Tumor, Nerven- und Beinsymptome bei Katzen: Ein umfassender Leitfaden

Tumoren bei Katzen können vielfältige Ursachen haben und sich an verschiedenen Stellen des Körpers manifestieren. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über verschiedene Tumorarten, ihre Symptome und Behandlungsmöglichkeiten, wobei der Fokus auf Tumoren liegt, die Nerven und Beine betreffen. Darüber hinaus werden neurologische Erkrankungen wie Ataxie und Schwannome behandelt, die ebenfalls zu Koordinationsstörungen und Lahmheit führen können.

Hauttumoren bei Katzen

Hauttumoren sind bei Katzen relativ häufig. Einige haben eine Prädisposition für bestimmte Körperstellen, wie Kopf, Gliedmaßen, Rücken, Brust oder Bauchwand.

Gutartige Hauttumoren

  • Papillomatose: Diese wird durch eine Virusinfektion verursacht und tritt bei jungen Hunden auf. Sie äußert sich durch flache bis gestielte, blumenkohlartige Wucherungen an Mundschleimhaut, Augenlidern, Ohren, Gliedmaßen und äußeren Geschlechtsorganen. Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt zwischen Hunden. Oftmals heilt die Papillomatose innerhalb von drei Monaten spontan ab. In manchen Fällen ist eine Therapie mit einer Autovakzine (Impfstoff aus Warzenmaterial) oder eine Entfernung mittels Kryotherapie (Vereisen) oder Elektrochirurgie erforderlich.
  • Basaliome: Diese gutartigen Hauttumoren treten vor allem bei älteren Katzen an Kopf und Hals auf. Sie sind meist knopfartig, verschieblich und können zystisch oder dunkel pigmentiert sein.
  • Tumoren der Haaranlagen, Talg- und Schweißdrüsen: Diese sind überwiegend gutartig. Tumoren der Talgdrüsen treten meist multipel auf und haben ein warzenähnliches Aussehen.

Bösartige Hauttumoren

  • Fibrosarkome: Dies sind die häufigsten Tumoren bei Katzen. Oft besteht ein Zusammenhang mit Injektionen und Impfungen an der betroffenen Stelle. Am häufigsten treten sie zwischen den Schulterblättern, an der Brust-/Bauchwand und am Oberschenkel auf. Sie sind knotig derb und wenig verschieblich. Fibrosarkome wachsen stark invasiv und metastasieren selten.
  • Mastzelltumoren: Diese betreffen bei der Katze häufig neben der Haut auch die Milz und andere Bauchhöhlenorgane. In absteigender Reihenfolge sind Kopf, Gliedmaßen, Rumpf und Hals betroffen. Sie sind meist derb, gut umschrieben und haarlos oder plaqueartig und gerötet.
  • Melanome: Melanome können sowohl gutartig als auch bösartig sein. Sie kommen in der Haut, an den Zehen und im Bereich der Mundschleimhaut vor. Melanome der behaarten Haut sind nur zu 25-50 % bösartig, die im Bereich der Maulhöhle und Zehen deutlich häufiger. Maligne Melanome neigen zur Streuung in Lymphknoten, Lunge und Bauchhöhlenorgane.
  • Plattenepithelkarzinome: Diese kommen vor allem in der Maulhöhle und im Bereich des Nasenspiegels, der Lider und Ohren vor. Dieser Tumor tritt bevorzugt bei älteren Tieren mit weißem Fell auf. Es ist davon auszugehen, dass der UV-Anteil des Sonnenlichts an der Entstehung beteiligt ist. Die Läsionen beginnen als oberflächliche und gerötete Entzündung und entwickeln sich zu krustigen Gewebeveränderungen. Das Verhalten von Plattenepithelkarzinomen ist durch invasives Wachstum und seltene Streuung gekennzeichnet.

Tumoren der Maulhöhle bei Katzen

Tumoren der Maulhöhle können gutartig oder bösartig sein. Häufige Symptome sind Mundgeruch und verminderte Futteraufnahme. Zur Diagnostik sind Röntgenaufnahmen des Kiefers, computertomographische Untersuchungen, Biopsieentnahmen und gegebenenfalls die Abklärung einer möglichen Metastasierung (Lymphknotenuntersuchung und Röntgen der Lunge) notwendig.

Bösartige Tumoren der Maulhöhle

  • Malignes Melanom: Rasseprädisponiert sind Dackel, Cocker Spaniel und Pudel, es sind vorwiegend ältere Tiere betroffen. Nur 2/3 der Tumoren sind dunkel pigmentiert. Melanome neigen zur Metastasierung in Lymphknoten, Lunge und andere Organe.
  • Plattenepithelkarzinome: Sie kommen im Bereich von Gaumen, Zahnfleisch, Zunge und Tonsillen bei älteren Tieren vor. Klinisch sind sie meist hellrot, ulzeriert und leicht blutend. Zur Metastasierung neigen lediglich Plattenepithelkarzinome der Tonsillen, ansonsten wachsen sie vor allem stark invasiv.
  • Fibrosarkome: Sie haben eine Prädisposition für größere Rassen und männliche Tiere und treten in jedem Alter auf. Ausgehend von der Mundschleimhaut des Zahnfleischs und des harten Gaumens sind Fibrosarkome hart, schlecht umschrieben und ulzerieren seltener als Melanome und Plattenepithelkarzinome. Sie können enorme Ausmaße annehmen und wachsen sehr häufig in den darunter liegenden Knochen ein. Eine Metastasierung kommt nur gelegentlich vor.

Gutartige Tumoren der Maulhöhle

  • Epuliden: Boxer und Bobtails sind überdurchschnittlich häufig betroffen. Epuliden wachsen bei Tieren jeden Alters, sie präsentieren sich klinisch glatt, erhaben und reizlos, gelegentlich ulzerieren sie und wachsen zerstörerisch.

Tumoren des Verdauungstrakts bei Katzen

Tumoren des Magens, Dünndarms und Dickdarms sind selten, aber meist bösartig. Symptome sind Erbrechen, Gewichtsabnahme, Inappetenz, Pressen auf Kot, Blut- und Schleimbeimengungen, Durchfall oder Verstopfungen. Katzen zeigen zusätzlich Erbrechen, Inappetenz und Gewichtsabnahme. Tumoren im Bereich des Afters gehen meist von entarteten Drüsen diesen Bereichs aus.

Lebertumoren bei Katzen

Es gibt drei große Gruppen von Lebertumoren: primäre Tumoren der Leber (Karzinom, Hämangiosarkom, Adenome), Tumoren des blutbildenden Systems mit Leberbeteiligung (malignes Lymphom) und Metastasen anderer Tumoren. Lebertumoren können einzeln, multifokal oder diffus auftreten. Am häufigsten zeigen betroffene Tiere Inappetenz, Abgeschlagenheit, großen Durst und Erbrechen.

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Milztumoren bei Katzen

Milztumoren kommen bei Katzen häufig vor, am häufigsten ist das Hämangiosarkom (malignes Hämangioendotheliom). Dies ist ein bösartiger Tumor, der von der Innenauskleidung der Blutgefäße ausgeht. Hämangiosarkome neigen stark zur Metastasierung und zu Rupturen, wodurch Blutungen in die Bauchhöhle auftreten.

Tumoren der Atemwege bei Katzen

Die Tumoren der Nasenhöhle sind beim Hund die häufigsten Tumoren des Atmungstraktes. Maligne Tumoren sind am häufigsten (vor allem Karzinome). Bei Katzen dominieren eindeutig leukotische Tumoren. Grund der Vorstellung sind meist Nasenausfluß unterschiedlicher Beschaffenheit, Niesen und Verformung des Gesichtsschädels. Bei den Zubildungen der Lunge muss man Metastasen von Tumoren anderer Lokalisation und primäre Tumoren unterscheiden.

Nierentumoren bei Katzen

Nierentumoren lassen sich in primäre Tumoren, die recht selten vorkommen, und Metastasen von anderen Tumoren unterscheiden. Die häufigsten primären Tumoren sind verschiedene Karzinome, Sarkome machen etwa 20 % der bösartigen Neubildungen aus. Bei Katzen tritt in dieser Lokalisation überdurchschnittlich häufig das maligne Lymphom auf. Gutartige Tumoren sind selten. Die Symptome sind in den meisten Fällen eher unspezifisch.

Tumoren der Geschlechtsorgane bei Katzen

Da an dem Aufbau eines Ovars vier verschiedene Ursprungsgewebe beteiligt sind, kommen in dieser Lokalisation viele verschiedene Tumoren bösartiger und gutartiger Ausprägung vor. Leitsymptome sind eine abdominale Masse mit oder ohne Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle, hormonelle Störungen, Veränderungen der Gebärmutter und Auswirkungen von Metastasen. Tumoren der Gebärmutter sind bei Hund und Katze relativ selten. Bei Katzen sind Karzinome der Gebärmutterschleimhaut am meisten beschrieben.

Knochentumoren bei Katzen

Am Knochen kommen vor allem primäre Tumoren (Osteosarkom) vor. Osteosarkome zerstören lokal den Knochen und verursachen starke Schmerzen. Typischerweise entwickeln sich Osteosarkome an den Gliedmaßen (vor allem Hintergliedmaßen). In den meisten Fällen ist eine plötzlich auftretende (akute) oder länger andauernde (chronische) Lahmheit das erste Symptom eines Osteosarkoms. Fast immer bildet sich an der betroffenen Stelle auch eine mehr oder weniger schmerzhafte Schwellung aus.

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Lahmheit bei Katzen

Lahmheit bei Katzen kann verschiedene Ursachen haben, darunter Verletzungen, Arthritis, neurologische Probleme oder Tumoren.

Ursachen für Lahmheit

  • Verletzungen: Stürze oder Unfälle können zu Prellungen, Verstauchungen oder Brüchen führen.
  • Arthritis: Diese Entzündung der Gelenke kann Schmerzen, Schwellungen, Steifigkeit und eingeschränkte Beweglichkeit verursachen.
  • Neurologische Probleme: Diese können die Nervenversorgung der Gliedmaßen beeinträchtigen und zu einer gestörten Bewegungskoordination oder zu einem Verlust der Muskelkontrolle führen.
  • Tumoren: Knochentumoren wie Osteosarkome können Lahmheit und Schmerzen verursachen.

Symptome von Lahmheit

  • Verändertes Gangbild: Die Katze humpelt oder vermeidet es, das betroffene Bein zu belasten.
  • Schwellungen oder Schmerzen an der betroffenen Gliedmaße.
  • Wunden oder Abszesse: Sichtbare Verletzungen oder eitergefüllte Beulen können auf eine Bissverletzung oder Infektion hindeuten.

Wann zum Tierarzt?

Ein Besuch beim Tierarzt ist dringend erforderlich, wenn die Lahmheit länger als 24 Stunden anhält oder die Katze deutliche Schmerzen zeigt. Wenn die Katze lethargisch wirkt, Fieber hat oder sich nicht mehr normal verhält, kann dies auf eine ernsthafte Infektion hindeuten. Ein Tierarztbesuch ist auch ratsam, wenn die Lahmheit immer wiederkehrt, selbst wenn sie zwischendurch abklingt.

Diagnostisches Vorgehen

Beim tierärztlichen Besuch wird der Tierarzt zunächst eine gründliche Untersuchung der betroffenen Gliedmaße durchführen. Dies umfasst das Ertasten von Schwellungen, Verletzungen und Schmerzpunkten. Röntgenaufnahmen sind häufig notwendig, um Brüche, Luxationen oder Anzeichen von Arthritis zu erkennen. Bei Verdacht auf eine Infektion kann eine Blutuntersuchung durchgeführt werden. In einigen Fällen kann eine Ultraschalluntersuchung oder eine MRT notwendig sein, um Weichteilverletzungen oder Tumore zu diagnostizieren.

Therapieoptionen

Als erster Schritt sollte der Tierhalter die Katze so ruhig wie möglich halten, um weitere Verletzungen zu vermeiden. Das Anlegen einer kalten Kompresse an die betroffene Gliedmaße kann helfen, Schwellungen und Schmerzen zu lindern. Geben Sie der Katze keine Schmerzmittel für Menschen, da viele von ihnen für Katzen giftig sind. Bis zum Tierarzttermin können Sie der Katze eine bequeme, weiche Unterlage zum Liegen anbieten, um den Druck auf die schmerzende Gliedmaße zu minimieren.

Ataxie bei Katzen

Ataxie ist keine Krankheit, sondern eine neurologische Störung, die zu Koordinationsproblemen führt. Betroffene Katzen zeigen einen unsicheren Gang, fallen leicht um und haben Schwierigkeiten, ihre Bewegungen zu kontrollieren.

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Ursachen für Ataxie

  • Schäden am Zentralen Nervensystem: Infektionen, Unfälle, genetische Defekte, Stoffwechselprobleme oder Nährstoffmangel können das zentrale Nervensystem schädigen und Ataxie verursachen.
  • Cerebelläre Ataxie: Schädigungen des Kleinhirns (Cerebellum), das für die Koordination der Bewegungsabläufe verantwortlich ist, führen zu dieser Form der Ataxie. In vielen Fällen erkranken Katzen bereits im Mutterleib an dieser Form von Ataxie, beispielsweise durch eine Infektion des Muttertieres mit Katzenseuche.
  • Sensorische Ataxie: Schädigungen des Rückenmarks können zu Problemen mit den Vorder- und Hinterläufen führen, was sich durch eine breite Stellung der Beine, unkoordinierte Bewegungen sowie eine schwache Muskulatur bemerkbar macht.
  • Vestibuläre Ataxie: Eine Beschädigung des Gleichgewichtsorgans der Katze kann zu Gleichgewichtsstörungen führen.

Diagnose von Ataxie

Anhand der Art der Bewegungsstörungen lässt sich mit geübten Augen recht leicht bestimmen, welche Form von Ataxie bei einer Katze vorliegt. Für eine verlässliche Diagnose ist jedoch eine eingehende Untersuchung durch einen Tierarzt erforderlich. Zu diesem Zweck stehen neben Gehirn- und Muskelstrommessungen auch CT, MRT und Röntgen zur Verfügung.

Umgang mit einer Katze mit Ataxie

Es gibt einiges, was Sie tun können, um einer Katze mit Ataxie ihren Alltag zu erleichtern:

  • Teppichboden gibt beim Laufen einen besseren Halt als glatte Fliesen oder ein Laminatboden.
  • Ein erhöhter Futternapf verhindert ein Umkippen nach vorne während dem Fressen.
  • Treppen und andere erhöhte Gegenstände sollten gesichert werden, um Verletzungen durch Herunterfallen zu vermeiden.
  • Eine Katzentoilette mit Haube oder hohen Seitenwänden bietet der Katze die Möglichkeit, sich abzustützen.

Darüber hinaus lässt sich die Motorik von Katzen mit Ataxie auch durch Training fördern. Gezieltes Lauftraining und Geschicklichkeitsspiele können dabei helfen, die Muskulatur zu kräftigen sowie die Koordination und die Konzentration zu verbessern.

Schwannom bei Katzen

Ein Schwannom, auch bekannt als Nervenscheidentumor, ist ein gutartiger Tumor, der von den Schwann-Zellen ausgeht, welche die Hüllen um die peripheren Nerven bilden.

Ursachen für Schwannome

Obwohl die genauen Ursachen für die Entstehung von Schwannomen bei Katzen noch nicht vollständig verstanden sind, gibt es einige Faktoren, die zu ihrer Entwicklung beitragen können. Genetische Prädispositionen spielen eine Rolle, wobei Mutationen in bestimmten Genen eine unkontrollierte Zellvermehrung begünstigen können. Darüber hinaus können Umweltfaktoren wie Exposition gegenüber bestimmten Chemikalien oder Strahlung eine Rolle spielen.

Symptome von Schwannomen

Die Symptome eines Schwannoms bei Katzen hängen stark von der Lage und Größe des Tumors ab. Da Schwannome in der Nähe von Nerven auftreten, können sie Druck auf diese ausüben, was zu verschiedenen neurologischen Symptomen führen kann. Katzen können auch Schmerzen, Zittern oder Muskelzuckungen zeigen, wenn der Tumor Druck auf einen Nerv ausübt oder diesen reizt. Weitere Symptome können je nach Lage des Tumors variieren.

Diagnose von Schwannomen

Die Diagnose eines Schwannoms bei Katzen beginnt in der Regel mit einer gründlichen klinischen Untersuchung durch einen Tierarzt. Bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen, Ultraschall oder MRT werden eingesetzt, um die genaue Lage und Größe des Tumors zu bestimmen. In einigen Fällen kann eine Biopsie erforderlich sein, um eine definitive Diagnose zu stellen.

Therapie von Schwannomen

Die Behandlung von Schwannomen bei Katzen hängt von der Größe, Lage und den damit verbundenen Symptomen des Tumors ab. In vielen Fällen ist eine chirurgische Entfernung des Tumors die bevorzugte Methode, insbesondere wenn der Tumor gut zugänglich ist und keine wichtigen Nervenstrukturen beeinträchtigt. In einigen Fällen, wenn der Tumor nicht vollständig entfernt werden kann oder wenn ein hohes Risiko eines Wiederauftretens besteht, kann Strahlentherapie als ergänzende Behandlung eingesetzt werden.

Prävention von Schwannomen

Die Prävention von Schwannomen bei Katzen ist herausfordernd, da die genauen Ursachen für die Entwicklung dieser Tumoren nicht vollständig verstanden sind. Dennoch gibt es einige allgemeine Maßnahmen, die helfen können, das Risiko zu minimieren. Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige tierärztliche Untersuchungen sind entscheidend, um die allgemeine Gesundheit der Katze zu unterstützen. Es ist auch wichtig, die Katze in einer sicheren Umgebung zu halten, um Verletzungen zu vermeiden, die möglicherweise das Nervensystem beeinträchtigen könnten.

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