Tuchel verliert die Nerven: Gründe für den Druck auf den Trainer

Thomas Tuchel, ein anerkannter Fußballfachmann, steht oft im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, nicht nur wegen seiner sportlichen Leistungen, sondern auch wegen der ständigen Auseinandersetzungen mit einigen Superstars. Diese Spieler scheinen wenig Respekt vor ihm zu haben. Die Situation wirft die Frage auf, warum Tuchel, trotz seiner unbestrittenen Expertise, immer wieder in Konflikte gerät und welche Faktoren zu seinem angespannten Verhältnis zu Schlüsselspielern beitragen.

Tuchels Situation bei Paris Saint-Germain

Tuchels Zeit bei Paris Saint-Germain war von großen Erwartungen und dem Druck, die ambitionierten Ziele des Vereins zu erreichen, geprägt. PSG, ausgestattet mit erheblichen Investitionen katarischer Eigentümer, strebt nach internationalem Erfolg und globalem Ansehen. Nationale Titel in der Ligue 1 reichen nicht aus, um die Vision von Präsident Nasser Al-Khelaifi zu erfüllen, insbesondere im Hinblick auf die bevorstehende Weltmeisterschaft im eigenen Land.

Ein wesentliches Problem für PSG ist der Standort des Klubs. Obwohl Paris eine bedeutende europäische Metropole ist, kann sie im Fußball nicht mit traditionsreichen Städten wie Madrid, Manchester oder München konkurrieren. Hochbezahlte Superstars wie Neymar und Kylian Mbappé äußern regelmäßig den Wunsch, die französische Liga zu verlassen, da sie diese als mittelmäßig empfinden.

Konflikte mit Superstars wie Neymar und Mbappé

Neymar und Mbappé stellen für Tuchel eine besondere Herausforderung dar. Es sind nicht ihre sportlichen Leistungen, die den Trainer in die Schlagzeilen bringen, sondern die ständigen Konflikte mit den beiden Superstars. Christophe Dugarry, ein französischer Weltmeister von 1998, äußerte sich kritisch und sagte, dass Tuchel bei PSG am Ende sei und nichts mehr zu sagen habe. Er bemängelte das fehlende Kollektiv in der Mannschaft und betonte, dass sich Spieler wie Icardi, Neymar und Mbappé nur auf ihre individuellen Leistungen konzentrieren und nur dann gut spielen, wenn sie Lust dazu haben.

Neymar sorgte immer wieder für Unruhe, indem er Wechselabsichten äußerte und den Eindruck erweckte, Paris so schnell wie möglich verlassen zu wollen. Obwohl PSG im Sommer Verhandlungen mit Barcelona und Real Madrid führte, blieb Neymar letztendlich in Paris. Später äußerte er jedoch, dass er keinen Grund sehe, Paris zu verlassen.

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Mbappé wiederum beschwert sich regelmäßig, wenn Tuchel ihn nicht in die Startelf beruft und ihm stattdessen eine Auszeit gönnt. Selbst ein Auswärtsspiel in Brügge wurde zum Politikum, als es nicht nach dem Willen des 21-Jährigen ging. Mbappé missachtet Tuchel sogar, wenn er von ihm für Eric Maxim Choupo-Moting ausgewechselt wird, einem Spieler, der in Mbappés Augen weit unter ihm steht. Mbappé betonte kürzlich in einem Interview mit "France Football", dass man eine gewisse Hierarchie respektieren müsse und den Ball den Stärksten zuspielen sollte.

Weitere Unruheherde im Team

Zusätzlich zu den Problemen mit Neymar und Mbappé zog PSG mit Mauro Icardi einen weiteren Unruhestifter an Land. Icardi selbst ist zwar nicht der größte Lautsprecher, aber seine Frau und Managerin Wanda Nara ist dafür umso präsenter in den Medien.

Tuchel experimentierte in der vergangenen Saison mit verschiedenen Taktiken und legte sich schließlich auf zwei Systeme fest: das standardmäßige 4-3-3 und ein 4-2-2-2. Im Gegensatz zu seinen vorherigen Stationen in der Bundesliga muss er nicht nur die passenden Spieler für die jeweiligen Rollen finden, sondern auch so viele Stars wie möglich in das System integrieren.

Mögliche Nachfolger und Tuchels Zukunft

Aufgrund der angespannten Situation in Paris spekulieren einige französische Journalisten bereits über ein Interesse von PSG an Zinédine Zidane. Der derzeitige Trainer von Real Madrid verfügt über eine herausragende Spielerkarriere, drei Champions-League-Titel als Trainer und einen gottgleichen Status in Frankreich.

Für Tuchel gilt es, mit sehr guten sportlichen Leistungen und vor allem mit Erfolgen auf internationalem Parkett zu überzeugen. Er wurde als Fußballfachmann und nicht als Starflüsterer verpflichtet und muss diese Rolle nun perfekt ausfüllen. Obwohl die taktischen Anpassungen greifen und Paris in der Defensive stabiler wirkt, haben Tuchel und seine Maßnahmen nur begrenzten Einfluss auf das Leistungspotenzial von Neymar und Co.

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Tuchels Zeit beim FC Bayern München

Nach etwas mehr als einer Saison trennten sich die Wege von Thomas Tuchel und dem FC Bayern München. Die Bayern zeigten eine schwache Leistung bei der Niederlage in Leverkusen, waren ideenlos beim 0:1 in Rom und glücklos und verunsichert beim 2:3 in Bochum. Die Münchner verkündeten die Trennung von Trainer Thomas Tuchel zum Saisonende, nicht mal ein Jahr nach seiner Vorstellung als Nachfolger von Julian Nagelsmann.

Bereits seit Monaten gab es Gerüchte im Verein. Nach dem Ausscheiden im DFB-Pokal gegen den Drittligisten Saarbrücken wurde gemunkelt, dass vielen Spielern Tuchels distanzierte Art missfiel. Auch die öffentliche Kritik an den Spielern und die verbale Auseinandersetzung nach der Niederlage in Rom deuteten auf eine fehlende gemeinsame Ebene zwischen Spielern und Trainer hin.

Einige Beobachter bemängelten, dass seit Tuchels Ankunft im März 2023 keine positive Entwicklung im Team zu erkennen war. Eine klare Spielidee fehlte, und vom versprochenen "intensiven, schnellen, attraktiven" Fußball war in den letzten Wochen nichts mehr zu sehen. Tuchel selbst wirkte ratlos.

Die individuelle Entwicklung der Mannschaft stagnierte ebenfalls. Spieler wie Leroy Sané und Jamal Musiala blieben hinter ihrer starken Form zu Saisonbeginn zurück, und Harry Kane erhielt kaum noch Unterstützung von seinen Mitspielern.

Die Clubführung muss sich auch selbst hinterfragen, da der Kader der Bayern an einigen Stellen unterbesetzt war. Mit Lucas Hernández, Benjamin Pavard und Josip Stanisic wurden drei Verteidiger abgegeben, und die dringend benötigte Verstärkung im defensiven Mittelfeld blieb aus.

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Für die Bayern beginnt nun die Suche nach einem neuen Trainer, dem vierten innerhalb von vier Jahren. Namhafte Kandidaten gibt es genug, und es wird deutlich, dass nicht nur auf der Bank Änderungen erforderlich sind, sondern auch im Kader ein Umbruch stattfinden muss, um an alte Zeiten anknüpfen zu können.

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