Ein umfassender Blick auf Demenz, Hirndruck, Subduralhämatome, Ernährung und weitere Faktoren, die die Gehirngesundheit beeinflussen können.
Einführung
Die Gesundheit unseres Gehirns ist ein komplexes Thema, das von vielen Faktoren beeinflusst wird. Dieser Artikel beleuchtet den Zusammenhang zwischen Demenz, Hirndruck und anderen relevanten Aspekten wie Subduralhämatomen, Ernährung und Flüssigkeitsmangel. Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis für die verschiedenen Einflüsse auf die Gehirnfunktion zu vermitteln und präventive Maßnahmen aufzuzeigen.
Subduralhämatom und Demenz
Ein Subduralhämatom kann entstehen, wenn im Kopf eine Vene im Subduralraum zwischen der harten Hirnhaut und der Spinngewebshaut einreißt. Dies kann beispielsweise durch einen Unfall, Sturz oder Schlag auf den Kopf geschehen. Oftmals treten die Symptome erst Wochen später auf, was die Diagnose erschweren kann.
Symptome und Diagnose
Die Symptome eines Subduralhämatoms können vielfältig sein und umfassen:
- Kopfschmerzen
- Übelkeit
- Erbrechen
- Schläfrigkeit
- Unterschiedlich geweitete Pupillen
Es ist nicht selten, dass Betroffene den Sturz oder Stoß, der zur Hirnblutung führte, vergessen haben, wenn sie Wochen später Symptome entwickeln.
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Bei Wesensveränderungen, rasch voranschreitender Demenz oder andauernden Kopfschmerzen empfehlen Experten eine bildgebende Untersuchung des Schädels, um ein Subduralhämatom zu erkennen.
Behandlung
Bei einem größeren Befund kann eine Operation helfen: Neurochirurgen bohren ein kleines Loch durch Schädelknochen und harte Hirnhaut, um die Flüssigkeit abzusaugen und das Gehirn zu entlasten.
Ernährung und Gehirngesundheit
Eine gesunde Ernährung kann das Gehirn unterstützen und sogar das Risiko für Alzheimer reduzieren.
Wichtige Nährstoffe
- B-Vitamine, Flavonoide und Eiweiß: Diese Nährstoffe sind in Nüssen, Haferflocken, Beeren und Kichererbsen enthalten.
- Flavonoide: Diese sekundären Pflanzenstoffe sind in vielen Obst- und Gemüsesorten wie Beeren, Äpfeln, Paprika und Zwiebeln enthalten. Auch Kakao, grüner und schwarzer Tee sind reich an Flavonoiden.
- Glukose: Unser Gehirn benötigt 120 bis 140 Gramm Glukose pro Tag, um ausreichend mit Energie versorgt zu werden.
- Ungesättigte Fettsäuren und B-Vitamine: Nüsse, insbesondere Walnüsse, sind reich an diesen Nährstoffen.
- Aminosäuren: Diese benötigt unser Gehirn für den internen Informationsaustausch. Sie sind in Eiern, Quark und pflanzlichen Quellen wie Kichererbsen enthalten.
- Omega-3-Fettsäuren (DHA und EPA): Diese sind in Fisch enthalten und wirken entzündungshemmend.
- Antioxidantien: Diese Stoffe schützen unsere grauen Zellen vor Stress und sind in Obstsorten wie Beeren enthalten.
Die Bedeutung des Wassers
Nichts braucht unser Gehirn so sehr wie Wasser. Reicht die Flüssigkeit nicht aus, schrumpfen die Gehirnzellen, die Neuronen, und funktionieren nicht mehr richtig. Das Gehirn kann dann nicht mehr gut denken.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt als Richtwert für Erwachsene, täglich mindestens 1,5 Liter Wasser zu trinken.
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Auswirkungen ungesunder Ernährung
Ungesunde Nahrungsmittel, die Herzinfarkte oder Schlaganfälle begünstigen, fördern auch Durchblutungsstörungen im Gehirn, die lange unbemerkt bleiben können.
Flüssigkeitsmangel und seine Folgen
Die Folgen von Flüssigkeitsmangel können schwerwiegend sein. Vor allem ältere Menschen trinken oft zu wenig.
Symptome von Flüssigkeitsmangel
Schon ein bis zwei Prozent weniger Wasser können zu Kopfschmerzen, Schwindel und Konzentrationsstörungen führen. Häufig sind es ältere Menschen, die zu wenig trinken. Denn im Alter arbeiten die Durst-Rezeptoren im Gehirn nicht mehr verlässlich: Trotz Wassermangels verspüren ältere Menschen häufig keinen oder wenig Durst. Die mangelnde Flüssigkeit führt dann oft zu Verwirrtheitszuständen. Ein anderes Problem ist Schwindel, der durch die Dehydrierung häufig entsteht. In der Folge kommt es oft zu Stürzen und Verletzungen.
Tests zur Überprüfung des Flüssigkeitshaushalts
Es gibt zwei einfache Tests, um zu überprüfen, ob der Körper möglicherweise mit Flüssigkeit unterversorgt ist:
- Hautfaltentest: Die Haut, zum Beispiel auf dem Handrücken oder am Unterarm, wird zwischen Daumen und Zeigefinger zusammengedrückt. Glättet sich die Haut nach dem Loslassen nicht sofort wieder, sondern bleibt als Falte stehen, leidet der Körper unter Wassermangel.
- Nagelbetttest: Ärzte drücken mitunter auch aufs Nagelbett eines Fingers, um den Flüssigkeitshaushalt zu testen.
Morbus Parkinson
Morbus Parkinson ist nach der Alzheimer-Krankheit die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung in Deutschland.
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Symptome
Typische Symptome bei Parkinson sind Zittern, auch Tremor genannt, sowie verlangsamte, verminderte Bewegungen und eine Haltungsinstabilität. In der Frühphase sind die ersten Anzeichen von Parkinson Schlafstörungen, Verstopfungen und Geruchsstörungen. Auch ein fehlendes Mitschwingen des Armes beim Gehen oder eine leisere und monotonere Stimme können erste Symptome von Parkinson sein.
Ursachen
Die Parkinson-Krankheit betrifft bestimmte Nervenzellen im Gehirn, vor allem in der sogenannten Schwarzen Substanz (Substantia nigra) im Hirnstamm. Dort kommt zur Störung der Energiesysteme der Mitochondrien, zu oxidativem Stress und nachfolgend zu Ablagerungen von fehlgefalteten Proteinen (alpha-Synuklein) in den Nervenzellen.
Therapie und Prävention
Körperliche Aktivität, regelmäßiger Kaffeekonsum und eine gesunde mediterrane Ernährung mit vielen Ballaststoffen und Polyphenolen können das Risiko für die Entstehung und das Fortschreiten von Parkinson senken.
Hydrocephalus (Hirnwassersucht)
Von einem Hydrocephalus spricht man, wenn das Liquorvolumen (Liquor cerebrospinalis = Nerven- o. Hirnwasser) im Schädelinneren erhöht ist.
Ursachen
Störungen der Liquorzirkulation durch Passagebehinderungen (Zysten, Tumoren, Blutungen) = obstruktiver (Verschluss-) Hydrocephalus, Störungen der Liquorresorption (Entzündungen, Blutungen, Hirnverletzungen). Ein Hydrocephalus kann auch angeboren sein.
Symptome
- Kopfschmerzen, Nackenschmerzen (anfangs meist morgens)
- Übelkeit, Erbrechen (anfangs morgendliches Nüchternerbrechen)
- Sehstörungen (?Stauungspapillen?, Doppelbilder)
- Müdigkeit, Bewusstseinsstörungen, Krämpfe
- HAKIM-Trias: Gangunsicherheiten, Demenz und Wesensveränderungen, Blasen- und Stuhlinkontinenz
Diagnose
- Computertomografie
- Magnetresonanztomografie
- Hirndruckmessung
- Ultraschall
- TAP-Test = Liquorablasstest
Therapie
- Endoskopische Ventrikulostomie (ETV)
- Implantation eines Shunt-Systems
Erhöhter Hirndruck
Bei erhöhtem Hirndruck herrscht innerhalb des Schädels zu hoher Druck.
Ursachen
Ursachen können zum Beispiel Tumore oder Entzündungen sein.
Symptome
Die Symptome reichen von Kopfschmerzen bis Atemstillstand. Besonders häufig kommt es zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Bewusstseinsstörungen. Ebenso können unterschiedlich große Pupillen oder Sehstörungen auftreten.
Pseudotumor cerebri
Bei einem erhöhten Hirndruck mit unklarer Ursache spricht man vom sogenannten Pseudotumor cerebri, weil die Symptome ähnlich denen eines Tumors sein können, jedoch eben kein Tumor oder eine andere umfassend erklärende Ursache für den erhöhten Druck vorhanden ist. Besonders häufig davon betroffen sind übergewichtige Frauen im gebärfähigen Alter.
Normaldruckhydrozephalus
Bei einem sogenannten Normaldruckhydrozephalus kommt es zu einer teilweisen Erweiterung der Hohlräume, in denen sich das Hirnwasser im Schädel befindet. Der gemessene mittlere Hirndruck ist dabei jedoch normal. Zu den Symptomen des Normaldruckhydrozephalus zählen Demenz, Gangstörungen und Urininkontinenz.
Nahrungsergänzungsmittel für das Gehirn
Bei Vergesslichkeit oder Konzentrationsstörungen versprechen freiverkäufliche Präparate Abhilfe. Es ist jedoch Vorsicht geboten, da die Wirksamkeit vieler dieser Mittel nicht ausreichend belegt ist.
Ginkgo-Präparate
Eine Langzeit-Studie hat gezeigt, dass der Spezial-Extrakt unseren geistigen Verfall nicht aufhalten kann. Leicht bis mäßig erkrankte Alzheimerpatienten profitieren nicht von Ginkgo-Präparaten.
Natriummangel (Hyponatriämie)
Ein zu niedriger Natriumspiegel im Blut ist die häufigste Elektrolytstörung in der Notaufnahme überhaupt. Sie betrifft bis zu 30 Prozent aller Patientinnen und Patienten in der Klinik und etwa jeden 20. älteren Menschen in der Hausarztpraxis.
Symptome
Symptome wie Schwindel, Übelkeit und Erbrechen, später gepaart mit unsicherem, taumeligem Gang, Gedächtnisstörungen und Verwirrtheit, werden oft als Zeichen einer beginnenden Alzheimer-Demenz gedeutet.
Ursachen
Vor allem bestimmte Medikamente spielen eine Rolle, aber auch Herz- und Nierenschwäche, Leberzirrhose und verschiedene Tumore haben einen Einfluss auf den Natriumspiegel.
Therapie
Oft tritt Besserung ein, wenn die Dosis verringert oder ein anderes Präparat gegeben wird. Ist der Natriummangel behoben, geht es den Patienten häufig rasch besser - die geistigen Aussetzer, Konzentrationsmangel und andere Symptome bilden sich zurück.
Delir
Ein Delir ist ein Notfall und muss schnellstmöglich behandelt werden. Die Symptome sind vielfältig. Typisch ist eine plötzlich auftretende Verwirrtheit, ähnlich einer Demenz.
Symptome
Plötzlich ist alles anders: Ein vertrauter Mensch redet wirr, erkennt Angehörige nicht mehr oder halluziniert. Minuten später scheint wieder alles normal. Typisch für ein Delir ist der abrupte Beginn und ein schwankender Verlauf: Phasen klaren Denkens wechseln sich mit starker Verwirrtheit ab.
Ursachen
Ein Delir kann durch fast alle schweren Krankheiten ausgelöst werden. Besonders gefährdet sind ältere Menschen nach Operationen und Narkosen und/ oder mit Vorerkrankungen (wie Demenz oder Morbus Parkinson).
Therapie und Prävention
Je früher ein Delir erkannt wird, desto besser sind die Chancen, das Gehirn wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Mit entsprechenden Programmen kann man Delirien auch vorbeugen: Bis zu 40 Prozent aller Fälle wären vermeidbar.