Tiger Balm bei Nervenschmerzen: Anwendung, Wirkung und Hinweise

Tiger Balm, ein seit fast 150 Jahren bekanntes Mittel der traditionellen asiatischen Medizin, wird vielseitig eingesetzt. Ursprünglich zur Linderung von Muskelschmerzen entwickelt, hat es sich auch in anderen Therapiebereichen bewährt. Dieser Artikel beleuchtet die Anwendung von Tiger Balm bei Nervenschmerzen, seine Wirkungsweise und wichtige Hinweise zur korrekten Anwendung.

Was ist Tiger Balm?

Tiger Balm wurde von dem chinesischen Kräuterkundler Aw Chu Kin in Burma entwickelt. Er suchte nach einer Salbe gegen Muskelkater und andere Schmerzen und experimentierte mit verschiedenen Kombinationen aus ätherischen Ölen. Seine Rezeptur, die sich als besonders wirksam erwies, wurde später unter dem Namen "Tiger Balm" bekannt.

Inhaltsstoffe und ihre Wirkung

Die Wirksamkeit von Tiger Balm beruht auf einer Kombination verschiedener pflanzlicher Inhaltsstoffe:

  • Kampfer: Mit einem Anteil von 25 % ist Kampfer der Hauptbestandteil. Er wird aus Kampferholz gewonnen und ist für seine antiseptischen und schmerzstillenden Eigenschaften bekannt.
  • Menthol: Menthol, das 10 % der Inhaltsstoffe ausmacht, wird aus ätherischen Minzölen gewonnen. Es wirkt anästhetisch, stillt Juckreiz und hat abschwellende Eigenschaften in Verbindung mit Kampfer.
  • Cajeputöl und Pfefferminzöl: Diese Öle fördern die Durchblutung und wirken schleimlösend.
  • Nelkenöl: Nelkenöl wirkt anästhetisch, belebend und kann Müdigkeit entgegenwirken.

Tiger Balm bei Nervenschmerzen: Anwendungsgebiete

Tiger Balm wird zur Förderung der Hautdurchblutung eingesetzt, beispielsweise bei:

  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Rheumatischen Erkrankungen
  • Arthrose
  • Neuralgie
  • Ischias
  • Hexenschuss
  • Bandscheiben- und Kreuzbeschwerden
  • Muskelverspannungen

Arten von Tiger Balm

Es gibt verschiedene Arten von Tiger Balm, die sich in ihrer Zusammensetzung und Wirkung unterscheiden:

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  • Tiger Balm Rot N: Dieser Balsam wirkt durchblutungsfördernd und energiespendend.
  • Tiger Balm Weiss: Er enthält Eukalyptus und ist besonders wirksam bei Erkältungsbeschwerden. Die Kombination von Eukalyptus und Menthol wirkt erfrischend und schmerzlindernd.
  • Tiger Balm Grün: Dieser Balsam zeichnet sich durch eine höhere Konzentration an Kampfer und Menthol aus und wirkt entwässernd.

Anwendung von Tiger Balm

Allgemeine Hinweise

  • Tiger Balm ist ausschließlich zur äußerlichen Anwendung bestimmt.
  • Nach der Anwendung sollten die Hände gründlich gewaschen werden.
  • Der Balsam sollte nicht auf gereizter Haut angewendet werden.
  • Aufgrund des Gehalts an ätherischen Ölen und Kampfer ist Tiger Balm nicht für Schwangere und Kinder unter 12 Jahren geeignet.

Spezifische Anwendung

  • Dosierung: Je nach Größe der zu behandelnden Stelle ist eine erbsengroße Menge (0,4 - 0,5 g Salbe) ausreichend. Die maximale Tagesgesamtdosis beträgt 2,5 g Salbe.
  • Anwendung: Die Salbe sollte hauchdünn aufgetragen und mindestens 5 Minuten lang leicht einmassiert werden. Die Haut sollte dabei nicht zu stark gerieben werden.
  • Häufigkeit: Bei Muskel- und Gelenkbeschwerden kann die Salbe 2 bis 4 Mal täglich auf die schmerzenden Stellen aufgetragen werden.
  • Unterstützung: Die behandelten Stellen können mit einem luftdurchlässigen Woll- oder Baumwolltuch warm gehalten werden.

Anwendungsdauer

Die Behandlung mit Tiger Balm sollte nur kurzzeitig (maximal 3-6 Tage) erfolgen. Bei Fortbestehen der Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Wichtige Vorsichtsmaßnahmen

  • Gegenanzeigen: Tiger Balm darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe, Asthma bronchiale, anderen Atemwegserkrankungen mit Überempfindlichkeit der Atemwege, Hauterkrankungen, offenen Verletzungen, Entzündungen oder Infektionen der Haut, Ekzemen, Schleimhäuten und im Bereich der Augen sowie bei Säuglingen und Kleinkindern unter 2 Jahren.
  • Wechselwirkungen: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind nicht bekannt.
  • Patientenhinweise: Patienten mit Nasenpolypen, chronischen Atemwegsinfektionen, Asthma oder Neigung zu allergischen Reaktionen sollten vor der Anwendung einen Arzt konsultieren.
  • Überdosierung: Bei versehentlichem Verschlucken größerer Mengen sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Mögliche Nebenwirkungen

Bei der Anwendung von Tiger Balm können folgende Nebenwirkungen auftreten:

  • Lokale Hautreaktionen wie Hautrötungen, Jucken, Brennen und Hautausschlag
  • Überempfindlichkeitsreaktionen bzw. lokale allergische Reaktionen (Kontaktdermatitis)
  • Atemwegsverengungen (Bronchospasmen) mit Atemnot bei entsprechend veranlagten Patienten
  • Hustenreiz durch Einatmen von ätherischen Ölen

Beim Auftreten von Nebenwirkungen sollten die behandelten Körperstellen gründlich mit Wasser gewaschen und die Behandlung abgebrochen werden.

Ergänzende Maßnahmen bei Nervenschmerzen

Neben der Anwendung von Tiger Balm können weitere Maßnahmen zur Linderung von Nervenschmerzen beitragen:

  • Bewegung: Leichte Belastung fördert die Durchblutung der Muskeln und verhindert, dass Gelenke weiter versteifen.
  • Dehnübungen: Dehnübungen können helfen, Muskelverspannungen zu lösen.
  • Wärme: Ein warmer Schal oder ein Stofftuch kann helfen, einen steifen Nacken warm zu halten.
  • Massagen: Massagen lockern die Muskeln und fördern die Durchblutung.
  • Akupunktur: Akupunktur kann helfen, das Qi wieder zum Fließen zu bringen und Schmerzen zu lindern.
  • Fehlstellungskorrektur: Fehlstellungen von Beinen, Rücken und Becken können die Entstehung von Arthrose begünstigen und sollten behandelt werden.
  • Entspannungsübungen: Entspannungsübungen, autogenes Training oder Yoga können helfen, die Körperhaltung bewusst zu machen und zu korrigieren.

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