Die Parkinson-Krankheit, auch Morbus Parkinson genannt, ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die vor allem das Nervensystem betrifft. Nach der Alzheimer-Krankheit ist sie die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung in Deutschland. Schätzungsweise 400.000 Menschen in Deutschland sind von Parkinson betroffen. Die Erkrankung manifestiert sich meist im höheren Lebensalter, wobei die Mehrheit der Betroffenen über 60 Jahre alt ist, wenn die Diagnose gestellt wird. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen Menschen bereits in jüngeren Jahren, sogar schon mit zwanzig Jahren, an Parkinson erkranken. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.
Was ist Parkinson?
Parkinson zählt zu den häufigsten Erkrankungen des Nervensystems und beginnt meist schleichend. Die ersten Krankheitszeichen weisen nicht immer eindeutig auf Parkinson hin. Bis zur Diagnose Parkinson können daher oft Jahre vergehen. Die Parkinson-Erkrankung wird auch Morbus Parkinson genannt. Sie ist eine chronische, also dauerhafte und fortscheitende Erkrankung der Nervenzellen in dem Teil des Gehirns, der für die Kontrolle der Bewegungen zuständig ist. Die dort betroffenen Nervenzellen produzieren den Botenstoff Dopamin. Dopamin ist für die Übermittlung von Signalen für die Bewegungskontrolle zuständig. Sterben die Nervenzellen ab, sinkt der Dopamin-Spiegel. In ihrem Verlauf kann die Erkrankung daher Auswirkungen auf die Koordination und die Bewegungsfähigkeit der Betroffenen haben. Parkinson ist eine chronische Erkrankung. Das bedeutet, dass sie derzeit nicht geheilt werden kann. Dank wirksamer Therapien können die Beschwerden jedoch gut behandelt und damit gelindert werden.
Ursachen von Parkinson
Ursächlich für die Beschwerden bei einer Parkinson-Erkrankung ist ein Mangel des Botenstoffs Dopamin. Dieser Stoff wird in den Nervenzellen der Substantia Nigra (schwarze Substanz) gebildet. Ihren Namen hat diese Region im Gehirn aufgrund ihrer dunklen Färbung. Sie liegt in den Basalganglien, einem Netzwerk von Nervenzellen, das für die Steuerung der Bewegungen verantwortlich ist. Grundsätzlich nimmt die Zahl der Nervenzellen in der Substantia Nigra bei jedem Menschen im Laufe seines Lebens ab. Bei Menschen mit Parkinson verläuft dieser Zellabbau jedoch beschleunigt. Sind etwa 50 bis 60 Prozent der Dopamin bildenden Zellen abgestorben, treten die typischen motorischen Symptome auf. Welche genaue Ursache Parkinson zugrunde liegt und welcher Umstand für den Abbau der Nervenzellen verantwortlich ist, ist bislang nicht bekannt. Hinweise deuten darauf, dass das Zusammenspiel mehrerer Faktoren das Auftreten der Erkrankung begünstigen kann.
Das Zusammenspiel mehrerer Faktoren
Ein wichtiger Faktor, der an der Entstehung von Parkinson beteiligt sein kann, ist das Alter. Das bedeutet in keinem Fall, dass jeder alte Mensch ein erhöhtes Parkinson-Risiko hat. Bei jedem Menschen verringert sich die Anzahl der Nervenzellen in der Substantia Nigra im Laufe seines Lebens. Dieser Prozess verläuft jedoch meist so langsam, dass er innerhalb der durchschnittlichen Lebenserwartung nicht zu Beschwerden führt. Im gesunden Alterungsprozess gehen pro Jahrzehnt etwa 5 Prozent der Dopamin bildenden Zellen der Substantia Nigra zugrunde. Bei Parkinson-Patienten ist ein zehnfaches Absterben der Dopamin bildenden Zellen, sowie eine Ansammlung kleiner Eiweißablagerungen (Lewykörper) in den Nervenzellen in verschiedenen Regionen des Gehirns vorhanden. Dann kann es sein, dass irgendwann zu wenig Dopamin bildende Zellen vorhanden sind und es zu einem Mangel an Dopamin kommt.
In sehr wenigen Fällen ist Parkinson erblich bedingt. Etwa 5 Prozent der Betroffenen haben einen nahen Verwandten mit Parkinson. Dabei wird die Erkrankung meist nicht direkt von den Eltern an die Kinder vererbt. Vielmehr geht man davon aus, dass ein Zusammenspiel verschiedener genetischer Anlagen einige Menschen anfälliger für Parkinson macht als andere. Es scheint, dass verschiedene Schadstoffe das Risiko für eine Parkinson-Erkrankung erhöhen können. Dazu zählen unter anderem Lösungsmittel auf Kohlenwasserstoffbasis, Pestizide und Nervengifte. Verschiedene Beobachtungen haben gezeigt, dass Menschen in ländlichen, Gebieten, die nicht an die städtische Wasserversorgung angeschlossen sind, sondern sich über einen eigenen Brunnen mit Wasser versorgen, ein erhöhtes Parkinson-Risiko haben, wenn Pestizide aus der Landwirtschaft in das Wasser gelangen.
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Bestimmte Arten von Kopfverletzungen können das Risiko erhöhen, an sekundärem Parkinson zu erkranken. Durch schwere Schläge auf den Kopf, wie sie beispielsweise beim Boxen vorkommen, Schlaganfälle oder Hirntumore kann die Substantia Nigra geschädigt werden. Ist der Zellverlust in dieser Region des Gehirns zu groß, kann es zu einem Dopamin-Mangel und damit zu Parkinson-Beschwerden kommen.
Symptome von Parkinson
Die Parkinson-Krankheit hat vielfältige Symptome wie steife Bewegungen und Zittern. Die ersten Anzeichen von Parkinson machen sich meist Jahre vor den typischen Bewegungs-Beschwerden (Hauptsymptomen) bemerkbar. Diese Frühsymptome werden oft nicht als Krankheitszeichen angesehen, sondern dem Altern zugeschrieben. Neben den vier Hauptsymptomen gibt es eine Vielzahl möglicher Begleit-Symptome.
Hauptsymptome
Typische Symptome bei Parkinson sind Zittern, auch Tremor genannt, sowie verlangsamte, verminderte Bewegungen und eine Haltungsinstabilität. Ruhezittern der Hände, Bewegungsarmut und Muskelsteifigkeit sind Hauptsymptome bei Parkinson. Später kommt die körperliche Instabilität als viertes Kennzeichen hinzu.
- Bewegungsarmut (Bradykinese): Menschen mit Parkinson bewegen sich langsamer und können Bewegungen schlechter steuern. Leichte Alltagsdinge wie ein Hemd zuknöpfen, eine Geldmünze aufnehmen, aus dem Stuhl aufstehen oder auf dem Computer tippen fallen ihnen schwer. Mit der Zeit werden ihre Schritte immer schneller und kürzer; der Gang schlurfend. Mitunter entsteht eine Bewegungsblockade: Der Körper „friert ein“ (Freezing).
- Zittern (Tremor): Zittern ist typischerweise in Ruhe stark ausgeprägt und bessert sich durch gezielte Bewegung. Der Ruhetremor tritt zuerst einseitig an den Händen auf, später beidseitig. Zudem können Lippen, Kiefer und Beine betroffen sein. Das Händezittern wird auch als „Pillendrehen“ bezeichnet, da der Daumen und die Finger aneinander reiben, als würden sie eine Kugel bewegen. Aufregung, Angst oder Stress können den Tremor verschlimmern.
- Muskelsteifigkeit (Rigor): Muskeln unterliegen einem Wechselspiel zwischen Anspannen und Entspannen. Bei Menschen mit Parkinson entspannen sich die Muskeln nicht mehr wie gewohnt und werden steif. Bemerkbar macht sich das zum Beispiel, indem die Arme beim Gehen nicht mehr mitschwingen oder durch eine gebückte Körperhaltung.
- Körperliche (posturale) Instabilität: Körperliche Instabilität kommt meist im späteren Verlauf als Kennzeichen hinzu: Darunter versteht man eine Störung der aufrechten Körperhaltung durch fehlende Halte- und Stellreflexe. Dem Körper gelingt es nicht mehr gut, die Balance zu halten: Der Gang wird unsicher, plötzliche Bewegungen lassen sich nicht abfangen, die Gefahr für Stürze steigt. Damit erhöht sich auch das Risiko für körperliche Behinderungen.
Begleitsymptome
Weitere Beschwerden bei Parkinson können den ganzen Körper betreffen - beispielsweise die Haut, das Skelett, die Sinnesorgane und die Psyche. Ob und wie stark sie auftreten, ist von Person zu Person verschieden. Zudem können einige Beschwerden auch andere Ursachen haben.
Mögliche Begleit-Symptome sind unter anderem:
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- reduzierte Mimik: das Gesicht wirkt wie eine Maske
- veränderte Handschrift: sie wird häufig zum Zeilenende hin kleiner
- gestörte Augen- und Augenlidbewegungen, vermindertes Blinzeln
- verschwommene Sicht, Probleme Kontraste wahrzunehmen
- Probleme mit dem Sprechen: die Stimme ist leise, die Sprache undeutlich
- Schluckstörung, unkontrollierter Speichelfluss
- gebückte Körperhaltung; der Rumpf ist im Stehen und Gehen nach vorn geneigt; mitunter auch zur Seite
- geistige (kognitive) Einschränkungen wie Konzentrationsschwäche
- Depression und Angststörungen
- Schlafprobleme; starke Müdigkeit und Erschöpfung (Fatigue)
- Probleme mit dem Kreislauf, der Verdauung und der Blasenentleerung
- Riechstörungen
- Missempfindungen oder Schmerzen im Nacken, Rücken oder in den Gliedmaßen
- Hautveränderungen: Bereiche des Gesichts sehen fettig oder ölig aus („Salbengesicht“)
Frühsymptome
In der Frühphase sind die ersten Anzeichen von Parkinson Schlafstörungen, Verstopfungen und Geruchsstörungen. Auch ein fehlendes Mitschwingen des Armes beim Gehen oder eine leisere und monotonere Stimme können erste Symptome von Parkinson sein. Als erstes spezifisches Symptom der Parkinson-Krankheit gilt eine REM-Schlafverhaltensstörung. Bei dieser Schlafstörung sprechen beziehungsweise schreien Betroffene oder bewegen sich ruckartig im Traum. Sie können sich oder andere sogar verletzen. Die Symptome der Schlafstörung lassen sich mit Medikamenten lindern.
Als die wichtigsten Frühsymptome gelten:
- REM-Schlaf-Verhaltensstörung: Statt zu erschlaffen, spannt sich die Muskulatur während des Traumschlafs (REM-Phase) an. Dadurch kommt es zu unwillkürlichen Bewegungen wie Treten oder Schlagen.
- Wichtig: Die Frühanzeichen von Parkinson können auch mit anderen Erkrankungen zusammenhängen.
Vorboten
Vor Beginn der motorischen Symptome können bereits verschiedene Vorboten von Parkinson auftreten. Meist sind die Vorboten allerdings so unspezifisch, dass der Verdacht nicht sofort bei Parkinson liegt. Diese Vorläuferphase bezeichnet die Medizin als Prodromalphase. Mit dem fortlaufenden Verlust an Nervenzellen nehmen die Krankheitssymptome in der Regel zu. Kurz vor der Parkinson-Diagnose beginnen oftmals die Parkinson-typischen motorischen Symptome wie Muskelzittern (Tremor), Muskelsteifheit (Rigor) und verlangsamte Bewegungen (Bradykinese).
Diagnose von Parkinson
Bei Parkinson ist ein Facharzt oder eine Fachärztin für Neurologie die beste Anlaufstelle. Charakteristisch für die Erkrankung sind Symptome wie Bewegungsarmut, Muskelsteifigkeit, Ruhezittern und körperliche Instabilität. Diese Beschwerden gründlich zu untersuchen, ist wesentlich für die Diagnosestellung. Eine Untersuchung mit bildgebenden Verfahren erlaubt es, andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen auszuschließen. Mitunter kommt zusätzlich ein Gentest infrage. Des Weiteren können Ärztinnen und Ärzte einen L-Dopa-Test durchführen, um die Diagnose zu sichern. L-Dopa ist ein gängiges Parkinson-Medikament. Nimmt man es testweise ein und verbessern sich dadurch die Beschwerden deutlich, bestätigt das den Verdacht.
Körperliche Untersuchung
Hierbei prüft die Ärztin oder der Arzt vor allem das Gangverhalten und die Beweglichkeit:
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- Das Maß der Bewegungsarmut lässt sich ermitteln, indem man zum Beispiel schaut, wie schnell, häufig und in welchem Rhythmus die betreffende Person mit den Fingern klopft oder die Hand nach innen und außen dreht. Aufschluss gibt auch die Art, wie die Arme beim Gehen mitschwingen.
- Wie steif die Muskeln sind, kann man durch passive Bewegung der Gliedmaßen herausfinden. Dafür lässt man die betreffende Person zum Beispiel Bewegungen mit der gegenüberliegenden Gliedmaße ausführen wie das Öffnen und Schließen einer Faust oder das Werfen eines Balls.
- Das Zittern lässt sich beurteilen, indem die Patientin oder der Patient die Hände ruhig in den Schoss legt. Ablenkung wie Bewegungen mit der gegenüberliegenden Gliedmaße oder Kopfrechnen bringt ein mildes Zittern häufig zum Vorschein. Manchmal lässt sich ein Ruhetremor auch nur durch die Beobachtung der Hände beim Gehen prüfen.
- Wie instabil der Körper ist, lässt sich mithilfe eines „Zug-Tests“ prüfen. Dabei zieht der Arzt oder die Ärztin die jeweilige Person kräftig an den Schultern nach hinten.
Bildgebende Diagnostik
Um andere Erkrankungen auszuschließen, die sich ähnlich äußern wie Parkinson, nutzen Ärztinnen und Ärzte die kraniale Magnetresonanztomografie (cMRT). Damit „durchleuchtet“ man Schritt für Schritt das Gehirn und erstellt Bilder der jeweiligen Gehirnschicht. Unter bestimmten Umständen kann die Ärztin oder der Arzt den Einsatz weiterer Verfahren erwägen, zum Beispiel eine Ultraschall-Untersuchung von Nervenzellgewebe oder bestimmte nuklearmedizinische Untersuchungen wie Positronen-Emissions-Tomografie (PET ) oder SPECT.
Genetische Untersuchung
Parkinson kann vererbt sein. Kommt die Erkrankung in der Familie gehäuft vor oder erkrankt die Person recht früh im Leben, liegt der Verdacht sehr nahe. Ärztinnen und Ärzte können auf Wunsch einen Gen-Test anbieten, wenn:
- entweder zwei Verwandte ersten Grades oder ein Verwandter ersten und ein Verwandter zweiten Grades an Parkinson erkrankt sind
- sich die typischen Parkinson-Symptome vor dem 50. Lebensjahr zeigen
Checkliste zur Früherkennung von Parkinson
Vergleichen Sie Ihre Beschwerden mit den aufgelisteten Frühsymptomen. Setzen Sie einen in Haken in das Kästchen vor den Symptomen, die bei Ihnen bereits früher aufgetreten sind oder aktuell vorliegen. Klicken Sie auf “Drucken”, um eine Liste mit Ihren Symptomen auszudrucken. Diese Liste können Sie bei Ihrem nächsten Termin mit einer Person im ärztlichen Dienst besprechen. Bei sämtlichen Frühsymptomen handelt es sich lediglich um mögliche Anzeichen einer Erkrankung. Sollten Sie einige dieser Beschwerden bei sich beobachten, muss das keinesfalls bedeuten, dass Sie an Parkinson erkrankt sind. Ärztliches Fachpersonal wird für eine Diagnose Ihre Beschwerden sorgsam abklären.
- Verlust und Störung des Geruchssinns
- Schlafstörungen, geträumte Bewegungen werden ausgelebt
- Schulterschmerzen / Gelenkschmerzen
- Verstopfungen
- Sehstörungen
- Verkrampfte und verkleinerte Handschrift
- Gesichtszüge verlieren an Ausdruck
- Schwierigkeiten beim Gehen, allgemeine Verlangsamung
- Verlangsamte Reaktionsfähigkeit
- Müdigkeit
- Halluzinationen, Angstzustände, Reizbarkeit, Apathie, Vitalitätsverluste
Behandlungsmöglichkeiten bei Parkinson
Die Therapie bei Parkinson setzt sich zusammen aus einer Behandlung mit Medikamenten und nicht medikamentösen Maßnahmen wie Bewegungstherapie. Die Erkrankung lässt sich durch einen individuell angepassten Behandlungsplan oft über Jahre gut kontrollieren. Heilbar ist sie bislang nicht. Ziel der Parkinson-Therapie ist es, die Parkinson-Beschwerden bestmöglich zu lindern, die Lebensqualität und Selbstständigkeit im Alltag sowie in Beruf und Familie so lange wie möglich aufrechtzuerhalten, bestehende Begleit-Erkrankungen angemessen zu behandeln, Komplikationen und Folge-Erkrankungen zu vermeiden und eine Pflegebedürftigkeit so gut es geht zu verhindern.
Medikamentöse Behandlung
In der Behandlung von Parkinson kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz. Zu den häufig eingesetzten Wirkstoffen zählen Levodopa (L-Dopa), nicht ergoline Dopamin-Agonisten (Non-Ergot-Dopamin-Agonisten) und Monoaminoxidase-Inhibitoren (MAO-B-Hemmer). Die Parkinson-Medikamente dienen dazu, die Botenstoffe im Gehirn ins Gleichgewicht zu bringen und so die Bewegung zu verbessern. Das lässt sich erreichen, indem man den Mangel am Botenstoff Dopamin ausgleicht oder die Wirkung des vorhandenen Dopamins verstärkt. Zunächst verschreiben Ärztinnen und Ärzte ein einzelnes Medikament. Genügt solch eine Monotherapie nicht, um die Symptome ausreichend zu lindern oder lässt sich die Dosis aufgrund von Nebenwirkungen nicht weiter erhöhen, kommt eine Kombinationstherapie mit anderen Wirkstoffen infrage. Um eine gleichmäßige Wirkung der Medikamente zu erzielen, ist der Einsatz eines Pumpensystems möglich. Menschen mit Parkinson benötigen Geduld, bis sie langfristig gut medikamentös eingestellt sind.
Nicht medikamentöse Behandlungen
- Tiefe Hirnstimulation (THS): Sie kommt infrage, wenn Medikamente gar nicht mehr helfen. Hierfür setzt man bei einem Eingriff am Gehirn dauerhaft kleine Elektroden ein. Diese geben elektrische Impulse an Nervenzellen ab, die bestimmte Bewegungen steuern. Vorab sind Nutzen und Risiken eines solchen Hirnschrittmachers zusammen mit der Ärztin oder dem Arzt abzuwägen.
- Pallidotomie: Bei diesem Eingriff wird die Hirnregion zerstört, die die Bewegungen kontrolliert. Ärzte und Ärztinnen können ihn als Alternative zu Medikamenten erwägen, wenn die THS nicht möglich ist.
- Bewegungstherapie: Physiotherapie, Kraftübungen und sportliches Training tragen dazu bei, die Beweglichkeit, die Balance und den Gang zu verbessern. Als Sportarten geeignet sind zum Beispiel Tai-Chi, Tanz, Radfahren, Schwimmen und Nordic Walking. Wichtig ist, das Training so auszuwählen und auszurichten, dass es zu den persönlichen Bedürfnissen passt.
- Ergotherapie unterstützt dabei, möglichst lange selbstständig den Alltag bewältigen und dem Beruf nachgehen zu können. Zudem lassen sich durch gezielte Übungen die geistigen (kognitiven) Fähigkeiten verbessern. Bei Bedarf kann man in der Ergotherapie den richtigen Umgang mit Hilfsmitteln trainieren.
- Logopädische Maßnahmen: Sie helfen, ein beeinträchtigtes Sprech- und Schluckvermögen zu verbessern. Die Kommunikation über Gesten und Mimik lässt sich ebenfalls fördern.
- Psychotherapeutische Betreuung: Wenn die Erkrankung emotional stark belastet, kann eine Psychotherapie sinnvoll sein. Sie zeigt etwa Wege auf, wie man lernt, besser mit der Erkrankung umzugehen.
Alternative Therapien
Eine alternative Behandlung durch Akupunktur, Magnetstimulation oder Massage kann sich im Einzelfall eignen. Therapiemöglichkeiten wie eine Massage lockern beispielsweise Muskelverspannungen und das kann einen hohen Wert für einen Parkinson-Erkrankten haben. Im Rahmen der Physiotherapie mit professioneller Unterstützung oder auch eigenständig können Bewegungsübungen bei der Parkinson-Therapie unterstützen. Zwar haben sie keine direkte Wirkung auf den Krankheitsverlauf, jedoch können sie einzelne Symptome lindern und dadurch schwerwiegende Folgen verhindern.
Was hilft Menschen mit Parkinson im Alltag?
Parkinson ist eine Erkrankung, die für immer bleibt. Um bestmöglich mit der Erkrankung zu leben, ist eine enge ärztliche Betreuung und der Austausch mit anderen Menschen wichtig. Neben Gesprächen mit Menschen, die einem nahestehen, hilft es, mit Menschen zu reden, die in einer ähnlichen Situation stecken. Eine gute Anlaufstelle dafür sind Selbsthilfegruppen. Kommt man mit bestimmten Dingen allein nicht zurecht, sollte man sich nicht scheuen, andere Menschen um Hilfe zu bitten.
Selbstständigkeit durch Hilfsmittel
Es gibt verschiedene Hilfsmittel, die es ermöglichen, den Alltag selbstständig zu bestreiten. Dazu zählen etwa:
- Gehhilfen: Ein Rollator ermöglicht es, sicherer zu gehen und sich dabei abzustützen.
Verlauf von Morbus Parkinson
Parkinson beginnt in der Regel schleichend und schreitet langsam fort. In den meisten Fällen treten erste Anzeichen der Parkinson-Erkrankung Jahre, manchmal sogar Jahrzehnte vor den klassischen motorischen Symptomen auf. Motorische Symptome sind die Beschwerden, die die Körperbewegungen betreffen, zum Beispiel das Zittern. Die ersten Beschwerden sind meist unspezifisch, das heißt, es ist nicht gleich ersichtlich, dass sie von Parkinson verursacht werden. Bei vielen Betroffenen wird erst nach einer späteren Parkinson-Diagnose deutlich, dass es sich dabei um Vorboten der Erkrankung gehandelt hat.
Stadien von Parkinson
Der Verlauf des Parkinson-Syndroms lässt sich in fünf Stadien beschreiben:
- Anfangsstadium (Stadium 0)
- Einsetzen der Beschwerden (Stadium 1)
- Beidseitige Beschwerden (Stadium 2)
- Langsamere Bewegungen (Stadium 3)
- Stark erkennbare Beschwerden (Stadium 4)
- Hilfs- und Pflegebedürftigkeit (Stadium 5)
Im Anfangsstadium lassen noch keine Symptome darauf hindeuten, dass Parkinson bei einer Person vorliegt, was eine frühzeitige Diagnose dieser Krankheit so schwierig macht. Das erste Stadium zeichnet sich dann durch erste Symptome wie Zittern, eine veränderte Mimik und Körperhaltung auf einer Körperseite aus. Die Parkinson-Erkrankung ist im zweiten Stadium auf beiden Körperhälften sichtbar. Zu den bisherigen Symptomen können Antriebslosigkeit und Sprechstörungen hinzukommen. Das vierte Stadium ist gekennzeichnet durch eine ausgeprägte Symptomatik. Zwar können Patientinnen und Patienten in diesem Stadium noch stehen und gehen. Im letzten und fünften Stadium sind Parkinsonpatienten und -patientinnen auf vollständige Hilfe oder Pflege angewiesen und können sich zunächst mit Gehhilfen oder einem Rollstuhl fortbewegen.
Was sollte ich zu Parkinson und Pflegebedürftigkeit wissen?
Parkinson schreitet in der Regel langsam voran und ermöglicht lange Zeit ein selbstständiges Leben. Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung sind allerdings viele Menschen auf Hilfe anderer Personen angewiesen: Sie werden zu unterschiedlichem Grad pflegebedürftig. Es ist ratsam, sich frühzeitig Gedanken darüber zu machen, wie man sich die Pflege - sollte sie notwendig werden - vorstellt, welche… Durch Forschungen ist bekannt, dass sich die typischen Parkinson-Symptome in den meisten Fällen erst zeigen, wenn bereits etwa die Hälfte der Nervenzellen in der sogenannten Substantia nigra („schwarze Substanz“) im Gehirn abgebaut ist. Jede Parkinson-Erkrankung verläuft individuellEin Parkinson-Syndrom verläuft bei jedem Patienten unterschiedlich. Dasselbe gilt für die Symptome. Grundsätzlich verstärken sich die Parkinson-Symptome über die Zeit, weil nach und nach immer mehr Nervenzellen absterben. Bei vielen Patienten schwanken die Symptome auch täglich. In der Folge können Betroffene zeitweise oder dauerhaft in ihrer Selbstständigkeit beeinträchtigt sein. Wenn dies auf Sie zutrifft, sollten Sie den möglichen Anspruch auf einen Pflegegrad prüfen. Mit diesem stehen Ihnen verschiedene Leistungen der Pflegeversicherung zu, die unter anderem die Selbstständigkeit fördern sollen.
Wie hoch ist die Lebenserwartung?
Parkinson ist keine akut lebensbedrohliche Erkrankung. Unter guter medikamentöser Therapie haben Betroffene eine in etwa normale Lebenserwartung. Viele werden allerdings innerhalb von 20 Jahren pflegebedürftig. Im Einzelfall können Schluckstörungen oder Stürze auch zu lebensverkürzenden Komplikationen führen. Manchmal kommt es zu einem kognitiven Abbau bis hin zur Demenz. Die Prognosen für den Verlauf unterscheiden sich je nach Unterform der Parkinson-Erkrankung. Die Lebenserwartung von Menschen mit Parkinson verkürzt sich durchschnittlich um vier bis elf Jahre. Das gilt vor allem für die sogenannte Parkinson-Krankheit, welche die häufigste Form der Parkinson-Syndrome ist. Letzten Endes verläuft jedes Parkinson-Syndrom jedoch unterschiedlich. Die Parkinson-Krankheit verläuft nicht unmittelbar tödlich. Doch wie die Prognose im Einzelfall aussieht, kann Ihr Arzt am besten einschätzen. Menschen mit Parkinson sterben meist nicht direkt an der Erkrankung selbst, sondern an den Komplikationen, die im Krankheitsverlauf auftreten können. Wie alt Parkinson-Patienten werden, hängt immer vom individuellen Gesamtbild des Patienten und der Parkinson-Form ab.
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