Die Parkinson-Krankheit ist eine Multisystemerkrankung, die neben den Betroffenen und ihren Angehörigen zahlreiche Fachexpert:innen involviert. Um eine bestmögliche Versorgung zu gewährleisten, sind spezialisierte Aus- und Weiterbildungen sowie ein gut funktionierendes Netzwerk unerlässlich. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Trainings- und Ausbildungsmöglichkeiten für Fachkräfte im Bereich Parkinson, um Betroffenen eine optimale Betreuung zu ermöglichen.
Die Rolle der Parkinson-Nurse
Parkinson-Nurses nehmen eine zentrale Rolle in der Versorgungskette von Menschen mit Parkinson ein. Sie agieren an der Schnittstelle zwischen Betroffenen, Angehörigen, ärztlichen Fachkräften, Kliniken und sozialen Diensten. Ihr Einsatzgebiet ist vielfältig und umfasst unter anderem die Betreuung von Betroffenen mit tiefer Hirnstimulation oder Medikamentenpumpen, die Pflege bei Parkinson-bedingter Demenz sowie die sozialmedizinische und psychologische Beratung.
Weiterbildung zur Parkinson-Nurse
Um den komplexen Anforderungen gerecht zu werden, wird eine spezielle Weiterbildung zur Parkinson-Nurse angeboten. Für das Jahr 2026 wurden Konzept und Inhalte der Ausbildung komplett überarbeitet. Die Weiterbildung wird einmal jährlich angeboten, der nächste Kurs beginnt im Januar 2026.
Die einjährige Fortbildung umfasst Präsenz- und Onlineveranstaltungen sowie eine zweiwöchige Hospitation in spezialisierten Parkinson-Fachkliniken oder -Abteilungen. Diese befinden sich unter anderem in Osnabrück, Beelitz-Heilstätten, München-Schwabing, Bad Segeberg, Ortenau und Kassel sowie der Neurologischen Universitätsklinik in Kiel. Die administrative Betreuung und die Koordination inhaltlicher Aspekte erfolgen durch das Parkinsonzentrum Beelitz-Heilstätten mit Unterstützung durch die neurologische Abteilung des Klinikums Osnabrück (Administration: Nadine Vetter, inhaltliche Koordination: Dr. Thorsten Süß). Parkinson Netzwerke Deutschland e.V. ist ein wichtiger Partner im Kontext der Weiterbildung zur Parkinson-Nurse.
Netzwerkbasierte Therapie durch Logopädie
Die Arbeit im Netzwerk verringert Komplikationen um bis zu 50 %, erhöht die Zufriedenheit aller Beteiligten und führt zu weniger stationären Aufenthalten. Erfolgsgarant ist dabei neben einem spezifischen Behandlungsstandard die stetige Abstimmung aller innerhalb eines Netzwerks.
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Weiterbildung zur Therapeut:in im Parkinson-Netzwerk - Logopädie
Die zertifizierte Weiterbildung zur Therapeut:in im Parkinson-Netzwerk - Logopädie ermöglicht es Ihnen, wenn Sie über eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium der Logopädie (oder eines verwandten Fachs) verfügen, Personen mit Parkinson netzwerkbasiert zu behandeln. Sie lernen, Ihr eigenes Netzwerk rund um Ihre Patient:innen aufzubauen, Behandlungen im Netzwerk ohne viel Zusatzaufwand stetig und effizient untereinander sowie aufeinander abzustimmen und nach bundesweit einheitlichen, spezifischen Standards zu arbeiten.
Die Weiterbildung findet an drei vollen Tagen à acht Unterrichtseinheiten (+ Pausen) statt. Am ersten Tag beschäftigen Sie sich mit Grundlagen der Parkinson-Krankheit und dem praktischen Netzwerken. Am zweiten Tag stehen die Auswirkungen der typischen parkinsonschen Symptomatik auf den Schluckvorgang im Mittelpunkt. Hier lernen Sie unter anderem die Netzwerkstandards zur logopädischen Diagnostik, Therapie und Beratung von Schluckstörungen sowie die typische Arbeitsweise als Netzwerktherapeut:in kennen. Der dritte Tag fokussiert auf dieselbe Weise das parkinsonsche Sprechen und die Stimme. In den Online-Veranstaltungen kommen Vorlesungen und Übungen (z. B. Fall- und Videobeispiele, Explorationsaufgaben) zum Einsatz. Unsere Fortbildungen sind nach dem CORE-Prinzip gestaltet, d. h.
LSVT BIG Trainings- und Zertifizierungsseminar
Das LSVT BIG Trainings- und Zertifizierungsseminar ist eine zweitägige Fortbildung zur Schulung von Physio- und Ergotherapeuten in Präsenz. Damit mehr Zeit für die Praxis zur Verfügung steht, lernen Sie bereits vor den Präsenztagen online die Grundlagen von LSVT BIG kennen. Bereits drei Wochen vor den Präsenztagen erhalten Sie einen Onlinezugang zum Lernsystem LearnUpon, in dem Sie die Grundlagen von LSVT BIG kennenlernen, die Geheimhaltungserklärung unterzeichnen und Wissensfragen zu LSVT BIG beantworten. Es wird nicht erwartet, dass Sie diese Fragen richtig beantworten. Die Teilnehmer sollten bequeme weite Kleidung tragen, welche die Bewegungsfreiheit für die Durchführung praktischer Übungen und die Behandlung von Patienten ermöglicht.
Die Zertifizierungsprüfung findet in der Woche nach dem Kurs ebenfalls online über LearnUpon statt. Hierbei müssen min. 85 % der Antworten korrekt sein, damit Sie das Zertifikat erhalten. Am Ende des Workshops erfolgt eine Prüfung, hierbei müssen min. 85 % der Antworten korrekt sein, damit Sie das Zertifikat erhalten.
Bewegungstherapie und Parkinson-Boxen
Bewegung ist für Menschen mit Parkinson besonders wichtig. Zahlreiche Studien der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass Bewegung und Sport effektive Möglichkeiten sind, um den Verlauf der Parkinson-Krankheit positiv zu beeinflussen. Daher haben wir es uns zum Ziel gesetzt, mehr Menschen mit guten Sportangeboten zu begeistern.
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Trainer:innen-Workshop für Parkinson-Boxen
In unserem Workshop vermitteln unsere Referent:innen umfangreiches Wissen und zeigen den Teilnehmer:innen, wie das Boxtraining für Parkinson-Patienten sinnvoll genutzt werden kann. Das interessiert Sie? Wir planen den Trainer:innen-Workshop regelmäßig anzubieten, der nächste Workshop findet voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2026 statt. Sie sind betroffen und wollen selbst aktiv werden? Das Wissen und die Erfahrungen aus dem Workshop nehmen die Teilnehmer:innen mit in ihre Praxen und zu ihren Patient:innen.
Der Trainer:innen-Workshop wurde finanziell unterstützt durch die Bürgerstiftung Köln.
Weitere Fortbildungsangebote
Neben den genannten spezifischen Weiterbildungen gibt es auch allgemeine Fortbildungsangebote für Therapeuten, die ganzheitlich therapieren und ihr Repertoire um die neuesten Erkenntnisse aus der integrativen neuroorthopädischen Therapie erweitern möchten.
Die Bedeutung von Netzwerken
Des Weiteren haben Länder wie die Niederlande und Kanada bereits seit Langem eindrucksvoll nachgewiesen, dass auch in der ambulanten Versorgung von Personen mit Parkinson-Krankheit ein flächendeckend agierendes, Betroffenen-zentriertes Netzwerk aller Involvierten enorme Verbesserungen mit sich bringt. Zum Beispiel verringert die Arbeit im Netzwerk Komplikationen um bis zu 50 %, erhöht die Zufriedenheit aller Beteiligten und führt zu weniger stationären Aufenthalten. Erfolgsgarant ist dabei neben einem spezifischen Behandlungsstandard die stetige Abstimmung aller innerhalb eines Netzwerks. Das Parkinsonnetzwerk Deutschland (PND e.
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