Jannetta-Operation bei Trigeminusneuralgie: Eine umfassende Übersicht

Die Trigeminusneuralgie ist eine äußerst schmerzhafte Erkrankung, die durch blitzartig einschießende, elektrisierende Schmerzen im Gesicht gekennzeichnet ist. Diese Schmerzen können bis zu hundert Mal täglich auftreten und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Glücklicherweise gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, darunter die von Prof. Dr. Peter Joseph Jannetta entwickelte Jannetta-Operation, auch bekannt als mikrovaskuläre Dekompression (MVD) des Nervus trigeminus.

Prof. Dr. Peter Joseph Jannetta: Ein Pionier der Neurochirurgie

Die Jannetta-Operation ist nach Prof. Dr. Peter Joseph Jannetta benannt, einem Pionier der Neurochirurgie. Er war einer der ersten Neurochirurgen, der neurovaskuläre Kompressionssyndrome am Hirnstamm beschrieb. Im Jahr 1966 führte Prof. Jannetta die erste mikrovaskuläre Dekompression durch. Seine Erkenntnisse und sein оперативный Ansatz haben die Behandlung der Trigeminusneuralgie revolutioniert.

Die Jannetta-Operation: Ein Überblick

Die Jannetta-Operation ist ein mikrochirurgischer Eingriff, der darauf abzielt, die Ursache der Trigeminusneuralgie zu beheben: einen Konflikt zwischen einem Blutgefäß und dem Trigeminusnerv. Bei vielen Patienten mit Trigeminusneuralgie drückt ein Blutgefäß, meist eine Arterie, pulsierend auf die Wurzel des Trigeminusnervs am Hirnstamm. Diese Kompression kann zu den charakteristischen Schmerzattacken führen.

Das Ziel der Operation

Das Ziel der Jannetta-Operation ist es, dieses Blutgefäß zu verlagern und so den Druck vom Trigeminusnerv zu nehmen. Dies wird in der Regel durch das Einfügen eines kleinen Stücks Kunststoff (z. B. Teflon-Watte) zwischen das Gefäß und den Nerv erreicht. Dieses Polster verhindert, dass das Gefäß in seine ursprüngliche Position zurückkehrt und den Nerv erneut komprimiert.

Der operative Eingriff

Die Jannetta-Operation wird minimalinvasiv durch eine kleine Schädelöffnung hinter dem Ohr durchgeführt. Mit Hilfe eines hochauflösenden Mikroskops kann der Neurochirurg den Nerv und die umliegenden Gefäße präzise darstellen und die Dekompression durchführen.

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Vorteile der Jannetta-Operation

Die Jannetta-Operation bietet mehrere Vorteile gegenüber anderen Behandlungsoptionen für Trigeminusneuralgie:

  • Kausale Therapie: Sie behandelt die Ursache der Erkrankung, nicht nur die Symptome.
  • Hohe Erfolgsrate: Bei vielen Patienten führt die Operation zu einer sofortigen und dauerhaften Schmerzbefreiung.
  • Langfristige Wirksamkeit: Studien haben gezeigt, dass die Erfolgsrate der Jannetta-Operation auch nach vielen Jahren noch hoch ist.
  • Geringes Komplikationsrisiko: In erfahrenen Händen ist die Jannetta-Operation ein sicherer Eingriff mit einem geringen Risiko für Komplikationen.
  • Möglichkeit der Wiederholung: Wenn die Schmerzen zurückkehren, kann die Operation in der Regel wiederholt werden.

Für wen ist die Jannetta-Operation geeignet?

Die Jannetta-Operation ist in erster Linie für Patienten mit klassischer Trigeminusneuralgie geeignet, bei denen ein Konflikt zwischen einem Blutgefäß und dem Trigeminusnerv nachgewiesen wurde. Sie kommt in Frage, wenn:

  • Medikamentöse Behandlungen nicht ausreichend wirken oder inakzeptable Nebenwirkungen verursachen.
  • Die Diagnose einer klassischen Trigeminusneuralgie durch bildgebende Verfahren (z. B. MRT) bestätigt wurde.
  • Der Patient in einem guten Allgemeinzustand ist und keine Kontraindikationen für eine Operation vorliegen.

Ablauf der Jannetta-Operation

Vor der Operation

Vor der Jannetta-Operation führt der Neurochirurg eine gründliche Untersuchung durch, um die Diagnose zu bestätigen und den Patienten über den Eingriff, die Risiken und die Erfolgsaussichten aufzuklären. Bildgebende Verfahren wie eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) werden eingesetzt, um den Nerv und die umliegenden Strukturen детально darzustellen und den Gefäß-Nerven-Konflikt zu lokalisieren.

Während der Operation

Die Jannetta-Operation wird in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt. Der Neurochirurg macht einen kleinen Hautschnitt hinter dem Ohr und öffnet den Schädelknochen, um Zugang zum Kleinhirnbrückenwinkel zu erhalten, wo sich der Trigeminusnerv befindet. Unter микроскопическим Sicht lokalisiert er den Gefäß-Nerven-Kontakt und verlagert das Blutgefäß vorsichtig vom Nerv weg. Anschließend wird ein kleines Stück Kunststoff zwischen Gefäß und Nerv platziert, um eine erneute Kompression zu verhindern.

Nach der Operation

Nach der Operation werden die Patienten in der Regel auf der Intensivstation überwacht. Eine eingehende Untersuchung (CT) wird durchgeführt, um den Erfolg der Operation zu bestätigen und mögliche Komplikationen wie Nachblutungen auszuschließen. In den meisten Fällen können die Patienten bereits nach wenigen Tagen das Krankenhaus verlassen.

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Risiken und Komplikationen

Wie bei jedem chirurgischen Eingriff birgt auch die Jannetta-Operation Risiken und mögliche Komplikationen. Diese sind jedoch selten und treten in erfahrenen Händen nur in wenigen Fällen auf. Zu den möglichen Risiken gehören:

  • Hörverlust oder Hörminderung: Dies ist eine der häufigsten Komplikationen, tritt aber selten auf (ca. 1,1 %).
  • Gesichtsnervenlähmung: Eine vorübergehende oder dauerhafte Schwäche der Gesichtsmuskulatur kann auftreten.
  • Gefühlsstörungen im Gesicht: Taubheitsgefühle oder Kribbeln im Gesicht können vorübergehend oder dauerhaft sein.
  • Liquorleckage: Austritt von Hirnwasser aus der Operationswunde.
  • Infektion: Eine Infektion der Operationswunde oder des Gehirns ist möglich, aber selten.
  • Schlaganfall: In sehr seltenen Fällen kann es zu einem Schlaganfall kommen.
  • Rezidiv der Schmerzen: Die Schmerzen können nach der Operation wiederkehren, was eine erneute Behandlung erforderlich machen kann.

Alternative Behandlungen

Neben der Jannetta-Operation gibt es noch weitere Behandlungsmöglichkeiten für Trigeminusneuralgie:

  • Medikamentöse Therapie: Antikonvulsiva wie Carbamazepin oder Oxcarbazepin können die Schmerzen lindern, haben aber oft Nebenwirkungen.
  • Perkutane Verfahren: Dazu gehören die Thermokoagulation, Glycerininjektion und Ballonkompression, bei denen der Nerv gezielt geschädigt wird, um die Schmerzübertragung zu unterbrechen.
  • Radiochirurgie: Die stereotaktische Bestrahlung (z. B. mit dem Gamma Knife oder CyberKnife) kann den Nerv schädigen und die Schmerzen lindern.
  • Nervenstimulation: Die elektrische Stimulation des Nervs kann die Schmerzimpulse übertönen.

Die Jannetta-Operation im Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen

An der Neurochirurgischen Klinik am Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen wird die Jannetta-Operation von einem erfahrenen Ärzteteam unter der Leitung von Chefarzt Prof. Dr. med. praktiziert. Die Klinik verfügt über eine moderne technische Ausstattung und eine langjährige Erfahrung in der Behandlung von Trigeminusneuralgie. Patienten aus dem Raum Siegen, Köln oder Bonn, die jahrelang unter den Schmerzen gelitten und bergeweise Schmerzmedikamente eingenommen haben, können nach einer Jannetta-Operation im Jung-Stilling Krankenhaus wieder ein schmerzfreies Leben führen. Die Erfahrung zeigt, dass rund 90 Prozent der Patienten "für immer" gesund werden.

Erfahrungsberichte von Patienten

Viele Patienten, die sich einer Jannetta-Operation unterzogen haben, berichten von einer deutlichen Verbesserung ihrer Lebensqualität. Sie sind schmerzfrei, können ihre Medikamente absetzen und wieder ein normales Leben führen. Einige Erfahrungsberichte:

  • Ein Patient, der jahrelang unter Trigeminusneuralgie litt, fand im Internet Prof. Dr. Feigl und reiste von Berlin nach Bamberg, um sich von ihm operieren zu lassen. Heute ist er schmerzfrei und kann endlich wieder Lebensqualität genießen.
  • Ein anderer Patient hatte von Anfang an vollstes Vertrauen zu Herrn Prof. Feigl und ließ sich bedenkenlos an seinem Kopf operieren. Nach der Operation war er sofort schmerzfrei und konnte wieder Zähne putzen, ohne Schmerzen zu haben.
  • Ein Patient, der über Jahre Gesichtsschmerzen hatte und im Sommer eine massive Trigeminusneuralgie entwickelte, wurde von Herrn Prof. Feigl operiert und ist seitdem schmerzfrei.

Fazit

Die Jannetta-Operation ist eine effektive und nachhaltige Behandlungsmöglichkeit für Trigeminusneuralgie. Sie kann Patienten von ihren oft unerträglichen Schmerzen befreien und ihnen ein neues Lebensgefühl schenken. Voraussetzung für den Erfolg ist die Erfahrung der Neurochirurgen und eine sorgfältige Abklärung der Ursache der Trigeminusneuralgie. Patienten, die unter Trigeminusneuralgie leiden und für die medikamentöse Behandlungen nicht ausreichend wirken, sollten sich von einem erfahrenen Neurochirurgen über die Möglichkeiten der Jannetta-Operation beraten lassen.

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