Trigeminusneuralgie: Homöopathische Ansätze für die Nacht

Die Trigeminusneuralgie, eine der schmerzhaftesten Formen von Nervenschmerzen, kann das Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen, insbesondere nachts, wenn die Schmerzen oft unerträglich werden. Glücklicherweise gibt es eine Reihe von komplementärmedizinischen Verfahren, einschließlich der Homöopathie, die Linderung verschaffen können. Dieser Artikel beleuchtet die homöopathischen und anderen komplementären Behandlungsansätze, die bei nächtlichen Trigeminusneuralgien in Betracht gezogen werden können.

Was ist Trigeminusneuralgie?

Nervenschmerzen, auch neuropathische Schmerzen genannt, entstehen durch Reizung oder Schädigung von Nervenzellen oder Nervenfasern. Eine solche Neuralgie kann durch Entzündungen, Verletzungen nach Unfällen oder Grunderkrankungen wie Multiple Sklerose (MS) verursacht werden. Die Schmerzen können anfallsartig auftreten und sehr stark sein, wobei sie in den vom betroffenen Nerv versorgten Körperbereich ausstrahlen. Häufig sind Arme, Beine, Rücken, Gesicht und Haut betroffen.

Bei der Trigeminusneuralgie ist der Trigeminusnerv, der für die Wahrnehmung im Gesicht zuständig ist, entzündet. Dies führt zu heftigen, oft einseitigen Gesichtsschmerzen. Die Ursache liegt häufig in einem zu engen Kontakt zwischen dem Nerv und einem Blutgefäß nahe dem Gehirn, was die Nervenzellen umgebende Schutzhülle beeinträchtigt. In manchen Fällen steckt eine Grunderkrankung wie Multiple Sklerose oder ein Tumor hinter der Nervenreizung.

Symptome der Trigeminusneuralgie

Die Schmerzen werden meist als brennend, kribbelnd, stechend oder elektrisierend beschrieben. Sie können plötzlich einschießen oder den betroffenen Bereich übersensibel machen. Häufig treten die Symptome in Ruhe oder in der Nacht auf, was zu Schlafstörungen führen kann. Der Charakter der Schmerzen ist oft "nervig" und schwer auszublenden, was sich bei chronischem Verlauf auf das Gemüt auswirken kann.

Homöopathische Behandlung der Trigeminusneuralgie

Die Homöopathie bietet eine sanfte und ganzheitliche Möglichkeit, Trigeminusneuralgien zu behandeln. Das Ziel ist es, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren und die Symptome zu lindern. Die Wahl des richtigen homöopathischen Mittels basiert auf einer individuellenAnamnese und der genauen Beschreibung der Schmerzen.

Lesen Sie auch: Trigeminusneuralgie natürlich in der Nacht behandeln

Aconitum Napellus

Aconitum Napellus, auch bekannt als Blauer Eisenhut oder Sturmhut, ist ein wichtiges homöopathisches Mittel bei plötzlichen, heftigen Beschwerden, die mit Angst und Unruhe einhergehen. Die Pflanze gehört botanisch zur Familie der Hahnenfußgewächse und ist eine der giftigsten Pflanzen unserer Breiten. Der Name lässt sich aus der griechischen Mythologie ableiten. Endständig auf einer bis zu 1,5 Meter hohen Staude mit aufrechtem, nackten Stängel blühen von Juni bis in den August die blau - violetten Blüten. Das oberste Blütenblatt zeigt die typische Form eines Helmes. Aconitum steht unter Naturschutz.

Homöopathisch wird Aconitum bei passender Symptomatik vor allem bei fieberhaften Entzündungen und Infekten der Atemwege, bei Herzkrankheiten und bei Neuralgiebeschwerden (z.B. Trigeminus) eingesetzt. Aconitum ist eine wichtige homöopathische Arznei für Beschwerden nach plötzlichen schreckhaften Ereignissen und plötzlich einsetzende Infekte im Anfangsstadium mit schnellem Fieberanstieg, verbunden mit ängstlicher Unruhe.

Aconitum wird angewendet, wenn Menschen grosse Angst bis zur Todesangst oder auch Schreck oder Schock empfinden. Diese Angstzustände können durch unterschiedliche Dinge ausgelöst werden, wie von einem Unfall oder den Aufenthalt in kaltem (trockenem) Wind. Das Nerven- und Gefässsystem gerät durch solche Ereignisse in stürmische Aufruhr (Sturmhut), ein inneres «Erdbeben» wird ausgelöst. Die Beschwerden kommen plötzlich und äusserst heftig wie ein Orkan. Wenn Aconitum zur Verfügung steht und frühzeitig eingenommen wird, kann es helfen, Schmerzen zu lindern und die Angst zu reduzieren.

Spigelia anthelmia

Spigelia anthelmia kann besonders bei Trigeminusneuralgie (heftige, quälende, scharfe, stechende, brennende oder schießende Schmerzen entlang einer Gesichtshälfte, die sich oft wie ein Stromschlag anfühlen) hilfreich sein. Wir würden Spigelia überwiegend bei LINKSSEITIGEN Gesichtsschmerzen in Betracht ziehen, die sich über die Schläfen, das Auge, die Wange und sogar bis in die Zähne ziehen. Die Schmerzen sind so heftig, dass die gesamte Region sehr berührungsempfindlich wird. Für dieses Beschwerdebild wird Spigelia in der Regel in der 200. Potenzierungsstufe mehrmals am Tag eingenommen, abhängig von der Schwere der Schmerzen.

Magnesium phosphoricum

Für RECHTSSEITIGE Gesichtsneuralgie ist Magnesium phosphoricum 30, alle drei bis zwölf Stunden eingenommen, eine gute Option. Wenn die Schmerzen positiv auf warme Kompressen reagieren, ist das eine gute Bestätigung, dass Mag. phos. das angezeigte Mittel ist. Mag. phos. ist eine bemerkenswerte Arznei für Neuralgien und Krämpfe. Die Wirkung ist besonders beeindruckend, wenn die Globuli in heißen Wasser aufgelöst werden!

Lesen Sie auch: Nebenwirkungen und Verfahren der Thermokoagulation

Colocynthis

Colocynthis (Koloquinte) ist ein weiteres wichtiges Mittel bei Trigeminusneuralgie, insbesondere wenn die Schmerzen krampfartig, schneidend oder reißend sind. Die Patienten krümmen sich oft vor Schmerzen und finden Linderung durch Druck oder Wärme. Leitsymptome sind plötzliche, ungeheure, krampfhafte und reißende Schmerzen, sodass die Patienten laut aufschreien, sie drehen, wälzen und winden sich, sie krümmen sich ganz charakteristisch zusammen. Etwas Hartes an die schmerzende Stelle zu drücken bringt etwas Erleichterung.

Die neuralgischen Schmerzen (Nervenschmerzen) sind schneidend, umklammernd, nagend oder bohrend, anschließend kommt es zu Gefühllosigkeit im betroffenen Teil. Patienten haben die Empfindung von Zusammenschnüren, wie von einem Eisenband umschlossen und fest zusammengeschraubt zu sein (besonders in der Hüfte).

Verbesserung: Zusammenkrümmen und Liegen mit nach vorn gebeugtem Kopf. Eine Erleichterung bekommen die Betroffenen auch durch Wärme und das Ausüben von hartem Druck auf die schmerzende Stelle, aber auch durch Ruhe und sanfte Bewegung.

Verschlechterung: Ärger und Entrüstung. Für die Patienten ist das Liegen auf der schmerzlosen Seite schlechter. Sie haben eine Verschlechterung in der Nacht; sowie vor und nach dem Wasserlassen.

Hypericum

Hypericum ist ein wunderbares Mittel gegen Nervenschmerzen in allen Körperteilen.

Lesen Sie auch: Was tun bei Trigeminusneuralgie nach dentaler Behandlung?

Weitere homöopathische Mittel

Es gibt noch viele andere homöopathische Mittel, die bei Trigeminusneuralgie in Frage kommen, darunter Verbascum, Hecla lava, Plantago und Ranunculus bulbosus. Die Wahl des richtigen Mittels hängt von den individuellen Symptomen undModalitäten ab.

Andere komplementärmedizinische Verfahren

Neben der Homöopathie gibt es eine Reihe weiterer komplementärmedizinischer Verfahren, die bei Trigeminusneuralgie eingesetzt werden können:

  • Physiotherapie: Mobilisierung und Muskelaufbau können Schwächen in der Muskulatur und Instabilitäten kompensieren. Sensomotorische-funktionelle Einzelbehandlungen können die Oberflächen- und Tiefensensibilität günstig modulieren.
  • Hydrothermotherapie: Kalte oder wechselwarme Güsse können die Symptomatik lindern. Vorsicht ist bei eventuell gestörter Thermosensibilität geboten.
  • CO2-Bäder: Der CO2-Kontakt führt zu einer peripheren Stimulation des Gewebes mit Gefäßerweiterung und verbesserter Hautdurchblutung mit einer milden Kreislaufanregung.
  • Elektrotherapie (TENS): Die transkutane elektrische Nervenstimulation kann im Rahmen des stationären Aufenthalts auf ihre individuelle Wirksamkeit und Verträglichkeit getestet werden und bei Erfolg dann auch für den häuslichen Gebrauch rezeptiert werden.
  • Ätherische Öle: Ätherische Öle wie Fichtennadel-, Kiefernadel-, Minz-, Pfefferminz- oder Rosmarinöl wirken über eine Anregung der Kälterezeptoren der Haut kühlend und vermindern die Schmerzweiterleitung.
  • Johanniskrautöl: Warme Johanniskrautölauflagen können im Gesichtsbereich aufgelegt werden.
  • Capsaicin: Der Wirkstoff aus Cayennepfefferfrüchten wirkt lokal hyperämisierend, analgetisch und antiphlogistisch.
  • Orthomolekulare Medizin: Hochdosierte neurotrope B Vitamine (B1, B2, B6, B12 und Nicotinamid), Vitamin E, Vitamin C und Alpha-Liponsäure können unterstützend wirken. Auch auf eine erhöhte Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren und Selen ist zu achten.
  • Akupunktur: Die WHO hat die Trigeminunsneuralgie als eine von 40 Indikationen für die Akupunktur berücksichtigt. Wichtig ist, dass im akuten Schub nicht in der Schmerzregion und generell keine Triggerpunkte genadelt werden, in diesem Fall kann die Schmerzintensität sogar zunehmen.

Anthroposophische Medizin

Aus Sicht der Anthroposophischen Medizin liegt der Trigeminusneuralgie ein gestörtes Verhältnis zwischen Empfindungs- und Lebensorganisation zugrunde. Der Seelenleib greift übermäßig stark in die Prozesse des Lebensleibs ein und „verhakt“ sich (sympathische Hyperreagibilität mit gleichzeitig verminderter Vagusausprägung). Dies führt zu einer muskulären, vaskulären, neurologischen und emotionalen Grundtonuserhöhung: z. B. Spasmen in den Hohlorganen, Muskeln (Myogelosen u. ä.) und Gefäßen (Migräne etc.), erhöhter emotionaler Reizbarkeit und Angespanntsein sowie schmerzhaften Reizungen der Nerven. Diese spastische Diathese verstärkt die Auskühlung des Nervensystems, das oft durch rationelle-analytische Überforderungssituationen bereits per se stark unterkühlt ist; degenerative Veränderungen im Gewebe bilden sich.

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Die TCM unterscheidet folgende Ursachen für Trigeminusneuralgie:

  • Wind-Kälte als äußerer pathogener Faktor greift das Gesicht an; dies kann sich auch in Wind-Hitze wandeln.
  • Des Weiteren kommen verschiedene Syndrome, z. B. Magen- und Leber-Feuer oder Nieren-Yin-Mangel, in Frage.

Osteopathie

Ziel der osteopathischen Behandlung ist es, die Trigeminusreizung zu reduzieren bzw. zu beseitigen. Die Ursache für eine Reizung kann mechanisch sein, z. B. durch Spannungen im gesamten Durasack.

Wichtiger Hinweis

Die hier dargestellten Therapiestrategien sind Anregungen aus dem großen Spektrum heilpraktischer Möglichkeiten und sollten nicht als wahllos zu übernehmende „Kochrezepte“ verstanden werden. Es ist wichtig, einen erfahrenen Therapeuten zu konsultieren, um die individuell passende Behandlung zu finden.

tags: #trigeminus #nachts #homoopathie