Muskelkrämpfe in der Zunge, auch bekannt als Glossospasmus, sind unwillkürliche Kontraktionen der Zungenmuskulatur. Sie können schmerzhaft sein und die Sprach- und Schluckfunktion beeinträchtigen. Es ist wichtig, die Ursachen dieser Krämpfe zu verstehen, um geeignete Behandlungen und Präventionsmaßnahmen ergreifen zu können.
Was ist Zungenpressen?
Zungenpressen, auch als "Tongue Thrust" bekannt, ist ein unbewusstes Pressen der Zunge gegen die Zähne oder den Gaumen. Dies geschieht oft mit großem Kraftaufwand und kann sowohl tagsüber als auch nachts im Schlaf auftreten. Zungenpressen wird oft zusammen mit ähnlichen Angewohnheiten wie Zähneknirschen oder Lippenpressen unter dem Begriff Bruxismus zusammengefasst.
Symptome von Zungenpressen
Da Zungenpressen oft unbewusst geschieht, sind sich viele Betroffene nicht sicher, ob sie darunter leiden. Folgende Symptome können helfen, Zungenpressen zu identifizieren:
- Zahnabdrücke auf der Zungenoberfläche
- Spannungen oder Schmerzen im Bereich des Mundes, der Zunge oder des Kiefers
- Verspannungen durch Zungenpressen in den Nacken- und Kiefermuskeln (CMD)
- Zahnverschleiß, wie z. B. Abnutzung der Zähne oder Beschädigung von Zahnfüllungen
- Bei manchen Menschen können auch andere Symptome wie Zähneknirschen oder unwillkürliches Lippenbeißen auftreten
Ursachen von Zungenkrämpfen
Die Ursachen für Muskelkrämpfe in der Zunge können vielfältig sein und sowohl physiologische als auch psychologische Faktoren umfassen.
Psychologische Faktoren
Psychologische Faktoren spielen beim Bruxismus und somit auch beim Zungenpressen eine wesentliche Rolle. Stress, Angstzustände, depressive Verstimmungen, aber auch emotionale Belastungen im Allgemeinen können zum Pressen der Zunge führen. Oft tritt Zungenpressen als eine Art Bewältigungsmechanismus auf, um mit inneren Konflikten oder emotionalen Belastungen umzugehen.
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Physiologische Faktoren
Auch physiologische Ursachen können zum Zungenpressen und somit zu Muskelkrämpfen in der Zunge beitragen:
- Zahnfehlstellungen: Wenn die Zähne nicht richtig aufeinander passen, versuchen Betroffene unbewusst, den Biss zu korrigieren, indem sie ihre Zunge gegen die Zähne pressen.
- Unregelmäßigkeiten des Gebisses: Auch Ungleichgewichte im Biss können dazu führen, dass die Zunge unabsichtlich gegen die Zähne drückt. Dies kann eine Gewohnheit werden.
- Ungleichgewichte in den Muskeln im Mund- und Kieferbereich: Diese können dazu führen, dass die Zunge unkontrolliert bewegt wird, was das Zungenpressen begünstigt.
- Habitus: Einige Menschen haben eine unbewusste Neigung entwickelt, ihre Zunge gegen die Zähne oder den Gaumen zu pressen.
Weitere mögliche Ursachen
Neben Zungenpressen gibt es noch weitere Ursachen für Muskelkrämpfe in der Zunge:
- Neurologische Erkrankungen: Multiple Sklerose und Neuropathien können Zungenkrämpfe verursachen. Hierbei stehen die Neuropathien in Zusammenhang mit Schädigungen von Hirnnerven, welche den Mund und die Zunge sensibel versorgen, z. B. die Glossopharyngeusneuralgie oder die Trigeminusneuralgie.
- Nährstoffmangel: Ein Mangel an bestimmten Vitaminen (B12, B2, B3) oder Mineralstoffen (Eisen, Folsäure) kann Zungenkrämpfe auslösen.
- Medikamente: Einige Medikamente, wie z. B. Betablocker zur Migräneprophylaxe und zur Blutdrucksenkung, können als Nebenwirkung Zungenkrämpfe verursachen.
- Allergien und Materialunverträglichkeiten: Allergische Reaktionen auf Speisen, Metalle im Mundraum (Zahnersatz, Piercings) oder andere Stoffe können Zungenkrämpfe verursachen.
- Dehydration: Ein Mangel an Flüssigkeit kann zu Muskelkrämpfen im ganzen Körper führen, einschließlich der Zunge.
- Überanstrengung der Zungenmuskulatur: Längeres Sprechen, Singen oder Kauen können die Zungenmuskulatur überanstrengen und Krämpfe verursachen.
- Idiopathische Ursachen: In einigen Fällen kann keine eindeutige Ursache für die Zungenkrämpfe gefunden werden.
Folgen von Zungenpressen
Anhaltendes Zungenpressen kann verschiedene negative Folgen haben:
- Zahnfleischerkrankungen: Der konstante Druck auf das Zahnfleisch kann zu Entzündungen, Rückgang des Zahnfleisches und letztendlich zu Parodontitis führen.
- Zahnverschiebungen: Der beständige Druck auf die Zähne kann dazu führen, dass sie sich allmählich verschieben, was zu einer ungleichmäßigen Anordnung und möglicherweise zu weiteren Problemen wie Kieferschmerzen oder Bissfehlstellungen führen kann.
- Temporomandibuläre Dysfunktion (TMD): Zungenpressen kann auch zu temporomandibulärer Dysfunktion führen. Dabei handelt es sich um eine Störung, die Schmerzen im Kiefergelenk verursacht und die Bewegung des Kiefers einschränken kann. Die Symptome von TMD umfassen Schmerzen im Kieferbereich, eingeschränkte Mundöffnung, Knirschen oder Knacken im Kiefergelenk und Kopfschmerzen.
- Fehlstellung der Zähne: Das unbewusste Pressen kann eine Fehlstellung der Zähne verursachen, besonders häufig betroffen sind die unteren und oberen Schneidezähne. Leichte bis mittelschwere Verschiebungen im Frontzahnbereich lassen sich jedoch dank fortschrittlicher Technologien der Zahnmedizin schnell und unkompliziert korrigieren. Transparente Aligner sind eine beliebte Option, um Zahnfehlstellungen, wie z.B. ein offener Biss, unauffällig zu behandeln. Diese durchsichtigen Schienen ermöglichen eine diskrete Korrektur der Zähne, ohne dabei auf Komfort und Ästhetik zu verzichten.
Diagnose von Zungenkrämpfen
Um die Ursache von Zungenkrämpfen zu ermitteln, ist eine sorgfältige Diagnostik erforderlich. Diese umfasst in der Regel:
- Anamnese: Der Arzt befragt den Patienten ausführlich zu seinen Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme und Lebensgewohnheiten.
- Körperliche Untersuchung: Der Arzt untersucht den Mundraum, die Zunge, die Zähne und den Kiefer auf Auffälligkeiten.
- Neurologische Untersuchung: Bei Verdacht auf eine neurologische Ursache wird eine neurologische Untersuchung durchgeführt.
- Blutuntersuchung: Eine Blutuntersuchung kann helfen, Nährstoffmängel oder andere Erkrankungen festzustellen.
- Allergietest: Bei Verdacht auf eine Allergie kann ein Allergietest durchgeführt werden.
- Weitere Untersuchungen: In einigen Fällen können weitere Untersuchungen wie eine Elektromyographie (EMG) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) erforderlich sein.
Behandlung von Zungenkrämpfen
Die Behandlung von Zungenkrämpfen richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache.
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Behandlung von Zungenpressen
- Bewusstsein schaffen und Trigger identifizieren: Um Zungenpressen zu überwinden, ist es wichtig, sich des Problems bewusst zu werden und seine Auslöser zu identifizieren. Indem man Stressfaktoren oder Gewohnheiten erkennt, die das Zungenpressen auslösen, kann man gezielter daran arbeiten, sie zu vermeiden oder besser damit umzugehen.
- Entspannungstechniken: Entspannungstechniken wie Meditation, Yoga oder progressive Muskelentspannung können helfen, Stress abzubauen und die Spannung im Kiefer zu reduzieren.
- Zungen- und Kieferübungen: Spezielle Übungen können helfen, die Zungenmuskulatur zu stärken und das Pressen zu reduzieren. Eine einfache Übung besteht darin, die Zunge gegen den Gaumen zu drücken und diese Position einige Sekunden zu halten.
- Logopädie: Ein Logopäde kann spezifische Therapien anbieten, um das Schluckmuster und die Zungenposition zu korrigieren. Lokopädie ist eine Therapiemethode, die darauf abzielt, die Muskeln im Mund- und Kieferbereich zu entspannen und die richtige Positionierung der Zunge zu fördern. Lokopäd*innen arbeiten eng mit den Betroffenen zusammen, um individuelle Behandlungspläne zu entwickeln. Durch spezielle Übungen und professionelle Anleitungen kann diese Therapie helfen, das Zungenpressen zu reduzieren oder zu beseitigen.
- Kognitive Verhaltenstherapie (CBT): Diese Therapieform kann helfen, Verhaltensmuster zu erkennen und zu ändern.
- Zahnschienen und Mundstücke: In einigen Fällen können individuell angepasste Zahnschienen oder Mundstücke verwendet werden, um die Zähne zu schützen und den Druck auf sie zu reduzieren. Diese individuell angepassten Schienen werden normalerweise nachts getragen, um die Zähne vor weiterer Abnutzung zu schützen.
- Verhaltensänderungen: Achte bewusst auf Dein Zungenverhalten und unterbreche Pressen aktiv, wenn es auftritt. Schaffe eine unterstützende und stressfreie Umgebung, die das Zungenpressen weniger wahrscheinlich macht. Wende Entspannungstechniken wie Meditation oder Atemübungen an, um Stress abzubauen. Setze Verhaltensänderungen konsequent um und entwickle neue Gewohnheiten, um langfristig das Zungenpressen abzugewöhnen.
Weitere Behandlungsansätze
- Behandlung von neurologischen Erkrankungen: Wenn die Zungenkrämpfe durch eine neurologische Erkrankung verursacht werden, muss diese entsprechend behandelt werden.
- Behebung von Nährstoffmängeln: Nährstoffmängel können durch eine gezielte Ernährungsumstellung oder durch Nahrungsergänzungsmittel behoben werden.
- Anpassung der Medikation: Wenn Medikamente die Ursache für die Zungenkrämpfe sind, sollte in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt ein alternatives Präparat in Erwägung gezogen werden.
- Behandlung von Allergien und Materialunverträglichkeiten: Allergische Reaktionen können durch Vermeidung der Allergene oder durch eine Hyposensibilisierung behandelt werden. Bei Materialunverträglichkeiten im Mundraum sollten die entsprechenden Materialien entfernt und durch verträglichere Alternativen ersetzt werden.
- Schmerzlinderung: Bei akuten Schmerzen können schmerzlindernde Medikamente oder lokale Betäubungsmittel eingesetzt werden.
- Physiotherapie: Bei Verspannungen der Zungen- und Kiefermuskulatur kann Physiotherapie helfen.
- Psychotherapie: Bei psychischen Ursachen der Zungenkrämpfe kann eine Psychotherapie sinnvoll sein.
Selbsthilfemaßnahmen
Neben den oben genannten Behandlungen können Betroffene auch selbst einiges tun, um Zungenkrämpfe zu lindern:
- Regelmäßige Entspannungsübungen: Entspannungsübungen wie progressive Muskelentspannung, autogenes Training oder Yoga können helfen, Stress abzubauen und die Muskelspannung zu reduzieren.
- Ausreichend Flüssigkeitszufuhr: Trinken Sie ausreichend Wasser, um Dehydration zu vermeiden.
- Vermeidung von Stressoren: Versuchen Sie, Stressoren im Alltag zu reduzieren oder besser damit umzugehen.
- Gesunde Ernährung: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen.
- Gute Mundhygiene: Eine gute Mundhygiene kann helfen, Entzündungen im Mundraum zu vermeiden.
- Vermeidung von Reizstoffen: Vermeiden Sie scharfe, saure oder stark gewürzte Speisen, Alkohol und Nikotin, da diese die Zunge reizen können.
- Massagen: Sanfte Massagen der Zungen- und Kiefermuskulatur können helfen, Verspannungen zu lösen.
- Wärme- oder Kälteanwendungen: Wärme- oder Kälteanwendungen können je nach Bedarf schmerzlindernd wirken.
Zungenschmerzen
Zungenschmerzen, auch als Glossalgie oder Glossodynie bezeichnet, können in akuter oder chronischer Form auftreten. Zumeist als brennend beschrieben, variieren sie doch in Heftigkeit und Lokalität. Häufig betroffene Areale der Zunge sind die Seitenpartien und die Spitze. Typisch für Zungenschmerzen ist, dass sich die Beschwerden im Laufe des Tages steigern. Morgens oft nur schwach empfunden, können sich die Missempfindungen mittags schon deutlich stärker zeigen und zum Abend hin noch an Intensität gewinnen. Schmerzen der Zunge gehen häufig mit Beschwerden wie Juckreiz, Kribbeln, Stechen und Gefühlen des Wundseins einher. Empfindungsstörungen, Geschmacksstörungen und Mundtrockenheit kommen ebenfalls dazu. Oft werden Schmerzen der Zunge von einer sichtbaren Entzündung begleitet.
Ursachen von Zungenschmerzen
Häufig zeigen sich Zungenschmerzen bei Patienten mit farblichen Abgrenzungen auf der Zunge. Hier kann Zungenbrennen oft nach Genuss verschiedener Lebensmittel auftreten. Nennenswert sind beispielsweise scharfe oder saure Lebensmittel sowie Alkohol und Nikotin. Als bedenklichere Ursachen für eine schmerzende Zunge sind folgende Faktoren bekannt:
- Kieferfehlstellungen oder Prothesenunverträglichkeit
- Entzündungen des Mundraumes (Stomatitis)
- Entzündungen der Zunge (Glossitis)
- Eisen- und Vitaminmangel
- Allergische Reaktionen auf Speisen, Metalle oder andere Stoffe
- Nikotingenuss und scharfes Essen
- Operationsfolgen
- Verletzungen und Reizungen der Zunge durch Bisse, Verbrühungen, schadhafte Zahnprothesen, Zahnstein, Karies, Piercings und dergleichen mehr.
Auch Aphten, Diabetes mellitus, Funktionseinschränkungen der Leber sowie Blutarmut (Anämie) können bei Erkrankungen der Mundschleimhaut die Schmerzen der Zunge begünstigen. Gleiches gilt für Nebenwirkungen sogenannter Betablocker zur Migräneprophylaxe und zur Blutdrucksenkung. Als Schmerz verstärkend sind seelische Faktoren wie Stress, Depressionen und Beschwerden der Wechseljahre bekannt.
Was tun bei Zungenschmerzen?
Sollten Sie an Zungenschmerzen leiden, stehen Ihnen symptomatische oder ursächliche Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Ein symptomatischer Behandlungsansatz, den Sie auch zu Hause durchführen können, ist beispielsweise das Salzwasser gurgeln, Salbeitee oder anderen beruhigenden Spüllösungen. Möglich ist überdies die therapeutische Lokalanästhesie, bei der die Zunge mit einem örtlichen Betäubungsmittel behandelt wird. Zum einen lindert dies die Schmerzen, zum anderen führt diese Behandlung auch eine temporär gesteigerte Durchblutung der Zunge herbei, in deren Folge Entzündungen und degenerative Prozesse besser heilen.
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Wie kann der Zahnarzt helfen?
Leiden Sie unter Zungenschmerzen, führt der erste Weg in den meisten Fällen direkt zum Zahnarzt. Obwohl die Ursachen für diese unangenehme Situation vielfältig sind, ist diese Entscheidung sinnvoll. Denn in vielen Fällen sind Probleme innerhalb der Mundhöhle dafür verantwortlich. Der Zahnarzt wird im ersten Schritt eine genaue Untersuchung der Mundschleimhäute einschließlich der Zunge und der Zähne durchführen. Findet er im Rahmen der Blickkontrolle Veränderungen an den Schleimhäuten, können diese als Ursache infrage kommen. Diese Veränderungen der Mundschleimhaut werden im ersten Schritt genau abgeklärt, indem zum Beispiel ein Abstrich oder eine Gewebeprobe entnommen wird. Das Labor untersucht die entnommene Gewebeprobe nach möglichen Zellveränderungen oder legt vom Abstrich eine Pilzkultur an.
Liegen die Gründe für Zungenschmerzen in einer mechanischen Verletzung, wird die Wunde nach der Ursachenbeseitigung je nach Schweregrad mit einer speziellen Salbe und/oder Mundspülung bis zur Abheilung behandelt. Können mechanische Verletzungen im Rahmen der Diagnose ausgeschlossen werden, besteht die Möglichkeit einer therapeutischen Lokalanästhesie. Zu scharfe Zahnpasten und Mundspülungen können genauso als Ursache infrage kommen wie eine mangelhafte Mundhygiene. Besprechen Sie Ihre tägliche Mundhygiene ausführlich mit dem Zahnarzt.
Brennende Zunge (Burning-Mouth-Syndrom)
Unter dem "Burning Mouth Syndrom", auch als Zungenbrennen oder Glossodynie bezeichnet, ist ein unangenehmer entweder vorübergehender oder aber anhaltender Schmerz im Mund zu verstehen. Von diesem unklaren Krankheitsbild sind bis zu drei Prozent aller Erwachsenen betroffen. Die meisten Patienten sind über 50 Jahre alt, wobei es bei Frauen siebenmal häufiger auftritt.
Symptome von Zungenbrennen
Die typischen Beschwerden von Zungenbrennen können permanent oder phasenweise auftreten, zu beobachten ist vielfach eine Tagesrhythmik mit Tendenz zur starken Ausprägung am Abend. Zu den Symptomen gehören:
- Zungenbrennen an den Randbereichen und an der Zungenspitze
- seltenes Zungenbrennen am Zungengrund
- Brennen auf der Schleimhaut der Wange und dem Gaumen
- Lippenschmerzen, die Herpes Verdacht hervorrufen
- Pelzigkeitsgefühl auf der Zunge
- veränderte Geschmackswahrnehmungen
- Mundtrockenheit oder im Gegenteil vermehrter Speichelfluss
- Mundgeruch
- Sichtbarer Zungenbelag
Ursachen von Zungenbrennen
Wenn Sie zu uns als Patientin oder Patient mit brennender Zunge kommen, vermuten wir Zahnprobleme wie Karies, Mundschleimhaut- und Zahnfleischentzündungen, Reizzustände durch schlecht sitzende Prothesen sowie Unverträglichkeiten von Zahnersatz. Auch das falsche Mundpflegemittel löst wie Nahrungsmittel- und Kontaktallergien ein Burning-Mouth-Syndrom in der Mundhöhle aus. Wir untersuchen in jedem Fall, ob Ihre brennende Zunge durch Pilzbefall (Mundsoor) oder Schleimhauterkrankungen hervorgerufen wurden.
Neben Allergien und Zahnproblemen gehören innere Erkrankungen zu den Ursachen für die brennende Zunge. Hormonelle Störungen kommen ebenso infrage wie Diabetes, Sodbrennen oder eine Darmerkrankung. Zwar gelten die Wechseljahre von Frauen als Auslöser, das ist aber nicht belegt, zumal die Beschwerden vielfach von allein nach rund drei Jahren abklingen. Autoimmunerkrankungen wie Sklerodermie, Lupus erythematodes oder das Sjögren-Syndrom können gleichfalls brennende Schmerzen im Mund verursachen. Es gibt durchaus harmlose und auch rein psychische Ursachen für ein Brennen der Zunge, die nicht besorgniserregend sind. Allerdings verläuft eine Glossodynie oft unangenehm bis äußerst schmerzhaft.
Im Rahmen einer klinischen Depression ist Zungenbrennen häufig eines der körperlichen Begleitsymptome der Erkrankung. Dies gilt für die Schizophrenie, bei der dieses Symptom häufiger auftritt. Ein weiteres Problem, das viel verbreiteter ist, stellt Stress dar, der sowohl die Entstehung als auch die Ausprägung des Zungenbrennens fördert.
Häufig ist das Brennen der Zunge die Auswirkung eines Vitaminmangels, unter anderem bei der Möller-Hunter-Glossitis, einem Begleitsymptom bei Blutarmut durch einen Mangel an Vitamin B12. Auch Vitamin B2- und B3-Defizite, Eisen- oder Folsäure Mangel können eine brennende Zunge auslösen.
Neben Nahrungsmitteln, auf die ein Patient mit einer allergischen Reaktion in Form von Zungenbrennen reagiert, stellen Metalle im Mundraum ein gewisses Risiko dar. Vor allem die Kombination verschiedener Metalle wie sie im Dentalbereich und für Piercings verwendet werden, können Unverträglichkeitsreaktionen hervorrufen.
Viele Frauen leiden während der gesamten Schwangerschaft unter einer brennenden Zunge. Das Symptom tritt während der Schwangerschaft plötzlich auf. Nach der Geburt klingt es genauso rasch wieder ab. Durch den übermäßigen Eisenbedarf in der Schwangerschaft ist ein Eisenmangel häufig. Eine brennende Zunge kann ein Symptom dieses Mangels sein. Weitere Ursachen können in der Schwangerschaft ein Mangel an Folsäure und Vitamin B12 sein. Viele Frauen leiden während der Schwangerschaft unter Sodbrennen, das als Grund der Erkrankung gilt. Tritt in der Schwangerschaft die brennende Zunge auf, sollten Sie frühzeitig zum Arzt gehen, um eine ernsthafte Erkrankung wie Diabetes auszuschließen.
Diagnose von Zungenbrennen
Der erste Weg bei einer brennenden Zunge führt in der Regel zum Hausarzt. Dieser stellt eine Diagnose, untersucht den Zungenbelag oder eine Verdachtsdiagnose und koordiniert das weitere Vorgehen. Bestehen Hinweise auf ein Vitamindefizit, Eisenmangel, eine psychische, neurologische Störung oder eine Autoimmunerkrankung, veranlasst er entsprechende Untersuchungen bzw. überweist den Patienten an den zuständigen Facharzt.
Wird eine Hautkrankheit als Ursache vermutet, führt der nächste Weg zum Hautarzt. Dieser hat neben der Blickdiagnose auch die Möglichkeit, eine Pilzkultur anlegen zu lassen, einen Abstrich mikroskopisch zu analysieren oder eine Gewebeprobe zu entnehmen und diese einem Pathologen zur Untersuchung auf feingewebliche Veränderungen zu übergeben.
Gelegentlich wird auch ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt hinzugezogen. Kann eine organische Ursache weithin ausgeschlossen werden, kommen auch ein psychologischer Psychotherapeut oder ein Facharzt für Psychotherapie als Ansprechpartner in Betracht.
Behandlung von Zungenbrennen
Resultiert das Zungenbrennen nicht aus zahnmedizinischen Gründen, zielt die Therapie für gewöhnlich auf die Beseitigung der zugrunde liegenden Störung oder Krankheit ab. So können Mangelerscheinungen durch eine gezielte Ernährungsumstellung oder durch Nahrungsergänzungsmittel behoben werden. Ist eine psychische Erkrankung der Auslöser, empfehlen sich verschiedene psychotherapeutische Verfahren, welche die psychischen Problematiken bekämpfen und damit zugleich eine brennende Zunge lindern.
Hormonersatzpräparate kommen zur Anwendung, wenn das Zungenbrennen von hormonellen Veränderungen verursacht wird. Liegt die Ursache hingegen in Nebenwirkungen bestimmter Medikamente, ist es meist sinnvoll, das jeweilige Arzneimittel in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt durch ein alternatives Präparat zu ersetzen.
Lässt sich kein Auslöser für die brennende Zunge finden, können schmerzlindernde Tabletten und Spüllösungen Besserung bringen. Darüber hinaus ist es wichtig, dass sich die Betroffenen aktiv an der Behandlung beteiligen.
Sie sollten beispielsweise versuchen herauszufinden, ob es Situationen gibt, in denen sie das Brennen als weniger schlimm empfinden oder überhaupt nicht mehr wahrnehmen. Das kann helfen, geeignete Linderungsstrategien in das alltägliche Leben einzubauen und die Beschwerden leichter zu ertragen.
Zahnprobleme, wie die oben beschriebenen, können wir durch entsprechende Behandlung von Karies Anpassen von Prothesen therapieren. Gegen Entzündungen der Mundschleimhaut helfen Mundschleimhauttherapeutika, die entzündungshemmend und teilweise betäubend wirken. Milde Extrakte mit Reiz lindernden Schleimstoffen werden auch aus Heilpflanzen wie Eibischwurzeln, Malvenblättern und Lindenblüten angeboten. Tees aus diesen Heilpflanzen lindern die Mundtrockenheit, welche die brennende Zunge begleitet, unter Umständen empfehlen wir Eis oder künstlichen Speichel.
Was kann ich selbst gegen Zungenbrennen tun?
Die Ursachenabklärung im Vorfeld vorausgesetzt, stehen Patienten, die unter einer brennenden oder schmerzenden Zunge leiden, mehrere Möglichkeiten zur Linderung der Beschwerden zur Auswahl. Die Basis bildet eine gute Mundhygiene mit milder Zahnpasta und alkoholfreien Mundspülungen; sogenannte Mundschleimhauttherapeutika. Eine pflanzliche Alternative ist die Myrrhentinktur. Unverdünnt wird sie vorsichtig auf die Zunge aufgetragen. Mit Wasser vermischt eignet sich die Tinktur als Mundspülung. Kräutertees aus Malvenblättern, Lindenblüten oder der Eibischwurzel sind ebenfalls hilfreich.
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