Das Problem lärmender Fallrohre, insbesondere durch Tropfenbildung und Aufprall des Wassers auf Bögen oder Kniestücke, ist weit verbreitet. Dieser Artikel bietet eine umfassende Übersicht über mögliche Ursachen und Lösungen, um die Geräuschentwicklung zu minimieren und ein leises Regenwasserablaufsystem zu gewährleisten. Dabei werden sowohl bauliche Maßnahmen als auch alternative Entwässerungskonzepte betrachtet.
Ursachen der Geräuschentwicklung
Die Geräuschentwicklung an Fallrohren kann verschiedene Ursachen haben:
- Tropfenbildung: Wenn das Fallrohr nicht senkrecht verläuft oder Unebenheiten aufweist, kann es zur Tropfenbildung im Inneren kommen. Das Auftreffen der Tropfen auf das Rohr verursacht dann störende Geräusche.
- Aufprall auf Bögen/Kniestücke: Besonders laut wird es, wenn das Wasser am Ende des Fallrohrs auf einen Bogen oder ein Kniestück aufprallt, insbesondere wenn dieses aus Blech gefertigt ist. Die Fallhöhe und das Material des Aufprallbereichs spielen hierbei eine entscheidende Rolle.
- Resonanzkörper: Das Fallrohr selbst kann als Resonanzkörper wirken und die Geräusche verstärken. Besonders ungünstig ist es, wenn das Fallrohr über Stahlklammern direkt an der Hauswand befestigt ist, da dies die Schallübertragung begünstigt.
- Kondenswasser: In manchen Fällen kann auch Kondenswasser, das sich am Fallrohr bildet, für Tropfgeräusche verantwortlich sein. Dies tritt besonders häufig bei ungedämmten Abflussrohren in Verbindung mit Abluftrohren auf.
Lösungsansätze zur Geräuschreduzierung
1. Modifikation des Fallrohrs
- Senkrechte Ausrichtung: Stellen Sie sicher, dass das Fallrohr senkrecht verläuft, um Tropfenbildung zu vermeiden.
- Austausch des Materials: Ersetzen Sie Blechbögen durch dickwandige Kunststoffrohre, idealerweise aus schallabsorbierenden Materialien wie Geberit Silent oder Friafon. Diese Rohre sind speziell für die Schallreduzierung entwickelt.
- Dämmung: Ummanteln Sie das Fallrohr mit Schaumstoffmatten oder Filz, um die Schallübertragung zu reduzieren. Achten Sie darauf, dass die Dämmung witterungsbeständig ist.
- Veränderung des Radius: Verwenden Sie anstelle eines 45-Grad-Bogens steilere Bögen, beispielsweise zwei 15-Grad-Bögen oder einen 30-Grad-Bogen, um den Aufprallwinkel zu verringern.
- Hohlraumversiegelung: Tragen Sie eine Schicht Hohlraumversiegelung für Autos auf die Innenseite des Kniestücks auf, um den Schall zu dämmen.
- Dämpfung des Aufprallbereichs: Kleiden Sie das Kniestück von innen mit einem alten Geschirrtuch oder Filz aus, um den Aufprall der Tropfen zu dämpfen. Beachten Sie jedoch, dass das Material regelmäßig ausgetauscht werden muss, um Schimmelbildung zu vermeiden.
2. Ableitung des Wassers
- Regentonne: Stellen Sie eine Regentonne unter das Fallrohr, um das Wasser aufzufangen. Dies reduziert nicht nur die Geräuschentwicklung, sondern ermöglicht auch die Nutzung des Regenwassers zur Gartenbewässerung. Um das Plätschern in der Tonne zu minimieren, können Sie den Boden der Tonne mit einer Schicht Kies oder ähnlichem Material bedecken.
- Regenablaufkette: Ersetzen Sie das Fallrohr durch eine Regenablaufkette. Diese leitet das Wasser auf eine dekorative Weise zum Boden. Achten Sie jedoch darauf, dass bei starkem Regen Spritzwasser entstehen kann.
- Versickerung: Leiten Sie das Wasser in eine Versickerungsanlage auf dem Grundstück. Dies ist jedoch in vielen Gemeinden genehmigungspflichtig.
- Direkter Anschluss an die Kanalisation: Sofern erlaubt, schließen Sie das Fallrohr direkt an die Kanalisation an. Beachten Sie jedoch, dass in manchen Gemeinden die Einleitung von Regenwasser in die Schmutzwasserkanalisation verboten ist. Prüfen Sie die örtlichen Bestimmungen.
3. Optimierung der Balkonentwässerung
- Balkonentwässerung: Eine fachgerechte Balkonentwässerung verhindert stehendes oder falsch geleitetes Wasser und schützt so die Bausubstanz.
- Ablaufrinnen: Ablaufrinnen lassen sich in vielen Fällen gut anbringen und unkompliziert nachrüsten.
- Abtropfkanten: Abtropfkanten oder Abtropfprofile werden an der Außenkante des Balkons montiert und lassen das Wasser mit ausreichend Abstand nach unten tropfen.
- Gefälle: Jede Balkonentwässerung benötigt ein Gefälle von etwa 2 Prozent zur wasserabführenden Installation.
4. Dachrinnenoptimierung
- Regelmäßige Reinigung: Reinigen Sie die Dachrinne regelmäßig von Laub und Schmutz, um Verstopfungen zu vermeiden.
- Laubschutzgitter: Installieren Sie Laubschutzgitter, um das Eindringen von Laub in die Dachrinne und das Fallrohr zu verhindern.
- Gefälle: Stellen Sie sicher, dass die Dachrinne ein ausreichendes Gefälle zum Fallrohr aufweist.
Rechtliche Aspekte
- DIN 1986-100: Die DIN 1986-100 regelt die Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke. Sie ist zwar keine gesetzliche Vorschrift, stellt aber eine technische Regel mit Empfehlungscharakter dar.
- Örtliche Bestimmungen: Informieren Sie sich über die örtlichen Bestimmungen bezüglich der Einleitung von Regenwasser in die Kanalisation oder die Versickerung auf dem Grundstück.
Zusätzliche Tipps
- Geräuschdämmung: Wenn das Fallrohr an der Hauswand befestigt ist, verwenden Sie schallentkoppelnde Befestigungselemente, um die Schallübertragung zu reduzieren.
- Alternative Materialien: Experimentieren Sie mit verschiedenen Materialien zur Dämmung oder Ableitung des Wassers, wie z.B. Kunstrasen oder Filz.
- Professionelle Beratung: Holen Sie sich bei Bedarf professionelle Beratung von einem Dachdecker oder Sanitärinstallateur.
Fallbeispiele
- Lärmendes Fallrohr durch Aufprall auf Kniestück: Ein Hausbesitzer klagte über laute Geräusche, die durch den Aufprall des Wassers auf ein Blechkniestück am Ende des Fallrohrs verursacht wurden. Er ersetzte das Blechkniestück durch ein dickwandiges Kunststoffrohr und ummantelte das Fallrohr mit Schaumstoffmatten. Dadurch konnte er die Geräuschentwicklung deutlich reduzieren.
- Tropfenbildung im Fallrohr: In einem anderen Fall verursachte die Tropfenbildung im Fallrohr störende Geräusche. Der Hausbesitzer stellte fest, dass das Fallrohr nicht senkrecht verlief. Nachdem er das Fallrohr begradigt hatte, verschwanden die Tropfgeräusche.
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