Ein Schlaganfall kann jeden treffen, und das oft unerwartet. Dieser Artikel soll Ihnen helfen, die Ursachen und Risikofaktoren für einen Schlaganfall bei Männern zu verstehen.
Einführung
Ein Schlaganfall (Apoplex) tritt auf, wenn die Blutzufuhr zu einem Teil des Gehirns unterbrochen wird. Dies führt dazu, dass Gehirnzellen beginnen abzusterben. Es gibt zwei Hauptformen: den ischämischen und den hämorrhagischen Schlaganfall. Der ischämische Schlaganfall, der etwa 80 % der Fälle ausmacht, wird durch ein Blutgerinnsel verursacht, das eine Arterie blockiert. Ein hämorrhagischer Schlaganfall entsteht, wenn ein Blutgefäß im Gehirn reißt oder platzt, was zu einer Gehirnblutung führt.
Schlaganfall ist nicht nur eine Alterserkrankung
So surreal es klingt: Schlaganfall ist zwar primär eine Krankheit des Alters, aber weltweit ereignen sich etwa ein Viertel aller Schlaganfälle bei Menschen unter 65 Jahren und jeder siebte Schlaganfallpatient ist jünger als 50. Bei Patient:innen im Alter zwischen 18 und 55 Jahren spricht man von dem sogenannten juvenilen Schlaganfall, also dem Schlaganfall beim jungen Menschen.
Als klassischer juveniler Schlaganfall zählen jene bei den unter 40-Jährigen ohne erkennbares Risiko. Im Altersbereich Mitte 40 bis Mitte 55 haben wir Patient:innen, die schon die ersten kardiovaskulären Risikofaktoren haben.
Risikofaktoren für Schlaganfall bei Männern
Die vielfältigen Risikofaktoren für einen Schlaganfall können in zwei Kategorien eingeteilt werden: Faktoren, die sich gut beeinflussen und solche, die sich schwer oder gar nicht beeinflussen lassen.
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Nicht beeinflussbare Risikofaktoren
Zu den nicht beeinflussbaren Risikofaktoren gehören:
- Alter: Das Schlaganfallrisiko steigt mit zunehmendem Alter. Allerdings nimmt seit einigen Jahren der Anteil jüngerer Schlaganfallpatient*innen zu. Mehr als 80 Prozent aller Schlaganfall-Patienten sind älter als 60 Jahre. Daher gehört der Schlaganfall zu den häufigsten Krankheiten im Alter.
- Geschlecht: Frauen sind häufiger von einem Schlaganfall betroffen als Männer. Von den durchschnittlich 260.000 Schlaganfällen pro Jahr betreffen 55 Prozent Frauen - mit steigender Tendenz. In der Altersspanne von 35 bis 50 Jahren sind allerdings Männer häufiger vom Schlaganfall betroffen. Im höheren Alter näheren sich Männer und Frauen wieder an.
- Genetische Faktoren: Wenn in der Familie ein Schlaganfall aufgetreten ist, steigt das persönliche Risiko, selbst einen Schlaganfall zu erleiden. Dies gilt besonders, wenn in der Familie eine oder mehrere vererbte Erkrankungen wie zum Beispiel Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Diabetes mellitus oder Fettstoffwechselstörungen bekannt sind. Ein weiteres Risiko für einen Schlaganfall / Apoplex, auf das man keinen Einfluss hat, sind ererbte Blutgerinnungsstörungen. Hierbei verklumpen zum Beispiel die Blutplättchen oder es treten Risse (Dissektionen) in den hirnversorgenden Gefäßen auf.
- Vererbbare Risikofaktoren: Vererbte Risiken oder Herzerkrankungen wie Vorhofflimmern gehören definitiv zu den Risikofaktoren, die man selbst gar nicht beziehungsweise nur sehr gering beeinflussen kann.
Beeinflussbare Risikofaktoren
Wesentliche Risikofaktoren für Schlaganfälle sind Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Herzklappenerkrankungen und Vorhofflimmern. Anders als genetische Faktoren oder das Alter können diese beeinflusst werden und das Risiko gesenkt werden.
- Bluthochdruck (Hypertonie): Je höher der Blutdruck und je länger er unerkannt und unbehandelt bleibt, desto größer ist das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden.
- Diabetes mellitus: Die erhöhten Blutzuckerwerte bei der Stoffwechselerkrankung Diabetes schädigen langfristig die Blutgefäße und fördern die Gerinnselbildung. Dadurch steigt die Gefahr eines Gefäßverschlusses.
- Herzklappenerkrankungen: Sie verlangsamen die Fließgeschwindigkeit des Blutes und begünstigen damit die Bildung von Blutgerinnseln, die letztendlich zum Gefäßverschluss führen können.
- Vorhofflimmern: Dies ist eine Herzrhythmusstörung, bei der die Herzvorhöfe rasch und unregelmäßig zucken (flimmern). Dadurch sinkt der Blutfluss und es kann sich ein Blutpfropf bilden, der womöglich in den Blutkreislauf gespült wird und in die Gehirngefäße gelangt. Vorhofflimmern gehört zu den Hauptrisikofaktoren für Schlaganfälle.
- Lebensstilfaktoren: Gemeint sind hier die sogenannten Lifestyle-Faktoren wie Bewegungsmangel, Rauchen, Fehlernährung. Und die teilweise dadurch mitbedingten chronischen Erkrankungen Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen. Diese spielen bei jungen Menschen fast keine Rolle.
Weitere beeinflussbare Faktoren:
- Rauchen: Rauchen ist ein Risikofaktor für Schlaganfall, der mit dem richtigen Willen und ausreichender Motivation komplett ausgeschlossen werden kann. Die schädigenden Wirkungen beruhen auf einer zunehmenden Verkalkung der Blutgefäße, der Förderung des Bluthochdrucks und der Verengung kleiner Blutgefäße, wodurch die Durchblutung des Gehirns verschlechtert wird.
- Alkohol: Ein übermäßiger Alkoholkonsum erhöht das Schlaganfall-Risiko.
- Übergewicht: Übergewicht ist ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es begünstigt das Auftreten anderer Risikofaktoren (Bluthochdruck, Diabetes, zu hohes Cholesterin).
- Bewegungsmangel: Bewegungsmangel erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zu denen auch der Schlaganfall gehört. Regelmäßige körperliche Aktivität ist daher sehr empfehlenswert.
- Stress: Wird Stress allerdings zu einem Dauerzustand und der Körper findet keinen Weg zurück in die Entspannung, kann anhaltender Stress der Gesundheit unter Umständen schaden. Etwa dann, wenn die kurzzeitigen Stress-Symptome in dauerhafte Symptome übergehen und weitere körperliche Reaktionen auslösen wie zum Beispiel einen dauerhaft erhöhten Puls oder Bluthochdruck. Auch können in der Folge unter anderem der Cholesterin- und Blutzuckerspiegel steigen, Schlafstörungen sowie weitere Störungen auftreten.
Seltene Ursachen für Schlaganfälle bei jüngeren Männern
- Gefäßdissektion: Zum Beispiel eine sogenannte spontane Gefäßdissektion einer Halsarterie. Dabei kommt es durch eine kleine Verletzung zu einem Einriss in der Gefäßinnenwand. Es bildet sich ein Wandhämatom, das zu einer Engstelle oder sogar einem Gefäßverschluss führt. Diese Patient:innen sind oft Mitte 40 oder jünger, im höheren Lebensalter kommen solche Dissektionen selten vor. Wir gehen davon aus, dass 15 bis 25 Prozent der juvenilen Schlaganfälle durch diese Dissektionen entstehen. Zu den typischen Warnzeichen einer Dissektion gehören einseitige Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen und Ohrgeräusche. Wird eine verengende Dissektion gefunden, muss der Betroffene schnell mit blutverdünnenden Medikamenten behandelt werden, damit sich kein Blutgerinnsel bildet. Die Therapie dauert so lange, bis der Einriss in der Gefäßwand abgeheilt und der Bluterguss verschwunden ist.
- Weitere seltene Ursachen: Andere seltenere Ursachen sind zum Beispiel Gefäßentzündungen (Vaskulitiden), Gerinnungsstörungen (Thrombophilien) oder auch Schlaganfälle durch Gerinnsel aus dem Herzen (kardioembolisch) u.a. durch Defekte der Herzscheidewand (paradoxe Embolien), die im höheren Alter selten eine Rolle spielen.
- Offenes Foramen ovale (PFO): In der Altersspanne von 16 bis 55 Jahren steckt oft ein kleiner angeborener Defekt im Herzen hinter einem Schlaganfall - ein offenes oder persistierendes Foramen ovale (PFO). Dabei handelt es sich um eine Verbindung zwischen dem rechten und dem linken Herzvorhof, die sich normalerweise in den ersten Wochen nach der Geburt verschließt. Bei jedem Vierten wächst das Loch (Foramen ovale) allerdings nicht vollständig zu, es bleibt dauerhaft offen.
Was tun, wenn die Ursache unklar bleibt?
Leider gibt es viele Patient:innen, die sich drei oder mehr Tage auf der Stroke Unit im Krankenhaus befinden, das komplette diagnostische Programm durchlaufen, doch am Ende findet man tatsächlich nichts. Diese Rate ist sehr, sehr hoch. Sie liegt mindestens bei 30, manchmal sogar bei 50 Prozent.
Die Bedeutung der Prävention
Der klassische juvenile Schlaganfall ohne eine Art von Risikofaktor trifft die jungen Menschen tatsächlich wie der Schlag. Er ist eine akute Erkrankung, die sich nicht vorhersehen lässt. Doch ab Anfang/Mitte 40 kommt es zu einem steilen Anstieg der kardiovaskulären Risikofaktoren. Hier kann jeder selbst frühzeitig aktiv werden und sein Risikoprofil senken. Dazu gehören regelmäßig Sport treiben, gesunde und ausgewogene Ernährung, auf Nikotin verzichten und den Alkoholkonsum begrenzen.
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Die Vorbeugung beziehungsweise Verhinderung eines Schlaganfalls basiert auf drei Säulen:
- Änderung des Lebensstils: Die meisten Schlaganfälle und viele Herzerkrankungen könnten durch einen gesunden Lebensstil vermieden werden. Dazu gehören regelmäßige körperliche Aktivität, ausgewogene Ernährung und der Verzicht auf schädliche Substanzen wie Alkohol und Nikotin.
- Vorbeugung und frühzeitige Behandlung von Risikofaktoren: Regelmäßige ärztliche Vorsorgeuntersuchungen sind für die Prävention eines Schlaganfalls entscheidend, insbesondere bei genetischer Vorbelastung. Sie ermöglichen, potenzielle Risikofaktoren wie zum Beispiel den Bluthochdruck frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls zu behandeln. Bei bereits diagnostizierten Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist die zielgerichtete Behandlung von großer Bedeutung. In einigen Fällen ist eine medikamentöse Therapie sinnvoll, beispielsweise mit blutverdünnenden, cholesterinsenkenden oder gerinnungshemmenden Medikamenten. Auch spezifische Implantate und Eingriffe können dazu beitragen, einen Schlaganfall zu verhindern.
- Vorbeugung und Verhinderung eines erneuten Schlaganfalls bei Menschen, die bereits einen Schlaganfall erlitten haben (Sekundärprophylaxe): Für Personen, die bereits einen Schlaganfall erlitten haben, sind eine kontinuierliche Überwachung und Anpassung der Behandlung dringend geboten. Eine geeignete medikamentöse Therapie, die Teilnahme an Rehabilitationsmaßnahmen sowie die Einhaltung eines gesunden Lebensstils tragen entscheidend dazu bei, das Risiko eines weiteren Schlaganfalls zu reduzieren.
Konkrete Maßnahmen zur Prävention
- Regelmäßige Blutdruckkontrolle: Als wichtigste Maßnahme gilt daher das regelmäßige Messen des Blutdrucks.
- Cholesterinwerte im Blick behalten: Durch eine Blutanalyse kann Ihr Arzt Ihr persönliches Risiko erkennen und notfalls behandeln.
- Diabetes behandeln: Die richtige Diabetes-Behandlung ist damit eine gute Schlaganfall-Vorsorge und kann einen Apoplex verhindern.
- Rauchen aufgeben: Rauchen ist ein Risikofaktor für Schlaganfall, der mit dem richtigen Willen und ausreichender Motivation komplett ausgeschlossen werden kann.
- Sport treiben: Suchen Sie doch mal nach einer Gruppe von Menschen in Ihrer Stadt beziehungsweise Umgebung, die Nordic Walking oder eine andere Sportart betreiben. Das bringt Sie nicht nur in Bewegung, sondern ermöglicht Ihnen auch ganz neue Kontakte.
- Regelmäßige ärztliche Kontrollen: Lassen Sie sich regelmäßig vom Arzt durchchecken und nehmen Sie die Behandlungsvorschläge ernst.
Symptome eines Schlaganfalls erkennen und handeln
Anzeichen des Schlaganfalls erfordern schnelles Handeln. In jedem Fall müssen, auch wenn sich die Symptome zurückbilden, die Ursachen gesucht werden. Einen Schlaganfall (Apoplex) erleiden in Deutschland jedes Jahr rund 270.000 Menschen - zehn bis 15 Prozent von ihnen sind unter 55 Jahre alt.
Weniger bekannt ist, dass auch andere Symptome auf einen Schlaganfall hindeuten können. Bitten Sie den Betroffenen zu lächeln. Ist das Gesicht dabei einseitig verzogen, deutet das auf eine Halbseitenlähmung hin. Bitten Sie den Betroffenen die Augen zu schließen, beide Arme gleichzeitig in die Waagerechte zu heben, die Handflächen nach oben zu drehen und die Position zu halten. Lassen Sie die Person einen einfachen Satz nachsprechen. Ist sie dazu nicht in der Lage oder klingt die Stimme verwaschen? Versteht die Person die Aufforderung nicht? Wenn eines oder sogar mehrere dieser Symptome auftreten, zählt jede Minute. Nach einem Schlaganfall gehen pro Minute bis zu zwei Millionen Nervenzellen zugrunde. Es gibt nur eine richtige Reaktion: Sofort unter 112 den Notarzt rufen. Auch wenn sich die Symptome schnell zurückbilden: Nach jedem Schlaganfall muss intensiv nach der Ursache gesucht werden. Wird der Auslöser nicht gefunden und behandelt, droht ein erneuter Schlaganfall.
Die Bedeutung von "Time is Brain"
Mit dem Auftreten des Gefäßverschlusses, der den typischen Schlaganfall auslöst, gehen im Schnitt 1,9 Millionen Nervenzellen pro Minute zugrunde. Die Zeit ist also der wesentlichste Faktor, um die Folgen des Schlaganfalls so gering wie möglich zu halten. Die größte Chance, den Schlaganfall effektiv zu behandeln, besteht innerhalb der ersten Stunden nach dem Beginn der Symptome („time is brain“).
Behandlung eines Schlaganfalls
Bei einem akuten Schlaganfall werden die Betroffenen idealerweise auf einer Spezialstation, einer sogenannten Stroke Unit behandelt. Unmittelbar nach Einlieferung wird per CT oder MRT des Kopfes festgestellt, ob es sich um einen Hirninfarkt (ischämischer Schlaganfall) oder eine Hirnblutung handelt.
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Behandlung des ischämischen Schlaganfalls
Bei einem Hirninfarkt muss die Durchblutung des betroffenen Gehirnbereichs so schnell wie möglich wiederhergestellt werden. Eine Methode ist die Thrombolyse (kurz: Lyse). Dabei wird ein das Gerinnsel auflösendes Medikament über die Vene in den gesamten Körper oder mittels Katheter direkt in das verschlossene Gehirngefäß verabreicht. Die Therapie sollte idealerweise innerhalb von viereinhalb Stunden nach Auftreten der ersten Schlaganfall-Symptome beginnen - je eher, desto besser der Behandlungserfolg.
Eine weitere Methode ist die Thrombektomie. Sie wird vor allem bei größeren Blutgerinnseln eingesetzt, die sich nicht allein medikamentös auflösen lassen. Dabei wird ein Katheter durch die Leiste ins Gehirn eingeführt und das Blutgerinnsel mit einem weichen Metallgitter-Geflecht eingefangen und abgesaugt. Ist die Thrombektomie nicht erfolgreich, kann das verstopfte Gefäß mit einem Ballonkatheter geweitet werden, damit das Blut wieder ungehindert fließen kann. Wenn der Ballon an der richtigen Stelle in der Arterie sitzt, wird er auf zwei Millimeter aufgeblasen. Danach wird ein Stent, also eine Gefäßstütze, eingesetzt.
Behandlung der Hirnblutung
Bei einer Hirnblutung muss die Blutung zum Stillstand gebracht werden, falls noch nicht von selbst geschehen. Außerdem müssen Schädigungen durch austretendes Blut vermieden werden. Das bei einer Hirnblutung entstehende Blutgerinnsel verdrängt das umliegende Gewebe. Der daraus entstehende Druck kann gesunde Gehirnteile schädigen, was für die Betroffenen lebensbedrohlich werden kann. Zudem schädigen die im Blut enthaltenen Stoffe teilweise die Gehirnzellen. Daher kann es bei stärkeren Blutungen nötig sein, das Blut durch eine Operation zu entfernen. Um den Druck auf das Gehirn zu reduzieren, kann es in seltenen Fällen erforderlich werden, Teile des Schädelknochens zu entfernen. Wenn sich die Schwellung zurückgebildet hat, wird der entfernte Teil später wieder eingesetzt.
Rehabilitation nach einem Schlaganfall
Wichtig ist bei einem Schlaganfall nicht nur die Akutversorgung auf der Stroke Unit, sondern auch eine langfristige Nachbehandlung der Betroffenen. Nach einem Schlaganfall bleiben oft Lähmungen, Wahrnehmungs- und Sprechstörungen zurück. Um Langzeitschäden so gering wie möglich zu halten, sollte möglichst schon in den ersten Tagen in der Klinik mit Reha-Maßnahmen begonnen werden. Häufig treten zum Beispiel gefährliche Schluckstörungen auf, die in der Frühphase erkannt und behandelt werden müssen. Nach der Akuttherapie in der Klinik haben Betroffene in der Regel Anspruch auf eine Anschlussbehandlung.
Depressionen gehören zu den häufigsten Komplikationen nach einem Schlaganfall. Eine aktuelle Studie zeigt, dass Veränderungen am Hirnstamm ein Biomarker dafür sein könnten. Mit einem hochauflösenden Hirnstamm-Ultraschall könnten Risikopatienten frühzeitig erkannt und behandelt werden. Die Dauer der Rehabilitation sollte sich nach der Schwere der Beeinträchtigungen richten. Viele Betroffene fühlen sich im Alltag überfordert - zum Beispiel mit organisatorischen Dingen. Auch Partner, Kinder und Freunde verhalten sich oft falsch, indem sie Betroffenen aus Hilfsbereitschaft oder Ungeduld zu schnell Dinge abnehmen. Oft vergehen nach einem Schlaganfall viele Monate, bis der Alltag wieder funktioniert.
Outcome nach einem juvenilen Schlaganfall
Ihr Outcome ist deutlich besser. Dennoch muss man deutlich sagen, dass etwa ein Drittel der Patient:innen, die eine Behinderung erleiden, ihr Leben nicht mehr so führen können wie vorher und auch dauerhaft arbeitsunfähig bleiben. Nur etwa 40 Prozent kehren an ihren alten Arbeitsplatz zurück.
Ja, weil die Folgen für sie relevanter sind. Wenn ein junger Mensch aufgrund des Schlaganfalls zum Beispiel neuropsychologische Defizite wie Konzentrationsstörungen hat, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass er nie wieder auf dem Niveau arbeiten kann, das er vorher hatte. Bei einem 70-Jährigen fallen die gleichen Defizite vielleicht gar nicht so auf.
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