Antientzündliche und schmerzstillende Medikamente sind ein zentraler Bestandteil der antirheumatischen Therapie. Die Behandlung von Rheuma erfolgt überwiegend konservativ und basiert auf mehreren Bausteinen. Im Mittelpunkt steht die medikamentöse Therapie, um die Rheumaschmerzen zu lindern und Funktionsverluste der Gelenke zu verhindern. Denn ohne Medikamente lassen sich die entzündlichen Vorgänge bei rheumatischen Erkrankungen nicht eindämmen. Daneben sind Eigenübungen und Physiotherapie wichtig. Sie helfen, die Beweglichkeit zu erhalten oder sogar zu verbessern. Rheumamedikamente (Antirheumatika) sollen die Schmerzen lindern, die Entzündung eindämmen und die Zerstörung an den Gelenken und anderen befallenen Strukturen aufhalten.
Rheumatherapie: Medikamentöse und nicht-medikamentöse Ansätze
Die medikamentöse Therapie von Rheuma umfasst verschiedene Antirheumatika, die Schmerzen lindern, Entzündungen eindämmen und die Zerstörung der Gelenke aufhalten sollen. Zu diesen Medikamenten gehören:
- Krankheitsmodifizierende Medikamente (DMARDs): Hierzu zählen Methotrexat, Biologika oder Januskinase-Inhibitoren, die überschießende autoimmune Reaktionen verlangsamen können. DMARDs benötigen meist einige Wochen, bis sie ihre volle Wirkung entfalten.
- Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR): Diese reduzieren Schmerzen und wirken entzündungshemmend. Beispiele sind Acetylsalicylsäure, Diclofenac, Ibuprofen, Indometacin, Naproxen, Phenylbutazon und Coxibe (Etoricoxib und Celecoxib).
- Kortison: Wirkt stark entzündungshemmend und lindert rasch Gelenkschmerzen, wird aber vor allem bei akuten, schweren Krisen hochdosiert eingesetzt.
Biologische und synthetische DMARDs
Biologische DMARDs (bDMARDs) umfassen Antikörper gegen Tumornekrosefaktor alpha (Adalimumab oder Etanercept), Antikörper gegen T-Zellen (Abatacept), Antikörper gegen B-Zellen (Rituximab) und Antikörper gegen verschiedene Interleukine (IL). Zielgerichtete, synthetische Therapien (tsDMARDs) wie Januskinase-Inhibitoren hemmen intrazelluläre Enzyme und blockieren Signalwege, die für Entzündungen wichtig sind.
Alternative und ergänzende Behandlungsmethoden
Naturheilmittel können rheumatische Erkrankungen nicht bremsen, und wer allein auf sie setzt, riskiert eine unaufhaltsame Gelenkzerstörung. Hydrotherapie, Heilschlamm und Heilerde können schmerzlindernd wirken und die Selbstheilungskräfte unterstützen. Auch die chinesische Medizin (TCM) mit Akupunktur, Schröpfen oder Moxibustion wird eingesetzt. Die Wirksamkeit der Pflanzenheilkunde wird kontrovers diskutiert. Pflanzliche Präparate spielen laut Deutscher Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) kaum eine Rolle in der Rheumatologie, da sie nur geringen Nutzen zeigen und Risiken bergen können (z. B. Hautausschläge, Magen-Darm-Beschwerden und Allergien). Produkte auf Basis von Safran und Rosmarin werden nicht empfohlen. Präparate aus Borretschöl, Brennnessel, Weidenrinde oder Hagebutte werden nicht grundsätzlich abgelehnt, wenn ein Patient sie verwenden möchte. Eine leichte positive Wirkung wird Brennnessel, Teufelskralle und Weihrauch nachgesagt. Die Kräuter werden als Extrakte zum Einnehmen, als Teezubereitung oder in Form von Packungen verwendet.
Weihrauch in der Diskussion: Wirkung, Anwendung und Studienlage
Weihrauch wird in der traditionellen indischen Medizin (Ayurveda) bei verschiedenen Erkrankungen, einschließlich schmerzhafter Gelenke, eingesetzt. Weihrauchextrakte sollen bei oraler Anwendung Entzündungen hemmen und Schmerzen lindern und daher auch bei Arthrose helfen. Weihrauch erfreut sich somit einiger Beliebtheit bei Arthrosepatienten. Die Volkskrankheit Arthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung, die mit Schmerz, Entzündung und zunehmender Bewegungseinschränkung einhergeht, die als massive Beeinträchtigung des täglichen Lebens wahrgenommen wird. Die Arthrose ist in der älteren Bevölkerung vermehrt nachweisbar, wobei der Anteil Betroffener beispielsweise bei 70- bis 79-jährigen Frauen bei 50 % und bei gleichaltrigen Männern bei 33 % liegt. Der verständliche Wunsch nach Erhalt der vollen schmerzfreien Mobilität im Alter bedeutet, dass die Pharmaka möglichst kausal wirken und vor allem den Schmerz und die Entzündung mit möglichst wenigen Nebenwirkungen hemmen sollen. Die konservative Therapie der Arthrose erfolgt heute im Wesentlichen symptomatisch, als Monotherapie oder als Kombination physikalischer, physiotherapeutischer und medikamentöser Maßnahmen.
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Wirkungsweise von Weihrauchextrakten
Die Annahme, dass Weihrauchextrakte antiphlogistisch und analgetisch wirksam sind, beruht sowohl auf präklinischen als auch auf kleinen klinischen Studien. So konnte bereits nachgewiesen werden, dass die verschiedenen Boswelliasäuren des Weihrauchs die Bildung von Leukotrienen, Prostaglandinen und proinflammatorischen Zytokinen wie IL-1, IL-6 und TNFα hemmen können, die bei chronisch entzündlichen Erkrankungen eine wichtige Rolle spielen.
Klinische Studien und ihre Aussagekraft
In insgesamt vier kleinen, placebokontrollierten klinischen Studien aus Indien werden nur kleine Kohorten mit durchschnittlich 22 Patienten miteinander verglichen, wobei eine schmerzlindernde und funktionsverbessernde Wirkung von drei indischen Weihrauch-Spezialextrakten (Cap-Wokvel®, 5-Loxin®, Aflapin®) gezeigt wurde. Bis auf eine Studie werden international anerkannte Bewertungsscores (Western Ontario and McMaster Universities Osteoarthritis Index und/oder Lequesne-Index) benutzt, um die analgetische und funktionsverbessernde Wirkung zu erfassen. Keine Studie dauerte länger als ein halbes Jahr. In zwei der vier Studien sind drei Autoren einschließlich des Erstautors Sengupta Mitarbeiter der Herstellerfirma, was bei einer Gewichtung berücksichtigt werden muss.
Größere, konfirmatorische Studien müssen die Wirkungen noch präzise erfassen, damit diese nicht über- oder sogar falsch bewertet werden. Aufgrund der fehlenden Repräsentativität der kleinen Kohorten sind Schlussfolgerungen für die Millionen Arthrosepatienten wie z. B. die Frage, welche Patientengruppen vor allem von einer Therapie profitieren, nicht möglich. Die Datenlage entspricht somit keineswegs den aufwendigen Wirknachweisen, die in Deutschland für Arzneimittel verlangt werden. Konfirmatorische Studien sind auch angesichts der hohen Nachfrage nach Weihrauchpräparaten notwendig, um solide und leitlinienrelevante Aussagen zum therapeutischen Nutzen sowie zu unerwünschten Wirkungen machen zu können.
Weihrauch als Nahrungsergänzungsmittel in Deutschland
Weihrauch ist als Arzneimittel in Deutschland nicht erhältlich. Eine Vielzahl an Weihrauchpräparaten wird in Deutschland als Nahrungsergänzungsmittel angeboten, wobei das Gummiharz des indischen (Boswellia serrata) oder afrikanischen Weihrauchs (Boswellia carterii) in Form von Tabletten oder Kapseln angeboten wird. Ihr Einsatz für die Behandlung einer Kniearthrose ist gemäß einer aktuellen ausführlichen Stellungnahme der Verbraucherzentrale nicht ratsam. Der Anwender ist der Verbraucher und nicht der Patient. Ansonsten wären sie nämlich nicht zugelassene Arzneimittel und dürften hier nicht vertrieben werden. Gemäß §2 Abs 3a Arzneimittelgesetz gilt eine sogenannte „Zweifelsfall-Regelung“ die besagt, dass ein Produkt nicht zeitgleich ein Lebensmittel und ein Arzneimittel sein kann und daher im Zweifel dem strengen Arzneimittelgesetz zum Schutz des Verbrauchers unterstellt wird. Zudem besitzt Weihrauch als Nahrungsergänzungsmittel derzeit keinen „Health Claim“. Eine solche gesundheitsbezogene Aussage wird nur auf Antrag des Herstellers genehmigt, sofern sie einer wissenschaftlichen Prüfung standhält. Somit darf keine gesundheitsbezogene Werbung für Weihrauch gemäß geltender EU-Verordnung gemacht werden.
Qualitätsunterschiede und Verunreinigungen
Auf mögliche Verunreinigungen von Weihrauchpräparaten mit Blei wird nicht nur in dem aktuellen Beitrag der Verbraucherzentrale sondern auch in der Publikation vom Zentrallabor Deutscher Apotheker in Eschborn sowie in einer aktuellen Publikation von Moraes et al. hingewiesen. Daneben zeigt die Publikation des Zentrallabors unter anderem auch, dass die Einstellung der Präparate auf einen bestimmten Wirkstoffgehalt nicht standardisiert ist, die Zusammensetzung und somit Qualität der Präparate beträchtlich variieren kann und teilweise falsche Angaben auf den Verpackungen gemacht werden. Die in Indien untersuchten drei Weihrauch-Spezialextrakte sind in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und unterscheiden sich zudem in ihrer Zusammensetzung von den hier erhältlichen weihrauchhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln. Aussagen z. B. hinsichtlich Dosierung und Wirkung anderer, hier erhältlicher Nahrungsergänzungsmittel lassen sich somit nicht machen.
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Weihrauch bei Ganglion: Gibt es eine Verbindung?
Ein Ganglion am Fuß ist eine gutartige, mit Flüssigkeit gefüllte Zyste, die sich oft in der Nähe von Sehnen oder Gelenken bildet. Diese Zyste enthält eine dickflüssige, gelartige Substanz, ähnlich der Gelenkflüssigkeit. Ganglien am Fuß treten häufig an Stellen auf, an denen eine Sehne oder ein Gelenk besonders beansprucht wird. Sie sind oft sicht- und fühlbar und können je nach Größe Beschwerden verursachen.
Symptome und Diagnose eines Ganglions
Ein Ganglion am Fuß erscheint in der Regel als eine kleine, runde oder ovale Schwellung unter der Haut. Diese kann von wenigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern im Durchmesser reichen. Das Ganglion hat eine feste Konsistenz und fühlt sich oft leicht elastisch oder gummiartig an. Die Haut über einem Ganglion ist in der Regel normal gefärbt und zeigt keine Verfärbungen. Man kann es in der Regel unter der Haut verschieben. Ganglien am Fuß können an verschiedenen Stellen auftreten, wobei der Bereich des Sprunggelenks am häufigsten betroffen ist. Nicht alle Ganglien verursachen Schmerzen, aber einige können Druck auf umliegendes Gewebe ausüben und dadurch schmerzhaft sein. Sowie kann in einigen Fällen Druck auf das Ganglion schmerzhaft sein. Je nach Lage des Ganglions kann es die Beweglichkeit des Fußes beeinträchtigen.
Zur Diagnose wird der Arzt den Fuß untersuchen, um die Schwellung zu lokalisieren, ihre Größe, Form und Konsistenz festzustellen. Die Durchleuchtung (Transillumination) kann helfen, und ein Ultraschall ermöglicht es dem Arzt, das Ganglion in Echtzeit zu sehen. Ein Röntgenbild ist in der Regel nicht die erste Wahl, kann aber bei Verdacht auf andere Ursachen angeordnet werden. Ein MRT wird in Betracht gezogen, wenn zusätzliche Informationen benötigt werden.
Behandlungsmöglichkeiten eines Ganglions
In einigen Fällen kann es ausreichen, das Ganglion zu beobachten und keine sofortige Behandlung einzuleiten. Wenn das Ganglion Schmerzen oder Beeinträchtigungen verursacht, kann eine Flüssigkeitsentnahme mittels Aspiration durchgeführt werden, um Schmerzen und Schwellung zu reduzieren. Alternativ können entzündungshemmende Medikamente in das Ganglion injiziert werden. Gezielte Übungen und Physiotherapie können die Beweglichkeit des Fußes verbessern und Beschwerden lindern. Speziell angepasste Einlagen oder Schuhe können den Druck auf den Bereich reduzieren. In Fällen, in denen das Ganglion erhebliche Beschwerden verursacht oder nicht auf andere Behandlungen anspricht, kann eine operative Entfernung in Erwägung gezogen werden.
Hausmittel und Schuhwerk
Einige Hausmittel können möglicherweise zur Linderung der Beschwerden eines Ganglions am Fuß beitragen. Zu den möglichen Hausmitteln gehören mitunter Wärmebehandlungen, wie das Auftragen von warmen Kompressen oder das Eintauchen des Fußes in warmes Wasser, um Schmerzen und Entzündungen zu reduzieren. Ingwer und Kurkuma haben entzündungshemmende Eigenschaften. Einige ätherische Öle wie Weihrauch- oder Myrrheöl haben entzündungshemmende und schmerzlindernde Eigenschaften. Eine Ernährung, die reich an entzündungshemmenden Lebensmitteln ist, kann ebenfalls hilfreich sein. Bequemes und gut angepasstes Schuhwerk kann dazu beitragen, die Beschwerden eines Ganglions am Fuß zu lindern.
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Zusammenhang zwischen Weihrauch und Ganglion
Obwohl Weihrauch entzündungshemmende Eigenschaften besitzt und in der traditionellen Medizin bei verschiedenen entzündlichen Erkrankungen eingesetzt wird, gibt es derzeit keine direkten wissenschaftlichen Belege dafür, dass Weihrauch eine spezifische Wirkung auf Ganglien hat. Die entzündungshemmenden Eigenschaften von Weihrauch könnten theoretisch dazu beitragen, Begleiterscheinungen wie Schmerzen oder Entzündungen im Zusammenhang mit einem Ganglion zu lindern, aber dies ist nicht durch spezifische Studien belegt.
Weitere Anwendungsgebiete von Weihrauch
Weihrauch wird auch bei Rheuma und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen angewendet. Indischer Weihrauch (Olibanum indicum) enthält als wichtigste Wirksubstanzen Boswelliasäuren und ätherisches Öl. Die Inhaltsstoffe wirken entzündungshemmend, schmerzlindernd, abschwellend und antibiotisch. Auch eine das Immunsystem unterdrückende (immunsuppressive) Weihrauch-Wirkung wurde beschrieben.
Anerkannte medizinische Anwendungen
Der Dachverband nationaler europäischer Gesellschaften für Phytotherapie (ESCOP) hat eine medizinische Anwendung von Indischem Weihrauch bei folgenden Erkrankungen anerkannt:
- schmerzhafte Gelenkarthritis (Rheuma)
- symptomatische Behandlung von entzündlichen Darmerkrankungen
Auch die ayurvedische Medizin nutzt Weihrauch, um die Behandlung von Rheuma und den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zu unterstützen. Die kosmetische Industrie nutzt die entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung des Gummiharzes und bietet Weihrauch-Creme sowie Weihrauch-Balsam etwa für trockene, gereizte Haut an.
Nebenwirkungen und Anwendungsweise
Selten treten bei der Einnahme (etwa von Weihrauch-Kapseln) Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden oder allergische Reaktionen auf. Vereinzelt kommt es auch zu Juckreiz. Die innerliche Anwendung von Weihrauch (in Form von Fertigarzneimitteln) sollte ärztlich kontrolliert werden, weil einige Inhaltsstoffe die Entzündungsprozesse im Körper auch verstärken können.
Weihrauch bei Krebs: Forschung und Erkenntnisse
Seit mehreren Jahrzehnten wird die Wirkung von Weihrauch bei Krebs erforscht, vor allem bei Hirntumoren. Bislang konzentriert sich die Forschung zu Weihrauch aber vor allem auf vorklinische Experimente an Zellkulturen oder Mäusen. Klinische Studien zur Wirksamkeit von Weihrauch bei Patientinnen und Patienten mit Hirntumoren oder einer anderen Krebserkrankung liegen derzeit nur wenige vor. Das Wirkprinzip der Weihrauchpräparate ist trotz umfangreicher pharmakologischer, vorklinisch-therapeutisch ausgerichteter Forschung und einigen wenigen klinischen Studien noch nicht vollständig geklärt.
Weihrauch als supportive Therapie bei Krebs
Insgesamt liegen zu Weihrauch als supportive Therapie bei Krebs keine hochwertigen Daten vor. Die Aussagekraft der bisherigen Studien ist gering. Zur Wirkung von Boswellia auf Hirnödeme gibt es derzeit nur eine randomisierte, kontrollierte Studie (RCT) sowie einzelne nicht-randomisierte Studien und Fallberichte. Die Daten deuten darauf hin, dass Boswellia bei Patientinnen und Patienten mit Hirntumoren therapiebedingte Hirnödeme verringern könnte. Eine boswelliahaltige Creme könnte Strahlenschäden der Haut nach einer Strahlentherapie mindern.