Migräne und Ernährung: Die Rolle von Lebensmitteln als Trigger

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende, starke Kopfschmerzen gekennzeichnet ist. Diese können von Symptomen wie Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit begleitet sein und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Obwohl die genauen Ursachen von Migräne noch nicht vollständig geklärt sind, deuten aktuelle Forschungsergebnisse darauf hin, dass die Ernährung eine wichtige Rolle bei der Auslösung und Bewältigung von Migräneanfällen spielen kann. Dieser Artikel beleuchtet die komplexe Beziehung zwischen Migräne und Ernährung, untersucht potenzielle Trigger und gibt Empfehlungen für eine angepasste Ernährungsweise.

Ernährung und Migräne: Eine umstrittene Beziehung

Die Bedeutung der Ernährung in der Entstehung und Behandlung von Migräne und Kopfschmerzerkrankungen ist umstritten. Nach derzeitigem Wissensstand lassen sich keine allgemeingültigen Ernährungsempfehlungen für Migränepatienten begründen. Viele Betroffene haben jedoch den Eindruck, dass bestimmte Lebensmittel als sogenannte Trigger wirken und die Migräneattacke direkt auslösen können.

Die Wissenschaft konnte bisher das Konzept von einzelnen Triggern als Lebensmitteln nicht bestätigen und zeigt eher, dass es diese nicht oder nur selten gibt. Betroffene, die konsequent Schokolade weglassen, haben oft dennoch weiterhin Migräne. Das liegt daran, dass die Heißhungerattacke, auf die dann die Schokolade folgt, bereits Zeichen einer begonnen Migräneattacken ist. Bei Rotwein ist das anders, hier konnte bei betroffenen Personen nachgewiesen werden, dass Rotwein als Trigger wirkt. Ebenso bei histaminreichen Lebensmitteln. Aber beides ist sehr selten und trifft auf die meisten nicht zu.

Mögliche Mechanismen der Kopfschmerzauslösenden Wirkung von Ernährung

Die aktuelle Studienlage hat eine Reihe von möglichen Mechanismen identifiziert, die die kopfschmerzauslösende Wirkung der Ernährung erklären könnten. Diese beziehen sich insbesondere auf die Auswirkung bestimmter Nahrungsbestandteile und Substanzen, auf Neuropeptide, Ionenkanäle und Rezeptoren sowie der Freisetzung von Stickstoffmonoxid, der Aktivierung des sympathischen Nervensystems, Gefäßerweiterungen und Veränderungen im zerebralen Glukosestoffwechsel. Der direkte Einfluss von Nahrungskomponenten lässt sich jedoch nur schwer abgrenzen.

Ernährungsempfehlungen und -strategien bei Migräne

Auch Dauer und Häufigkeit der Kopfschmerzen, welche in den meisten Fällen auf einer Kopfhälfte spürbar sind, variieren von Betroffenem zu Betroffenem. Häufig kommen weitere Symptome zu den Schmerzen dazu, die sich im Verlauf der Migräneattacke ändern oder sogar zeitgleich auftreten können. Der Zustand kann bis zu 72 Stunden anhalten. Bis heute sind für Migräne keine eindeutigen Ursachen erforscht. Als Auslöser werden Stress, hormonelle Störungen, ein gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus aber auch bestimmte Nahrungsmittel diskutiert, wissenschaftlich belegt ist aber keine dieser Kopfschmerzen. Ursachen sind dabei meistens nicht auf einen Faktor zurückzuführen. Denn Migräne schlägt gerne zu, wenn mehrere ungünstige Faktoren aufeinandertreffen - und kann dadurch die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen. Gemeinsam mit einem Arzt kann es leichter fallen, einen individuellen Weg zu finden, mit Migräne umzugehen.

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Ausgewogene Ernährung als Basis

Eine ausgewogene Ernährung ist für die allgemeine Gesundheit von entscheidender Bedeutung und kann die Behandlung von Migräne beeinflussen. Eine nährstoffreiche Ernährung versorgt den Körper mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen, die eine optimale Gehirnfunktion unterstützen und das Migränerisiko verringern.

Omega-3-Fettsäuren

Einige Studien deuten darauf hin, dass eine Ernährung, die reich an Omega-3-Fettsäuren ist, wie sie in fettem Fisch, Leinsamen und Walnüssen vorkommen, dazu beitragen kann, Entzündungen zu reduzieren und Migräne zu lindern.

Flüssigkeitszufuhr

Dehydrierung wurde bei einigen Personen als möglicher Auslöser für Migräne identifiziert. Daher ist die Aufrechterhaltung einer angemessenen Flüssigkeitszufuhr für den Umgang mit Migräne unerlässlich. Wer über den Tag verteilt ausreichend Wasser trinkt, kann einer Dehydrierung vorbeugen und möglicherweise die Häufigkeit und Intensität von Migräneanfällen verringern. Der individuelle Wasserbedarf kann je nach Aktivitätsniveau, Klima und allgemeinem Gesundheitszustand variieren. Neben Wasser können auch Kräutertees und feuchtigkeitsspendende Lebensmittel wie Obst und Gemüse zur allgemeinen Flüssigkeitszufuhr beitragen.

Stabil-glykämische Diät

Jüngste Forschungsergebnisse zeigen, dass eine stabil-glykämische Diät eine vielversprechende prophylaktische Maßnahme gegen Migräne ist und ihre Wirksamkeit durch einen personalisierten Ansatz weiter verbessert werden kann. Individuelle Unterschiede im Stoffwechsel, in der Empfindlichkeit gegenüber Nahrungsmitteln und im allgemeinen Gesundheitszustand können die Auswirkungen der Ernährungsweise auf die Migränebehandlung beeinflussen. Ein personalisierter Ansatz für eine stabil-glykämische Ernährung berücksichtigt Faktoren wie genetische Variationen, Darmgesundheit und Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Durch die Berücksichtigung dieser individuellen Aspekte kann der Ernährungsplan genauer auf bestimmte Auslöser und Nährstoffanforderungen zugeschnitten werden. Studien haben gezeigt, dass personalisierte Ernährungsmaßnahmen im Vergleich zu allgemeinen Empfehlungen zu besseren Ergebnissen führen.

Vermeidung von Fastenperioden

Migräne-Attacken können durch Fastenperioden ausgelöst oder auch verstärkt werden. Das zeigte sich bei Muslimen mit Migräne während des Fastenmonats Ramadan. Laut ihrer Kopfschmerztagebücher waren Häufigkeit und Intensität der Migräne-Episoden höher. Eine frühere Studie zeigte bereits, dass die Serotoninspiegel im Serum der TeilnehmerInnen in den ersten gegenüber den letzten Fastentagen signifikant niedriger waren.

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Ketogene Diät (KD)

Die ketogene Diät (KD) wird bereits seit den 1930er Jahren intensiv erforscht und stellt eine etablierte Maßnahme in der Therapie der Epilepsie bei Kindern dar. Die klassische KD sieht ein Verhältnis der Hauptnährstoffe von 4 Teilen Fett zu 1 Teil Kohlenhydrat und Eiweiß vor. In der Regel beschränkt sich die tägliche Aufnahme von Kohlenhydraten je nach Form auf 20-50 Gramm. Um einen therapeutischen Erfolg erzielen zu können, muss die Diät streng und über einen längeren Zeitraum eingehalten werden. Dies setzt eine hohe Akzeptanz und ein intensives Mitwirken aller Beteiligten voraus. Klinische Daten weisen darauf hin, dass die fettreiche und extrem kohlenhydratreduzierte Ernährungsform sich in vielerlei Hinsicht positiv auf das Krankheitsgeschehen der Migräne auswirkt. Nach dem ersten Monat konnte neben einer Gewichtsreduktion eine deutliche Verringerung der Kopfschmerzhäufigkeit und der Medikamenteneinnahme festgestellt werden.

Oligoantigene Diät

Die oligoantigene Diät hat sich in einigen Studien als hilfreicher Behandlungsansatz in der Therapie von Migräne, ADHS und Epilepsie erwiesen. In einer doppelblinden Untersuchung konnte durch die Ernährungsumstellung bei 93 % der untersuchten Kinder eine Kopfschmerzreduktion erzielt werden. Darüber hinaus besserten sich während dieser Zeit auch andere Symptome wie Bauchschmerzen, Verhaltensstörungen, Asthma und Ekzeme. Dabei war der Effekt nach 16 Wochen am stärksten ausgeprägt, wenn die Zufuhr an Omega-3-Fettsäuren (z. B. Leinöl, Lachs) zu- und diejenige an Omega-6-Fettsäuren (z. B. Schweinefleisch, tierische Fette, Innereien, Soja-/Maiskeimöl) abnahm. Ein messbarer, aber geringerer Effekt trat auf, wenn nur der Verzehr an Omega-3-Fettsäuren stieg, derjenige an Omega-6-Fettsäuren aber konstant blieb. Die Anzahl der Kopfschmerztage reduzierte sich um 2 bis 4 Tage; auch die Anzahl der Kopfschmerzstunden nahm ab. Einige konnten die Anzahl der eingenommenen Kopfschmerztabletten reduzieren. In einer weiteren Studie verminderte die Zufuhr an Omega-3-Fettsäuren mit bzw. ohne reduzierte Zufuhr an Linolsäure die täglichen Kopfschmerzstunden (-1,7 h bzw. -1,3 h) sowie die Anzahl der monatlichen Schmerztage (-4 bzw. -2 Tage). Verantwortlich könnte die veränderte Bildung bioaktiver Mediatoren im Serum sein, die möglicherweise an der Entstehung von Kopfschmerzen und Migräne beteiligt sind.

Mikronährstoffe

In Studien wurde gezeigt, dass Migränepatienten verminderte Konzentrationen der Mikronährstoffe Riboflavin (Vitamin B2), Magnesium und Coenzym Q10 aufweisen. Die Mikronährstoffe spielen eine wichtige Rolle bei der Energieerzeugung in den Mitochondrien und sind an zahlreichen physiologischen Prozessen beteiligt, die das Krankheitsgeschehen der Migräne beeinflussen. Menschen, die an Migräne leiden nehmen im Vergleich zu Nicht-Migränikern weniger Folat über die Nahrung auf. Neben Vitamin B12 ist Folat ein wichtiger Kofaktor für Enzyme wie die Methylentetrahydrofolat-Reduktase (MTHFR), die eine wesentliche Rolle im Homocystein-stoffwechsel spielen. Spezifische Mutationen im MTHFR-Gen wurden mit einer erhöhten Prävalenz von Migräne assoziiert. Zudem zeigen Studien, dass Migränepatienten (v.a. Erhöhte Homocysteinspiegel infolge folatarmer Ernährung können zu Gefäßverengungen sowie zur Aktivierung der Blutgerinnung und damit einem erhöhten Thromboserisiko führen und bei Personen mit bestimmten Genotypen des MTHFR-Gens Kopfschmerzen hervorrufen. Studien zeigen, dass eine Supplementierung von 25 mg Vitamin B6 und 400 μg Vitamin B12 sowie 2 mg Folsäure die Schwere der Kopfschmerzen bei Personen mit Migräne mit Aura deutlich verringern kann. Die beobachteten Effekte waren am stärksten ausgeprägt bei Personen mit bestimmten Mutationen im MTHFR-Gen.

Fettarme Diät

Die Wirksamkeit einer fettarmen Diät in der Behandlung einer Migräne wurde bisher jedoch nicht durch doppelblinde kontrollierte Studien überprüft. In einer Studie mit 54 Migränepatienten wurde gezeigt, dass sich die Häufigkeit, die Intensität sowie die Dauer der Attacken im Rahmen einer 12-wöchigen fettarmen Diät signifikant verbesserten. Im Rahmen der Studie wurde die tägliche Gesamtfettaufnahme um 58 Prozent auf durchschnittlich 27,8 g reduziert. Die Aufnahme mehrfach ungesättigter und gesättigter Fette sowie Ölsäure wurde jeweils um durchschnittlich 63 Prozent reduziert. Eine weitere Studie zeigte ähnliche Ergebnisse. Auch hier wurde unter der fettarmen Diät eine Reduktion der Anfallshäufigkeit und -intensität beobachtet. Die Gesamtfettaufnahme wurde im Interventionszeitraum von 35 % auf 23 % reduziert.

Potentielle Trigger-Lebensmittel bei Migräne

Etwa 12-60 % der Migränepatienten berichten, dass bestimmte Nahrungsmittel, Inhaltsstoffe und Getränke einen Migräneanfall auslösen können. Die spezifischen Mechanismen, mit denen diese Lebensmittel einen Angriff hervorrufen können, sind bisher jedoch unzureichend verstanden. Es ist zudem bekannt, dass durch den Konsum oder den plötzlichen Entzug bestimmter Substanzen wie beispielsweise Koffein oder Alkohol ebenfalls Kopfschmerzen ausgelöst werden können.

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Generell gilt, dass eine Umstellung der Ernährung nur dann sinnvoll ist, wenn bestimmte Nahrungsmittel eindeutig als Auslöser identifiziert wurden. Es ist zu beachten, dass nicht alle Trigger bei jedem Betroffenen zutreffen. Stark tyramin- und histaminhaltigen Lebensmittel wird nachgesagt, dass sie Migräneattacken auslösen können. Demnach sollten Sie - wenn diese Lebensmittel bei Ihnen zu den auslösenden Faktoren zählen -vor allem lang gelagerte oder gereifte Speisen, wie beispielsweise Käse, Salami und Schinken oder Sauerkraut, vermeiden. Gleiches gilt für Getränke wie Sekt, Wein oder Bier. Auch Koffein, bestimmte Eiweißstoffe in Milchprodukten, Konservierungsstoffe in Fertiggerichten oder der Geschmacksverstärker Glutamat konnten in Zusammenhang mit Migräneattacken gebracht werden. Nicht nur bestimmte Lebensmittel spielen eine Rolle. Bei Migräne sollte auch auf die Zubereitung, die Menge sowie die Tageszeit der Aufnahme und die sonstige körperliche Verfassung geachtet werden. Nur, weil man Käse verträgt, heißt das noch nicht, dass die individuelle Schwelle für Migräne in Verbindung mit einem weiteren Nahrungsmittel ebenso unter der Toleranzgrenze bleibt.

Glutamat

Der in zahlreichen Fertigprodukten, Fertigsaucen und -dressings sowie Gewürzsalzen und Konserven zum Einsatz kommende Geschmacksverstärker gilt als möglicher Auslöser für Kopfschmerzen und einer Reihe anderer Beschwerden. Die Daten zur Rolle von Glutamat als Kopfschmerztrigger zeigen unterschiedliche Ergebnisse. In älteren Studien gaben 5-13 % der Migränepatienten den Stoff als möglichen Trigger an. In Fallstudien aus den 1990er Jahren wurde eine Reduzierung der Kopfschmerzhäufigkeit durch eine restriktive Natriumglutamat-freie Diät gezeigt. In einer aktuelleren systematischen Überprüfung randomisierter placebokontrollierter Studien fanden sich nur wenige Hinweise, dass Mononatriumglutamat als zugefügter Nahrungsbestandteil Kopfschmerzen provoziert.

Alkohol

Zahlreiche Publikationen belegen, dass Alkohol den bedeutendsten alimentären Kopfschmerztrigger darstellt. Die pathophysiologischen Zusammenhänge der Kopfschmerztriggerung durch Alkohol sind bisher unzureichend geklärt. Der Gehalt an Flavonoiden (z.B. Anthocyanine, Catechine) in Rot- und Weißweinen variiert stark. Rotweine enthalten bis zu 1200 mg/l, während Weißweine meist nicht mehr als 50 mg/l enthalten. Es wird angenommen, dass die Flavonoide im Rotwein möglicherweise die Thrombozyten-Phenolsulphotransferase P und in geringerem Maß die Thrombozyten-Phenolsulphotransferase M hemmen und direkten Einfluss auf die Blutgefäße haben. Zwar wird Ethanol (Äthylalkohol) im Zusammenhang mit der kopfschmerzauslösenden Wirkung bei Migräne in Verbindung gebracht, jedoch wurde dessen Bedeutung im Rahmen einer Studie mit 19 Migränepatienten relativiert. Alkoholbedingter Kopfschmerz ist typischerweise beidseitig lokalisiert, pulsierend, löst sich innerhalb von 72 Stunden spontan und wird durch körperliche Aktivität verstärkt. Die Häufigkeit, mit der Migränepatienten Alkohol als möglichen Triggerfaktorangeben, schwankt erheblich und scheint sowohl von der individuellen Verträglichkeit, der Art des alkoholischen Getränkes sowie der Kopfschmerzform abhängig zu sein. In einer epidemiologischen Studie gaben etwa 28 % der Patienten mit Migräne ohne Aura vor allem Wein, Bier und Spirituosen als Kopfschmerztrigger an, während es bei den Patienten mit Migräne mit Aura nur 8 % waren. Eine Studie zeigte, dass bei mehr als 10 % der Migränepatienten durch den Konsum von Rotwein Kopfschmerzen ausgelöst wurden, nicht jedoch durch den Konsum von Weißwein.

Künstliche Süßstoffe

Bei den alimentären Triggerfaktoren sind eine Reihe von Inhaltsstoffen zu nennen, die zwar nicht bei allen Migränepatienten Probleme verursachen, aber bei empfindlichen Patienten eine Migräneattacke begünstigen können - insbesondere dann, wenn weitere Störfaktoren vorliegen. künstliche Süßstoffe (z.B. Die Studienlage zu Aspartam und Migräne ist nicht eindeutig. Zudem stützen sich die bisherigen Ergebnisse auf Studien, die zum Teil mehr als 30 Jahre zurückliegen. Neue Studien fehlen. Anzumerken ist zudem, dass die in den meisten Studien verwendeten Dosierungen zum Teil realtiv hoch sind (z.B. In einer Studie mit einer geringeren Dosis (10 mg/ kg) zeigten sich im Vergleich zur Placebogruppe keine Unterschiede hinsichtlich dem Auftreten von Kopfschmerzen. Eine Studie aus dem Jahr 1989 untersuchte die Auswirkungen von Aspartam, in dem Tagesdosen von 75 mg/ kg Körpergewicht verabreicht wurden. Anders als Aspartam gilt Sucralose nicht als Migräne-Trigger.

Nitrate und Nitrite

Nitrate und Nitrite kommen als Konservierungsmittel vor allem in verarbeiteten Fleischwaren wie Speck, Salami, Wurst oder Schinken sowie Fertigprodukten und geräuchertem Fisch zum Einsatz. Stickstoffmonoxid (NO) ist ein ubiquitäres Molekül. Es wird aus L-Arginin gebildet und zu Nitraten sowie Nitriten abgebaut. Die sogenannten NO-Donatoren (z.B. Es handelt sich dabei um einen vaskulär vermittelten Schmerz. Eine Reihe von Studien belegen die Bedeutung von NO in der Pathogenese primärer Kopfschmerzerkrankungen wie der Migräne. Zwar sind die NO-Donator-Kopfschmerzen durch Medikamente wie Nitroglycerin experimentell gut untersucht, die Bedeutung der über die Nahrung aufgenommenen Nitrate bzw. Nitrite wurden erstmals aufgrund eines Fallberichtes aus den 1970er Jahren als möglicher Migräneauslöser identifiziert. Es existieren jedoch wenige Berichte aus jüngerer Zeit, die zeigen, dass Nitrite Kopfschmerzen bzw. Migräne auslösen. Inzwischen ist bekannt, dass alimentäre Nitrite und Nitrate an der Regulation der Stickoxid-Hämostase beteiligt sind. Es wurde gezeigt, dass der Plasma-Nitrit-Spiegel von Patienten mit Migräne mit und ohne Aura in Remission im Vergleich zur Kontrollgruppe deutlich erhöht ist.

Koffein

Koffein wird vor allem über Kaffee, Tee und koffeinhaltige Limonaden sowie Erfrischungsgetränke aufgenommen. Doch auch in der Behandlung von Migräneattacken kommen Koffein-haltige Medikamente zum Einsatz, da diese nachweislich die Wirkung verbessern. Höhere Dosierungen (>300-400 mg/ Tag) können vor allem bei Männern Angst und Panikstörungen hervorrufen. Genetische Polymorphismen der Adenosin-A2A-Rezeptoren können die Anfälligkeit für die Nebenwirkungen von Koffein wie Schlaflosigkeit oder Angst beeinflussen. Bekannt ist zudem, dass eine unregelmäßige Koffeinzufuhr - nicht nur bei Migränepatienten - Kopfschmerzen verursachen kann. Der sogenannte Koffein-Entzugs-Kopfschmerz entwickelt sich innerhalb von 24 Stunden, wenn die über mindestens 2 Wochen andauernde regelmäßige Aufnahme von 200 mg Koffein am Tag unterbrochen wird. In der Regel löst sich der Kopfschmerz innerhalb von einer Stunde, wenn mindestens 100 mg Koffein aufgenommen werden oder klingt bei ausbleibender Koffeinzufuhr spontan innerhalb von sieben Tagen ab. Zu der Beziehung zwischen Migräne und Koffeinkonsum existieren unterschiedliche Ergebnisse. Zwar haben die meisten Studien eine höhere Prävalenz von Kopfschmerzen, Migräne und chronischen Kopfschmerzen durch erhöhten Koffeinkonsum berichtet, andere Studien hingegen bestätigten diesen Zusammenhang nicht. Gemäß den Ergebnissen einer epidemiologischen Studie können koffeinhaltige Arzneimittel und Getränke das Risiko, einen chronischen Kopfschmerz zu entwickeln, mäßig erhöhen. Zwei Studien untersuchten zudem die Auswirkungen eines Koffeinentzugs auf Patienten mit Kopfschmerz-erkrankungen.

Individuelle Trigger identifizieren und Ernährungstagebuch führen

Um deine individuellen Trigger herauszufinden, solltest du Nahrungsmittel ausprobieren und dich selbst beobachten. Pauschal bestimmte Lebensmittel zu meiden, die möglicherweise Migräne auslösen könnten, schränkt dein Leben unnötig ein. Wichtig zu wissen: Zwischen dem Verzehr eines Lebensmittels und dem Auftreten einer Migräneattacke können mehrere Stunden liegen. Außerdem sind Lebensmittel oft dann ein Auslöser, wenn sie in Kombination mit anderen Triggern auftreten. Daher kannst du alles essen und trinken, was nicht eindeutig durch dein Kopfschmerztagebuch als Auslöser identifiziert wurde. Eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung mit vielen frischen Zutaten ist jedenfalls eine gute Wahl - und macht mehr Spaß!

Für die Prävention und Behandlung von Migräne ist ein individueller und ganzheitlicher Ansatz entscheidend. Dazu gehören:

  • Aufmerksamkeit für deine persönlichen Auslöser, die du mithilfe eines Migränetagebuches herausfinden kannst.
  • Eine vollwertige Ernährung ohne Nährstoffmangel. Hierzu gehören frisches Obst, Gemüse und möglichst frisch zubereitete Gerichte.
  • Fertigprodukte meiden und möglichst Produkte ohne Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker bevorzugen.
  • Regelmäßig und in Ruhe essen. Circa 2,5 Stunden vor dem Schlafengehen solltest du das letzte Mal etwas essen.
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Das bedeutet mindestens 1,5 Liter pro Tag, am besten eignen sich Wasser, Kräuter- oder Ingwertee.
  • Ein ausgewogener Lebensstil. Ein geregelter Tagesablauf, Ausdauersportarten, wie beispielsweise Joggen, gezielte Entspannungsmethoden wie progressive Muskelentspannung und vollwertige Ernährung können sich günstig auf Migräne auswirken.

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