Ulnarisnerv-Migräne-Zusammenhang: Ursachen, Diagnose und Behandlung

Die Neurologie befasst sich mit einer Vielzahl von Erkrankungen des Nervensystems, von denen einige, wie das Ulnarisrinnen-Syndrom und Migräne, auf den ersten Blick keine offensichtliche Verbindung haben. Dieser Artikel beleuchtet mögliche Zusammenhänge zwischen Ulnarisnerv-Problemen und Migräne, wobei ein umfassender Überblick über beide Zustände, ihre Diagnose und Behandlungsoptionen gegeben wird.

Erkrankungen des Ulnarisnervs

Der Ulnarisnerv ist einer der drei Hauptnerven der oberen Extremität und versorgt Teile des Unterarms und der Hand. Erkrankungen des Ulnarisnervs können verschiedene Ursachen haben und sich in unterschiedlichen Symptomen äußern.

Ursachen und Symptome

Zu den häufigsten Ursachen für Ulnarisnerv-Probleme zählen:

  • Kompression: Nervenkompressionen, wie beim Kubitaltunnelsyndrom (Sulcus ulnaris Syndrom), bei dem der Nerv am Ellenbogen eingeklemmt wird.
  • Traumatische Nervenverletzungen: Neurome, Durchtrennungen oder andere Verletzungen des Nervs.
  • Thoracic-outlet-Syndrom (TOS): Eine Kompression der Nerven und Blutgefäße im Bereich des Schultergürtels.
  • Erkrankungen des Plexus brachialis: Schädigungen des Nervengeflechts, das die Nerven der oberen Extremität versorgt.

Die Symptome einer Ulnarisnerv-Schädigung können vielfältig sein und umfassen:

  • Kribbeln und Taubheit, vor allem im Klein- und Ringfinger.
  • Schmerzen im Unterarm und in der Hand.
  • Schwäche der Handmuskulatur, insbesondere beim Greifen.
  • In fortgeschrittenen Fällen Muskelschwund (Atrophie) der Handmuskulatur.

Diagnostik

Die Diagnose von Ulnarisnerv-Erkrankungen umfasst in der Regel eine Kombination aus:

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  • Klinischer Untersuchung: Beurteilung der Symptome und neurologische Tests zur Überprüfung der Nervenfunktion.
  • Elektrophysiologie (EMG, Neurographie): Messung der elektrischen Aktivität der Nerven und Muskeln, um die Lokalisation und den Schweregrad der Schädigung zu bestimmen.
  • Neuromuskulärer Ultraschall: Eine schmerzlose Untersuchungsmethode, die es ermöglicht, periphere Nerven und Muskeln und ihre Erkrankungen sichtbar zu machen. Der Ultraschall der Nerven und Muskeln kann prä- und postoperativ wertvolle Zusatzinformationen generieren wie Art, Schwere und Lokalisation einer Schädigung. Anatomische Gegebenheiten und Varianten können vor einer Operation für den Operateur sichtbar gemacht werden. In der Untersuchung von Nervenverletzungen bei Kindern ist der Nervenultraschall besonders wertvoll, da er schmerzlos ist und im Gegensatz zur Elektrophysiologie, die von Kindern oft schlecht toleriert wird, früh Aussagen über den Zustand des Nervs treffen kann. Bei Schädigungen des Plexus brachialis wie Thoracic-outlet-Syndrom oder Nerventorsionen nach Plexusneuritis/ Neuralgischer Schulteramyotrophie liefert der Ultraschall wichtige ergänzende Informationen zur MRT- und CT-Bildgebung. Bei Engpass-Syndromen wie Karpaltunnel- oder Cubitaltunnel-Syndrom (Sulcus ulnaris) aber auch anderen Kompressionssyndromen der Arm- und Beinnerven können Ausmaß und Ursache der Schädigung aufgezeigt werden. Nerventumore können mittels Ultraschall hinsichtlich Größe, Ausdehnung, Vaskularisation und Morphologie beurteilt werden. Bei traumatischen Nervenverletzungen liefert der Nervenultraschall frühzeitig Informationen zu Art, Schwere und Lokalisation einer Schädigung. Auch Hautnerven können mit unserer Technik dargestellt werden und Verletzungen oder Kompressionsstellen lokalisiert werden (N. cutaneus femoris lateralis, N. saphenus bis hin zu den infrapatellaren Ästen nach Knie-OP u.a.). Erkrankungen der Nerven des Fußes wie eine Morton-Metatarsalgie können im Nervenultraschall detektiert werden. In der Differenzierung von Neuropathien (Immunneuropathie, hereditäre Neuropathie.
  • Bildgebung (MRT, CT): In einigen Fällen kann eine Bildgebung erforderlich sein, um andere Ursachen für die Symptome auszuschließen oder die genaue Lokalisation der Nervenkompression zu bestimmen.

Therapie

Die Behandlung von Ulnarisnerv-Erkrankungen richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung. Zu den möglichen Behandlungsoptionen zählen:

  • Konservative Therapie: Ruhigstellung, entzündungshemmende Medikamente, Physiotherapie.
  • Operative Therapie: Bei schweren Fällen oder wenn die konservative Therapie nicht ausreichend ist, kann eine Operation erforderlich sein, um den Nerv zu dekomprimieren oder zu reparieren. Von einem Kubitaltunnelsyndrom wird gesprochen, wenn der Ellennerv in der Ellenrinne (umgangssprachlich bekannt als Musikantenknochen, Mäuschen etc.) eingeengt ist und zu den typischen Beschwerden führt, wie meist nächtliche Missempfindungen und Schmerzen insbesondere in Klein- und Ringfinger und angrenzendem Handteller. Auch Symptome wie Taubheit sowie Kraftmangel und Muskelschwund in der Hand können auftreten. Der Nerv ist an dieser Stelle so ungeschützt, dass er anfällig für Verletzungen durch Druck und Zug ist. Ein operativer Eingriff erfolgt in Kurznarkose. Dieser ist prinzipiell aber auch in örtlicher oder regionaler Betäubung möglich. Über einen bogenförmigen Hautschnitt (5 bis10 Zentimeter) in Höhe der Ellenrinne wird die meist bindegewebige Narbenplatte über dem Nerven durchtrennt. Gegebenenfalls sind nach der Operation physiotherapeutische Maßnahmen notwendig.

Migräne

Migräne ist eine häufige neurologische Erkrankung, die durch wiederholte Anfälle von starken Kopfschmerzen gekennzeichnet ist. Migräne beschreibt das wiederholte Auftreten meist einseitiger, pochender/hämmernder Kopfschmerzen, die mehrere Stunden bzw. Migräne ist nach Spannungskopfschmerz der häufigste Kopfschmerztyp. Laut WHO sind von ihr weltweit 8% der Männer und 18% der Frauen betroffen; in Deutschland geht man von 8 Millionen Menschen mit Migräne aus. Im mittleren Lebensalter sind im Verhältnis mehr Frauen als Männer betroffen, bedingt u.a. durch Schwankungen im Östrogenspiegel. Migräne ist klassifiziert als eine Form eines „primären Kopfschmerzes“, weil keine pathophysiologisch fassbare oder morphologische Veränderung zugrunde liegt. Die Beschwerden beginnen oft in den frühen Morgenstunden oder schon beim Aufwachen. Begleitend besteht häufig eine Überempfindlichkeit gegen Licht (bei ca. 60% der Episoden), laute Geräusche (50%) und Gerüche (10%). Begleitend sind fast immer Appetitlosigkeit, Übelkeit (bis 80%) und Erbrechen (bis 50%). Bereits vor der Attacke kommt es bei ca. 1/3 der Patienten zu Vorboten. Diese können einer Migräneattacke wenige Stunden bis zu zwei Tage vorausgehen. Es treten vor allem psychische, neurologische und vegetative Krankheitszeichen wie Müdigkeit oder Überaktivität, verminderte Leistungsfähigkeit, Gähnen, Stimmungsschwankungen, Durst oder innere Unruhe auf. Man unterscheidet die Migräne ohne Aura von der viel selteneren Migräne mit Aura (ca. 10%). Bei der Migräne mit Aura kommt es typischerweise vor Auftreten der Kopfschmerzen zu neurologischen Ausfallerscheinungen, in den meisten Fällen zu Sehstörungen. Diese werden als Flimmern, Schleiersehen oder teilweise als gezackte Figuren im Gesichtsfeld wahrgenommen; teilweise treten auch Gesichtsfeldausfälle auf. Seltener kommt es zu anderen vorübergehenden neurologischen Ausfällen wie zum Beispiel Lähmungen einer Körperhälfte oder eines Arms / Beins, sensible Ausfälle, Schwindel oder Sprachstörungen. Die Dauer ist typischerweise begrenzt (ca. Auch bei Kindern im Schulkindalter kommt Migräne vor (ca. 2,5% der Kinder bis 9 Jahre, ca. 5% bis 12 Jahre), hier bei Mädchen und Jungen gleich häufig. Die Kopfschmerzen werden oft von starker Übelkeit und Brechreiz und / oder Bauchschmerzen begleitet. Im Unterschied zu Erwachsenen sind die Kopfschmerzattacken häufig kürzer, oft beidseitig und mit starker Betonung auf die Begleitsymptome (Bauchschmerzen), was das Erkennen erschwert. Nach der Pubertät kommt es häufig zu einer deutlichen Besserung oder sogar zum Verschwinden der Migräne. Es gibt verschiedene Faktoren und Substanzen, die einen Migräneanfall auslösen können, die sogenannten „Triggerfaktoren“. Diese Migräneauslöser sind individuell sehr unterschiedlich. Alkoholkonsum (v.a. Wetteränderungen (v.a. Diese Form ist mit 10% relativ selten. Es kommt typischerweise vor den Kopfschmerzen für eine Dauer von 30-60 Minuten zu neurologischen Ausfällen. In den meisten Fällen betrifft dies die Sehfähigkeit: Lichtblitze, farbige Flecken oder Zacken werden wahrgenommen. Bei einer Basilarismigräne kommt es zusammen mit den Kopfschmerzen, die meist am Hinterkopf wahrgenommen werden, zu Schwindel, der die Kopfschmerzen überdauern kann. Teilweise auch zu Sehstörungen (Doppeltsehen) und Missempfindungen an den Extremitäten. Bei dieser Erkrankungsform ist vor allem das Gleichgewichtsorgan betroffen. Kopfschmerzen sind in den meisten Fällen ebenfalls spürbar. Die Migräne ist eine komplexe durch verschiedene pathophysiologische Mechanismen hervorgerufene Erkrankung. Die einzelnen Vorgänge und deren Zusammenspiel werden intensiv erforscht, sind jedoch noch nicht abschließend geklärt. Zusammenfassend kann Folgendes gesagt werden: Eine Migräneattacke kommt durch eine Aktivierung bestimmter Strukturen des Hirnstamms, des trigeminovaskulären Systems, zustande. Diese besteht in einer neurogenen Entzündung der harten Hirnhaut (mit den Folgen einer Gefäßerweiterung kleiner Hirnhautgefäße, Plasmaausstrom ins perivaskuläre Gewebe, Freisetzung von Entzündungsmediatoren wie Histamin, Serotonin, Prostaglandinen u.a.). Der Schmerz entsteht an der Hirnhaut durch eine lokale Gefäßerweiterung nach Ausschüttung gefäßaktiver Neuropeptide wie Substanz P und CGRP (Calcitonin-Gene-related-Peptid) durch den 5. Hirnnerv. Über die Fasern des N. trigeminus wird der Schmerz dann größtenteils weitergeleitet. Daneben ziehen einige Fasern zur Hinterwurzel des oberen Halsmarks, wodurch die häufig auftretenden Nackenschmerzen bei Migränepatienten verursacht werden. Eine wichtige schmerzkontrollierende Funktion scheint eine zentrale Hirmstammstruktur zu haben, das periaquäaduktale Grau (PAG). Seine vorübergehende Funktionseinschränkung scheint mitverantwortlich für die Auslösung einer Migräneattacke zu sein. Die Aura, die vielen schweren Attacken vorausgeht, lässt sich mit der schon vor 70 Jahren vermuteten Erregbarkeitshypothese erklären („Cortical Spreading Depression“ = CSD), wonach durch eine Reizung der Hirnrinde eine flächige Depolarisation von Nervenzellen über die Hirnrinde ausgelöst wird. Die Ausbreitung dieser Erregbarkeit konnte mittlerweile auch bildlich dargestellt werden. Diese Ausbreitung bringt eine Durchblutungsminderung und die Freisetzung gefäßaktiver Neuropeptide mit sich. Ziel der Akuttherapie ist es, die Migräneattacke möglichst schnell und vollständig zu beenden. Bei einer hohen Anzahl von Migräneattacken pro Monat kommt weiterhin die prophylaktische Therapie zum Einsatz. Diese soll langfristig die Häufigkeit und Intensität von Migräneanfällen reduzieren. nicht-pharmakologische Maßnahmen wie Minzöl, Entspannung etc. Deren Wirksamkeit in der Akuttherapie ist bisher wissenschaftlich nur wenig untersucht worden. Auch Akupunktur ist als nichtmedikamentöses Verfahren wirksam in der Behandlung einer akuten Migräne. Bei der Entscheidung für den Beginn einer medikamentösen Prophylaxe sind der individuelle Leidensdruck und die Einschränkung durch die Erkrankung entscheidend. bei „komplizierter Migräne“, d.h. Medikamente für die prophylaktische Therapie können Betablocker, Substanzen aus der Klasse der antiepileptischen Medikamente, Antidepressiva oder einige Blutdrucksenker (Ca-Antagonisten) sein. In seltenen Fällen, v.a. Laut nationalen Leitlinien soll die medikamentöse Therapie durch nichtmedikamentöse Verfahren ergänzt oder sogar ersetzt werden. Regelmäßiger Ausdauersport wird empfohlen. Ziel der Migräneprophylaxe ist eine Reduktion von Häufigkeit, Dauer und Intensität der Migränekopfschmerzen sowie die Vermeidung von Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch. Nach sorgfältiger Abwägung kann in einigen Fällen einer chronischen Migräne eine chronische Stimulation des N. occipitalis major (ONS) eingesetzt werden. Seit 2011 ist hierfür ein Neurostimulator zugelassen. Die Durchführung ist zur Zeit jedoch nur im Rahmen von Studien zu empfehlen. Auch nichtinvasiv kann eine Neurostimulation erfolgen, die dann an Ausläufern des N. vagus (z.B. über eine Ohrelektrode) oder des N. trigeminus erfolgt. Es gibt Verfahren mit repetitiver transkranieller Stimulation (rTMS) oder Stimulation über die Haut mittels TENS. Hierbei soll die kortikale Erregbarkeit und damit der Kopfschmerz v.a. bei Migräne mit Aura reduziert werden. Dies beschreibt einen chronischen, d.h. mindesten 15 Tage pro Monat auftretenden Kopfschmerz bei Übergebrauch von Schmerz- oder Migränemitteln (an 10-15 Tagen pro Monat, seit ≥ 3 Monaten). Laut DGN kann der Übergebrauch jeglicher Kopfschmerzmittel (Analgetika, Ergotamin, Triptane, Benzodiazepine, Opioide, Barbiturate) zur Entwicklung eines Kopfschmerzes führen. Betroffene Patienten entwickeln meist einen diffusen holokraniellen, dumpf drückenden Kopfschmerz ohne vegetative Begleiterscheinungen. Migränepatienten mit Triptanübergebrauch entwickeln häufig zunächst eine Zunahme der Migränefrequenz und später einen pulsierenden klopfenden Kopfschmerz, teilweise in Verbindung mit Übelkeit. Die für die Entwicklung des Kopfschmerzes bei Medikamentenübergebrauch kritischen Einnahmedauer und -frequenz sind am kürzesten und niedrigsten für Triptane und Mutterkornalkaloide und länger und höher für Analgetika (Evers et al. 1999, Limmroth et al. 2002, in DGN 2012). Therapeutisch muss ein Medikamentenentzug erfolgen. Überbrückend müssen meist andere Medikamente, teilweise auch Cortison, eingesetzt werden.

Ursachen und Symptome

Die genauen Ursachen von Migräne sind noch nicht vollständig geklärt, aber es wird angenommen, dass eine Kombination aus genetischen und Umweltfaktoren eine Rolle spielt. Zu den möglichen Auslösern von Migräneattacken zählen:

  • Stress
  • Schlafstörungen
  • Hormonelle Veränderungen
  • Bestimmte Nahrungsmittel und Getränke (z.B. Alkohol, Käse, Schokolade)
  • Wetteränderungen

Die Symptome von Migräne können variieren, aber typischerweise umfassen sie:

  • Starke, pulsierende Kopfschmerzen, meist auf einer Seite des Kopfes.
  • Übelkeit und Erbrechen.
  • Licht- und Geräuschempfindlichkeit.
  • In einigen Fällen eine Aura, die sich als Sehstörungen oder andere neurologische Symptome äußern kann.

Diagnose

Die Diagnose von Migräne basiert in erster Linie auf der Anamnese und den berichteten Symptomen des Patienten. In einigen Fällen kann eine neurologische Untersuchung oder Bildgebung erforderlich sein, um andere Ursachen für die Kopfschmerzen auszuschließen.

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Therapie

Die Behandlung von Migräne zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Häufigkeit der Anfälle zu reduzieren. Zu den möglichen Behandlungsoptionen zählen:

  • Akuttherapie: Schmerzmittel (z.B. Ibuprofen, Triptane), Antiemetika.
  • Prophylaktische Therapie: Medikamente (z.B. Betablocker, Antidepressiva, Antiepileptika), Entspannungstechniken, Akupunktur, regelmäßiger Ausdauersport.

Mögliche Zusammenhänge zwischen Ulnarisnerv-Problemen und Migräne

Obwohl es keine direkten Beweise für einen kausalen Zusammenhang zwischen Ulnarisnerv-Problemen und Migräne gibt, sind einige indirekte Verbindungen denkbar:

  • Nackenschmerzen: Sowohl Ulnarisnerv-Probleme als auch Migräne können mit Nackenschmerzen einhergehen. Die Fasern des N. trigeminus wird der Schmerz dann größtenteils weitergeleitet. Daneben ziehen einige Fasern zur Hinterwurzel des oberen Halsmarks, wodurch die häufig auftretenden Nackenschmerzen bei Migränepatienten verursacht werden. Nackenschmerzen können wiederum Migräneattacken auslösen oder verstärken.
  • Nervenkompressionen: In seltenen Fällen könnten Nervenkompressionen im Bereich der Halswirbelsäule sowohl den Ulnarisnerv als auch Nerven, die an der Entstehung von Migräne beteiligt sind, beeinträchtigen.
  • Gemeinsame Triggerfaktoren: Stress, Schlafstörungen und bestimmte Haltungsmuster können sowohl Ulnarisnerv-Probleme als auch Migräne begünstigen.
  • Vestibuläre Migräne: Vestibuläre Migräne ist häufig, sie äußert sich wiederholte spontan auftretende Schwindelattacken und muss nicht immer von einem Migränekopfschmerz begleitet sein. Bei einer Basilarismigräne kommt es zusammen mit den Kopfschmerzen, die meist am Hinterkopf wahrgenommen werden, zu Schwindel, der die Kopfschmerzen überdauern kann. Teilweise auch zu Sehstörungen (Doppeltsehen) und Missempfindungen an den Extremitäten.

Es ist wichtig zu betonen, dass diese Zusammenhänge spekulativ sind und weiterer Forschung bedürfen.

Differentialdiagnostik

Bei der Abklärung von Kopfschmerzen und neurologischen Symptomen ist eine sorgfältige Differentialdiagnostik unerlässlich. Es gibt weit über 100 verschiedene Kopfschmerzarten, wobei Kopfschmerzen von Spannungstyp und Migränekopfschmerzen zu den häufigsten Kopfschmerzarten zählen. Für die Diagnose jeder Art von Kopfschmerzen ist eine eingehende Befragung und Untersuchung notwendig. In einigen Fällen ist es zudem erforderlich, ein Bildgebung des Gehirns (MRT oder CCT) durchführen zu lassen. Grundsätzlich ist zwischen primären und sekundären Kopfschmerzen zu unterscheiden. Der Begriff „sekundärer“ oder „symptomatischer Kopfschmerz“ bedeutet, dass der Kopfschmerz durch eine zugrunde liegende, somatische Erkrankung entstanden ist (z.B. Hirntumor, Bluthochdruck (arterielle Hypertonie), Entzündung, Gefäßprozess, Medikamentenübergebrauch oder eine andere körperliche Störung). Bei den primären Kopfschmerzen lässt sich keine strukturell-somatische Ursache für den Kopfschmerz ermitteln. Zu den primären Kopf- und Gesichtsschmerzen gehören z.B. Migräne, Cluster- und Spannungskopfschmerzen sowie die Trigeminusneuralgie. In jedem Fall ist immer eine rasche und kompetente differentialdiagnostische Abklärung der Kopfschmerzen von großer Bedeutung. So löst Trigeminusneuralgie Kopfschmerzen mit v.a. im mittleren/unteren Gesichtsbereich aus. Charakteristisch kommt es zu einseitig blitzartig einschießender, über Sekunden bis wenige Minuten anhaltender, extrem heftiger Schmerzen. Folgende Erkrankungen sollten bei der Diagnose berücksichtigt werden:

  • Andere Kopfschmerzarten: Spannungskopfschmerzen, Clusterkopfschmerzen, Trigeminusneuralgie.
  • Zervikogener Kopfschmerz: Kopfschmerzen, die von Problemen der Halswirbelsäule ausgehen.
  • Neurologische Erkrankungen: Multiple Sklerose, Schlaganfall, Hirntumore.
  • Systemische Erkrankungen: Bluthochdruck, Infektionen.

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