. Bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomographie (MRT) können typische Schrumpfungen bestimmter Gehirnbereiche sichtbar machen, während spezielle PET-Scans Amyloid-Ablagerungen bereits früh erkennen können.
Forschende arbeiten daher an der Entwicklung sicherer Frühtests, die bereits vor Eintritt der Demenz Hinweise auf die Alzheimer-Krankheit geben, wenn das Gehirn noch nicht stark geschädigt ist. Der sogenannte Precivity-Bluttest aus den USA kann bei ersten Symptomen nachweisen, ob es sich um eine Alzheimer-Demenz handelt, indem er das Verhältnis von zwei Amyloid-Proteinen zueinander ermittelt. Der Elecsys pTau181-Test misst das chemisch veränderte Tau-Protein, das als Alzheimer-Indikator gilt. Beide Bluttests haben inzwischen eine EU-Zulassung.
Behandlung der Alzheimer-Krankheit
Bisher kann die Alzheimer-Krankheit nicht geheilt werden. Eine Behandlung kann jedoch Beschwerden lindern und die Lebensqualität der Betroffenen verbessern. Die Pflege von Menschen mit Alzheimer erfordert viel Geduld, Verständnis und spezialisierte medizinische Betreuung, um die Lebensqualität der Betroffenen so gut wie möglich zu erhalten.
Medikamentöse Therapie
Lange Zeit konnten nur die Symptome der Alzheimer-Krankheit behandelt werden. Zur Behandlung der Alzheimer-Demenz stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Zum einen sogenannte Cholinesterase-Hemmer wie die Wirkstoffe Donepezil, Galantamin oder Rivastigmin, die die Botenstoffe im Gehirn vermehren und dadurch die geistige Leistungsfähigkeit steigern, zum anderen Glutamat-Antagonisten, wie Memantin, die bei weiter fortgeschrittener Demenz eingesetzt werden. Diese Medikamente können Symptome lindern und das Fortschreiten leicht verzögern. Auf den Untergang der Nervenzellen haben diese Mittel aber keinen Einfluss. Häufig leiden Alzheimer-Erkrankte auch an Depressionen, die mit Antidepressiva behandelt werden.
Mittlerweile gibt es erste Medikamente, die die schädlichen Prozesse im Gehirn direkt beeinflussen und die Alzheimer-Erkrankung im Entstehungsprozess bremsen sollen. Lecanemab ist ein Antikörper, der die schädlichen Plaques im Gehirn erkennt und zur Beseitigung markiert. In Studien konnte der kognitive Abbau binnen 18 Monaten um 27 % verlangsamt werden. Zwar ist dies noch kein Heilmittel, aber ein wichtiger Durchbruch in der Alzheimer-Therapie. Der Antikörper-Wirkstoff Lecanemab ist seit 1. September 2025 in Deutschland auf dem Markt. Für den Antikörper Donanemab hat die Europäische Arzneimittelagentur EMA im Juli eine Zulassungsempfehlung erteilt. Die Antikörper richten sich gegen die Amyloid-Stückchen, so dass diese vom Immunsystem beseitigt werden können, bevor sie Schaden anrichten. So zeigt eine Studie von 2023, dass Donanemab das Fortschreiten der Alzheimer-Erkrankung um 35 Prozent verlangsamen kann. Bereits eingetretene Symptome können nicht beeinflusst werden.
Lecanemab eignet sich nur für eine ganz bestimmte Gruppe von Menschen mit Alzheimer. Nur Menschen im Frühstadium der Alzheimer-Krankheit kommen dafür infrage. Wer das Medikament bekommt, muss medizinisch sehr aufmerksam begleitet werden, weil auch starke Nebenwirkungen möglich sind. Die Behandlung ist aufwendig: Alle 14 Tage ist eine einstündige Infusion nötig. Weitere ähnliche Medikamente sind aber bereits in der Entwicklung.
Die neue Antikörper-Therapie bei Alzheimer-Demenz ist nicht unumstritten. Zum einen ist sie sehr aufwendig: Der Wirkstoff muss den Erkrankten alle zwei bis vier Wochen über die Dauer von zwei Stunden intravenös verabreicht werden. Zum anderen können erhebliche Nebenwirkungen auftreten wie Blutungen und Schwellungen (Ödeme) im Gehirn, die sogar tödlich verlaufen können. Auch die Kosten sind sehr hoch: So wird der Antikörper Lecanemab pro behandelter Person voraussichtlich etwa 20.000 bis 30.000 Euro im Jahr kosten. Hinzu kommen Kosten für die engmaschigen Untersuchungen aufgrund der möglichen Nebenwirkungen.
Nicht-medikamentöse Therapie
Neben der medikamentösen Alzheimer-Behandlung spielen nicht-medikamentöse Therapien eine wichtige Rolle. Dazu gehören geistige und körperliche Aktivierung, Ergotherapie, Musiktherapie und Gehirntraining. Die richtige Art des Umgangs und eine bedarfsgerechte Gestaltung der Wohnung können das Leben mit der Erkrankung erleichtern. Für pflegende Angehörige ist Beratung und Unterstützung besonders wichtig, da sie oft über Jahre hinweg eine enorme Belastung tragen. Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen wie die Deutsche Alzheimer Gesellschaft bieten wertvolle Hilfe.
Vorbeugung der Alzheimer-Erkrankung
Obwohl Alzheimer bisher nicht bei allen Menschen verhindert werden kann, deuten Studien darauf hin, dass bestimmte Faktoren das Erkrankungsrisiko senken können. Zu den wichtigsten präventiven Maßnahmen gehören regelmäßige körperliche Bewegung, gesunde Ernährung (insbesondere mediterrane Kost), geistige Aktivität und die Pflege sozialer Kontakte. Sie können das Risiko reduzieren, an Alzheimer zu erkranken. Studien zeigen: Ein gesunder Lebensstil mit Bewegung, geistiger Aktivität, sozialem Austausch und gesunder Ernährung kann das Risiko senken.
tags: #theterstucke #zum #thema #alzheimer