Pflanzliche, Rezeptfreie Tropfen gegen Migräne: Eine Übersicht

Migräne ist eine weit verbreitete Erkrankung, von der fast 15 Prozent der Frauen und sechs Prozent der Männer in Deutschland betroffen sind. Viele Betroffene suchen nach Möglichkeiten, ihre Migräne auf natürliche und rezeptfreie Weise zu behandeln. Pflanzliche Tropfen können hier eine Option sein, um die Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Dieser Artikel bietet einen Überblick über verschiedene pflanzliche und rezeptfreie Tropfen gegen Migräne, ihre Wirkstoffe, Anwendung und Wirksamkeit.

Was ist Migräne?

Migräne wird oft als "Gewitter im Kopf" beschrieben und äußert sich durch heftige, pochende, meist einseitige Kopfschmerzen, die plötzlich auftreten können. Begleiterscheinungen sind Licht- und Geräuschempfindlichkeit sowie Übelkeit. Im Gegensatz zu Spannungskopfschmerzen, die sich durch Bewegung an der frischen Luft bessern, verschlimmert sich Migräne durch Bewegung.

Pflanzliche Wirkstoffe gegen Migräne

Es gibt verschiedene pflanzliche Wirkstoffe, die bei Migräne hilfreich sein können:

  • Mutterkraut: Mutterkraut, auch "falsche Kamille" genannt, wird traditionell zur Linderung von Kopfschmerzen und Fieber eingesetzt. Studien haben gezeigt, dass der Inhaltsstoff Parthenolid schmerzlindernde und antientzündliche Wirkungen hat und möglicherweise bei der Migräneprophylaxe wirksam ist. Es hemmt die Ausschüttung von Serotonin, das eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Migräne spielt.
  • Pestwurz: Pestwurz-Extrakte haben sich in Studien als wirksam bei der Migräneprophylaxe erwiesen. Allerdings enthalten sie Pyrrolizidinalkaloide, die potenziell leberschädigend sein können.
  • Ingwer: Ingwer wird traditionell als krampflösend, entzündungshemmend und schmerzstillend beschrieben. Einige Studien deuten darauf hin, dass Ingwer-Extrakt bei der Behandlung akuter Migräne-Attacken helfen kann, indem er Übelkeit und Erbrechen lindert.
  • Curcuma: Der Inhaltsstoff Curcumin in Curcuma hat antientzündliche und schmerzlindernde Eigenschaften und könnte ein vielversprechender Kandidat für die Vorbeugung und Kontrolle von Migräne sein.
  • Pfefferminzöl: Äußerlich auf Stirn und Schläfen aufgetragen, kann Pfefferminzöl erfrischend kühlend wirken und sowohl bei Migräne als auch bei Spannungskopfschmerzen Linderung verschaffen.
  • Lavendelöl: Auch Lavendelöl kann bei Migräne hilfreich sein.

Rezeptfreie Migräne-Tropfen

Es gibt verschiedene rezeptfreie Migräne-Tropfen, die unterschiedliche Wirkstoffe enthalten und auf verschiedene Aspekte der Migräne abzielen:

  • Homöopathische Tropfen: Diese Tropfen enthalten verdünnte natürliche Substanzen, die auf die spezifischen Symptome der Migräne abgestimmt sind. Sie können Schmerzen lindern und Begleitbeschwerden reduzieren. Ein Beispiel ist Migräne-Echtroplex® S, das verschiedene homöopathische Inhaltsstoffe enthält.
  • Tropfen mit Schmerzmitteln: Einige Tropfen enthalten Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol, die bei akuten Migräneattacken helfen können.
  • Antiemetische Tropfen: Diese Tropfen enthalten Wirkstoffe wie Metoclopramid (MCP), die Übelkeit und Erbrechen lindern, die oft mit Migräne einhergehen.

Einige beliebte rezeptfreie Migräne-Tropfen sind:

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  • Restaxil® Tropfen: Dieses homöopathische Arzneimittel enthält einen Wirkkomplex aus fünf Arzneipflanzen (Gelsemium sempervirens, Spigelia anthelmia, Iris versicolor, Cyclamen purpurascens, Cimicifuga racemosa), die bei verschiedenen Nervenschmerzen und deren Symptomen ansetzen. Es sind keine Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln bekannt. Die Tropfen werden unabhängig von den Mahlzeiten und unverdünnt eingenommen. Bei akuten Beschwerden kann die Dosierung auf bis zu 6x täglich 5 Tropfen erhöht werden.
  • Migräne-Echtroplex® S: Dieses homöopathische Arzneimittel wird bei migräneartigen Kopfschmerzen eingesetzt. Es enthält Anamirta cocculus Dil. D4, Gelsemium sempervirens Dil. D4, Natrium chloratum Dil. D6, Sanguinaria canadensis Dil. D4, Strychnos nux-vomica Dil. D6.

Anwendung und Dosierung

Die Anwendung und Dosierung von Migräne-Tropfen hängt von der Art der Beschwerden und dem jeweiligen Präparat ab. Es ist wichtig, die Packungsbeilage sorgfältig zu lesen und die Anweisungen des Arztes oder Apothekers zu befolgen.

  • Homöopathische Tropfen werden in der Regel unverdünnt eingenommen. Bei akuten Beschwerden kann die Dosierung erhöht werden.
  • Tropfen mit Schmerzmitteln sollten nicht zu häufig eingenommen werden, um einen medikamenteninduzierten Kopfschmerz zu vermeiden.
  • Antiemetische Tropfen werden bei Übelkeit und Erbrechen eingenommen, um die Wirkung von Schmerzmitteln zu verstärken.

Wichtige Hinweise

  • Vor der Einnahme von Migräne-Tropfen sollte immer ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden, um mögliche Gegenanzeigen und Wechselwirkungen abzuklären.
  • Bei starken Nebenwirkungen ist eine ärztliche Behandlung erforderlich.
  • Schwangere und stillende Frauen sollten vor der Einnahme von Migräne-Tropfen ärztlichen Rat einholen.
  • Bei Kindern unter 12 Jahren ist besondere Vorsicht geboten.
  • Ein Migräne-Tagebuch kann helfen, die Wirksamkeit der Behandlung zu bewerten und Auslöser zu identifizieren.

Weitere Maßnahmen zur Migräneprophylaxe und -behandlung

Neben der Einnahme von pflanzlichen Tropfen gibt es weitere Maßnahmen, die zur Migräneprophylaxe und -behandlung beitragen können:

  • Vermeidung von Triggern: Identifizieren und vermeiden Sie individuelle Auslöser wie bestimmte Nahrungsmittel, Stress, Schlafmangel oder Wetterwechsel.
  • Regelmäßiger Lebensstil: Achten Sie auf einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus, ausreichend Flüssigkeit und regelmäßige Mahlzeiten.
  • Entspannungstechniken: Erlernen und praktizieren Sie Entspannungstechniken wie progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, Yoga oder Meditation.
  • Sport und Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität kann helfen, Migräne vorzubeugen.
  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann sich positiv auf die Migräne auswirken. Einige Betroffene profitieren von einer Ernährungsumstellung oder dem Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel.
  • Akupunktur: Einige Studien deuten darauf hin, dass Akupunktur bei der Migräneprophylaxe wirksam sein kann.
  • Kognitive Verhaltenstherapie: Diese Therapie kann helfen, Stress abzubauen und den Umgang mit Migräne zu verbessern.

Schulmedizinische Behandlungen

Neben pflanzlichen und rezeptfreien Mitteln gibt es auch schulmedizinische Behandlungen für Migräne:

  • Schmerzmittel: NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika) wie Ibuprofen oder ASS und Paracetamol sind rezeptfrei erhältlich und können bei leichten bis mittelschweren Migräneattacken helfen.
  • Triptane: Diese Medikamente sind speziell für die Migränebehandlung entwickelt worden und wirken, indem sie die Blutgefäße im Gehirn verengen und Entzündungen reduzieren. Einige Triptane sind rezeptfrei erhältlich, andere verschreibungspflichtig.
  • Antiemetika: Diese Medikamente werden bei Übelkeit und Erbrechen eingesetzt, die oft mit Migräne einhergehen.
  • Migräneprophylaxe: Bei häufigen und schweren Migräneattacken kann eine medikamentöse Prophylaxe sinnvoll sein. Hierfür werden verschiedene Medikamente eingesetzt, wie Betablocker, Kalziumkanalblocker, Antidepressiva oder Antikonvulsiva.
  • Botulinumtoxin (Botox): Bei chronischer Migräne kann Botox zur Vorbeugung eingesetzt werden.
  • Monoklonale Antikörper: Diese Medikamente blockieren die Wirkung des Nervenbotenstoffs CGRP und können die Häufigkeit und Intensität von Migräneattacken reduzieren.

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