Herzrasen, Zittern und Innere Unruhe in den Wechseljahren: Ursachen, Symptome und Linderung

Die Wechseljahre sind eine natürliche Lebensphase, die jede Frau erlebt. Sie sind jedoch oft von unangenehmen Symptomen wie Herzrasen, innerem Zittern und Unruhe begleitet. Dieser Artikel befasst sich mit den Ursachen dieser Beschwerden, ihren vielfältigen Erscheinungsformen und den Möglichkeiten, sie zu lindern.

Einführung in die Wechseljahre

Ab etwa dem 45. Lebensjahr beginnt für Frauen ein neuer Lebensabschnitt, die Wechseljahre, auch Klimakterium genannt. Diese Zeit ist gekennzeichnet durch Zyklusunregelmäßigkeiten, bis die Menstruation schließlich ganz ausbleibt. Ausprägung, Verlauf und Dauer sind individuell verschieden, doch in der Regel treten die ersten Anzeichen zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr auf. Der gesamte Zeitraum der wechselhaften Hormonsituation im weiblichen Körper erstreckt sich meist vom ca. 40. bis zum ca. 65. Lebensjahr.

Hormonelle Veränderungen als Hauptursache

Die Hauptursache für Herzrasen, Zittern und innere Unruhe in den Wechseljahren liegt in den hormonellen Veränderungen. Das vegetative Nervensystem, das lebenswichtige Körperfunktionen wie Herzschlag, Atmung, Verdauung und Stoffwechsel steuert, wird durch Hormone beeinflusst.

Der sinkende Östrogenspiegel

Das weibliche Sexualhormon Östrogen fungiert als Botenstoff im vegetativen Nervensystem. Während der Wechseljahre nimmt der Östrogenspiegel kontinuierlich ab. Zu Beginn und um die Menopause herum kommt es zu sprunghaften Schwankungen. Dieser Mangel an Botenstoffen im Gehirn kann zu den genannten Beschwerden führen.

Östrogene sind zudem wichtig für die Knochengesundheit und haben einen positiven Einfluss auf die Blutfettwerte. Dies erklärt, warum Frauen während ihrer fruchtbaren Phase seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arteriosklerose erkranken.

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Das Ungleichgewicht von Östrogen und Progesteron

Im Verlauf des weiblichen Zyklus sorgen Östrogen und Progesteron für die Entwicklung eines Follikels und regulieren den Eisprung sowie den Auf- und Abbau der Gebärmutterschleimhaut. Während der Wechseljahre verändert sich die Ausschüttung dieser Hormone. Der Körper produziert weniger Progesteron und vorübergehend einen Überschuss an Östrogen. Zudem wird vermehrt das Follikel-stimulierende Hormon (FSH) ausgeschüttet. Diese Hormonschwankungen führen zu einem Ungleichgewicht im Körper, das nervöse Unruhe auslösen kann.

Phasen der Wechseljahre und ihre Auswirkungen

Wissenschaftler unterscheiden drei Phasen des Klimakteriums:

  • Prämenopause: Betrifft Frauen ungefähr zwischen Anfang 40 und 50.
  • Perimenopause: Erleben Frauen durchschnittlich mit 51 Jahren.
  • Postmenopause: Ab Anfang 50 bis Mitte 60.

Innere Unruhe tritt vor allem in der Prämenopause auf, da in dieser Phase der Hormonspiegel am deutlichsten sinkt. Progesteron wirkt beruhigend, während Östrogen belebend wirkt. Das Absinken beider Hormone kann zu nervöser Unruhe führen.

Vielfältige Symptome: Herzrasen, Zittern, Unruhe und mehr

Die hormonellen Veränderungen während der Wechseljahre äußern sich bei jeder Frau anders. Einige haben kaum Beschwerden, während andere von vielschichtigen Symptomen betroffen sind.

Herz-Kreislauf-Beschwerden

Viele Frauen leiden unter Herz-Kreislauf-Beschwerden wie Herzrasen, starkem Herzklopfen und Herzstolpern. Diese Symptome können von Hitzewallungen, erhöhtem Blutdruck, Schwindelgefühlen und Übelkeit begleitet sein. Herzrasen bedeutet, dass das Herz in einem zu schnellen Rhythmus schlägt (mehr als 100 Schläge pro Minute).

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Innere Unruhe und Zittern

Innere Unruhe wird oft als Nervosität, inneres Vibrieren oder nervöse Unruhe wahrgenommen. Betroffene beschreiben ein Gefühl innerer Erregung und Anspannung. Dieses innere Vibrieren kann sich wie ein Zittern im Körperinneren anfühlen, ohne dass ein äußerliches Muskelzittern sichtbar ist. Es kann als Kribbeln, Summen, Vibrieren, Brummen, Beben oder Flattern wahrgenommen werden und sowohl in bestimmten Körperteilen als auch am ganzen Körper auftreten.

Weitere Begleiterscheinungen

Zu den weiteren Anzeichen der Wechseljahre zählen:

  • Unregelmäßige Menstruation
  • Hitzewallungen
  • Juckreiz und Schmerzen im Genitalbereich
  • Veränderte Sexualität (Zu- oder Abnahme der Libido)
  • Blasenschwäche
  • Schlafstörungen (Schlaflosigkeit)
  • Stimmungsschwankungen
  • Kopfschmerzen
  • Schwindelgefühle
  • Gewichtszunahme

Zusätzliche Belastungen

Zusätzlich zu den körperlichen Symptomen können auch berufliche und familiäre Veränderungen in dieser Lebensphase die Entstehung von Stress verstärken und die innere Unruhe verstärken.

Was tun bei Herzrasen, Zittern und Unruhe?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Beschwerden in den Wechseljahren zu lindern und das Gleichgewicht wiederzufinden.

Ärztliche Beratung und Diagnose

Bei belastenden Symptomen ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen, um die genaue Ursache der Beschwerden abzuklären. In einigen Fällen kann eine Erkrankung hinter den Symptomen stecken. Kardiologen können feststellen, woher das Herzrasen kommt. Eine Messung der Herzströme (Elektrokardiogramm, EKG), häufig in Form eines Langzeit-EKGs, ist eine wichtige Untersuchung.

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Hormontherapie

Die Wirksamkeit der Hormonersatzbehandlung gegen hormonelle Wechseljahresbeschwerden ist unumstritten. Dabei werden natürliche Hormone wie Estradiol und Progesteron eingesetzt, die mit den vom Körper gebildeten Hormonen identisch sind. Progesteron hat den Vorteil, dass es weitestgehend stoffwechselneutral ist und die Blutfette nicht nachteilig beeinflusst. Zudem kann das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfälle für jüngere Frauen im Alter bis zu 60 Jahren durch eine niedrige Dosierung von Ersatzhormonen weiter vermindert werden.

Pflanzliche Mittel (Phytotherapie)

Einige pflanzliche Präparate enthalten östrogenartig wirkende Substanzen. Besonders häufig werden Produkte aus dem Wurzelextrakt der Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) eingesetzt. Seine lindernde Wirkung bei Wechseljahresbeschwerden ist seit langem bekannt. Hopfenzapfen (Lupuli strobulus) kann bei Schlafstörungen und innerer Unruhe helfen.

Homöopathie

Homöopathisch fachkundige Ärzte empfehlen eine therapiegestützte Einnahme von Globuli, beispielsweise aus dem Wurzelextrakt der Traubensilberkerze Cimicifuga (Potenz D12).

Weitere Maßnahmen

  • Entspannungstechniken: Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation, autogenes Training oder progressive Muskelentspannung können helfen, Stress abzubauen und innere Unruhe zu reduzieren.
  • Regelmäßige Bewegung: Ausdauersportarten wie Kardiotraining stärken das Herz-Kreislauf-System und fördern die Durchblutung.
  • Ernährung: Eine ausgewogene und vitalstoffreiche Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und gesunden Fetten ist wichtig. Vermeiden Sie stark verarbeitete Lebensmittel, Zucker und übermäßigen Koffeinkonsum.
  • Schlafhygiene: Achten Sie auf ausreichend Schlaf und eine gute Schlafhygiene. Lüften Sie Ihr Schlafzimmer gut durch und vermeiden Sie koffeinhaltige Getränke am Abend.
  • Stressmanagement: Finden Sie Wege, um Stress im Alltag zu reduzieren. Planen Sie Pausen ein, nehmen Sie sich Zeit für Hobbys und soziale Kontakte.
  • Akupunktur und Akupressur: Diese Methoden können helfen, Hitzewallungen und andere Wechseljahresbeschwerden zu lindern.

Routinen für nervliche Balance

Die vedische Tradition bietet fünf Routinen, die für nervliche Balance im Alltag sorgen und das Hormonsystem stärken können:

  1. Heißes Wasser am Morgen: Eine Tasse heißes abgekochtes Wasser am Morgen soll die Entgiftung und Ausscheidung des Organismus fördern.
  2. Kühle oder kalte Dusche: Häufiges kühles Duschen hat eine stärkende Wirkung auf das Nerven- und Drüsensystem.
  3. Feueratem: Täglich morgens oder im Laufe des Tages fünf bis acht Minuten Feueratem praktizieren, um das Nervensystem zu resetten.
  4. Mental Detox am Abend: Sorgen und Probleme vor dem Schlafengehen aufschreiben, um den Geist zu entlasten.
  5. Ashwagandha-Milch: Eine warme Ashwagandha-Milch am Abend kann helfen, den Stresshormonspiegel zu senken und die Schlafqualität zu verbessern.

Innere Vibration: Ursachen und Behandlung

Innerliches Zittern, oft als Kribbeln, Summen oder Vibrieren wahrgenommen, kann verschiedene Ursachen haben. Psychische Belastung, insbesondere Stress, ist eine häufige Ursache. Aber auch neurologische Störungen wie das Restless-Legs-Syndrom, Magnesiummangel, Schilddrüsenüberfunktion, muskuläre Verspannungen, Unterzuckerung, Medikamente oder übermäßiger Koffeinkonsum können eine Rolle spielen.

Um das innere Zittern zu reduzieren, ist es wichtig, die möglichen Auslöser zu identifizieren und aktiv dagegen vorzugehen. Entspannungstechniken, eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und pflanzliche Wirkstoffe können helfen, die Nerven zu beruhigen und Entspannung zu fördern.

Wann ist ein Arztbesuch ratsam?

Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn:

  • Das Herzrasen häufiger auftritt oder länger anhält.
  • Das Herzrasen mit anderen Symptomen wie Schwindel, Brustschmerzen oder Atemnot einhergeht.
  • Das innere Zittern über einen längeren Zeitraum besteht oder sich verschlimmert.
  • Die genannten Maßnahmen zur Selbsthilfe keine zufriedenstellende Wirkung zeigen.

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