Die Trigeminusneuralgie, gekennzeichnet durch einseitige, heftige Schmerzattacken im Versorgungsgebiet der drei Äste des Nervus trigeminus, stellt eine große Herausforderung für Betroffene und Behandelnde dar. Ein kranker Zahn ist nur ein Verursacher für stärkste Gesichtsschmerzen, es gibt viele andere Auslöser für eine Trigeminusneuralgie. Sie sind auf ganz verschiedenen Ebenen angesiedelt und müssen daher sehr individuell behandelt werden. Neben konventionellen medizinischen Ansätzen erfreuen sich alternative Behandlungsmethoden wie die Akupunktur zunehmender Beliebtheit. Dieser Artikel beleuchtet die Anwendung von Akupunkturpunkten bei Trigeminusneuralgie, unter Berücksichtigung verschiedener Perspektiven und Therapieansätze. Die Behandlung unserer Patienten gestaltet sich individuell und ganzheitlich. Deshalb sind die vorgestellten Therapiestrategien unserer Praktiker selbstverständlich keine wahllos zu übernehmenden „Kochrezepte“, sondern vielmehr Anregungen aus dem großen Spektrum heilpraktischer Möglichkeiten.
Ursachen und Diagnostik der Trigeminusneuralgie
Die Ursachen der Trigeminusneuralgie sind vielfältig. Sie geht auf einen pathologischen Gefäß-Nervenkontakt zurück. Wissenschaftler vermuten, dass die Schmerzen dadurch entstehen können, dass benachbarte Blutgefäße auf den Nerv drücken und somit die Umhüllung des Nervs schädigen. Auch Erkrankungen der Zahnwurzeln und Zahnextraktionen können eine Rolle spielen. Fast kein Krankheitsbild wird so häufig zu unrecht angenommen. Es wird zwischen der klassischen (idiopathischen) und der symptomatischen Form unterschieden. Die klassische Trigeminusneuralgie geht oft auf einen Gefäß-Nerven-Kontakt zurück, während die symptomatische Form durch andere Erkrankungen wie Multiple Sklerose (MS) oder Tumoren der Schädelbasis verursacht werden kann. Patienten unter 40 Jahren, am häufigsten im Rahmen einer Multiplen Sklerose vor. Diese Erkrankung tritt unter MS-Patienten damit häufiger als in der Normalbevölkerung auf.
Die Diagnose erfolgt in erster Linie anhand der Anamnese und der klinischen Untersuchung. Typisch sind Schmerzattacken von starker Intensität im Versorgungsgebiet eines oder mehrerer Trigeminusäste. Diese Schmerzattacken sind auslösbar über Triggerzonen oder mechanisch bei Kauen, Sprechen, Essen, etc. Schmerzfreiheit zwischen den Attacken. Eine neurologische Untersuchung ist wichtig, um andere Ursachen auszuschließen. Im Rahmen der Diagnostik sollten auch zahnärztliche Ursachen ausgeschlossen werden.
Akupunktur als alternative Behandlungsmethode
Akupunktur stellt eine in vielen Fällen gut wirksame alternative Behandlungsmethode für Trigeminusneuralgie dar. Es handelt sich um eine traditionelle chinesische Medizinpraxis, bei der feine Nadeln an bestimmten Punkten des Körpers platziert werden, um die Energieflüsse im Körper auszugleichen. Obwohl es begrenzte wissenschaftliche Forschung zur Wirkung von Akupunktur bei Trigeminusneuralgie gibt, gibt es viele Patienten welche eine deutliche Schmerzlinderung und wenige mit nahezu kompletter Schmerzfreiheit nach Akupunktur. Akupunktur kann helfen, die Muskelentspannung zu fördern, Entzündungen zu reduzieren und den Energiefluss im Körper zu regulieren.
Es ist wichtig zu beachten, dass die individuelle Reaktion auf Akupunktur variieren kann. Manche Menschen berichten von einer signifikanten Schmerzlinderung, während andere möglicherweise nur geringe oder gar keine Verbesserung erfahren. Die Wirkung der Akupunktur kann auch zeitlich begrenzt sein und regelmäßige Sitzungen erforderlich machen. Bei der Entscheidung, Akupunktur als Teil der Behandlung für Trigeminusneuralgie in Betracht zu ziehen, ist es ratsam, dies in Absprache mit einem qualifizierten Akupunkteur oder einem Arzt zu tun. Es ist wichtig, dass die Behandlung von einem erfahrenen Fachmann durchgeführt wird, der über Kenntnisse der Anatomie und der spezifischen Punkte verfügt, die bei der Behandlung von Gesichtsschmerzen verwendet werden. Es ist auch wichtig zu beachten, dass Akupunktur in der Regel als Ergänzung zur konventionellen medizinischen Behandlung verwendet wird und nicht als Ersatz dafür.
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Akupunkturpunkte und ihre Anwendung
Die Auswahl der Akupunkturpunkte richtet sich nach dem Verlauf der betroffenen Leitbahnen, die sich aus den Versorgungsgebieten der drei Äste des Nervus trigeminus ableiten lassen. Folgende Akupunkturpunkte sollten ins Auge gefasst werden. Die Punkte werden bilateral gestochen und der Akupunkteur wird nach seinen Erfahrungen die Auswahl treffen. Die TCM unterscheidet folgende Ursachen: Wind-Kälte als äußerer pathogener Faktor greift das Gesicht an; dies kann sich auch in Wind-Hitze wandeln. Des Weiteren kommen verschiedene Syndrome, z. B.
Als Fernpunkt eignet sich zur Schmerzenbehandlung im Verlauf des 1. Astes 3E 5 sehr gut, zur Schmerzbehandlung im Verlauf des 2. Astes ist Di 4 ein guter Punkt. Ma 44 ist besonders gut geeignet für die Behandlung von Schmerzen im Verlauf des 3. Astes. Als lokale Punkte können Bl 2, Tai Yang, Ma 3, Ma 7 etc. dazu kontralateral sedierend genadelt werden.
Die Nadelung der Punkte erfolgt je nach zugrunde liegendem Muster entweder sedierend (bei Fülle-Muster) oder tonisierend (bei Mangel-Muster). Bei Fülle-Muster Wind-Kälte oder Magen- und Leber-Feuer werden alle Punkte sedierend genadelt. Zeigt der Patient einen Nieren-Yin-Mangel, werden alle Punkte tonisierend genadelt.
Differenzierung nach TCM-Mustern
Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) differenziert verschiedene Muster, die der Trigeminusneuralgie zugrunde liegen können:
- Wind-Kälte: Der Patient hat häufig eine Abneigung gegen Wind und Kälte, die Zunge ist meist unauffällig, der Puls ist gespannt. Das Behandlungsprinzip ist, Wind-Kälte auszuleiten, z. B.
- Magen- und Leber-Feuer: Die Hitzesymptomatik steht im Vordergrund, der Patient hat Durst, häufig kommt es zu starker Reizbarkeit. Die Zunge ist gerötet und hat einen dicken gelben Belag, der Puls ist schnell und saitenförmig. Das Behandlungsprinzip ist, die Hitze auszuleiten, z. B.
- Nieren-Yin Mangel: Der Patient zeigt eher Mangelsymptome wie Schwäche und leichte Schmerzen im unteren Rücken, er hat gerötete Wangen und schwitzt nachts. Die Zunge ist rot und hat keinen oder nur wenig Belag, der Puls ist schnell und dünn. Das Behandlungsprinzip ist, das Nieren-Yin zu nähren, z. B.
Weitere Therapieansätze
Neben der Akupunktur gibt es eine Reihe weiterer Therapieansätze, die bei Trigeminusneuralgie in Betracht gezogen werden können.
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Konventionelle medizinische Behandlung
Zu Beginn der Therapie wird die klassische Trigeminusneuralgie meist mit Medikamenten behandelt. Wirken diese Medikamente gut, kann dies auch ein zusätzliches Diagnosekriterium sein, zum Beispiel zur Abgrenzung von psychosomatischen Erkrankungen. Typischerweise wird die medikamentöse Therapie mit Gabapentin oder Pregabalin begonnen. Beide Mittel stammen aus der Behandlung der Epilepsie und werden daher auch als Antikonvulsiva bezeichnet. Andere antiepileptische Wirkstoffe, die bei der Trigeminusneuralgie eingesetzt werden können, sind beispielsweise Carbamazepin, Oxcarbazepin, Lamotrigin oder Phenytoin.
Weil es vor allem für die klassische Trigeminusneuralgie mit der Mikrochirurgie eine ursächliche Behandlungsmöglichkeit gibt, sollten Betroffene diese Therapie in jedem Fall mit ihrer/ihrem behandelnden Ärztin/Arzt besprechen. Als Alternative zur Behandlung der klassischen Form steht die stereotaktische Bestrahlung zur Verfügung. Die Wirksamkeit dieser Behandlungsform ist ebenso hoch und eine Operation kann dadurch vermieden werden.
Bei der symptomatischen Trigeminusneuralgie stehen folgende Behandlungsformen zur Verfügung: Medikamente, perkutane Verfahren (Ballonkompression, Glycerininjektion, Thermokoagulation) und Elektrostimulation. Wenn der Trigeminusneuralgie eine Multiple Sklerose oder eine andere Grunderkrankung zugrunde liegt, wird natürlich auch diese behandelt werden.
Anthroposophische Medizin
Aus Sicht der Anthroposophischen Medizin liegt der Trigeminusneuralgie ein gestörtes Verhältnis zwischen Empfindungs- und Lebensorganisation zugrunde. Der Seelenleib greift übermäßig stark in die Prozesse des Lebensleibs ein und „verhakt“ sich (sympathische Hyperreagibilität mit gleichzeitig verminderter Vagusausprägung). Dies führt zu einer muskulären, vaskulären, neurologischen und emotionalen Grundtonuserhöhung: z. B. Spasmen in den Hohlorganen, Muskeln (Myogelosen u. ä.) und Gefäßen (Migräne etc.), erhöhter emotionaler Reizbarkeit und Angespanntsein sowie schmerzhaften Reizungen der Nerven. Diese spastische Diathese verstärkt die Auskühlung des Nervensystems, das oft durch rationelle-analytische Überforderungssituationen bereits per se stark unterkühlt ist; degenerative Veränderungen im Gewebe bilden sich.
Neuraltherapie
Der Neuraltherapeut wird sich zunächst auf die Störfeldsuche machen. devitale Zähne etc., können nach Hunecke - dem Begründer dieser Therapie - Störfelder sein.
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Myo-Therapien und Akupressur
In den Praxen für Myo-Therapien setzten wir an Behandlungspunkten gerne Akupressur ein. Es ist eine Möglichkeit, die Behandlungspunkte zu reizen. Auch mit Akupunkturnadeln haben wir an den Behandlungspunkten gute Erfolgsaussichten. Ihrem Gehirn ist es egal, wie der Reiz an Punkten gesetzt wird. Ob wir darauf drücken (Akupressur) oder reinstechen (Akupunktur), in Ihrem Gehirn kommt erst mal nur Strom über die Nervenimpulse an. Diese Impulse werden dann zu einer Sinneswahrnehmung verschaltet. Ob wir im Westen Druckpunkt oder Trigger dazu sagen ist genauso egal, als ob die traditionelle Medizin Akupunkturpunkt z.B. Vergleichen könne wir das mit dem Bedienen von Klaviertasten. Ob wir mit unseren Fingern darauf spielen oder mit einer Schere oder einem Stock, ist der Taste egal. Wie Menschen das dann nenne, was sie beobachten, hat schon zu vielen Streitereien zwischen medizinischen Fachleuten geführt.
Akkupressur-Punkte oder auch Nervendruck-Punkte sind schmerzhafte Punkte im Gewebe. Die entsprechenden Stelle reagiert mit einer Lösung der zu hohen Spannung im Muskel-Faszien Gewebe bzw. Die Punkte werden den Patientinnen und Patienten schmerzhaft bewusst, da die Spannung im Muskel-Faszien Gewebe soweit ansteigt, bis die Reizschwelle im Gehirn, im Thalamus überschritten wird. Deshalb wird uns der Akupressur-Punkt oder Nervendruck-Punkt schmerzhaft bewusst.
Implantat-Akupunktur
Die Implantat-Akupunktur kann im Rahmen eines komplementärmedizinischen Ansatzes unterstützend zur Linderung der Schmerzen bei Trigeminusneuralgie beitragen. Sowohl die idiopathische (klassische) als auch die symptomatische Form der Trigeminusneuralgie können mit der Implantat-Akupunktur ergänzend zur Schulmedizin bzw. Lassen Sie sich von wiederkehrenden Gesichtsschmerzen nicht länger einschränken. Vereinbaren Sie einen Beratungstermin in unserer Fachpraxis und erfahren Sie, wie diese Methode auch Ihnen helfen kann.
TCM-Behandlung
Anders als in der Schulmedizin, wird Trigeminusneuralgie in der TCM als ein Resultat der verschiedenen Ungleichgewichte und Faktoren angesehen. Am Anfang unserer TCM-Behandlung wird intensiv *Schmerz-Akupunktur angewendet, die in Südkorea dafür bekannt ist, dass sie starke Gesichtsschmerzen rasch lindert. Darüber hinaus kommen häufig andere TCM-Heilverfahren, wie z.B. Bei der Trigeminusbehandlung in der Heilpraktikerpraxis Doson wird hauptsächlich auf eine grundlegende und nachhaltige Behandlungswirkung fokussiert. Anhand unserer wirksamen TCM-Heilverfahren, kann man in der Naturheilpraxis Doson schrittweise Medikamente wie z.B. Carbamazepin absetzen, die zahlreiche Nebenwirkungen auslösen können. Darüber hinaus können vermeidbare und teilweise riskante Operationen auch erspart bleiben.
Bedeutung der ganzheitlichen Betrachtung
„Nur eine ganzheitliche TCM-Diagnose kann den Teufelskreis der Schmerzen bei Trigeminusneuralgie grundlegend beenden. Da Trigeminusneuralgie ein Resultat der verschiedenen Körperungleichgewichte ist, muss man sich nicht nur auf die Schmerzkontrolle konzentrieren, sondern auch auf die nachhaltige Wiederherstellung der gesamten Körperbalance, was in der Naturheilpraxis Doson bei der Behandlung von Trigeminusneuralgie im Vordergrund steht.” - OMD Kukhyun Yun
Um ein schnelles, aber gründliches Behandlungsergebnis zu erzielen, sollten von daher verschiedene Aspekte der Patienten berücksichtigt werden, wie z. B. psychische Faktoren, konstitutionelle Eigenschaften, Immunsystem und vegetatives Nervensystem usw.
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