Der Zusammenhang zwischen niedrigem Blutzucker und Migräne

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, von der Millionen Menschen betroffen sind. Sie zeichnet sich durch periodisch auftretende, halbseitige Kopfschmerzen aus, die von Symptomen wie Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Übelkeit, Erbrechen und Auren begleitet sein können. Obwohl die genauen Ursachen von Migräne noch nicht vollständig geklärt sind, sind bestimmte Faktoren bekannt, die Migräneattacken wahrscheinlicher machen oder sogar auslösen können. Dazu gehören auch Schwankungen des Blutzuckerspiegels.

Histamin, Schlaf-Wach-Regulation und Migräne

Histamin spielt eine zentrale Rolle für die Schlaf-Wach-Regulation unseres Körpers. Es wird vermehrt während der Wachphasen ausgeschüttet. Histaminreiche Lebensmittel wie Rotwein, Schokolade, Käse, Bananen und Erdbeeren können Migräneanfälle auslösen. Histamin stellt laut verschiedenen Studien einen ziemlich gesicherten Auslöser für Migräneanfälle dar. Ausgelöst werden die Anfälle durch einen H1-Rezeptor-Mechanismus, der wahrscheinlich extrazerebral (außerhalb des Gehirns) wirkt. Eine weitere Studie hat gezeigt, dass durch eine strikte histaminarme Diät in Verbindung mit der Einnahme des Enzyms DAO vor einer Mahlzeit bei rund 80% der Studienteilnehmer die Migräne deutlich vermindert werden konnten. Chronische Migränepatienten, die zudem auch unter Magen-Darm-Beschwerden leiden, weisen häufig einen DAO-Mangel auf. Das Enzym DAO ist im Dünndarm für den Abbau von Histamin verantwortlich. Ein Mangel an DAO kann zu histaminbedingten Symptomen wie auch die Migräne führen.

Weitere Ursachen von Migräneanfällen

Neben Histamin gibt es noch weitere Faktoren, die Migräneanfälle auslösen können:

Serotoninmangel

Es gilt als gesichert, dass es bei einem Migräneanfall zu einem Serotoninmangel kommt. Bei einem Migräneanfall produzieren die Nervenzellen eine Überdosis von Botenstoffen, u.a. auch Serotonin. Ein erhöhter Serotoninspiegel führt nun dazu, dass sich die Adern im Gehirn verengen und Entzündungsprozesse gehemmt werden. Als Reaktion darauf, baut der Körper nun Serotonin in großen Mengen wieder ab, so dass es zu einem Mangel kommt. Die Hirnhautgefäße weiten sich also und werden so durchlässig für gewebsfeindliche Stoffe. Somit entstehen kleine Entzündungen im Gehirn, die den typisch pochenden Kopfschmerz bei Migräne verursachen. Aber auch die Begleitsymptome wie Müdigkeit, Gereiztheit und ein gesteigertes Schmerzempfinden sind typische Symptome eines Serotoninmangels.

Mangel an Magnesium

Auch ein Magnesiummangel kann ein Auslöser für Migräne sein. In Studien wurde gezeigt, dass eine Magnesiumzufuhr von 500-600 mg pro Tag eine präventive Wirkung hat. Die Migräne trat weniger auf und auch die Schmerzempfindlichkeit ging zurück. Gerade bei Kindern zwischen 5 und 16 Jahren zeigte sich die schützende Wirkung von Magnesium am stärksten.

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Mangel an Q10

Q10 scheint auch eine tragende Rolle für die Gefäßaktivität und die Energiebereitstellung der Zellen in Zusammenhang mit einer Migräne zu spielen. Betroffene leiden häufiger an einem Q10 Mangel. Eine Gabe von 200 mg Q10 täglich, hat sich in der Praxis als positiv bewährt.

Überschuss an Noradrenalin

Es wurden erhöhte Noradrenalin Werte kurz vor einer Migräneattacke festgestellt. Noradrenalin ist ebenfalls ein Neurotransmitter im Nervensystem, der die Bereitstellung von Energie im Körper anregt und die Reaktionskette der Stresshormone steuert. Noradrenalin wird im Körper bei Stress, Flüssigkeitsmangel und bei Schwankungen im Blutzuckerspiegel ausgeschüttet. Dadurch können Migräneanfälle getriggert werden.

Hormonelle Störungen

Oft leiden Frauen vor ihrer Periode an Migränebeschwerden. Hier spielen die weiblichen Hormone Progesteron und Östrogen eine entscheidende Rolle. Interessant zu wissen ist, dass die Konzentration von Serotonin im Blut mit dem weiblichen Zyklus schwankt, da Östrogen den Serotoninspiegel beeinflusst. Sinkt der Östrogenspiegel ab, dann verändert sich ebenso der Serotoninspiegel. Diese Schwankungen können auch zu Migräneanfällen führen. Auch gibt es Hinweise darauf, dass die weiblichen Geschlechtshormone die Verarbeitung schmerzhafter Reize im Gehirn beeinflussen. Insbesondere ein Progesteronmangel scheint in den Tagen vor dem Einsetzen der Regel eine zyklusbedingte Migräne zu begünstigen.

Starke Blutzuckerschwankungen

Neuere Studien zeigen, dass der Zuckerstoffwechsel eine tragende Rolle bei der Entstehung von Migräne spielen kann. In den Studien wurden Zusammenhänge zwischen einer Insulinresistenz, hohen Blutzucker- und Insulinspiegeln sowie der Migräne festgestellt. Besonders starke Blutzuckerschwankungen nach dem Essen können daher Migräneanfälle auslösen. Jegliche Maßnahmen, die den Blutzuckerspiegel stabilisieren, sollten daher in der Therapie berücksichtigt werden. Feste Essenszeiten und eine regelmäßige Nahrungsaufnahme sind daher ratsam. Eine weitere Studie hat ebenfalls gezeigt, dass eine niedrig-glykämische Ernährungsweise Migräneanfälle vorbeugend verhindern kann. Der glykämische Index / die glykämische Last beschreiben beide die Wirkung eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels auf den Blutzuckerspiegel.

Weitere Migränetrigger

Trigger, die eine Migräne auslösen können, sind immer individuell und oft sehr unterschiedlich.

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Detaillierte Betrachtung des Zusammenhangs zwischen Blutzucker und Migräne

Die Rolle des Glukosestoffwechsels

Neuere Studien zeigen, dass der Zuckerstoffwechsel eine bedeutende Rolle bei der Entstehung von Migräne-Attacken spielt. Es wurden Zusammenhänge zwischen Insulinresistenz, hohen Blutzucker- und Insulinspiegeln und Migräne festgestellt. Besonders stark schwankende Blutzuckerreaktionen nach dem Essen können auf mehreren Ebenen Migräneanfälle fördern. Maßnahmen, die eine Stabilisierung des Energiestoffwechsels als Ziel haben, sollten daher primär als Therapie im Mittelpunkt stehen.

Blutzucker und Migräne: Ein komplexes Zusammenspiel

Die potentiellen Blutzucker-bedingten Einflussfaktoren auf Migräne sind relativ komplex. Starke Blutzuckerschwankungen mit sehr hohen und sehr niedrigen Blutzuckerspiegeln wirken höchstwahrscheinlich auf drei unterschiedlichen Ebenen Migräne-fördernd:

  1. Unterzuckerung: Energiedefizit im Gehirn kann Migräneanfälle auslösen: Nach bestimmten Lebensmitteln und Mahlzeiten kann es zu einem besonders starken Anstieg des Blutzuckers kommen. Infolgedessen schüttet die Bauchspeicheldrüse eine große Menge Insulin aus, um den Zucker (Glukose) in die Zellen zu schleusen. Durch die großen Mengen Insulin im Blut kann es im Anschluss zu einer reaktiven Unterzuckerung, d.h. zu einem Blutzuckerabfall kommen. Diese reaktive Unterzuckerung kann zu einem Glukose- bzw. Energiedefizit im Gehirn führen, welches eine Migräneattacke auslösen kann. Die Attacke wirkt in dem Moment wie ein Schutzmechanismus des Gehirns, welcher den Körper in einen Energiesparmodus zwingt und Rückzug und Ruhe einfordert. Wie hoch der Blutzucker steigt und anschließend fällt, ist abhängig von mehreren Faktoren und kann individuell ganz unterschiedlich sein.
  2. Hohe Blutzucker- bzw. Insulinspiegel können Entzündungsprozesse im Körper fördern: Bei einem Migräneanfall weiten sich die Blutgefäße im Gehirn, Entzündungsprozesse werden in Gang gesetzt und bilden Stoffe, die einen Schmerzreiz auslösen können. Durch die erweiterten Blutgefäße im Gehirn ist die Verschlimmerung des Schmerzes bei Bewegung ein typisches Migränesymptom. Stark schwankende Blutzuckerreaktionen nach dem Essen können nachweislich auf komplexe Weise entzündliche Prozesse im Körper fördern.
  3. Niedriger Blutzuckerspiegel stimuliert CGRP und kann Migräneattacken begünstigen: Ein niedriger Blutzuckerspiegel stimuliert zudem das Neuropeptid CGRP (Calcitonin gene-related peptide). CGRP hemmt die Energieversorgung des Gehirns und ist somit wesentlich an der Entstehung eines Energiedefizits und somit von Migräneattacken beteiligt. Ein stabiler Blutzuckerspiegel hemmt hingegen die CGRP-Produktion.

Niedrig-stabiler Blutzucker als effektive Migräneprophylaxe

Starke Blutzuckerschwankungen können also auf verschiedenen Ebenen einen Einfluss auf deine Migräneattacken haben. Wissenschaftliche Studien deuten darauf hin, dass eine niedrig-glykämische Ernährung eine effektive Migräneprophylaxe sein kann. Sie hält deinen Blutzucker eher niedrig und stabil und sorgt somit dafür, dass dein Gehirn durchgängig und regelmäßig mit Energie versorgt wird und keine großen Blutzucker- und Insulinspitzen auftreten.

Niedrigere Blutzucker- und Insulinwerte können aber noch weitere positive Effekte auf deine Gesundheit und dein Wohlbefinden haben. Sie sorgen dafür, dass

  • Du nach einer Mahlzeit länger satt und zufrieden bist,
  • Du keine Heißhungerattacken entwickelst und
  • ein gesunder Fettabbau gewährleistet wird.

Wie vermeide ich starke Blutzuckerschwankungen?

Natürlich gibt es ein paar wertvolle, generell geltende Tipps, um Blutzuckerschwankungen zu vermeiden: Eine regelmäßige Nahrungsaufnahme (alle 3 bis 4 Stunden), das Vermeiden von einfachen Kohlenhydraten wie sie in Weißbrot oder Süßigkeiten zu finden sind und das Bevorzugen von komplexen, langkettigen Kohlenhydraten, wie sie etwa in Vollkornprodukten, Naturreis, Linsen und Gemüse und in gewissem Maße auch in Obst zu finden sind.

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Doch tatsächlich reagiert der Blutzuckerspiegel bei jedem von uns ganz unterschiedlich auf gewisse Lebensmittel und Mahlzeiten.

Personalisierte Ernährungsempfehlungen zur Stabilisierung des Blutzuckerspiegels

Eine personalisierte Ernährung, die den Blutzuckerspiegel nach dem Essen niedrig und stabil hält, stellt eine effektive Migräneprophylaxe dar. Diesen Ansatz verfolgt die DiGA sinCephalea und basiert auf der Erkenntnis, dass Blutzuckerreaktionen auf Nahrungsmittel stark variieren können, wodurch es individuelle Ernährungsempfehlungen bedarf.

Die Bedeutung regelmäßiger Mahlzeiten

Regelmäßigen Mahlzeiten sind beispielsweise wichtig, um Blutzuckerschwankungen sowie entsprechende Migräneattacken vorzubeugen. Migräne-Betroffene stellen häufig fest, dass das Auslassen von Mahlzeiten Kopfschmerzen auslösen kann - genauso wie lange Zeiträume zwischen den Mahlzeiten. Ein niedriger Blutzuckerspiegel kann aber auch bereits vorhandene Kopfschmerzen verstärken und in einen Migräneanfall münden. Die Berücksichtigung regelmäßiger Mahlzeiten wird somit für Migräne-Betroffene empfohlen, um energetischen Defiziten vorzubeugen.

Die Qualität der Mahlzeiten ist entscheidend

Es kommt jedoch nicht nur auf die Quantität, sondern vor allem auch auf die Qualität der Mahlzeiten an. Denn bestimmte Nahrungsmittel können zu starken postprandialen Blutzuckeranstiegen führen, welche von signifikanten Blutzuckerabfällen gefolgt werden. Dies ist bedingt durch die Insulinreaktion des Körpers auf erhöhte Glukosespiegel, mit dem Ziel, Energie in Zellen zu transportieren. Inzwischen wurde wiederholt gezeigt, dass der postprandiale Blutzuckerstoffwechsel interindividuell unterschiedlich reguliert ist. Dasselbe Nahrungsmittel kann also bei unterschiedlichen Personen zu verschiedenen postprandialen Blutzuckerreaktionen führen. Niedrig-glykämische Ernährungsempfehlungen sollten daher anhand des individuellen Blutzuckerstoffwechsels personalisiert werden. Die Personalisierung von Ernährungsempfehlungen kann zudem zu einer höheren Therapieadhärenz führen.

Migräneprophylaxe mit der sinCephalea App

Die Migräne-App auf Rezept sinCephalea stellt einen nicht-medikamentösen Ansatz dar, indem personalisierte Ernährungsempfehlungen zur Stabilisierung des Blutzuckerspiegels ausgesprochen werden mit dem Ziel Blutzuckerspitzen zu vermeiden und somit Migräneattacken vorzubeugen. Auf Basis der individuellen Blutzuckerreaktionen, die in den ersten zwei Wochen durch kontinuierliche Blutglukosemessungen (CGM) dokumentiert und Mahlzeiten bewertet werden, werden spezifische Ernährungsempfehlungen erstellt, die auf eine Stabilisierung des Blutzuckerspiegels abzielen.

Insulin, Blutzucker und Migräne

Nehmen wir über die Nahrung viele einfache Kohlenhydrate wie Zucker auf, steigt der Blutzuckerspiegel in der Regel stark an. Der Zucker kann aber natürlich nicht im Blut verbleiben, sondern muss in die Zellen des Körpers geschleust werden. Dort wird der Zucker nämlich zur Energiegewinnung benötigt. Um diesen Prozess zu ermöglichen, wird das in der Bauchspeicheldrüse produzierte Hormon Insulin benötigt, welches wie ein Schlüssel zu den Zellen wirkt. Durch die Ausschüttung von Insulin sinkt der Blutzuckerspiegel wieder.

Aktuelle Studien zeigen, dass starke Blutzuckerschwankungen zur Entstehung von Migräne beitragen. Das kann über verschiedene Mechanismen passieren. Schnelle Blutzuckeranstiege können zu raschen Blutzuckerabfällen führen. Eine Unterzuckerung kann wiederum zu einem Energiedefizit im Gehirn führen und Migräneattacken auslösen. Ein niedriger Blutzucker stimuliert außerdem die Ausschüttung des Botenstoffs CGRP (calcitonin gene-related peptide), welcher in schmerzsensiblen Bereichen des Gehirns nachgewiesen wurde und an der Entstehung von Migräne beteiligt ist. Zum anderen können hohe Blutzucker- und Insulinwerte Entzündungsprozesse im Körper befeuern. Auch das erhöht die Wahrscheinlichkeit für Migräneattacken.

Um Migräneattacken vorzubeugen, ist es wichtig, den Blutzuckerspiegel möglichst niedrig und konstant zu halten. Dadurch wird auch weniger Insulin ausgeschüttet und so einer Insulinresistenz entgegengewirkt.

Einfache Kohlenhydrate wie Zucker lassen den Blutzuckerspiegel stark ansteigen. Die Bauchspeicheldrüse produziert daraufhin Insulin. Das Insulin sorgt anschließend dafür, dass der Zucker aus dem Blut in die Zellen gelangt und dort zur Energiegewinnung genutzt werden kann.

Werden nun aber über einen langen Zeitraum zu viele Kohlenhydrate aufgenommen, werden die Zellen zunehmend unempfindlich gegenüber Insulin. Die produzierte Menge Insulin reicht dann nicht mehr aus und es muss immer mehr gebildet werden. Die Bauchspeicheldrüse kommt an ihre Grenzen und es entsteht eine Insulinresistenz.

Welche Lebensmittel deinen Blutzucker niedrig und stabil halten, ist individuell unterschiedlich. Pauschalisierte Ernährungsempfehlungen stoßen daher an ihre Grenzen. Mit sinCephalea gibt es einen personalisierten Ernährungsansatz, deiner Migräne den Kampf anzusagen. Du erhältst einen Glukosesensor, der bis zu 14 Tage lang kontinuierlich deinen Blutzuckerspiegel abbildet. Gleichzeitig trägst du in der Migräne-App ein, welche Lebensmittel und Getränke du zu dir genommen hast. So kann ermittelt werden, welche Lebensmittel in welcher Kombination für dich am besten geeignet sind, um den Blutzucker niedrig und stabil zu halten.

Weitere Hormone und ihre Auswirkungen auf Migräne

Neben Insulin spielen auch andere Hormone eine Rolle bei der Entstehung von Migräne:

Cortisol: Stresshormon erhöht den Blutzucker

Um zu verstehen, warum das Stresshormon Cortisol in Bezug auf Migräne wichtig ist, müssen wir die evolutionäre Reaktion des Körpers auf Stress verstehen. In Stresssituationen schüttet der Körper Cortisol aus, was zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels führt. Chronischer Stress kann zu einem dauerhaft erhöhten Cortisolspiegel und somit zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel führen. Studien zeigen, dass Stress die Häufigkeit und Intensität von Migräneattacken erhöhen kann.

Östrogen: Frauen sind häufiger von Migräne betroffen

Migräne tritt bei Frauen 2-3 mal häufiger auf als bei Männern. Besonders häufig sind Frauen im gebärfähigen Alter betroffen. Eine Erklärung dafür ist der Östrogenspiegel. Denn Östrogen, das weibliche Geschlechtshormon, hat über komplexe Stoffwechselwege einen Einfluss auf die Schmerz- und Reizweiterleitung des Körpers und könnte so an der Entstehung von Migräneattacken beteiligt sein. Auch die sogenannte menstruelle Migräne, die zu Beginn der Periode auftritt, lässt sich durch das Absinken des Östrogenspiegels zu diesem Zeitpunkt erklären.

Dopamin: Während der Migräneattacke reduziert

Dopamin gilt als Glückshormon, da dessen Ausschüttung ein Hoch- oder Glücksgefühl, Energie und Tatendrang auslöst. Im Gehirn ist es ein wichtiger Botenstoff und ist für die Reizweiterleitung von Nervenimpulsen wichtig. Darüber hinaus hat Dopamin aber auch einen Einfluss auf die Schmerzwahrnehmung. Studien konnten zeigen, dass Migräne Betroffene während einer Attacke häufig einen niedrigen Dopaminspiegel aufweisen und dass Schwankungen die Entstehung von Migräne begünstigen können.

Serotonin: Niedriger Spiegel bei Migräne Betroffenen

Auch Serotonin kann die Stimmung positiv beeinflussen und sorgt für Gelassenheit, Harmonie und Zufriedenheit. Es wird daher auch als „Wohlfühlhormon“ bezeichnet. Gefühle wie Angst oder Aggression werden unterdrückt. Serotonin spielt außerdem eine wichtige Rolle bei der Steuerung des Sättigungsgefühls. Außerdem bewirkt Serotonin, dass sich die Blutgefäße zusammenziehen. Dadurch wird der Schmerzreiz verringert. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Migränepatienten häufig einen niedrigen Serotoninspiegel haben.

Ernährungsempfehlungen bei Migräne

Auch wenn es keine konkreten Diätvorschriften gibt, so können Sie dennoch mit einigen Maßnahmen das Risiko einer Migräneattacke reduzieren. Wichtig ist, wie bei allen Krankheitsbildern, eine ausgewogene und damit gesunde Ernährungsweise. Lassen Sie keine Mahlzeiten aus. Streichen Sie nicht einfach Lebensmittel aus Ihrem Speiseplan, solange Sie nicht wissen, ob diese tatsächlich Migräne auslösen. Frühstücken Sie! Abgesehen davon, dass ein unregelmäßiger Essensrhythmus nicht hilft, sollten Sie besonders darauf achten, zu frühstücken. Kohlenhydrate gelten als Energielieferanten. Diese Energie benötigt ihr Gehirn, um aktiv und somit gesund zu bleiben. Als vollwertige Kohlenhydratlieferanten gelten Backwaren (Haferflocken, Knäckebrot), Gemüse wie Erbsen und Linsen sowie Teigwaren.

Optimal ist eine Ernährungsweise, die auf möglichst frischen Lebensmitteln basiert. Bauen Sie besonders häufig Gemüse und Obst in Ihren Speiseplan ein. Die darin enthaltenen Vitamine (B12 und Folsäure), Spurenelemente und Mineralstoffe (Eisen und Magnesium) stärken die Konzentration und beugen Kopfschmerzen sowie Migräne vor. Sie sollten im Hinterkopf behalten, dass diese Empfehlung nicht uneingeschränkt für alle Obst- und Gemüsesorten gilt. Es gibt einige, die stattdessen eine Migräne befördern.

Vermeiden Sie am besten Lebensmittel, die frittiert sind bzw. Zucker ist kritisch zu betrachten. Problematisch ist, dass ein unsteter Blutzuckerspiegel die Entwicklung von Kopfschmerzen befördert. Lassen Sie also folglich Lebensmittel wie zuckerreiche Limonaden oder Süßigkeiten weitestgehend aus Ihrem Ernährungsplan raus. Koffein ist nur bedingt gut für Sie. Während einige Mediziner gerne Mischpräparate verschreiben, die auch Koffein enthalten, sollten Sie Koffein, eher in Maßen zu sich nehmen. Bis zu vier Tassen Kaffee am Tag sind unbedenklich. Natriumglutamat gehört zur Gruppe der Geschmacksverstärker, welche sich in vielen Fertiggerichten und Saucen finden lassen. Dieses kann grundsätzlich bei einigen Personen pulsierende Kopfschmerzen, Rötungen, Druckschmerz auf der Brust sowie Gesichts- und Bauchkrämpfe auslösen.

Mythen und Kontroversen rund um Migräne und Ernährung

Wie bereits angesprochen, dürfen bestimmte Lebensmittel nicht allein als Auslöser für eine Migräneattacke verantwortlich gemacht werden. Es gibt allerdings auch Stimmen, die der grundsätzlichen Annahme, auch Nahrung habe einen Einfluss auf Migräne, kritisch gegenüberstehen. So gehen manche Mediziner davon aus, dass Menschen aufgrund ihrer Erwartungshaltung eine Migräneattacke erleiden könnten. Dies nennt man ‚Nocebo‘-Effekt. Wenn Sie als Betroffene davon überzeugt sind, dass bspw. diese Banane ihnen schaden wird, kann es genau dazu kommen. Auch wenn Lebensmittel wie Schokolade Inhaltsstoffe beinhalten, die grundsätzlich eine Migräne befördern, sehen einige Ärzte auch hier einen Trugschluss. Anstatt das bspw. der Verzehr von Schokolade der Trigger für eine Migräne sei, gehen sie davon aus, dass es sich hier eigentlich bereits um die erste Phase der Migräneattacke handelt.

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