Verstopfte Nase und Vegetatives Nervensystem: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Eine verstopfte Nase kann viele Ursachen haben, wobei das vegetative Nervensystem eine wichtige Rolle spielt. Dieser Artikel beleuchtet die Zusammenhänge zwischen dem vegetativen Nervensystem und einer verstopften Nase, insbesondere im Hinblick auf die vasomotorische Rhinitis und andere nicht-allergische Ursachen.

Was ist eine vasomotorische Rhinitis?

Die vasomotorische Rhinitis ist eine Form des Schnupfens, die nicht durch Allergien oder Infektionen verursacht wird. Stattdessen reagiert die Nasenschleimhaut überempfindlich auf verschiedene Reize. Marion W., die zum Tanzen geht und durch Duftwässer ihrer Mittänzer eine laufende Nase bekommt, ist ein typisches Beispiel. Bei manchen Menschen äußert sich die Überempfindlichkeit als Triefnase, bei anderen schwellen die Schleimhäute so an, dass sie nicht mehr richtig durch die Nase atmen können.

Diagnose

Einen direkten Nachweistest für die vasomotorische Rhinitis gibt es nicht. Der Arzt muss zunächst andere mögliche Ursachen ausschließen, bevor er die Diagnose stellen kann. Dr. Patricia Wheeler von der Universität Louisville empfiehlt in der Zeitschrift „American Family Physician“ einen Allergietest, um den vasomotorischen Schnupfen vom Heuschnupfen abzugrenzen.

Auslöser und Behandlung

Nach der Diagnose versucht der Arzt herauszufinden, was die Schniefattacken auslöst. Diese Triggerfaktoren sollte der Betroffene möglichst meiden. Heiße oder stark gewürzte Speisen können sich leicht auf die Schleimhäute auswirken. Sport kann kurzfristig helfen, die Nase zu entstauen. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, kann der Arzt Medikamente verschreiben. Gegen eine laufende Nase können Anticholinergika helfen, die am vegetativen Nervensystem ansetzen. Eine verstopfte Nase kann mit Kortisonsprays befreit werden.

Das vegetative Nervensystem und die Nasenschleimhaut

Die Nasenschleimhaut wird von kleinen Blutgefäßen durchzogen, die sich weiten oder verengen können. Diese Steuerung erfolgt durch das vegetative Nervensystem, das aus Sympathikus und Parasympathikus besteht. Eine Regulationsstörung der Blutgefäße der Nasenschleimhaut kann zu einem vasomotorischen Schnupfen führen.

Lesen Sie auch: Enterisches Nervensystem vs. Vegetatives Nervensystem: Ein detaillierter Vergleich

Einflussfaktoren

Verschiedene Faktoren können die Durchblutung der Nasenschleimhautgefäße beeinflussen:

  • Wechsel von warmen Räumen zu kalten Außentemperaturen
  • Genuss von heißen Getränken oder Alkohol
  • Stress und andere seelische Belastungen
  • Missbrauch von Nasentropfen und -sprays

Diagnose und Therapie

Die Diagnose beginnt mit einem ausführlichen Gespräch, in dem der Arzt die Umstände des Auftretens der Beschwerden erfragt. Ein Tagebuch kann helfen, Symptome und auslösende Faktoren zu dokumentieren. Zusätzlich wird die Nasenhöhle untersucht und eine Allergiediagnostik durchgeführt.

Bei gesicherter Diagnose können H1-Antihistaminika oder kortisonhaltige Nasensprays verschrieben werden. In ausgeprägten Fällen kann eine operative Verkleinerung der Nasenmuscheln erforderlich sein. Zusätzlich können Kneipp-Kuren helfen, das Gefäßsystem der Nasenschleimhaut zu trainieren.

Nicht-allergische Rhinitis (NAR)

Viele Menschen leiden unter einer „laufenden Nase“, die nicht durch eine klassische Allergie verursacht wird. Während die allergische Rhinitis durch eine fehlgeleitete Abwehrreaktion gegen Pollen oder Hausstaubmilben entsteht, spricht man von einer nicht-allergischen Rhinitis (NAR), wenn keine Allergene oder Infektionen beteiligt sind. Die vasomotorische Rhinitis wird inzwischen als eine Unterklasse der NAR zugeordnet.

Ursachen und Symptome

Die Beschwerden ähneln oft denen einer Allergie, treten aber ohne allergischen Auslöser auf. Typische Symptome sind:

Lesen Sie auch: Wie das vegetative Nervensystem die Blase beeinflusst

  • Verstopfte oder laufende Nase
  • Niesen
  • Juckende Nase
  • Vermindertes Geruchsempfinden
  • Behinderte Nasenatmung

Die NAR kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, darunter:

  • Reizung der Schleimhaut durch Schadstoffe
  • Übermäßiger Gebrauch abschwellender Nasensprays (Rhinitis medicamentosa)
  • Hormonelle Veränderungen, z. B. in der Schwangerschaft (Schwangerschaftsrhinitis)
  • Absenkung der Nasenspitze im Alter, was das Herausfließen des Nasensekretes begünstigt

Behandlung

Die Behandlung der NAR zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Auslöser zu vermeiden. Folgende Maßnahmen können helfen:

  • Nasenduschen
  • Vermeidung bekannter Auslöser (z. B. Luftreiniger, duftstofffreie Kosmetika)
  • Kortisonhaltige Nasensprays (insbesondere bei Schwangerschaftsrhinitis)
  • In schweren Fällen Capsaicin-Anwendung in spezialisierten HNO-Praxen

Alterstropfnase (senile Rhinorrhoe)

Die Alterstropfnase ist ein anhaltender chronischer wässriger Schnupfen, bei dem Sekret mehr oder weniger unkontrolliert aus der Nase tropft, oft verstärkt durch äußere Einflüsse wie Temperaturwechsel oder gewürzte Speisen. Klimek schätzt, dass 10 bis 15 Prozent der Senioren davon betroffen sind.

Ursachen

Es gibt eine Reihe von Gründen, warum im höheren Lebensalter die Nasenschleimhaut zu viel Sekret produziert oder der Sekrettransport nicht mehr ordnungsgemäß funktioniert. Häufig liegt dem Problem eine Dysbalance von Becherzellen, Bürstensaumzellen und submukösen Drüsen im Nasenepithel zugrunde.

  • Verlust an Becherzellen
  • Unveränderte Arbeit der submukösen Drüsen
  • Veränderungen in Dichte und Funktion der Zilien
  • Fehlsteuerungen der submukösen Drüsen über das vegetative Nervensystem
  • Zentralnervöse Erkrankungen, z. B. Morbus Parkinson

Behandlung

Um dem Dauerlauf der Nase Einhalt zu gebieten, bedarf es eines Besuchs beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Die Beschwerden werden oft bagatellisiert, aber es gibt Behandlungsmöglichkeiten, um die Symptome zu lindern.

Lesen Sie auch: Homöopathie zur Behandlung vegetativer Dysfunktion

Histaminintoleranz und verstopfte Nase

Histamin kann ebenfalls eine Rolle bei einer verstopften Nase spielen. Aufgrund der Vielzahl von Einflussgrößen, die die Konzentration von Histamin im Gewebe bestimmen, liegt bei den Symptomen von Histamin keine einfache Dosis-Wirkungs-Beziehung vor.

Symptome der Histaminintoleranz

Das Spektrum reicht von Symptomlosigkeit über leichte Symptome wie Müdigkeit bis hin zum Kreislaufschock. Gerade Müdigkeit oder häufige Erschöpfung sind Symptome, die zunächst nicht an eine Histaminerkrankung denken lassen. Weitere Symptome können sein:

  • Wärmeintoleranz
  • Hautausschlag, Juckreiz, Hautschwellung
  • Depressionen, Angststörungen, Stimmungsschwankungen
  • Herzrhythmusstörungen, Blutdruckschwankungen
  • Atemnot
  • Durchfall

Behandlung der Histaminintoleranz

Mit Ihrem Hausarzt sollten Sie die Maßnahmen besprechen, um Nahrungsmittel mit hohem Histamingehalt bzw. mit Histamin-freisetzenden oder Histaminabbau-blockierenden Substanzen zu vermeiden. Der Hausarzt sollte Ihnen auf jeden Fall klare Handlungsanweisungen für den Fall von Symptomen geben. Sie sollten gemeinsam den Einsatz von Antihistaminika, Bronchdilatatorsprays und Kortison besprechen.

Schleimhautschwächling

Der "Schleimhautschwächling" bezeichnet umgangssprachlich einen Patienten, der an einer Reihe unspezifischer Schleimhautbeschwerden leidet. Starke Gerüche oder allgemeine Staubbelastung können die Symptome auslösen.

Symptome

  • Laufende Nase
  • Niesreiz
  • Verstopfte Nase
  • Häufig morgens Schnupfen
  • Tränende, gerötete und brennende Augen

Diagnose und Behandlung

Ein Arzt, der nicht auf den Bereich Hals-Nasen-Ohren spezialisiert ist, wird möglicherweise eine "nichtallergische Rhinitis" nicht so schnell korrekt diagnostizieren, selbst wenn die Allergietests alle negativ sind. Einige der Augentropfen, die für die Behandlung einer allergischen Konjunktivitis gedacht sind, können auch zur Behandlung der unspezifischen Konjunktivitis eingesetzt werden. Bei manchen Patienten mit einer unspezifischen Rhinitis kann der Wirkstoff Ipratropiumbromid als Nasenspray eingesetzt werden, um den Parasympathikus lokal zu blockieren und so das vegetative Nervensystem zu beruhigen.

Fließschnupfen (hyperreflektorische Rhinitis)

Ein Fließschnupfen ist eine unspezifische Überempfindlichkeitsreaktion der Blutgefäße und Nerven der Nasenschleimhaut auf verschiedene chemische Reize, aber auch auf Stress und psychische Belastungen.

Ursachen

Bei einem Fließschnupfen sind die Zellen des vegetativen Nervensystems im Bereich der Nasenschleimhaut in ihrer Funktion gestört. Auslöser sind unspezifische Reize wie Kälte, Rauch, Staub, Alkohol oder psychische Probleme und Stress, aber auch der Missbrauch von Schnupfenmitteln und hormonelle Störungen.

Symptome

  • Anfallsartiger Verlauf
  • Wechselnd rote und blasse Nasenschleimhaut
  • Starke Schwellung der Nasenschleimhaut
  • Dünnflüssiges, wässriges Sekret
  • Schlechte Atmung und vermindertes Riechvermögen
  • Druck und benommenes Gefühl im Schädel

Behandlung

Die Patienten sollten Reize wie Staub oder Rauch meiden. Häufig helfen Nasenspülungen mit Kochsalz.

tags: #vegetatives #nervensystem #verstopfte #nase