Kopfschmerzen und Migräne sind weit verbreitete Gesundheitsprobleme, die auch Kinder und Jugendliche betreffen. Die ehemalige Wiesbadener Gesamtschullehrerin Karin Frisch beobachtete einen Anstieg von Kopfschmerzerkrankungen bei Schülern. Um dem entgegenzuwirken, rief sie zusammen mit dem Direktor der Schmerzklinik Kiel, Hartmut Göbel, die "Aktion Mütze - Kindheit ohne Kopfzerbrechen" ins Leben. Dieser Artikel bietet Lehrern und Eltern Tipps zur Vorbereitung auf den Unterricht zum Thema Migräne und zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen mit Kopfschmerzen.
Die "Aktion Mütze": Wissen gegen Kopfschmerzen
Der Neurologe und Psychologe Hartmut Göbel ist überzeugt, dass Wissen Kopfschmerzen verhindern kann. Studien zeigen, dass Kopfschmerzen im Kinder- und Jugendalter zunehmen. Als Gründe werden unter anderem Multitasking und zu wenig Freizeit genannt. Viele Menschen wissen jedoch nicht, wie sie Kopfschmerzen oder Migräne vorbeugen können.
Für die "Aktion Mütze" haben Göbel und Frisch eine Unterrichtseinheit entwickelt, die Lehrer, Schüler und Eltern gleichermaßen erreichen soll. Ziel ist es, umfassend zu informieren, für die Risiken eines unreflektierten Medikamentengebrauchs zu sensibilisieren, Kopfschmerzen vorzubeugen und die Ursachen anzugehen. Die Unterrichtseinheit können alle siebten Klassen in Deutschland kostenfrei bekommen. Das Projekt wird zudem mit einer umfassenden wissenschaftlichen Befragung evaluiert.
Risikofaktoren erkennen und angehen
Die "Münchner Untersuchung zu Kopfschmerzen bei Gymnasiasten (Mukis)" hat Risikofaktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum, koffeinhaltige Getränke, körperliche Inaktivität, Stress und Muskelanspannungen im Schulter-Nackenbereich identifiziert.
Ernährung als Ansatzpunkt
Schmerztherapeut Göbel hält Ernährung für einen entscheidenden Ansatzpunkt. "Das kindliche Nervensystem braucht Kohlenhydrate." Damit seien aber nicht Süßigkeiten gemeint, sondern Kartoffeln, Reis, Vollkorn oder Nudeln. Ein Frühstück, ein Pausenbrot und ein festes Mittagessen vor 13 Uhr hält er für wichtig. Regelmäßiges Trinken dürfe auch nicht vergessen werden.
Lesen Sie auch: Nervensystem: Aufbau und Funktion erklärt
Regelmäßigkeit und Entspannung
"Alles zu Schnelle, alles zu Viele, alles zu Plötzliche, alles zu Intensive kann Migräne-Attacken auslösen", mahnt Göbel. Daher sei Regelmäßigkeit im Alltag wichtig. "Kinder sollten einen gleichmäßigen Tagesablauf haben." Außerdem sollten sie zumindest eine halbe Stunde am Tag mal nichts tun: "Handy weglegen, Hinsetzen, zur Ruhe kommen, Träumen und an gar nichts denken", rät er.
Medienkonsum kritisch betrachten
Göbel sieht auch den Medienkonsum kritisch, der den Tag schnell verrinnen lasse. Das kindliche Gehirn könne sich kaum von den wechselnden Reizen lösen. "Das Nervensystem ist ständig in high action."
Erfolge der "Aktion Mütze"
Erste Ergebnisse der "Aktion Mütze" geben den Initiatoren Recht: Am Ende der Erprobungsphase des Projekts hätten mehr als zwei Drittel der befragten Schüler mit Kopfweh angegeben, dass sich ihr Kopfschmerz infolge der Verhaltensumstellung verbessert habe und sie die Unterrichtsmappe immer wieder zurate zögen, sagt Frisch.
Die Migräne Challenge: Ein Schritt-für-Schritt-Programm für mehr Lebensqualität
Die Migräne Challenge ist ein Online-Videokurs mit professioneller Unterstützung, der Betroffene über 8 Wochen auf dem Weg zu weniger Migräne begleitet. Direkt nach dem Kauf hat man Zugriff auf alle Videos, Übungen und Zusatzmaterialien und kann sofort loslegen. Auch nach den 8 Wochen stehen alle Inhalte unbegrenzt zur Verfügung, damit man lebenslang davon profitieren kann.
Inhalte der Migräne Challenge
Der Kurs vermittelt spezifische Tools und Strategien, mit denen man die Migräne und den Alltag besser bewältigen kann. Ziel ist es, weniger Kopfschmerztage und Migräneattacken mit Hilfe von nicht-medikamentösen Strategien zu erreichen, Belastungsgrenzen wahrzunehmen und Pausen einzuplanen, Migräne-Frühsymptome zu erkennen, gelassen vor Terminen und Feiern zu sein, gesunde Verhaltensweisen zu etablieren und einen Umgang mit Triggern zu finden.
Lesen Sie auch: Einführung Nervensystem
Die Dozentin: Franziska Bartels
Franziska Bartels ist Expertin für nicht-medikamentöse Strategien zur Bewältigung von schwierigen Lebenssituationen und chronischen Schmerzen. Die Psychologin und approbierte Verhaltenstherapeutin hat in der Schmerzklinik und ihrer Praxis über 250 Patienten geholfen, einen Umgang mit ihrer Erkrankung zu finden.
Module der Migräne Challenge
Die Migräne Challenge ist in 5 Module aufgeteilt:
- Migräne verstehen: Eine kurze, knackige Wissenseinheit mit den Informationen, die man wirklich braucht.
- Migräne behandeln: Rechtzeitig und mit effektiven Strategien auf die Migräne reagieren, Frühsymptome erkennen und psychologische Verfahren zur Schmerzbewältigung ausprobieren.
- Triggermanagement: Alternative Strategien im Umgang mit Triggern lernen und die Angst vor der nächsten Attacke reduzieren.
- Stressmanagement: Verschiedene Strategien, um Stress im Alltag zu bewältigen, erlernen.
- Leben mit Migräne: Langfristig wirksame Strategien bezogen auf die Themen Schlaf, Bewegung, Ernährung und Entspannung erarbeiten.
Vorteile der Migräne Challenge
- Professionelle Unterstützung
- Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Zeitersparnis durch kompakte Informationen
- Rechtzeitiges Handeln zur Vorbeugung von Chronifizierung
- Akzeptanz der Erkrankung
- Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten
Was Ärzte über den Kurs sagen
"Neben medikamentöser Therapie in der Akutsituation und als Prophylaxe ist das Erlernen nicht-medikamentöser Strategien ein elementarer Bestandteil einer zufriedenstellenden Migränebehandlung. Die Migräne Challenge löst dieses Problem. Franziska Bartels vermittelt, als sehr erfahrene Psychotherapeutin in der Behandlung chronischer Schmerzpatienten, nachhaltig wirksame, hoch effektive Techniken und Strategien im Umgang mit Migräne. Die Challenge ist die ideale Ergänzung für meine Patient:innen", sagt Jürgen Langer, Facharzt für Anästhesiologie - Spezielle Schmerztherapie.
Den Teufelskreis der Migräne durchbrechen
Die Migräne Challenge hilft, den Teufelskreis der Migräne zu durchbrechen, indem man die persönlichen Verstärker im Teufelskreis erkennt und Strategien erlernt, sich aus dem Teufelskreis zu befreien.
Einen Erste-Hilfe-Koffer packen
In der Migräne Challenge packt man seinen eigenen Erste-Hilfe-Koffer und schreibt seinen Notfallplan, um immer und überall schnell auf die Attacke reagieren zu können.
Lesen Sie auch: Demenzfreundlicher Unterricht
Die Trigger-Falle vermeiden
Die Migräne Challenge klärt auf, was Trigger sein können und welcher Umgang mit Triggern nachhaltig wirksam ist.
Stress reduzieren
Die Migräne Challenge zeigt Strategien und Übungen, um Stress zu reduzieren, eigene Stressoren zu erkennen und stressverstärkende Überzeugungen zu verändern.
Schuldgefühle stoppen
In der Migräne Challenge lernt man, sich von seinen Schuldgefühlen zu befreien.
Gesunde Gewohnheiten entwickeln
Die Migräne Challenge gibt Tipps und Tricks an die Hand, um gesunde Gewohnheiten in den Alltag zu integrieren.
Was man bekommt
Die Migräne Challenge ist ein Online-Videokurs, den man bequem von zu Hause absolvieren kann. Man erhält Zugang zu allen Lektionen und Materialien, darunter 45 Videolektionen, einen 8-Wochen-Kursplan, Zusammenfassungen, Beispiele & Übungen, Audio-Dateien und unbegrenzten Zugriff.
Boni
Zusätzlich profitiert man von Boni wie einem Workbook, Lektionen zu Achtsamkeit & Selbstfürsorge und einer Lektion zum Thema Migräne am Arbeitsplatz.
Warum die Migräne Challenge einzigartig ist
- Ganzheitliches Programm
- Psychologischer Ansatz
- Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Wissenschaftlich fundiert
- Kein Heilversprechen
- Unauffällig
Kopfschmerzen bei Kindern: Ein wachsendes Problem
Immer mehr Kinder leiden unter Kopfschmerzen. Schon Erstklässlern brummt oft der Schädel. Die Zahl der Kinder, die unter Schädelbrummen leiden, nimmt seit Jahren zu. Eine Studie aus dem schwedischen Turku zeigt, dass bereits zwei Drittel der dortigen Vorschulkinder Erfahrungen mit Kopfschmerzen haben. Auch die Ergebnisse der Münchner Studie zu Kopfschmerzen bei Gymnasiasten (MUKIS-Studie) sind alarmierend. Demnach leiden mehr als 80 Prozent der Jugendlichen gut einmal pro Monat an entsprechenden Schmerzen.
Ursachen und Risikofaktoren
„Kopfschmerzen gehen früher los“, bestätigt Friedrich Ebinger, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des St.-Vincenz-Krankenhauses in Paderborn. Er denkt, „dass die veränderte Lebensumwelt, fehlende körperliche Bewegung oder auch Stress dazu beitragen." Als Risikofaktoren für das Auftreten von Kopfschmerzen zeigten sich bei Jugendlichen unter anderem hoher Alkohol- und Koffeinkonsum, Rauchen, Schlaf- und Flüssigkeitsmangel, Überforderung in der Schule, Mobbing sowie Familienstreits. Die Göttinger „KiJuKo“-Studie zu Kindern, Jugendlichen und Kopfschmerz fand heraus: Je häufiger in der Familie gestritten wird und je weniger Jungen Zeit für sich und zum Spielen haben, desto höher das Risiko. Von der Pubertät an sind Mädchen häufiger betroffen als Jungen. „Viele junge Frauen leiden während der Menstruation unter Migräne“, so Ebinger.
Was Eltern tun können
Wenn Kopfschmerzen bei Kindern häufig sind, sollten Eltern in ein Schmerztagebuch eintragen, wann, wie oft und wie lange Kinder Kopfweh haben, wo genau der Schmerz sitzt, ob es eher pocht oder hämmert, wie stark die Belastung ist und ob Übelkeit vorliegt. Die erste Anlaufstelle sollte der Kinderarzt sein. Falls dessen Empfehlungen nicht ausreichen, raten Experten zu einem Termin beim Kinderneurologen oder in der Kinderkopfschmerz-Sprechstunde, etwa in einem sozialpädiatrischen Zentrum. Meist werden die Kopfschmerzen bei Kindern seltener, wenn die Patienten ihren Tagesablauf umstellen und auf ausreichend Pausen, Bewegung und Schlaf achten. Ablenkung hilft oft bei leichteren Schmerzattacken, sinnvoll ist etwa Aktivität im Freien. Bei starken Kopfschmerzen und Migräneattacken tut es meist gut, sich in einem abgedunkelten, ruhigen Raum hinzulegen.
Ernst nehmen!
Die Empfehlung von Kinderarzt Ebinger: „Wenn ein Kind sagt, dass es Schmerzen hat, sollte man das auch glauben!“ Selbst wenn man sein Kind wegen Kopfweh von der Schule abholen musste und es dann später fröhlich draußen spielt, heißt das nicht, dass es vorher keine Schmerzen gehabt hat - sondern einfach nur, dass die Bewegung gutgetan hat.
Sport gegen Kopfschmerzen & Migräne
Eine aktuelle Studie der Universität Göteborg zeigt, dass man mit Sport starken Kopfschmerzen und Migräne wirkungsvoll zu Leibe rücken kann - und zwar ebenso gut wie mit gängigen Migräne-Medikamenten!
Studienergebnisse
Für ihre Migräne-Studie untersuchten die schwedischen Wissenschaftler drei Test-Gruppen. Die eine bekam die üblichen Medikamente, die andere trainierte nach einem speziellen Sportprogramm, die dritte lernte Entspannungsübungen. Das überraschende Ergebnis: Alle Probanden hatten im Durchschnitt pro Monat eine Attacke weniger!
Ausdauersport
Gut gegen starke Kopfschmerzen und Migräne hilft moderater Ausdauersport, der sich nicht in extremen Höhen oder Tiefen bewegt. Die positive Wirkung auf Herz und Lungen sowie der Abbau von Stress sind bekannt. Doch regelmäßiges Training kann auch die Häufigkeit von Migräneanfällen vermindern, wie eine weitere Studie schlussfolgert.
Migräne im Sommer
Hitze, helles Licht und hohe Luftfeuchtigkeit sind Faktoren, die Migräneanfälle im Sommer begünstigen können.
Maßnahmen zur Reduzierung von Auslösern
Mit einfachen Maßnahmen lassen sich zumindest einige Auslöser reduzieren:
- Wasser- und Mineralstoffverluste vermeiden: Reichlich trinken, am besten Wasser, verdünnte Fruchtsaftschorlen oder Kräuter- und Früchtetees.
- Magnesium: Es gibt Hinweise darauf, dass die vorbeugende Zufuhr von Magnesium bei Kopfschmerzen und Migräne hilfreich sein kann, um die Anfallshäufigkeit und -intensität zu reduzieren.
- Vor grellem Sonnenlicht schützen: Im Freien immer eine qualitativ hochwertige Sonnenbrille tragen - eventuell mit Polarisationsfilter, der die Blendung besonders stark mindert. Zusätzlich können breitkrempige Hüte oder Sonnenschirme den empfindlichen Kopf schützen.
Unterstützung in der Schule
Chronisch somatisch und/oder psychisch erkrankte Kinder und Jugendlichen leiden unter verschiedenen Belastungsfaktoren, die sich gerade auch auf das schulische Setting auswirken. Je nach Art und Schwere stehen den Schulen verschiedene Maßnahmen zur Verfügung, um den Schulbesuch chronisch oder längerfristige erkrankter Schülerinnen und Schüler zu ermöglichen bzw.
Maßnahmen der individuellen Unterstützung
In der Schule vor Ort sind für Schülerinnen und Schüler, deren Gesundheitszustand grundsätzlich einen regelmäßigen Unterrichtsbesuch erlauben, Maßnahmen der individuellen Unterstützung im Unterricht sowie schulorganisatorische Maßnahmen zu ergreifen. Diese können z. B. Nutzung technischer Hilfsmittel (z. B. Sicherstellung kurzer Wege (z. B. Befreiung von einzelnen Fächern wie z. B. Maßnahmen im Kontext von Leistungsfeststellungen bzw. des Vorrückens in die nächsthöhere Jahrgangsstufe umfassen (unter Beachtung der jeweils einschlägigen schulrechtlichen schulartspezifischen Voraussetzungen bzw. Reduktion von Leistungsnachweisen bzw. Ersatz von regulären Leistungsnachweisen durch Nach- /Ersatzprüfungen o. Der Einsatz von elektronischer Datenkommunikation kann - je nach Situation und Einzelfall erfolgen. Dieser eröffnet dem betroffenen Schüler bzw.
tags: #unterricht #vorbereiten #migrane