Epilepsie ist eine chronisch-neurologische Erkrankung, die Nervenzellen im Gehirn betrifft. Dabei kommt es zu Fehlfunktionen des Großhirns, bei denen das Gleichgewicht zwischen elektrischer Ladung und Entladung der Nervenzellen vorübergehend gestört ist. Die normalerweise koordinierte Impulsabstimmung gerät aus den Fugen, und ganze Neuronenverbände entladen sich gleichzeitig und unkontrolliert. Das Großhirn reagiert auf diese überschießende elektrische Aktivität mit einem epileptischen Anfall. Ein epileptiformer Anfall kann jedoch viele Ursachen haben, daher sind frühzeitige und umfangreiche diagnostische Maßnahmen entscheidend.
Die Tierklinik Hofheim bietet seit Juni 2012 eine Spezialsprechstunde für Hunde und Katzen an, die unter Anfallsgeschehen leiden. Diese Sprechstunde ermöglicht eine umfassende Erstabklärung, insbesondere wenn das Anfallsgeschehen erst seit kurzer Zeit besteht und bislang keine Therapie erfolgt ist. Da diese Patienten besonders stressanfällig sind, werden die Termine zu Zeiten gelegt, in denen möglichst wenig Publikumsverkehr herrscht.
Diagnostische Verfahren in der Tierklinik Hofheim
Die Tierklinik Hofheim setzt auf eine Vielzahl moderner diagnostischer Verfahren, um die Ursache von Epilepsie und anderen neurologischen Erkrankungen präzise zu bestimmen.
Anamnese und klinische Untersuchung
Die Untersuchung beginnt mit der Aufnahme eines ausführlichen Vorberichts. Hierbei werden die bisher beobachteten Anfälle detailliert besprochen, und Informationen über Wurfgeschwister und Elterntiere werden eingeholt. Anschließend erfolgt eine eingehende allgemeine und neurologische Untersuchung des wachen Patienten.
Neurologische Untersuchung:
- Verhaltensbeurteilung: Beurteilung des Verhaltens, des Bewusstseins und der Orientierung im Raum.
- Gangbildanalyse: Untersuchung des Gangbildes des Patienten.
- Funktionsprüfung der Gliedmaßen: Beurteilung der neurologischen Funktionen einzelner Gliedmaßen.
- Funktionsprüfung des Kopfes: Beurteilung der neurologischen Funktionen des Kopfes.
Im Anschluss an die neurologische Untersuchung ist eine Zuordnung zu entsprechenden Strukturen und damit die Lokalisation der neurologischen Störung möglich.
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Laboruntersuchungen
Ein hauseigenes Labor ermöglicht die zeitnahe Analyse von Blutproben, Punktaten oder Urin. Dies dient einerseits der Diagnostik spezifischer neurologischer Erkrankungen, andererseits dem Ausschluss internistischer Erkrankungen, die neurologische Symptome hervorrufen können. Wenn noch nicht erfolgt, werden über eine Blutuntersuchung alle relevanten Parameter geprüft, um eine Stoffwechselstörung als Anfallsursache auszuschließen. Aufgrund der apparativen Möglichkeiten der Klinik findet diese Untersuchung sofort im Haus statt, so dass die Befunde direkt im persönlichen Gespräch erörtert werden können.
Bildgebende Verfahren
Die Tierklinik Hofheim bietet ein breites Spektrum an bildgebenden Verfahren, um detaillierte Einblicke in das Gehirn und Rückenmark des Patienten zu erhalten.
- Konventionelle Röntgenuntersuchungen: Konventionelle Röntgenuntersuchungen können je nach Aufnahme und Lagerung sowohl am wachen Patienten als auch unter Allgemeinanästhesie angefertigt werden. Da sich Bandscheiben und Rückenmark im Röntgenbild nur bedingt darstellen lassen, ist der Wert einer einfachen Röntgenaufnahme oft begrenzt. Die Verwendung eines Kontrastmittels (Myelographie) verbessert diese Situation deutlich. Da die Injektion des Kontrastmittels jedoch einen invasiven Eingriff darstellt, haben moderne Verfahren wie MRT und CT die Myelographie weitgehend verdrängt.
- Computertomographie (CT): Die Computertomographie (CT) ist eine Röntgentechnik, bei der die Röntgenröhre um den Patienten rotiert. Die dabei entstehenden Schnittbilder lassen sehr feine und detaillierte Darstellungen zu (0,5 mm dick). Auch hier kann unter Zuhilfenahme von intravenös verabreichtem Kontrastmittel die Beurteilbarkeit deutlich verbessert werden. Einen geringen Zeitaufwand und dabei exzellente Ergebnisse ermöglicht das CT bei Bandscheibenerkrankungen.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Die Magnetresonanztomographie (MRT) basiert hingegen auf dem Verhalten von Wasserstoffionen in einem Magnetfeld. Entscheidend dafür ist der Wassergehalt des Gewebes. Somit lassen Weichteilgewebe, insbesondere Gehirn und Rückenmark, detaillierter darstellen. Während im CT nur kontrastmittelanreichernde Veränderungen des Rückenmarkes und des Gehirnes darstellbar sind, gelingt dies im MRT aufgrund der Flüssigkeitseinlagerung im Gewebe. Je nach Befund können weitere Untersuchungen in Narkose erfolgen (Kernspintomographie des Gehirns).
Liquoruntersuchung
Die Punktion der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit (Liquor cerebrospinalis) stellt einen wichtigen diagnostischen Schritt im Rahmen entzündlicher, degenerativer und tumoröser Erkrankungen von Hirn und Rückenmark dar. Im Falle einer Hirnhautentzündung (Meningitis) gibt sie den entscheidenden Hinweis sowohl für die Diagnose als auch die Therapie. Je nach Befund kann eine Punktion und Untersuchung der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit in Narkose erfolgen.
Therapie von Epilepsie in der Tierklinik Hofheim
Lösen andere Erkrankungen die Anfälle aus, werden zunächst diese behandelt. Bei einer echten Epilepsie hingegen sind die Häufigkeit, Intensität und Dauer der Anfälle entscheidend dafür, wie das Tier behandelt werden muss.
Sind diese Abklärungen bereits erfolgt, so bietet die Sprechstunde außerdem die Möglichkeit einer ausführlichen Beratung bezüglich der Therapiemöglichkeiten abhängig von der Diagnose. Insbesondere Patientenbesitzer, deren Tiere sich therapieresistent zeigen, können hier intensiv beraten werden. Da heutzutage verschiedene neuere Medikamente zur Verfügung stehen, können wir verschiedene Alternativen aufzeigen, um eine bessere Anfallskontrolle zu ermöglichen.
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In der Tierklinik Hofheim befasst sich eine spezielle Neurologie-Abteilung mit dem Thema Epilepsie. Hier arbeiten erfahrene Spezialisten wie Dr. von Klopmann und Dr. Rupp, die sich der bestmöglichen Behandlung von Tieren mit neurologischen Erkrankungen widmen.
Fallbeispiel
Ein Rüde wurde im Notdienst der Tierklinik mit akuter Lahmheit beider Hinterbeine vorgestellt. Es fielen geschwollene Karpal-, Tarsal- und Kniegelenke auf, so dass der Verdacht auf eine Gelenksentzündung nahelag. Zur weiteren Diagnostik wurde ein Termin in der Neurologie für ein CT und eine Gelenkspunktion mit Untersuchung der Gelenkflüssigkeit vereinbart. Da keine infektiösere Ursache ermittelt werden konnte, erhärtete sich der Verdacht auf eine immunbedingte Gelenksentzündung. Die Behandlung erfolgt in diesem Fall mit Medikamenten, die die körpereigene Abwehrreaktion unterdrücken.
Terminvereinbarung
Auf der Webseite der Tierklinik Hofheim können Dateien wie Röntgenbilder und Laborbefunde hochgeladen werden. Ein Mitarbeiter wird sich zur Terminvereinbarung innerhalb von 2 Werktagen telefonisch melden. Anfragen, die am Wochenende eingehen, werden am folgenden Montag oder Dienstag bearbeitet.
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