Die Neuraltherapie nach Huneke ist ein Verfahren der Komplementärmedizin, das zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt wird. Sie zielt darauf ab, durch die Anwendung eines Lokalanästhetikums das vegetative Nervensystem zu beeinflussen. Im Vordergrund steht vor allem die Behandlung von Schmerzen. Die Methode versteht sich als ganzheitlicher, regulativer Ansatz, der nicht nur lokal wirkt, sondern körperweite biomechanische, neurovegetative und fasziale Regelkreise einbezieht.
Einführung in die Neuraltherapie nach Huneke
Die Neuraltherapie nach Huneke ist ein naturheilkundliches, ganzheitlich wirkendes, regulatives Therapieverfahren, das seit Jahrzehnten weltweit etabliert ist. Sie ist eine moderne Regulationstherapie und eines der bekanntesten ganzheitlichen Heilverfahren, das auf die Entdeckung der Gebrüder Ferdinand und Walter Huneke zurückgeht. Sie verwendeten zur Erzielung von Heilwirkungen Lokalanästhetika (Mittel zur örtlichen Betäubung), insbesondere Procain.
Das Verfahren basiert auf der Annahme, dass die Applikation eines Lokalanästhetikums (z. B. Procain, Lidocain oder Impletol) eine Fernwirkung entfalten kann und so Schmerzen gelindert werden, indem das vegetative Nervensystem beeinflusst wird. Huneke geht davon aus, dass es sich bei den sogenannten Störfeldern um chronische Entzündungen handelt, die den Gesamtorganismus beeinflussen.
Die Entdeckung der therapeutischen Möglichkeiten
1925 entdeckte Ferdinand Huneke die therapeutischen Möglichkeiten des Einsatzes von Lokalanästhetika, indem er zur Behandlung einer Migräne, die zur damaligen Zeit unbekannte Maßnahme einer intravenösen Injektion von Novocain (Procain) ergriff, was zur vollständigen Ausheilung der Migräne führte. Dies mit seinem Bruder Walter weiterentwickelte Therapiekonzept erhielt zunächst den Namen Heilanästhesie, später nach Entdeckung des sog. Sekundenphänomens den Namen Neuraltherapie nach Huneke.
Grundlagen und Wirkungsweise der Neuraltherapie
Die Neuraltherapie ist eine Heilmethode, die zu der großen Gruppe der Regulationstherapien gehört. Im gesunden Körper finden ununterbrochen und unbemerkt vom Bewusstsein Abstimmungsvorgänge statt, die alle Organe, Muskeln, Nerven, das Bindegewebe und die Haut steuern. Das körpereigene Regelsystem ist in der Lage, kleine und kaum spürbare Funktionsstörungen auszugleichen. Viele kleine Störungen können die körpereigene Selbstregulierung entgleisen lassen.
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Die Neuraltherapie arbeitet mit örtlichen Betäubungsmitteln, wie zum Beispiel Procain oder Lidocain. Die Wirkung beruht nicht nur auf der direkt betäubenden Wirkung des Mittels, sondern darauf, dass übergeordnete Regelkreise des Körpers beeinflusst werden. Dies schafft die Voraussetzung, dass entgleiste Regelvorgänge sich wieder normalisieren und verbessern können. Durch diese integrative Sichtweise kann die Neuraltherapie gestörte Funktionsabläufe im Körper gezielt neu ausrichten. Die Neuraltherapie entfaltet ihre Wirkung sowohl lokal durch verbesserte Durchblutung, Schmerzlinderung und Entzündungshemmung als auch systemisch, indem sie übergeordnete Regulationsprozesse unterstützt, die das innere Gleichgewicht nachhaltig stabilisieren können.
Wirkmechanismen im Detail
- Störungsbeseitigung im vegetativen Nervensystem: Durch die gezielte Applikation eines Lokalanästhetikums an bestimmten Stellen des Körpers wird das vegetative Nervensystem beeinflusst.
- Unterbrechung von Schmerzimpulsen: Das Lokalanästhetikum unterbricht die Schmerzimpulse, die von den Störfeldern ausgehen.
- Regulation des sympathischen Nervensystems: Die Neuraltherapie kann dazu beitragen, das sympathische Nervensystem zu regulieren, indem sie die Aktivität der sympathischen Nervenfasern reduziert.
- Aktivierung der Selbstheilungskräfte: Durch die Stimulation des vegetativen Nervensystems und die Unterbrechung von Schmerzimpulsen wird die körpereigene Heilungsfähigkeit aktiviert.
Die Rolle des vegetativen Nervensystems
Die Neuraltherapie nach Huneke ist eine Regulations- und Umstimmungstherapie, die unmittelbar die nervliche Steuerung des gesamten Organismus ausgleichen kann. Sie setzt direkt am autonomen Nervensystem, dem Vegetativum an. Das Vegetativum steuert alle, unsere nicht willentlich beeinflussbaren, Körperfunktionen wie Atmung, Verdauung und Herzschlag. Bei der Neuraltherapie nach Huneke erfolgt sowohl eine Behandlung im Bereich der Beschwerden (Segmenttherapie), als auch sogenannter Störfelder, die durch Vermittlung des vegetativen Nervensystems eine Fernwirkung auf erkrankte Körperpartien haben. Durch die neuraltherapeutische Behandlung kann es tatsächlich zu Sofortlinderungen im erkrankten Körperbereich kommen (sog. Sekunden-Phänomen nach Huneke).
Segmenttherapie und Störfeldtherapie
Die Neuraltherapie gliedert sich in zwei Hauptformen: die Segmenttherapie und die Störfeldtherapie. Bei der Neuraltherapie nach Huneke erfolgt sowohl eine Behandlung im Bereich der Beschwerden (Segmenttherapie), als auch sogenannter Störfelder, die durch Vermittlung des vegetativen Nervensystems eine Fernwirkung auf erkrankte Körperpartien haben.
Segmenttherapie
Viele Schmerzen oder Beschwerden entstehen lokal oder durch komplexe Zusammenhänge zwischen verschiedenen Körperregionen, die über Nervenbahnen miteinander in Verbindung stehen. In der Segmenttherapie werden kleinste Mengen des Lokalanästhetikums in Form sogenannter Quaddeln direkt in die Haut der betroffenen Region injiziert. Auch das sympathische und parasympathische Nervensystem im Segment wird beeinflusst und reguliert vegetative Funktionen wie Kreislauf, Verdauung oder Urogenitalfunktion. Auch wissenschaftlich mehren sich die Hinweise, dass diese lokale Anwendung von Lokalanästhetika weit über eine reine „Betäubung“ hinausgeht. So zeigen Vinyes, Muñoz-Sellart & Fischer (2023) in einer großen systematischen Übersichtsarbeit, dass niedrig dosierte Lokalanästhetika (z. B. Procain) bei chronischen Schmerzen, Entzündungsprozessen und weiteren funktionellen Störungen positive Effekte auf Schmerz, aber auch auf vegetative Regulation, Angst und Lebensqualität entfalten können.
Bei Segmenttherapie spritzt der Arzt oder die Ärztin oberflächlich unter die Haut (sog. Quaddeln) oder auch in tiefer liegende Gewebe (Infiltration). Dabei spritzt der Behandler direkt in die schmerzende Stelle oder in so genannte Reflexzonen. Das sind Hautabschnitte, die mit inneren Organen in Beziehung stehen. Durch die Spritze lässt die subjektive Schmerzempfindung oft direkt nach. Das verabreichte Mittel entfaltet nach ein- oder mehrmaliger Behandlung eine heilende Wirkung auf das innere Organ, welches dem entsprechenden Hautsegment zugeordnet ist.
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Störfeldtherapie
Der Begriff „Störfeld“ wurde erstmals in den 1930er-Jahren durch die Arztbrüder Dr. med. Dr. med. Walter Huneke geprägt, den Begründern der Neuraltherapie. In der Naturheilkunde versteht man unter einem Störfeld eine Körperregion oder ein Organ, das krankhaft verändert ist oder war und über seine Umgebung hinaus irgendwo im Körper andere Erkrankungen hervorruft oder unterhält. So kann z.B. eine chronische Mandelentzündung als Störfeld wirken und Gelenkbeschwerden hervorrufen. Typische Störfelder sind auch entzündete oder wurzeltote Zähne, die sich belastend auf Bewegungsapparat oder innere Organe auswirken können. Eine Narbe kann Akupunkturmeridiane (Energietransportwege) beeinträchtigen oder blockieren, so dass häufig im Verlauf des Meridians Beschwerden verursacht werden können. Ein Störfeld stresst den Körper dauernd, wodurch mit der Zeit die Abwehrkraft des Organismus erschöpft werden kann.
Aktuelle neurophysiologische Modelle stützen die Hypothese, dass chronisch irritierte afferente Nervenbahnen im Bereich des Hirnstamms auf andere, funktionell nicht direkt zusammenhängende efferente Bahnen übergreifen können. Störfelder wirken demnach vermutlich über neurovegetative, segmentale und zentralnervöse Mechanismen als chronische Reizquelle. Neuere Studien - insbesondere die Arbeiten von Prof. em. Dr. med. Diese Konzepte sind theoretisch gut begründbar, jedoch bislang klinisch schwer zu objektivieren. In der praktischen Anwendung werden neuromodulatorische Trigger diagnostisch durch Injektion getestet. Häufig sind mehrere Injektionen erforderlich, um die pathologische Reizweiterleitung nachhaltig zu unterbrechen.
Nervale Reizzustände (Störfelder), die außerhalb jeder segmentalen Ordnung liegen, können verschiedene Krankheiten auslösen und unterhalten. Mit z.B. Procain können solche Störfelder ausgeschaltet und damit therapieresistente Krankheiten geheilt werden . Schon Head und Mackenzee beobachteten, daß bei Erkrankungen der inneren Organe in bestimmten Haut und Unterhautregionen Veränderungen auftreten und folgerten daraus, daß eine nervale Wirkung zwischen inneren Organen und den dazu gehörenden Körperoberflächen bestehen muß. Sie entdeckten u.a. die sogenannten cutivisceralen Reflexbögen (Nerven-Verbindungen zwischen Haut und inneren Organen oder Muskeln), deren sich die Neuraltherapie wie auch andere Reflextherapien bedienen.
Typische Störfelder
Störfelder können überall entstehen. Typische Störfelder sind:
- Chronische Mandelentzündungen (auch operiert als Narbe)
- Nasennebenhöhlenentzündungen
- Entzündete oder wurzelbehandelte Zähne (sog. Zahnstörfeld)
- Prostata
- Gynäkologischer Raum
- Narben aller Art
Hierbei sind über 70 % aller Störherde im Kopfbereich zu finden, weshalb eine Behandlung insbesondere auf diese Region abzielt, oft fern von den eigentlichen Beschwerden. Durch Ausschalten eines Störfeldes mittels Lokalanästhesie wird die schädigende Wirkung auf die Regulationsfähigkeit des Organismus unterbrochen und ermöglicht somit die Ausheilung der Erkrankung. Besonders eindrucksvoll ist dieser Effekt als sog. Sekundenphänomen, in welchem die Heilung einer Fernstörung (z.B. Schmerz im Versorgungsgebiet der Trigeminus-äste) unmittelbar nach Injektion des Störfeldes eintritt.
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Diagnose von Störfeldern
Die Diagnose eines Störfeldes ist ein vielschichtiges Unterfangen. Ziel ist die Normalisierung pathologischer (krankheitsbedingter) Gewebeeigenschaften des Störfeldes durch selektive Reizlöschung mittels eines Lokalanästhetikums. Grundlage der Störfelddiagnostik ist eine erfolglose vorangegangene Segementdiagnostik. Hierbei handelt es sich um eine systematische Untersuchung des Patienten mit gezielter Applikation eines Lokalanästhetikums an den vermeintlichen Ort der Erkrankung zur Linderung der Schmerzen. Beim Applikationsort handelt es sich um das spinale Segment (Teil der Wirbelsäule, deren Nerven das betreffende Segment versorgen), das dem betroffenen Gewebe zugeordnet ist. In der Neuraltherapie nach Huneke geht die Segmentdiagnostik der Störfelddiagnostik voraus und bildet die Basis.
Ist eine Linderung der Schmerzen durch die Segmentdiagnostik nicht möglich, folgt die Sicherung der Diagnose des unbekannten Störfeldes durch das sogenannte Sekundenphänomen, das heißt durch die augenblickliche Unterbrechung des Schmerzimpulses durch die Lokalanästhesie. Der Injektionsort bzw. die Reihenfolge, in der die potenziellen Störfelder aufgesucht werden, beruht meist auf Erfahrungswerten. Die Wirkung des Sekundenphänomens ist durch ein längeres Sistieren der störfeldinduzierten Krankheit gekennzeichnet. Die Therapie des Störfeldes besteht in der Fortsetzung derselben Injektion, die zur Diagnosestellung geführt hat.
Neuraltherapie bei Trigeminusneuralgie
Die Neuraltherapie nach Huneke kann bei verschiedenen Erkrankungen eingesetzt werden, darunter auch bei der Trigeminusneuralgie. Die Trigeminusneuralgie ist eine Schmerzerkrankung des Gesichtsnervs (Nervus trigeminus), die sich durch heftige, blitzartige Schmerzen im Gesicht äußert.
Mögliche Anwendungsbereiche der Neuraltherapie
- Chronische Erkrankungen (z. B. Neuralgien/Nervenschmerzen; z. B. Trigeminusneuralgie (Schmerzen im Bereich des N. trigeminus))
- Ischialgie (Schmerzen im Bereich des N. ischiadicus)
- Verschiedene Schmerzzustände im Bereich der Gelenke (degenerative und entzündlichen Veränderungen), auch chronische Schmerzen, Rheuma
- Chronische Schmerzen
- Wirbelsäulenbeschwerden, auch chronische Schmerzen der Wirbelsäule
- Muskuläre Verkrampfungen und Verspannungen (Weichteilrheumatismus / Fibromyalgie)
- Phantomschmerzen
- Operationsfolgen
- Verletzungen und Verletzungsfolgen
- Kopfschmerzen und Migräne
- Erkrankungen der Augen und Ohren
- Störfelder (z.B. Zahnstörfeld, Narbenentstörung bei bestehenden Narbenstörfeldern) im Rahmen der Störfeldtherapie
- Chronische Mandelentzündungen, die ebenfalls als Störfeld wirken können
- Nasennebenhöhlenentzündungen (v.a. im Rahmen einer Störfeldtherapie)
- Herz-, Nieren- und Lungenerkrankungen
- Erkrankungen der Verdauungsorgane wie Verstopfung
- Unterleibskrankheiten (gynäkologische Leiden, Prostataerkrankungen)
- Blasenerkrankungen (z.B. Reizblase)
- Impotenz
- Venenerkrankungen
- Allergien (z.B. allergisches Asthma bronchiale, Neurodermitis)
- Erschöpfungszustände bis hin zum Burnout, Erschöpfung
- Abwehrschwäche
- Nervenerkrankungen
Der Stellatumblock bei Trigeminusneuralgie
Bei einer Patientin mit hartnäckiger Gesichtsschmerz-Erkrankung (Trigeminusneuralgie) brachte der Stellatumblock laut Lopes & Fischer (2023) schnelle und anhaltende Besserung. Innerhalb der Neuraltherapie nimmt das Sternenganglion eine besondere Stellung ein. Als zentraler Schaltpunkt im vegetativen Nervensystem kann seine gezielte Behandlung in vielen Fällen eine spürbare Regulation auslösen - insbesondere bei stress- und entzündungsbedingten Beschwerden. Das Sternenganglion, medizinisch Ganglion stellatum, ist ein wichtiger Nervenknoten im Halsbereich. Gerät dieses System aus dem Gleichgewicht - etwa durch chronischen Stress, Infektionen oder andere Belastungen - kann das zu anhaltenden Beschwerden führen. Hier setzt der sogenannte Stellatumblock an: eine gezielte Injektion an das Sternenganglion. Diese kurze Maßnahme kann überaktive Nervenimpulse beruhigen - und dem Körper helfen, sich neu zu regulieren.
Weitere Anwendungsbereiche des Stellatumblocks
Der Stellatumblock wird seit vielen Jahren erfolgreich in der Schmerztherapie eingesetzt. Er kann auch bei einer Vielzahl anderer Beschwerden hilfreich sein - vor allem dann, wenn das vegetative Nervensystem aus dem Gleichgewicht geraten ist.
- Chronische Nervenschmerzen (z. B. CRPS [engl. Complex Regional Pain Syndrome])
- Schlafstörungen, Hitzewallungen (z. B. in den Wechseljahren)
- Zytokin-Überreaktionen ("Zytokinsturm") bei Virusinfekten (z. B. COVID-19)
- Müdigkeit, Brain Fog, Konzentrationsprobleme, Schlafstörungen, Kreislaufprobleme (z. B. Long-COVID)
- Dysregulation zwischen Sympathikus und Parasympathikus (z. B. nach Infektionen)
- Allgemeine vegetative Fehlsteuerung nach Infektion oder Impfung
Aktuelle Studien zum Stellatumblock
- Eine aktuelle Fallstudie von Chevalier & Fischer (2025) beschreibt eine Patientin mit anhaltender supraventrikulärer Tachykardie (Herzrasen 170/min), die weder auf vagale Manöver noch auf Verapamil (Antiarrhythmikum) ansprach. Nach einem Stellatumblock mit Procain normalisierte sich der Herzrhythmus innerhalb einer Minute - und blieb über fünf Jahre stabil.
- Eine Studie von Fischer et al. (2021) zeigt, dass das autonome Nervensystem eine wichtige Rolle bei überschießenden Immunreaktionen (z. B. bei Covid-19) spielt. Ein Stellatumblock kann überaktive Entzündungsprozesse bremsen - und so z. B. bei Long-COVID helfen.
- In einer Fallstudie von Liu & Duricka (2021) besserten sich typische Long-COVID-Symptome wie Erschöpfung, Brain Fog und Kreislaufprobleme nach einem Stellatumblock deutlich.
Therapiedauer und Resultate
In der Regel sind mehrere Behandlungen in einem etwa 1-2 wöchentlichen Abstand erforderlich, vor allem zu Beginn der Therapie. Im weiteren Verlauf können die Abstände zwischen den Sitzungen in der Regel verlängert werden. Ohne diese Grundlagen bleibt die Methode oft auf oberflächliche Anwendungen beschränkt - etwa im naturheilkundlichen Bereich oder außerhalb des ärztlichen Kontexts, wo meist lediglich Quaddelungen (Injektionen in die Haut) durchgeführt werden. Einige Patient:innen berichten, dass solche Behandlungen kaum oder nicht die gewünschte Wirkung zeigten. Gerade bei chronischen und komplexeren Beschwerden liegt die besondere Stärke der Neuraltherapie. Hier sind gezielte, tiefere Injektionen an Strukturen des vegetativen Nervensystems entscheidend - etwa an Ganglien im Kopf-, Brust- oder Bauchraum, die eine zentrale Rolle in der vegetativen Steuerung des Körpers spielen.
Risiken und Nebenwirkungen
Bei der Neuraltherapie nach Huneke ist die Nebenwirkungsrate sehr gering. Über die Art und Häufigkeit möglicher Nebenwirkungen klärt Sie Ihr Arzt vor der neuraltherapeutischen Behandlung, in Abhängigkeit der bei Ihnen vorgesehenen Injektionen auf. Wie bei jedem medizinischen Verfahren im sensiblen Halsbereich erfordert die Durchführung besondere Sorgfalt - insbesondere aufgrund der Nähe zu wichtigen Nerven- und Gefäßstrukturen.
Die Bedeutung einer qualifizierten Behandlung
Der Begriff Neuraltherapie ist nicht geschützt. Daher ist es für den Patienten wichtig, auf eine entsprechende Ausbildung des neuraltherapierenden Arztes zu achten. Zertifizierte Neuraltherapeuten aus Ihrer Umgebung finden sie unter www.ignh.de. Meine Ausbildung habe ich bei der Internationalen medizinischen Gesellschaft für Neuraltherapie nach Huneke (IGNH) absolviert. Dank dieser Qualifikation kann ich auch tiefere Injektionstechniken fachgerecht anwenden - zum Beispiel im Bereich von Ganglien im Kopf-, Brust- oder Bauchraum. Damit Sie von der Neuraltherapie bestmöglich profitieren, bilde ich mich regelmäßig fort. Besonders schätze ich dabei den internationalen fachlichen Austausch in den Fortbildungen - etwa zu neuen Injektionstechniken oder klinischen Erfahrungen aus verschiedenen Ländern. Ich bin neuraltherapeutisch tätig in Freiburg im Breisgau und Basel und Mitglied sowohl in der IGNH (Internationale medizinische Gesellschaft für Neuraltherapie nach Huneke) als auch in der SANTH (Schweizerische Ärztegesellschaft für Neuraltherapie).
Wann ist die Neuraltherapie nach Huneke geeignet?
Die Neuraltherapie nach Huneke läßt sich beliebig mit jeder anderen Therapie kombinieren, auch wenn diese medikamentöser Art ist. Die Neuraltherapie nach Huneke zeigt jedoch auch, als allein angewandte Methode bereits eine klinische Wirksamkeit, welche wissenschaftlich auch durch die Aufarbeitung von Kasuistiken und retrospektiven Fallstudien mit insgesamt über 3’000 dokumentierten Patienten gezeigt werden konnte. Der therapeutische Einsatz der Neuraltherapie nach Huneke beschränkt sich nicht auf ein einzelnes Fachgebiet. Aufgrund der Tatsache, dass die Neuraltherapie nach Huneke direkt am vegetativen Nervensystem ansetzt, ist sie prinzipiell für alle funktionellen Störungen als Therapieoption geeignet. Eine notwendige Operation zum Beispiel kann sie verständlicherweise jedoch nicht erstzen. Prinzipiell ist sie bei allen Schmerzzuständen sehr erfolgreich, sei es am Bewegungsapparat, bei Nervenschmerzen, oder Schmerzen innerer Art. Vor allem aber auch Störungen von Körperfunktionen wie Schlafstörungen, Infektanfälligkeit oder hormonelle Störungen können gut durch die Neuraltherapie behandelt werden. Hierzu ist immer die ausführliche Beratung durch den erfahrenen Neuraltherapeuten erforderlich, der ein individuelles Behandlungskonzept erstellen kann.
Viele Patienten haben bereits vielfältige Therapien auch naturheilkundlicher Art versucht, um von ihren Beschwerden befreit zu werden. Häufig verspüren diese Patienten bei jeder neuen Therapie Anfangserfolge, die dann allerdings nur von kurzer Dauer sind. Aus neuraltherapeutischer Sicht weist dieses stark auf ein Störfeldgeschehen hin. Störfelder blockieren, d.h. verhindern sehr häufig harmonische, positive Reaktionen. Daher kann auch für Patienten mit chronischen Erkrankungen die neuraltherapeutische Störfeldsuche Erfolg haben.
Zusammenfassung
Die Neuraltherapie nach Huneke ist ein umfassendes, regulatives Therapieverfahren, das sowohl bei akuten als auch bei chronischen Erkrankungen eingesetzt werden kann. Durch die gezielte Anwendung von Lokalanästhetika werden gestörte Regelkreise im Körper wieder ins Gleichgewicht gebracht und die Selbstheilungskräfte aktiviert. Insbesondere bei der Behandlung von Schmerzen, einschließlich der Trigeminusneuralgie, kann die Neuraltherapie nach Huneke eine wertvolle Ergänzung oder Alternative zur Schulmedizin darstellen. Es ist jedoch wichtig, sich von einem qualifizierten und erfahrenen Therapeuten behandeln zu lassen, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen.
Die Störfelddiagnostik gehört zu den ausleitenden Naturheilverfahren und kann eine zusätzliche alternative Möglichkeit zur Schulmedizin darstellen. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil der Neuraltherapie nach Huneke. Dieser Einfluß auf die Regelkreise unseres Körpers erstreckt sich auf das nervale, hormonelle, muskuläre, zirkulatorische (Blutkreislauf) und das lymphatische System, ebenso auf Skelett und Stützapparat, Verdauungsund Ausscheidungsorgane. Das breitgefächerte Einsatzgebiet ermöglicht es dem Arzt regulatorisch auf funktionelle Schäden einzuwirken. Die Suche nach dem eigentlichen Störgeschehen kann durchaus 10-15 Behandlungssitzungen nötig machen, denn häufig gibt es zahlreiche Hinweise aus Krankengeschichte und Voruntersuchung der Patienten.
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