Die Wahl der richtigen Verhütungsmethode ist eine individuelle Entscheidung, die von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird. Aktuelle Umfragen belegen, dass die Beliebtheit der Pille abnimmt, während die Skepsis gegenüber möglichen Schäden und Nebenwirkungen zunimmt. Gleichzeitig steigt der Einfluss von Social Media auf die Meinungsbildung in Bezug auf Kontrazeption. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Verhütung, die Rolle von Hormonen, den Zusammenhang mit Migräne und die ethischen Überlegungen bei reproduktionsmedizinischen Entscheidungen.
Veränderungen im Verhütungsverhalten
Die aktuellen Daten zum Verhütungsverhalten Erwachsener, die von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) seit 2007 regelmäßig erhoben werden, belegen einen deutlichen Trend weg von der Pille und hin zum Kondom. Zwischen 2007 und 2023 ging der Anteil der Pillennutzung von 55 % auf 38 % zurück, während im gleichen Zeitraum die Kondom-Verwendung von 36 % auf 53 % stieg. Dieser Veränderung liegt eine zunehmend kritische Einstellung zu hormonellen Verhütungsmethoden zugrunde. Der Anteil der Spirale als Verhütungsmethode stieg in den letzten Jahren etwas an: Er lag bis 2018 bei konstant 10-11 %, 2023 bei 14 %.
Laut der Repräsentativstudie „Jugendsexualität 9. Welle“ verhüteten im Jahre 2019 73 % der Befragten beim ersten Geschlechtsverkehr mit Kondom, nur 43 % mit der Pille. Die hohe Zahl für Kondome erklärt sich auch dadurch, dass viele Kondom und Pille gleichzeitig nutzen, um sich zusätzlich gegen STI zu schützen. Mit zunehmender sexueller Erfahrung nimmt bei Jugendlichen der Anteil der Pillen- Nutzung zu auf 58 %, während der der Kondomnutzung abnimmt, aber immer noch bei 50 % liegt.
Die Rolle der Pille: Vor- und Nachteile
Die Pille greift massiv ein in den hormonellen Kreislauf. Und das ist gewollt: Durch den über Wochen konstanten Östrogen-Gestagen-Spiegel werden FSH und LH gehemmt und damit der Eisprung verhindert. Aber: Die Unterdrückung der Hypothalamus- Hypophysen-Gonaden-Achse (HHGA) kann neben der Verhinderung des Eisprungs auch andere Auswirkungen haben. Die Ergebnisse der Neuro-Psycho-Endokrinologie weisen darauf hin, wie im Körper alles mit allem verzahnt ist im Sinn einer psychohormonellen Regulation. Zur Auswirkung auf die Libido gibt es keine eindeutigen Ergebnisse, sowohl positive wie negative werden in Studien beschrieben.
Zu den psychischen Auswirkungen hat eine dänische Studie vor Jahren neue beunruhigende Daten geliefert: Diese große Kohortenstudie verwies auf den Zusammenhang zwischen der Einnahme von Kombinationspräparaten und depressiven Veränderungen, gerade bei Jüngeren. Eine Erhöhung der Suizidrate wurde beobachtet. Länger und allgemein bekannt ist das erhöhte Thrombose-Risiko unter kombinierten Kontrazeptiva, das laut aktueller BfAM-Information unverändert gilt, abhängig von der Östrogen/Gestagen Kombination.
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Die Pille hat aber wie bekannt auch viele Vorteile: Die positiven Nebeneffekte vor allem auf die Menstruation, aber auch auf Haut und Haare werden von vielen Anwenderinnen geschätzt. Fast alle Methoden der Kontrazeption hängen von den Anwendenden ab, das heißt davon, ob Pille/ Kondom/ NFP immer konsequent und richtig genutzt werden („perfect use“ / Methodensicherheit), oder ob es, wie im Alltag üblich, Lücken oder Fehler gibt („typical use“ / Gebrauchssicherheit).
Kondome: Anwendung und Sicherheit
Beim Kondom, dem bevorzugten Verhütungsmittel gerade bei Jüngeren, ist die Versagerrate bei perfect use mit 2 % recht niedrig, für viele verblüffend. Die Zahlen für den typical use sind deutlich schlechter, da werden in Studien bis 13 % ungewollte Schwangerschaften angegeben. Hauptgrund sind die Anwendungsprobleme. Laut dem Factsheet Kondom aus der BZgA-Erhebung zur Jugendsexualität geben 32 % der Befragten 14- bis 25-Jährigen an, dass das Kondom schon einmal geplatzt oder gerissen sei, bei 21 % war es schon einmal abgerutscht, 32 % hatten Probleme beim Überrollen, bei 28 % war das Produkt zu klein, bei 6 % zu groß. Ein weiteres Problem: Das (eigentlich zur Verhütung geplante) Kondom wird weggelassen, um den sexuellen Genuss nicht zu stören oder weil die Erektion nachlässt.
Kondome werden überwiegend aus Latex hergestellt. Bei Latexallergie stehen latexfreie Kondome zur Verfügung, die nach Studienlage ähnlich sicher schützen. Es gibt Kondome in verschiedenen Größen und Passformen. Männer können die Größe (=Umfang) ihres erigierten Penis selbst messen mit einem dafür entwickelten Maßband, z. B. dem Kondometer der BZgA, um das passende Kondom zu kaufen. Die richtige Größe hat Einfluss auf den „guten Sitz“, d.h. sie schützt vor Platzen oder Abrutschen und erhöht den Tragekomfort. Ein „gut-sitzendes“ Kondom wird eher benutzt als ein zu enges oder zu weites! Zwei Kondome übereinander zu verwenden erhöht die Sicherheit nicht. Wichtig für die Qualität ist das CE-Prüfkennzeichen. Die etwa 5-jährige Haltbarkeit von Kondomen hängt von der Qualität und von ihrer Lagerung ab: Hitze, starke Sonne und Druck/Reibung (z.B. in der Hosentasche) vertragen Kondome nicht. Bei trockener Scheide kann ein Gleitgel verwendet werden, das auf Wasseroder Silikonöl-Basis hergestellt sein muss. Das scheint auch die Gefahr des Reißens zu verringern. Gels oder auch vaginal applizierte Medikamente auf fettlöslicher Basis können die Latexmembran porös machen. Klar ist: Eine nahezu 100%-ige kontrazeptive Sicherheit wie mit Spirale oder Pille ist mit Kondomen nicht zu erreichen.
Alternative Verhütungsmethoden
Neben Pille und Kondom gibt es eine Reihe weiterer Verhütungsmethoden, die je nach individuellen Bedürfnissen und Vorlieben in Frage kommen:
- Spirale: Eine Kupferspirale kann die Methode der Wahl sein für Frauen, die dauerhaft kein Kind haben und nicht jeden Tag an Verhütung denken wollen. Das gilt auch für Frauen, die noch kein Kind geboren haben. Der Vorteil: Kein Einfluss auf den Zyklus. Der Nachteil (für manche): Ein „Fremdkörper“ in der Gebärmutter, außerdem häufig verstärkte und verlängerte Blutung. Unabhängig von der Spiralen-Form ist die Kupfermenge (Kupferoberfläche mindestens 300 qmm) entscheidend für die kontrazeptive Effektivität. Das Risiko für aufsteigende Infektionen ist in den ersten Wochen nach der Insertion erhöht, entsprechend sollte die Spirale bei bestehendem Kontrazeptionswunsch möglichst lange (je nach Herstellerangaben) belassen werden.
- Diaphragma und Portiokappe: Beide Methoden haben einen Vorteil gemeinsam: Sie können schon einige Stunden vor dem Geschlechtsverkehr „in situ“ gebracht werden, damit stören sie weniger beim Sex. Und sie haben außerdem gemeinsam, dass Frauen sich selbst „anfassen“ müssen, dass sie ihr Inneres kennenlernen und dass sie „üben“ müssen, um die Barriere richtig anzubringen. Das kann für manche unangenehm sein und mag dazu beitragen, dass die Methoden kaum angewendet werden. Es gibt aber Hinweise aus Workshops und Beratungsstellen, dass die Methoden von einer jüngeren Generation, die z. B. Menstruationstassen nutzt, zunehmend gefragt werden. Eine weitere Gemeinsamkeit: Zur Verhütungs-Sicherheit der aktuell erhaltbaren Modelle liegen nur wenige bzw. keine randomisierten Studien von guter Qualität vor. Da besteht dringend Forschungsbedarf, wenn man ernst nimmt, dass Frauen sich selbst vor Empfängnis schützen wollen ohne hormonellen Eingriff. Die Methodensicherheit liegt beim Diaphragma zwischen 4 und 14 %, für die Portiokappe gibt es keine verlässlichen Angaben.
- Frauenkondom: Mit dem vaginalen Kondom können sich Frauen selbstständig nicht nur vor Schwangerschaft schützen (bei perfect use Versagerrate 5…
- Hormonring: Muss nur 1x/Monat gewechselt werden.
- Dreimonatsspritze: 3 Monate Blutungsfreie Verhütung.
- Verhütungsstäbchen: Die Wirkung des Hormonstäbchens (Gestagen) hält drei Jahre lang an, die Frau muß nicht täglich an ihre Verhütung denken. Das Hormonstäbchen ist eine ganz neue Methode zur Empfängnisverhütung, die eine sichere und lang anhaltende Wirkung gewährleistet. Das moderne Stäbchen besteht aus einem kleinen, weichen und dünnen Kunststoffstäbchen, das direkt unter die Haut des Oberarmes gelegt wird. Das Stäbchen gibt den Hormon-Wirkstoff, ein Gelbkörperhormon, täglich in kleinsten Mengen ab. Wenn es am Beginn eines Zyklus eingelegt wird, bietet es bereits vom ersten Tag an eine sehr hohe Sicherheit zur Empfängnisverhütung, die bis zu drei Jahre lang bestehen bleibt.
Natürliche Familienplanung (NFP)
Das Interesse an Methoden der Fertility Awareness, früher „natürliche Familienplanung“ (NFP), ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Wesentliche Gründe dafür sind ein kritischeres Abwägen der Balance zwischen der Notwendigkeit einer sicheren Kontrazeption und dem Risiko einer unbeabsichtigten Schwangerschaft und das Überwiegen der medikamentös-hormonellen Zyklusregulation, sodass sonst für den natürlichen Zyklus nur noch wenig Raum in den fertilen Lebensphasen bleibt. Auch ist eine zunehmende Skepsis gegenüber der langjährigen Pilleneinnahme aufgrund der Diskussionen um gesundheitliche Nebenwirkungen der Pille zu beobachten.
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Die Methoden der Fertility Awareness nutzen die Möglichkeit, selbst zu beobachtende Körpersymptome (Zervixschleim und basale Körpertemperatur) zur Bestimmung des fertilen Fensters aufzuzeichnen. Die Körpertemperatur steigt periovulatorisch durch den Progesteroneffekt leicht an und sinkt erst am Ende des Zyklus wieder. Durch den Anstieg des Östradiols verflüssigt sich präovulatorisch der Zervixschleim. Unmittelbar postovulatorisch allerdings verändert sich durch Progesteroneinfluss die Zervixschleimqualität rasch. Deshalb eignen sich beide Parameter gut, den Ovulationszeitpunkt und das fertile Fenster zu bestimmen, was inzwischen wiederholt und überzeugend nachgewiesen wurde.
Die symptothermalen Methoden basieren auf der Beobachtung von Zervixschleim und Körpertemperatur nach dem Prinzip des „double-check“: Jeweils zwei Parameter sichern sowohl den Anfang wie das Ende der fruchtbaren Zeit. Der Temperaturanstieg wird nach der „3 über 6“-Regel festgestellt. Am Tag der 3. höheren Messung besteht wieder Unfruchtbarkeit. Mit Hilfe von Rechenregeln wird, basierend auf den vorangegangenen 12 Zyklen, der 1. fruchtbare Tag bestimmt, es sei denn, das Zervixschleimsymptom signalisiert eventuell eine frühere Öffnung des sog. fertilen Fensters.
Für die symptothermale Methode der natürlichen Familienplanung (Sensiplan®) existieren prospektive Sicherheitsstudien. Das gilt wohlgemerkt nicht für die anderen natürlichen Familienplanungsmethoden. Reine Kalkulationsmethoden z. B. reichen nicht aus, um auch nur einigermaßen genau das „fertile window“ im Zyklus zu finden. Nur bei 20 % der Frauen ist der Zyklus fast immer gleich lang. Auch bei regelmäßigen, weniger als 5 Tage schwankenden Zyklen ist der Eisprung oft sehr unterschiedlich lokalisiert. Vorteile der natürlichen Methoden sind die Möglichkeiten der Fruchtbarkeitswahrnehmung sowohl zur Verhütung als auch zur Realisierung eines Kinderwunsches. Das Zyklusgeschehen wird nicht maskiert, und Zyklusstörungen können frühzeitig auffallen. Nachteilig sind für die STM die notwendige regelmäßige Körperbeobachtung und eine Lernphase von 1-3 Zyklen.
Hormonelle Einflüsse auf die Fruchtbarkeit
Fruchtbarkeitsstörungen haben bei Frauen häufig hormonelle Gründe. Sie betreffen vor allem die Eizellreifung. Je nach Art der Hormonstörung, ihrem Ausmaß und dem Zeitpunkt, an dem der Monatszyklus gestört ist, kommen verschiedene Hormontherapien infrage. Eine Hormonbehandlung ist oft langwierig und mit unangenehmen Nebenwirkungen verbunden. Sie sollte deshalb stets so niedrig wie möglich dosiert und genau auf das individuelle Problem abgestimmt sein. Außerdem darf sie nur unter ärztlicher Kontrolle durchgeführt werden. Der Behandlung vorausgehen muss immer eine gründliche Diagnostik, zu der auch die eingehende Untersuchung des Partners gehört.
Zur Diagnostik von weiblichen Fruchtbarkeitsstörungen und zugleich zur Vorbereitung auf eine mögliche Hormonbehandlung wird häufig zunächst der Zyklus der Frau beobachtet (Zyklusmonitoring). Sein Verlauf lässt sich mit Ultraschall und durch Bestimmung verschiedener Hormonwerte im Blut genau untersuchen. An verschiedenen Tagen im Zyklus überprüft die Ärztin oder der Arzt die Größe des heranreifenden Eibläschens sowie das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut. Die Zyklusbeobachtung kann die Chancen für eine Schwangerschaft verbessern, da mit ihr auch der optimale Zeitraum für eine Befruchtung festgestellt werden kann.
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Ein hormonelles Ungleichgewicht kann durch eine Überproduktion des Hormons Prolaktin entstehen (Hyperprolaktinämie). Prolaktin ist ein Hormon, das unter anderem nach der Geburt die Milchproduktion der Mutter anregt und gleichzeitig den Eisprung unterdrückt. Bei nicht schwangeren Frauen kann ein erhöhter Prolaktinspiegel die Eierstockfunktion und damit die Empfängnisfähigkeit entscheidend einschränken. Mögliche Ursachen für erhöhte Prolaktinwerte sind zum Beispiel Störungen der Schilddrüsenfunktion, die Einnahme spezieller Medikamente (Antiallergika, Antidepressiva u.a.) oder eine Tumorerkrankung der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse). Wenn diese Ursachen ausgeschlossen wurden, kann die Frau prolaktinhemmende Medikamente einnehmen. Sie sollen die Prolaktinwerte normalisieren und einen regelmäßigen Zyklus mit Eisprung wieder ermöglichen.
Auch Frauen bilden in geringen Mengen männliche Hormone (Androgene), darunter Testosteron und DHEA-S. Sie werden in den Eierstöcken, der Nebennierenrinde und im Fettgewebe produziert. Der weibliche Körper braucht sie für die Bildung von Östrogenen, der wichtigsten weiblichen Hormongruppe. Ein Zuviel an Testosteron und DHEA-S kann jedoch die Eierstockfunktion massiv beeinträchtigen und darüber hinaus zu einigen männlichen körperlichen Merkmalen führen (verstärkter Haarwuchs an entsprechenden Körperstellen, Akne und Haarausfall). Wenn sich außerdem vermehrt Zysten in den Eierstöcken bilden und der Zyklus gestört ist, spricht die Medizin von einem Polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS).
Bei der primären Eierstockschwäche (Ovarialinsuffizienz) schüttet der Eierstock weniger Östrogen aus. In der Folge produziert der Körper vermehrt das follikelstimulierende Hormon (FSH) und das luteinisierende Hormon (LH), um die Eierstöcke zu stimulieren. Bei einer Eierstockschwäche ist die Reifung der Eibläschen gestört, sodass kein Eisprung mehr stattfindet und die Menstruation ausbleibt. Die Ursachen können sehr vielfältig sein und bleiben häufig unklar. Lassen sich in den Eierstöcken mittels einer Gewebeprobe noch genügend entwicklungsfähige Vorstufen von Eizellen finden, können Hormonpräparate die Eierstockfunktion möglicherweise wieder herstellen.
Frauen mit Zyklusproblemen erhalten häufig niedrig dosierte Hormonpräparate, die das Reifen der Eizellen anregen sollen. Ergibt die Ultraschallkontrolle, dass die Eibläschen eine bestimmte Größe und Reife erreicht haben, kann mit einem weiteren Hormon der Eisprung ausgelöst werden. Sodann wird dem Paar empfohlen, zu welchem Zeitpunkt es Geschlechtsverkehr haben sollte.
Hormonersatztherapie (HRT) in den Wechseljahren
Im Vordergrund der Entscheidung für oder gegen eine Behandlung mit Hormonen stehen immer der persönliche Leidensdruck und die Ausprägung der Beschwerden, die gegenüber den individuellen Risiken abgewogen werden. Bei der Hormonersatztherapie (HRT) wird der in den Wechseljahren entstehende Hormonmangel künstlich durch Medikamente ausgeglichen. Eine Hormonersatztherapie verfolgt nicht das Ziel, die bisherige Hormonkonzentration im Körper exakt wiederherzustellen, sondern will gezielt die östrogenmangelbedingten Beschwerden und Erkrankungen der Wechseljahre beseitigen. Wechseljahresbeschwerden wie vasomotorischer Symptome wie Hitzewallungen sowie Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, urologische Beschwerden und andere Beschwerden, welche die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit mancher Frauen teilweise erheblich beeinträchtigen, können durch eine Hormonersatztherapie ursächlich wirksam behandelt werden.
Als medizinische Anlässe (Indikationen) zum Einsatz einer Hormonersatztherapie gelten derzeit die Behandlung klimakterischer Beschwerden wie Hitzewallungen und Gewebeschwund der genitalen Schleimhaut (Atrophie) und damit einhergehenden urogenitalen Beschwerden. Die Prävention von Erkrankungen (z. B. Osteoporose, Depression) ist sinnvoll, aber noch keine schulmedizinische Indikation für eine Hormonersatztherapie. Zur Primärprävention der Osteoporose wird die Hormonersatztherapie empfohlen, wenn ein hohes Knochenbruchrisiko und eine Unverträglichkeit oder Gegenanzeigen (Kontraindikationen) gegenüber anderen zur Prävention der Osteoporose zugelassenen Arzneimitteln vorliegen. Bevor eine Hormonersatztherapie durch den Frauenarzt empfohlen wird, ist eine umfassende Untersuchung, eingehende Befragung und Beratung der Patientin sowie eventuell ei…
Ethische Aspekte der Reproduktionsmedizin
Die Reproduktionsmedizin wirft eine Reihe ethischer Fragen auf, die sorgfältig abgewogen werden müssen. Dazu gehören:
- Interruptio graviditatis (Schwangerschaftsabbruch): Gibt es einen Unterschied zwischen elektiven Aborte vor oder nach der Lebensfähigkeit?
- Präimplantationsdiagnostik (PID): Die Vermeidung einer Vererbung genetischer Mutationen, von denen bekannt ist, dass sie Krankheiten verursachen (z. B. Vermeiden von Schwangerschaften mit fetaler Aneuploidie (z. B.
- In-vitro-Fertilisation (IVF): Eine wichtige ethische Frage im Zusammenhang mit der Verwendung von IVF ist, was mit den Embryonen geschehen soll, die erzeugt, aber nicht verwendet werden, da die Mehrheit verworfen wird. Ähnlich wie beim Thema Interruptio graviditatis stellt sich die Frage, wie das Recht auf Selbstbestimmung des Paares gegenüber den Rechten eventuell erzeugter Embryonen abgewogen werden soll. Manche Menschen haben (oft aus religiösen Gründen) starke Ansichten über die Rechte, die einem Embryo zustehen, und die persönlichen Meinungen zu diesem Thema können sehr unterschiedlich sein. Im Allgemeinen bevorzugen medizinethische Grundsätze in erster Linie das lebende Paar und nicht die Embryonen. Die IVF wird weithin als ethisch einwandfreie medizinische Behandlungsoption für Paare mit Infertilität akzeptiert, die biologische Kinder haben wollen. Dies wird mit dem Recht auf Selbstbestimmung und dem Patient*innenwohl begründet.
- Leihmutterschaft: In Situation B landen diese Fälle häufig mit unterschiedlichen Ergebnissen vor Gericht, wer letztendlich das elterliche Sorgerecht hat. Ein schwules Paar wünscht sich ein Kind und eine enge Freundin stellt sich freiwillig als Leihmutter für sie. Das Paar kann sich die IVF nicht leisten, stattdessen hat einer der Männer Geschlechtsverkehr mit der Freundin und sie wird schwanger. In diesem Fall „auf natürliche Weise“ gezeugt wurde, haben die Frau und der Mann, deren Gameten den Embryo geschaffen haben, normalerweise bei der Geburt die elterliche Autorität. Es obliegt der Freundin, freiwillig auf ihr elterliches Recht zu verzichten, und dem Partner des Mannes, mit dem sie Geschlechtsverkehr hatte, das Kind zu adoptieren.
Vasektomie und Migräne: Ein möglicher Zusammenhang?
Der zur Verfügung gestellte Text enthält keine Informationen über einen direkten Zusammenhang zwischen Vasektomie, Pro Familia und Migräne. Es ist wichtig, weitere Recherchen durchzuführen, um diese spezifische Frage zu beantworten. Es ist jedoch bekannt, dass hormonelle Veränderungen Migräne beeinflussen können. Da Verhütungsmethoden und Fruchtbarkeitsbehandlungen oft mit hormonellen Veränderungen einhergehen, ist es wichtig, dies bei der Wahl der geeigneten Methode zu berücksichtigen.
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