Parkinson-Krankheit: Informationen zu Symptomen, Ursachen, Diagnose und Behandlung

Einführung

Die Parkinson-Krankheit, auch Morbus Parkinson genannt, ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die hauptsächlich die Kontrolle der Bewegungen beeinträchtigt. Sie zählt zu den häufigsten Erkrankungen des Nervensystems und betrifft in Deutschland schätzungsweise 220.000 Menschen. Obwohl Parkinson nicht heilbar ist, können die Symptome durch verschiedene Therapien gut behandelt und gelindert werden. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Parkinson-Krankheit, einschließlich ihrer Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten.

Was ist Parkinson?

Parkinson ist eine chronische und fortschreitende Erkrankung der Nervenzellen im Gehirn, die für die Steuerung der Bewegungen verantwortlich sind. Die betroffenen Nervenzellen produzieren den Botenstoff Dopamin, der für die Übermittlung von Signalen zur Bewegungskontrolle zuständig ist. Bei Parkinson sterben diese Nervenzellen ab, was zu einem Dopaminmangel führt und die Koordination und Bewegungsfähigkeit beeinträchtigt.

Wie entsteht Parkinson?

Ursächlich für die Beschwerden bei Parkinson ist ein Mangel des Botenstoffs Dopamin. Dieser Stoff wird in den Nervenzellen der Substantia Nigra (schwarze Substanz) gebildet. Ihren Namen hat diese Region im Gehirn aufgrund ihrer dunklen Färbung. Sie liegt in den Basalganglien, einem Netzwerk von Nervenzellen, das für die Steuerung der Bewegungen verantwortlich ist. Grundsätzlich nimmt die Zahl der Nervenzellen in der Substantia Nigra bei jedem Menschen im Laufe seines Lebens ab. Bei Menschen mit Parkinson verläuft dieser Zellabbau jedoch beschleunigt. Sind etwa 50 bis 60 Prozent der Dopamin bildenden Zellen abgestorben, treten die typischen motorischen Symptome auf.

Zusammenspiel mehrerer Faktoren

Welche genaue Ursache Parkinson zugrunde liegt und welcher Umstand für den Abbau der Nervenzellen verantwortlich ist, ist bislang nicht bekannt. Hinweise deuten darauf, dass das Zusammenspiel mehrerer Faktoren das Auftreten der Erkrankung begünstigen kann.

Alter

Ein wichtiger Faktor, der an der Entstehung von Parkinson beteiligt sein kann, ist das Alter. Das bedeutet in keinem Fall, dass jeder alte Mensch ein erhöhtes Parkinson-Risiko hat. Bei jedem Menschen verringert sich die Anzahl der Nervenzellen in der Substantia Nigra im Laufe seines Lebens. Dieser Prozess verläuft jedoch meist so langsam, dass er innerhalb der durchschnittlichen Lebenserwartung nicht zu Beschwerden führt. Im gesunden Alterungsprozess gehen pro Jahrzehnt etwa 5 Prozent der Dopamin bildenden Zellen der Substantia Nigra zugrunde. Bei Parkinson-Patienten ist ein zehnfaches Absterben der Dopamin bildenden Zellen, sowie eine Ansammlung kleiner Eiweißablagerungen (Lewykörper) in den Nervenzellen in verschiedenen Regionen des Gehirns vorhanden. Dann kann es sein, dass irgendwann zu wenig Dopamin bildende Zellen vorhanden sind und es zu einem Mangel an Dopamin kommt.

Lesen Sie auch: Gelächter und Tränen: Bettina Tietjen über Demenz

Genetische Ursache

In sehr wenigen Fällen ist Parkinson erblich bedingt. Etwa 5 Prozent der Betroffenen haben einen nahen Verwandten mit Parkinson. Dabei wird die Erkrankung meist nicht direkt von den Eltern an die Kinder vererbt. Vielmehr geht man davon aus, dass ein Zusammenspiel verschiedener genetischer Anlagen einige Menschen anfälliger für Parkinson macht als andere.

Giftstoffe

Es scheint, dass verschiedene Schadstoffe das Risiko für eine Parkinson-Erkrankung erhöhen können. Dazu zählen unter anderem Lösungsmittel auf Kohlenwasserstoffbasis, Pestizide und Nervengifte. Verschiedene Beobachtungen haben gezeigt, dass Menschen in ländlichen, Gebieten, die nicht an die städtische Wasserversorgung angeschlossen sind, sondern sich über einen eigenen Brunnen mit Wasser versorgen, ein erhöhtes Parkinson-Risiko haben, wenn Pestizide aus der Landwirtschaft in das Wasser gelangen.

Kopfverletzungen

Bestimmte Arten von Kopfverletzungen können das Risiko erhöhen, an sekundärem Parkinson zu erkranken. Durch schwere Schläge auf den Kopf, wie sie beispielsweise beim Boxen vorkommen, Schlaganfälle oder Hirntumore kann die Substantia Nigra geschädigt werden. Ist der Zellverlust in dieser Region des Gehirns zu groß, kann es zu einem Dopamin-Mangel und damit zu Parkinson-Beschwerden kommen.

Anzeichen und Verlauf

Parkinson beginnt in der Regel schleichend und schreitet langsam fort. In den meisten Fällen treten erste Anzeichen der Parkinson-Erkrankung Jahre, manchmal sogar Jahrzehnte vor den klassischen motorischen Symptomen auf. Motorische Symptome sind die Beschwerden, die die Körperbewegungen betreffen, zum Beispiel das Zittern. Die ersten Beschwerden sind meist unspezifisch, das heißt, es ist nicht gleich ersichtlich, dass sie von Parkinson verursacht werden. Bei vielen Betroffenen wird erst nach einer späteren Parkinson-Diagnose deutlich, dass es sich dabei um Vorboten der Erkrankung gehandelt hat.

Vier klassische Krankheitszeichen

Nach eher unspezifischen Anfangsbeschwerden sind im Krankheitsverlauf vier Anzeichen typisch für Parkinson: Muskelzittern (Tremor), Muskelsteifheit (Rigor), die Verlangsamung der Bewegung (Bradykinese) sowie Gang- und Gleichgewichtsstörungen (posturale Instabilität). Sie werden als Kardinalsymptome bezeichnet. Diese Symptome können einzeln oder in Kombination vorkommen.

Lesen Sie auch: Tilman Jens' bewegende Auseinandersetzung mit Demenz

Muskelzittern (Tremor)

Das auffälligste Krankheitszeichen bei Parkinson ist das Muskelzittern, der sogenannte Tremor. Er wird von den Betroffenen meist als Erstes wahrgenommen. In vielen Fällen handelt es sich dabei um ein Zittern im Ruhezustand. Das bedeutet, dass der Tremor in Ruhesituationen besonders ausgeprägt ist und in der Bewegung verschwindet. Seltener äußert sich der Tremor auch beim Halten von Dingen oder in Bewegung als sogenannter Halte- bzw. Aktionstremor. In der Regel zeigt er sich zunächst an den oberen Extremitäten, also an den Armen und am Kopf. Seltener betrifft er auch die Füße. Ein Tremor muss nicht zwangsläufig auftreten. Nur etwa die Hälfte aller Betroffenen stellt gleich zu Beginn der Erkrankung ein Muskelzittern fest. Bei rund 10 Prozent verläuft Parkinson sogar völlig ohne Tremor.

Muskelsteifheit (Rigor)

Der sogenannte Rigor oder auch Muskelsteifheit tritt bei den meisten Betroffenen auf. Spannt ein gesunder Mensch einen Muskel an, kommt es automatisch zur Entspannung des Gegenmuskels. Diese Reaktion ist durch Parkinson eingeschränkt. Sowohl die Beuge- als auch die Streckmuskeln sind permanent angespannt. Dadurch wird der gesamte Körper steif. Versucht beispielsweise eine zweite Person Arm oder Bein eines Betroffenen zu strecken, ist dies nur schwer möglich, obwohl kein aktiver Widerstand geleistet wird. In der Folge sind Bewegungen oft nur stufenweise oder ruckartig möglich. Der Rigor ist auch an der Entwicklung von Fehlstellungen beteiligt. So bewegen sich Betroffene oft vornübergebeugt oder halten die Schultern nach vorn gezogen. Auch kann es zur leicht angewinkelten Haltung von Ellbogen- und Kniegelenken sowie zu gebeugten Fingergelenken kommen.

Verlangsamung der Bewegung (Bradykinese)

Die Verlangsamung der Bewegung wird als Bradykinese bezeichnet. Eine Steigerung ist die Bewegungsarmut, die man Akinese nennt. Betroffene können Bewegungen oft nur verzögert einleiten. Das zeigt sich vor allem bei spontanen Bewegungen, beispielsweise beim Aufstehen zur Begrüßung oder beim unvermittelten Losgehen. Die Bradykinese zeigt sich auch am Gang. Betroffene machen oft kleine Schritte und schlurfen. Ebenso kann es sein, dass die Arme nicht oder kaum mehr mitschwingen. Meist sind gleitende Bewegungen erschwert, sie erfolgen ruckartig. Manchmal verharren Betroffene mitten im Bewegungsablauf. Das wird auch als „Freezing“ bezeichnet. Bewegungen wirken dann wie eingefroren. Solche Situationen können auch durch emotionalen Stress ausgelöst werden. Darüber hinaus kann es zu weiteren Beschwerden kommen. So kann beispielsweise die Mimik verlangsamt sein und starr wirken. Die Zahl der Lidschläge kann abnehmen und die Augenbewegungen können vermindert sein. Dadurch erscheint der Gesichtsausdruck möglicherweise weniger lebhaft. Da auch die an Stimm- und Sprachbildung beteiligten Muskeln von der Bradykinese betroffen sein können, sprechen manche Betroffene leiser als gewöhnlich oder monotoner. Häufig haben Menschen mit Parkinson auch Schwierigkeiten beim Schlucken. Der Speichel wird dann nicht optimal abtransportiert, ein erhöhter Speichelfluss (Hypersalivation) ist die Folge. Die Feinmotorik kann ebenfalls beeinträchtigt sein, was sich beispielsweise in der Schrift zeigt. Diese wird zum Zeilenende hin kleiner und weicht nach oben aus.

Gang- und Gleichgewichtsstörungen (posturale Instabilität)

Die oben genannten Beschwerden können bei starker Ausprägung zu Gang- und Gleichgewichtsstörungen führen, der sogenannten posturalen Instabilität. Bewegungen werden dann nicht schnell genug ausgeglichen. Schon geringe Einwirkungen von außen, wie beispielsweise ein Anrempeln im Gedränge, können in manchen Fällen zu einem Sturz führen.

Nicht motorische Beschwerden

Neben den Beschwerden, die sich auf die Körperbewegung auswirken, kann Parkinson auch vegetative Störungen - also Störungen, die nicht dem Willen oder dem Bewusstsein unterliegen - sowie psychische Veränderungen verursachen. So kann es unter anderem zu Störungen im Magen-Darm-Trakt kommen. Die Magenentleerung ist durch die Erkrankung verzögert, die Darmmuskulatur arbeitet verlangsamt. Mögliche Folgen sind eine frühzeitige Sättigung, Völlegefühl oder Unwohlsein nach den Mahlzeiten. Bei etwa der Hälfte aller Betroffenen treten Blasenfunktionsstörungen auf. Sie können sich als plötzliche Inkontinenz oder als häufiger Harndrang mit kleinsten Mengen äußern. Darüber hinaus können auch Sexualstörungen wie Libido-, Potenz- oder Ejakulationsstörungen auftreten.

Lesen Sie auch: Nazan Eckes über ihre Familie

Einigen Menschen mit Parkinson ist es aufgrund ihrer Erkrankung unangenehm, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen. Diese soziale Unsicherheit kann bis hin zu einem völligen Rückzug, im schlimmsten Fall zu depressiven Zuständen führen. Im weiteren Krankheitsverlauf kann es in seltenen Fällen zur Entwicklung einer Parkinson-Demenz kommen.

Erste Anzeichen

Mit welchen Beschwerden Parkinson einhergeht und wie stark diese ausgeprägt sind, ist bei jedem Betroffenen anders. In manchen Fällen sind die Beeinträchtigungen in der Bewegung noch nach Jahrzehnten sehr gering, in anderen nehmen sie innerhalb weniger Jahre stark zu. Da die Erkrankung meist im höheren Lebensalter auftritt, werden diese Symptome manchmal als normale Altersschwäche abgetan.

Wenn Sie an Parkinson erkrankt sind, ist es durchaus wahrscheinlich, dass Sie nicht alle hier genannten Beschwerden bei sich feststellen und auch zukünftig nicht alle gleichermaßen auftreten werden. Es kann auch sein, dass einige weniger stark ausgeprägt sind als andere. Bei Parkinson gleicht nahezu kein Krankheitsverlauf dem anderen. Je nachdem, welches Krankheitszeichen im Vordergrund steht, kann es zu sehr unterschiedlichen Erscheinungsbildern und Verlaufsformen kommen.

Die ersten Anzeichen einer Parkinson-Erkrankung können oft sehr unspezifisch sein. Doch je früher Parkinson diagnostiziert wird, desto eher ist es möglich, die Erkrankung zwar nicht zu heilen, aber wirksam zu behandeln und Ihre Lebensqualität damit lange zu erhalten.

Checkliste zur Früherkennung von Parkinson

Die folgende Checkliste soll Ihnen dabei helfen, frühe Anzeichen einer Erkrankung zu erkennen. Sollten Sie den Verdacht haben, an Parkinson erkrankt zu sein, wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Er wird Sie gegebenenfalls an eine Neurologin oder einen Neurologen verweisen.

  • Verlust und Störung des Geruchssinns
  • Schlafstörungen, geträumte Bewegungen werden ausgelebt
  • Schulterschmerzen / Gelenkschmerzen
  • Verstopfungen
  • Sehstörungen
  • Verkrampfte und verkleinerte Handschrift
  • Gesichtszüge verlieren an Ausdruck
  • Schwierigkeiten beim Gehen, allgemeine Verlangsamung
  • Verlangsamte Reaktionsfähigkeit
  • Müdigkeit
  • Halluzinationen, Angstzustände, Reizbarkeit, Apathie, Vitalitätsverluste

Bei sämtlichen Frühsymptomen handelt es sich lediglich um mögliche Anzeichen einer Erkrankung. Sollten Sie einige dieser Beschwerden bei sich beobachten, muss das keinesfalls bedeuten, dass Sie an Parkinson erkrankt sind. Ärztliches Fachpersonal wird für eine Diagnose Ihre Beschwerden sorgsam abklären.

Diagnose Parkinson

Einen speziellen Parkinson-Test, mit dessen Hilfe eine schnelle und sichere Diagnose gestellt werden könnte, gibt es nicht. Eine erfahrene Neurologin oder ein erfahrener Neurologe ist jedoch in der Lage, die Ergebnisse verschiedener Untersuchungen wie ein Puzzle zusammenzusetzen und so zur richtigen Diagnose zu gelangen. Dazu muss sie oder er Ihren Krankheitsverlauf gut kennen. Die Basis der Untersuchung bildet ein ausführliches Gespräch (Anamnese). Ihre Neurologin oder Ihr Neurologe wird Sie dabei zu Art und Dauer Ihrer Beschwerden befragen und Sie auf die Hauptsymptome der Erkrankung hin untersuchen: Muskelzittern (Tremor), Verlangsamung der Bewegungen (Bradykinese), Versteifung der Muskulatur (Rigor) sowie Gang- oder Gleichgewichtsstörungen (posturale Instabilität).

Diagnose nach Ausschlussverfahren

Um andere Erkrankungen auszuschließen und die Diagnose Parkinson zu bestätigen, können in der Neurologie Tätige zudem testen, ob Sie auf die Gabe von Levodopa ansprechen. Bessern sich die Beschwerden unter dem Wirkstoff Levodopa, ist das ein weiteres Indiz für eine Parkinson-Erkrankung. Bleiben die Beschwerden gleich oder verschlechtern sie sich, deutet das fast immer auf eine andere Erkrankung hin.

Auch der Einsatz bildgebender Verfahren kann dabei helfen, andere Erkrankungen auszuschließen und die Verdachtsdiagnose Parkinson zu erhärten. Hierzu zählen die Computertomografie (CT), die Magnetresonanztomografie (MRT), die Ultraschalluntersuchung sowie die Single-Photonen-Emissions-Computertomografie (SPECT).

Können Sie Ihre Parkinson Erkrankung weiter vererben?

Die einfache Antwort. Nein. Wenn eine Person durch einen Gentest positiv für eine bestimmte Genmutation ist, die mit Parkinson in Verbindung gebracht wird, ist sie nicht unbedingt vererbt.

Genetische Aspekte von Parkinson

Die Entstehung der Parkinson-Krankheit ist laut Forschungsergebnissen der letzten Jahrzehnte sehr komplex. Es spielen mehrere Faktoren eine wichtige Rolle, so der oxidative Stress, die eingeschränkte Entgiftungsfähigkeit der Zellen, Veränderungen in den Energiezentren der Nervenzellen (Mitochondrien), zahlreiche Umweltfaktoren, aber auch genetische Faktoren. Genetisch bedeutet hier aber nicht unbedingt „vererbbar“. Es ist gut bekannt, dass nicht nur geerbte Veränderungen der Gene zu Krankheiten führen, sondern auch so genannte Mutationen, die im Laufe des individuellen Lebens auftreten. Diese Mutationen bestimmter Gene (z.B. α-Synuclein-Gen) führen zu einer Veränderung der Aminosäuren der Gene und verursachen die charakteristischen Stoffwechselstörungen, die zu der Zelldegeneration in der Schwarzen Substanz und in anderen Strukturen führen.

Die Genforschung hat insbesondere bei der seltenen erblichen Form des Parkinson-Syndroms beeindruckende Erfolge erzielt. Die erbliche Form der Krankheit zeigt in diesen Familien einen typischen Erbgang (autosomal dominant oder rezessiv), das Erkrankungsalter ist jünger als beim idiopathischen Parkinson-Syndrom, die Erkrankten werden immer jünger, die Krankheit zeigt andere, für das idiopathische Parkinson-Syndrom nicht typische Erscheinungen. In diesen gut untersuchten Familien konnte man bisher mehr als 10 gestörte Genstellen beschreiben, die verschiedene familiäre Formen der Krankheit verursachen. Für diese Familien besteht die Hoffnung, in der Zukunft die veränderte Genstelle mit gentechnischen Methoden zu korrigieren und dadurch die Erbkrankheit zu heilen.

Trotz dieser Erfolge der Genetik, fehlen bis heute Hinweise für eine die idiopathischen Parkinson-Patienten betreffende Veränderung der Gene. Es wird diskutiert, dass z.B. der im Rahmen der Entstehungstheorie angenommene Faktor der „gestörten Entgiftung“, das heißt die individuelle Ausstattung mit den Entgiftungsenzymen, genetisch determiniert sein kann. Dies würde eine vererbte „Veranlagung“ für die Krankheit bedeuten. Dieser eine Faktor allein bedeutet aber noch keine Krankheit, es müssen noch wahrscheinlich zahlreiche andere Faktoren zusammenwirken, dass überhaupt eine Krankheit entsteht.

Umgang mit Parkinson-Patienten

Angehörige sind äußerst hilfreich und wichtig bei der Bewältigung einer chronischen Krankheit wie Parkinson. Sie können die erkrankte Person sinnvoll unterstützen. Patienten sollten so normal wie möglich behandelt werden. Je weniger der Patient spürt, dass er als kranker Mensch gesehen wird, umso einfacher fällt es ihm, Hilfe in alltäglichen Situationen anzunehmen. Der Erkrankte muss erst lernen; dass er Hilfe nötig hat.

Der Umgang mit Parkinson-Patienten ist eine große Herausforderung und verlangt viel Fingerspitzengefühl, denn schon kleine Gesten und Aussagen können den Betroffenen empfindlich kränken. Besonders wichtig ist es, den Erkrankten nur anzuleiten, nicht zu belehren oder gar zu bevormunden. Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht! Einige machen den Fehler, dass sie ständig maßregeln. Auch Instruktionen wie „Lauf doch gerade!“ bringen dem Patienten nichts. Besser sind ganz klare exakte Tipps wie „stell dir vor, du wärst eine Marionette. Die Fäden ziehen dich nach oben und machen dich ganz groß. Der Patient sollte aber auch nicht allzu sehr geschont werden. Wird dem Erkrankten zu viel abgenommen, fühlt er sich schnell minderwertig und übernimmt schlimmstenfalls überhaupt keine Aufgaben mehr, obwohl er dazu in der Lage wäre. Am besten den Patienten selbst entscheiden lassen. Also, die Selbständigkeit so lange wie möglich erhalten und nur helfen oder Arbeiten abnehmen, wenn ausdrücklich darum gebeten wird. Jeder geht anders mit der Diagnose Parkinson um. Das sollte man auf jeden Fall akzeptieren. Deshalb, offen über die Erkrankung reden, aber nicht ständig thematisieren. Hilfreich für Betroffene und Angehörige: Eine erfüllende Tätigkeit suchen und die Gedanken auf etwas Erfreuliches lenken, es funktioniert. Auch wenn man in einer Partnerschaft über alles reden kann, sobald Parkinson im Spiel ist, ist plötzlich Vieles anders.

Unterstützung der Selbstständigkeit

Morbus Parkinson ist keine Krankheit, die nur den Betroffenen selbst betrifft und sein Umfeld unberührt lässt. Unterstützen sie die Selbstständigkeit des Patienten. Helfen sie ihm nur, wenn er darum bittet. Versetzen sie sich in die Lage des Betroffenen, versuchen sie sein Denken und Handeln zu verstehen. Reden sie miteinander. Nur so können sie Wünsche und Bedürfnisse des jeweiligen anderen erkennen und akzeptieren. Versuchen sie ihr Leben so normal wie möglich zu gestalten.

Die Parkinson-Erkrankung eines nahestehenden Menschen verändert auch Ihr Leben im großen Umfang. Unterstützen Sie vor allem den Patienten in seiner Selbstständigkeit. Helfen Sie ihm nur, wenn er darum bittet. Versetzen Sie sich immer in die Lage des anderen, versuchen Sie sein Denken, Handeln und Fühlen zu verstehen! Reden Sie miteinander, denn nur so können Sie gemeinsame Entscheidungen treffen und lernen, Ihre Wünsche und Bedürfnisse und die des anderen zu erkennen und zu akzeptieren. Versuchen Sie auch, Ihr Leben so normal wie möglich zu gestalten. Nehmen Sie sich Auszeiten. Kein Angehöriger ist auf die vielfältigen Probleme bei Parkinson vorbereitet, und es fällt häufig schwer, die Veränderungen im vollen Umfang anzunehmen.

Pflege bei Parkinson

Die Pflegeplanung bei Parkinson sollte stets an den Patienten angepasst werden - egal, ob der Betroffene im häuslichen oder stationären Umfeld versorgt wird. Schließlich nimmt die Pflege bei Morbus-Parkinson Rücksicht auf individuelle Bedürfnisse. Der Parkinson-Verlauf in Phasen kann Sie als Angehörigen allerdings vor einige Herausforderungen stellen.

Die Pflege von Menschen mit Parkinson zeichnet sich dadurch aus, dass:

  • sie Rücksicht auf die Selbstbestimmtheit nimmt. Patienten mit Parkinson haben zwar mit körperlichen Symptomen wie Gang- und Haltungsschwierigkeiten zu kämpfen, sind aber in der Regel geistig fit. Da Parkinson-Patienten zudem im Vergleich zu anderen Pflegebedürftigen meist jünger sind, fordern sie ein hohes Maß an Selbstbestimmung ein. Sie als pflegender Angehöriger können mit der sogenannten aktivierenden Pflege bei Parkinson darauf Rücksicht nehmen. Dabei leisten Sie Hilfe zur Selbsthilfe, überlassen Ihrem Familienmitglied aber alle Aufgaben, die er noch selbst erledigen kann. Das stärkt das Selbstbewusstsein und unterstützt die Selbstbestimmung.
  • die Parkinson-Pflege zu Hause sehr flexibel gehandhabt wird. Zum einen können sich im Verlauf der Erkrankung Symptome verstärken oder weitere hinzukommen. Zum anderen ist es womöglich nötig, die Therapie anzupassen - auf Sie als Angehörigen kommen dann vielleicht zusätzliche Fahrtwege zu, um Ihrem Familienmitglied die Therapieangebote zu ermöglichen.
  • sie sich mit der Unberechenbarkeit der Erkrankung arrangiert. Eine Parkinson-Erkrankung und die damit verbundenen Pflegetätigkeiten sind nicht vorhersehbar. Bei einigen Patienten kommt es im Rahmen ihrer Erkrankung zu einer Demenz oder Depression. Daher kann es nötig sein, dass Sie Ihre Pflegetätigkeiten völlig neu ordnen. Vielleicht sehen Sie sich auch mit der Frage konfrontiert, ob Sie, wenn zum Beispiel eine Aggressivität bei Parkinson oder ein Parkinson-Demenz Endstadium vorliegt, die Pflege von Ihrem Angehörigen weiterführen können.
  • sie Rücksicht auf Medikamenten-Nebenwirkungen nimmt. Die gute Nachricht ist, dass es Medikamente für Parkinson-Patienten gibt. Allerdings können Parkinson-Medikamente beträchtliche Nebenwirkungen aufweisen oder mit der Zeit an Wirkkraft verlieren. Daher unser Tipp: Achten Sie auf Veränderungen sowohl im Sozialverhalten des Parkinson-Patienten als auch bei der Beweglichkeit.

Was muss ich bei Parkinson beachten?

Die Pflege bei Parkinson verlangt Ihnen als Angehörigen viel Flexibilität ab. Trotzdem ist es ein gutes Gefühl, seine Liebsten auch im Pflegefall zu unterstützen. Damit sich der Patient wohlfühlt und Sie die Pflege bestmöglich koordinieren können, gibt es einige Tipps von uns.

  • Machen Sie sich ein genaues Bild von der Pflegebedürftigkeit: Wie bereits erwähnt, hat nicht jeder Pflegebedürftige die gleichen Bedürfnisse. Durch Absprache mit dem behandelnden Arzt und mit einer ausgiebigen Beobachtung des Patientenalltags finden Sie heraus, bei welchen Aufgaben Ihr Familienangehöriger Ihre Unterstützung benötigt. Am besten fertigen Sie sich zur Koordinierung der anfallenden Aufgaben einen Pflegeablaufplan an.
  • Gestalten Sie den Wohnraum sicher: Da das Bewegungsvermögen bei Parkinson-Patienten herabgesetzt ist, bleibt vor allem die Vermeidung von Stürzen sehr wichtig. Gestalten Sie daher den Wohnraum möglichst unkompliziert und sicher. Entfernen Sie Stolperfallen wie Teppichkanten oder herumliegende Kabel. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Angehöriger barrierefrei wohnen kann und mit einem Rollator sicher durch die Räume navigieren kann und keine hohen Türschwellen stören. Ermöglichen Sie Ihrem Familienmitglied einen einfachen Zugang zum Bad und zur Küche - vielleicht ist ein Treppenlift sinnvoll.
  • Nehmen Sie einen Pflegekurs in Anspruch: Viele Krankenkassen bieten ihren Versicherten Pflegekurse für Angehörige an. Diese sind nicht zwangsläufig auf die Parkinson-Erkrankung maßgeschneidert, verraten Ihnen aber wichtige Kniffe für den Pflegealltag. Erkundigen Sie sich einfach bei Ihrer Krankenversicherung, welche Angebote es für die Weiterbildung im Pflegebereich gibt.
  • Weihen Sie eine Vertrauensperson ein: Viele pflegende Angehörige kümmern sich zwar vorbildlich um den Pflegebedürftigen, vergessen sich dabei selbst aber völlig. Bitten Sie eine Ihnen nahestehende Person, ein Auge auf Ihre Situation zu haben.

Pflegegrad bei Parkinson

Der Gesetzgeber unterscheidet Pflegegrade von 1-5, je höher der Pflegegrad, desto höher ist die Beeinträchtigung der Selbstständigkeit. Welcher Pflegegrad Parkinson-Patienten zugesprochen wird, ist sehr unterschiedlich und hängt davon ab, wie gut sich der Betroffene alleine versorgen kann. Die Erkrankung Morbus Parkinson teilen Mediziner in sechs Stadien ein, im Stadium 0 bemerkt der Patient noch keinerlei Symptome, daher benötigt er aufgrund seiner Erkrankung keinen Pflegegrad. Ab Stadium 2 sind viele Patienten bereits auf Hilfe von außen angewiesen. Ihr Angehöriger kann bei seiner Pflegekasse einen Pflegegrad beantragen. Nach erfolgreichem Antragseingang beauftragt die Pflegekasse den medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK), der wiederum einen Gutachter zum Patienten schickt.

Wo bekomme ich Hilfe bei Parkinson?

Parkinson-Patienten und pflegende Angehörige können sich an verschiedene Anlaufstellen wenden, um Tipps oder Hilfe für den Alltag zu erhalten.

Selbsthilfegruppen

Parkinson-Selbsthilfegruppen richten sich sowohl an Betroffene als auch an Angehörige und bieten eine Plattform für den Erfahrungsaustausch und die gegenseitige Unterstützung.

tags: #vater #hat #parkinson