Die Alzheimer-Krankheit ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, die nicht nur das Gedächtnis und die kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigt, sondern auch zu einer Vielzahl von Verhaltensänderungen führen kann. Diese Verhaltensweisen können für die Betroffenen selbst und ihre Angehörigen sehr belastend sein. Ziel dieses Artikels ist es, ein umfassendes Verständnis der verschiedenen Verhaltensweisen im Zusammenhang mit Alzheimer zu vermitteln und Strategien für einen einfühlsamen und effektiven Umgang aufzuzeigen.
Einführung
Viele Menschen fürchten sich vor der Diagnose Alzheimer. Die Alzheimer-Krankheit ist nicht nur durch Vergesslichkeit gekennzeichnet, sondern kann sich auf vielfältige Weise äußern und das Verhalten, die Wahrnehmung und das Erleben der Betroffenen beeinflussen. Es ist wichtig, die betroffene Person so anzunehmen, wie sie ist, und das zu akzeptieren, was sie tatsächlich leisten kann. Dieser Artikel soll Angehörigen und Betreuern helfen, die komplexen Verhaltensweisen im Zusammenhang mit Alzheimer besser zu verstehen und Strategien für einen liebevollen und unterstützenden Umgang zu entwickeln.
Häufige Verhaltensweisen bei Alzheimer
Die Alzheimer-Krankheit wirkt sich unter anderem auf die Bereiche Gedächtnis, Kommunikation, Orientierung und Konzentration aus. Zusätzlich können Symptome wie Antriebsarmut, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen oder verschiedene körperliche Störungen auftreten. Mit dem Fortschreiten der Demenz können sich verschiedene Verhaltensweisen manifestieren, die für Angehörige und Betreuer eine Herausforderung darstellen. Zu den häufigsten gehören:
- Gedächtnisprobleme und Vergesslichkeit: Eines der Hauptsymptome einer beginnenden Alzheimer-Erkrankung ist eine Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses, die sich auf das tägliche Leben auswirkt. Diese Vergesslichkeit äußert sich beispielsweise darin, dass wichtige Termine vergessen, der Herd nicht ausgeschaltet oder der Alltag nur mit Hilfe von Merkzetteln bewältigt werden kann.
- Schwierigkeiten beim Planen und Problemlösen: Den Betroffenen fällt es schwer, sich über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren oder etwas vorausschauend zu planen und umzusetzen. Sie brauchen für vieles mehr Zeit als zuvor. Probleme tauchen beispielsweise beim Kochen oder Backen nach bekannten Rezepten, beim Umgang mit Zahlen oder beim Bezahlen von Rechnungen auf.
- Probleme mit gewohnten Tätigkeiten: Alltägliche Handlungen werden plötzlich als große Herausforderung empfunden.
- Sprachschwierigkeiten: Vielen Menschen mit Demenzerkrankungen fällt es schwer, einem Gespräch zu folgen und sich aktiv daran zu beteiligen. Sie verlieren den Faden, verwenden unpassende Füllwörter oder haben Wortfindungsprobleme.
- Verlegen von Gegenständen: Menschen, die an Alzheimer erkrankt sind, verlieren oft Dinge oder legen sie an ungewöhnliche Orte. Sie können gedanklich nicht mehr zurückverfolgen, wo sie etwas hingelegt haben.
- Verminderte Eigeninitiative: Viele Menschen mit Alzheimer verlieren ihre Eigeninitiative und gehen immer weniger ihren Hobbys, sozialen oder sportlichen Aktivitäten nach.
- Stimmungsschwankungen: Starke Stimmungsschwankungen ohne erkennbaren Grund können eine Folge einer Alzheimer-Erkrankung sein.
Es ist wichtig zu beachten, dass diese Verhaltensweisen nicht mutwillig sind, sondern eine direkte Folge der neurologischen Veränderungen im Gehirn.
Aggressives Verhalten verstehen
Aggressives Verhalten ist eine typische Begleiterscheinung von Demenzerkrankungen, mit der viele Angehörige und Bezugspersonen im Laufe der Erkrankung konfrontiert werden. Aggressive Reaktionen von Menschen mit Alzheimer-Demenz können verschiedene Ursachen haben. Vielmehr sind Wutausbrüche und Beschimpfungen Ausdruck von Verzweiflung und Hilflosigkeit, zum Beispiel, weil jemand bestimmte Dinge im Alltag nicht (mehr) bewältigen kann, sich unverstanden, beunruhigt oder bedroht fühlt.
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Ursachen für Aggressivität
- Überforderung: Grelles Licht, viele Menschen oder Lärm können Menschen mit Demenz schnell überfordern. Meiden Sie hektische Orte oder planen Sie bei außergewöhnlichen Terminen wie Arztbesuchen genügend Vorbereitungszeit ein.
- Kommunikationsschwierigkeiten: Frustration entsteht oft durch das Gefühl, nicht verstanden zu werden.
- Körperliche Beschwerden: Auch Schmerzen oder andere gesundheitliche Probleme können zu aggressivem Verhalten führen. Stellen Sie sicher, dass körperliche Beschwerden behandelt werden.
Umgang mit aggressivem Verhalten
- Deeskalation: Ist der Stress einmal da, helfen vor allem Geduld, Gleichmut und Einfühlungsvermögen. Versuchen Sie herauszufinden, was den Menschen so stresst und beseitigen Sie nach Möglichkeit den Auslöser. Vermeiden Sie auf jeden Fall, selbst wütend oder vorwurfsvoll zu reagieren. Auch „vernünftige Argumente“ helfen in emotional aufgeladenen Situationen meist nicht weiter.
- Beruhigung: Zeigen Sie Verständnis für Ihr Gegenüber und machen Sie sich klar, dass er oder sie Sie braucht, um wieder aus der frustrierenden Situation hinauszukommen. Versuchen Sie, mit sanfter Sprache und beruhigenden Gesten zu trösten.
- Ablenkung: Lenken Sie die Aufmerksamkeit auf etwas Positives oder Interessantes. Das kann eine beruhigende Melodie, ein Fotoalbum oder eine angenehme Tätigkeit sein.
Weitere herausfordernde Verhaltensweisen und Lösungsansätze
Neben Aggressivität gibt es eine Reihe weiterer Verhaltensweisen, die im Zusammenhang mit Alzheimer auftreten können und spezifische Strategien erfordern:
Unruhe und Umherwandern: Menschen mit Demenz sind oft unruhig und laufen immer wieder die gleiche Strecke auf und ab. Daran sollte man sie nicht hindern. Sie können aber versuchen herauszufinden, was dieses Verhalten verursacht: Vielleicht tut der bzw. dem Kranken etwas weh oder ihn beschäftigt gerade etwas. Demenzerkrankte leben in einer anderen Welt.
- Lösungsansätze: Gestalten Sie die Umgebung ruhig. Bleiben Sie ruhig und sprechen Sie sanft. Beruhigen Sie die erkrankte Person, halten Sie Körperkontakt und reagieren Sie auf die Gefühle, die sie ausdrückt. Schaffen Sie eine entspannte Atmosphäre. Gut beleuchtete Ecken verhindern Angst erzeugende Schatten. Schaffen Sie Zeiten der Ruhe und Entspannung. Menschen mit Demenz mögen meistens Körperkontakt. Eine Massage der Hände mit einem wohlriechenden Lieblingsöl beruhigt.
Wiederholtes Fragen und Handlungen: Viele Menschen mit Demenz stellen immer wieder dieselbe Frage oder wiederholen die gleichen Sätze oder Handlungen. Das kann für die Betreuenden ausgesprochen anstrengend und belastend sein und den Eindruck nähren, dass der Mensch einen mit Absicht ärgern will. Das ist jedoch normalerweise nicht der Fall. Vielmehr hat er wahrscheinlich einfach vergessen, dass er die Frage schon einmal gestellt hat.
- Lösungsansätze: Versuchen Sie, geduldig zu bleiben und die Frage jedes Mal ruhig zu beantworten. Lenken Sie die Person ab, indem Sie das Thema wechseln oder eine andere Aktivität vorschlagen.
Falsche Beschuldigungen und Misstrauen: Die eingeschränkte Fähigkeit der Betroffenen, Situationen und Wahrnehmungen richtig zu deuten, führt häufig zu Erklärungsversuchen, die nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmen. So beschuldigen sie beispielsweise ihre Angehörigen, Geld gestohlen zu haben, oder halten Verwandte für verkleidete Fremde.
- Lösungsansätze: Führen Sie sich vor Augen, dass die „Beschuldigungen“ keine bösartigen Verleumdungen darstellen, sondern lediglich ein Versuch sind, Lücken in der Erinnerung zu füllen. Reagieren Sie nicht defensiv, sondern versuchen Sie, die Ängste und Sorgen der Person zu verstehen.
Verlust der Realitätswahrnehmung: Mit dem Fortschreiten der Demenz wird die Lebenswelt der Betroffenen weitgehend von den noch vorhandenen Erinnerungen geprägt. Sie leben mit den Vorstellungsbildern einer bestimmten Lebensphase und verhalten sich dementsprechend: Sie machen sich auf den Weg zur Arbeit oder suchen ihre Eltern.
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- Lösungsansätze: Erwarten die Angehörigen von ihnen, dass sie sich ihre Verirrung eingestehen, wird dies als Bedrohung erlebt. Deshalb ist es meist sinnvoller, den Betroffenen auf der Gefühlsebene zu begegnen, statt den Wahrheitsgehalt ihrer Äußerungen anzuzweifeln.
Bedeutung von Struktur und Routine
Vorbeugende Maßnahmen, die Struktur in den Alltag bringen und stressige Situationen weitestgehend vermeiden, sind immer ein Versuch wert. Menschen mit Demenz fühlen sich sicherer, wenn sie wissen, was als Nächstes kommt. Ein gut strukturierter Tagesablauf mit regelmäßigen Mahlzeiten, Ruhephasen und Aktivitäten gibt Sicherheit und Orientierung.
Kommunikation als Schlüssel
Klare Kommunikation ist entscheidend, um Frustrationen zu minimieren. Verwenden Sie einfache Sätze, sprechen Sie langsam und deutlich und stellen Sie sicher, dass Sie Blickkontakt halten. Vermeiden Sie es, zu korrigieren oder zu widersprechen, sondern versuchen Sie, die Gefühle und Bedürfnisse hinter den Worten zu verstehen.
Gesundheitschecks und Umgebungsanpassung
Regelmäßige Gesundheitschecks sind wichtig, um körperliche Ursachen für Verhaltensänderungen auszuschließen. Belastende Situationen und Orte sollten vermieden werden, und die Umgebung sollte so gestaltet sein, dass sie Sicherheit und Orientierung bietet.
Selbstfürsorge für pflegende Angehörige
Wenn Sie einen Menschen mit Demenz betreuen, ist es wichtig, gut auf sich selbst zu achten. Aggressive Vorfälle sind nie einfach, besonders wenn man jemanden liebt und sich täglich um ihn kümmert. Sprechen Sie über Ihre Gefühle und versuchen Sie, Abstand zu gewinnen, indem Sie sich zum Beispiel mit anderen Angehörigen austauschen, die ähnliche Erfahrungen machen.
Unterstützung suchen
- Training für Angehörige: In Kursen für pflegende Angehörige können Sie lernen, mit schwierigem Verhalten und seelischen Auffälligkeiten bei Demenz umzugehen.
- Austausch mit anderen Betroffenen: Sprechen Sie über Ihre Gefühle und versuchen Sie, Abstand zu gewinnen, indem Sie sich zum Beispiel mit anderen Angehörigen austauschen, die ähnliche Erfahrungen machen.
Die Wahrheit sagen: Offenheit und Ehrlichkeit im Umgang mit Demenz
Für jede Familie bedeutet es ein großes Dilemma: Wieviel Wahrheit verträgt der Betroffene und wie offen soll man Freunden oder gar Fremden gegenüber die Demenz eines Angehörigen thematisieren? Es kann sehr hilfreich sein, ein Kärtchen rüber zu reichen, wenn man sich unverständlichen oder gar abwertenden Blicken ausgesetzt fühlt, weil die Mutter in der Gaststätte mit den Fingern statt mit Messer und Gabel isst und sich dabei mitunter auch noch ausgiebig bekleckert oder verschluckt. In solchen Situationen ist es wichtig, die Mitmenschen zu informieren: Hier ist eine Krankheit Auslöser des Verhaltens. Es ist nicht immer leicht, dieses Verhalten zuzulassen oder auszuhalten, aber es ist ungefährlich und geschieht auf keinen Fall, weil der Betroffene andere Menschen ärgern, blamieren oder ihnen schaden will.
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Herausforderungen der Offenheit
Sich selbst gegenüber einzugestehen, dass der Angehörige tatsächlich krank ist, fällt schon schwer. Die Veränderungen des Verhaltens und der Persönlichkeit des Demenzkranken lösen zunächst Erschrecken, Nicht-wahrhaben-Wollen und Verdrängungs- bzw. Verleugnungsmechanismen aus. Sie gehen mit Schamgefühlen einher, die der Erkrankte selbst oft nicht mehr hat. Es fällt vielen daher leichter, eine vorgefertigte Karte mit einer „offiziellen“ Erklärung zu zeigen, als sich selbst zu erklären.
Positive Erfahrungen mit Offenheit
Einige Angehörige berichten, dass sie daraufhin ganz positive Erfahrungen gemacht haben: sie bekamen verständnisvolle Rückmeldungen von den scheinbar ablehnenden Anderen. Von einigen hörten sie z.B. dass sie auch eine demente Oma in der Familie haben und ähnliches Verhalten kennen. Von anderen ernteten sie Mitgefühl und erfuhren, dass Demenz zuvor oft nur mit Vergesslichkeit und Orientierungslosigkeit in Verbindung gebracht wurde. Derartig positive Erfahrungen ermutigen pflegende Angehörige, weiterhin offen mit der Demenzerkrankung umzugehen und machen Instrumente wie die genannten Kärtchen nach und nach überflüssig. Und wenn die Umwelt verständnisvoll, unterstützend und nicht ablehnend reagiert, dann verliert die Erkrankung auch für sie selbst ein klein wenig ihren Schrecken und sie müssen sich nicht mehr dafür schämen.
Umgang mit beginnender Demenz
Als mindestens genauso schwierig, wenn nicht schwieriger beschreiben die Angehörigen die Situation bei beginnender Demenz ihres Angehörigen. Hier stellt sich oft die Frage - was sollte mein betroffener Angehöriger selbst wissen? Hier sollte man sich zunächst selbst fragen - was bedeutet es für mich, dass mein Ehemann, meine Ehefrau oder ein Elternteil an Demenz erkrankt sein könnte oder ist. Macht es mir Angst, weil ich nicht weiß, was auf mich zukommt? Will ich es vielleicht gar nicht so genau wissen, weil ich dann noch eine Weile unverändert weiter leben kann?
Strategien der Betroffenen
Pflegende Angehörige berichten oft, dass sie die erste Phase der Erkrankung nahezu als die schlimmste erlebt haben, gerade dann, wenn der Betroffene selbst seine Defizite bemerkte: z.B. aufgrund von Wortfindungsstörungen an Gesprächen nicht mehr teilnehmen konnte oder verzweifelt Dinge suchte, die er zuvor selbst weggeräumt hatte. Sie können sich nicht erklären, warum sie so sind und bestimmte „normale“ Anforderungen einfach nicht mehr bewältigen können. Die Erkrankten selbst entwickeln zu Beginn diverse Strategien, um „normal“ zu wirken. Manche können mit Humor überspielen, dass sie bestimmte Dinge einfach nicht mehr hinbekommen.
Gemeinsam eine Lösung finden
Ein gemeinsamer Besuch beim vertrauten Hausarzt kann ein erster Schritt sein, wenn plötzlich oder auch schleichend Veränderungen im Verhalten, den geistigen Fähigkeiten und/oder der Stimmung eines nahestehenden Menschen auftreten. Falls nach entsprechender Testung, labormedizinischer Untersuchung und eventuell mit Hilfen von bildgebenden Verfahren beim Neurologen die Diagnose einer Demenzerkrankung gestellt wird, kann das zwar zunächst ein Schock für alle sein. Oft aber erklärt sich so plötzlich vieles und wird so auch als etwas Entlastendes empfunden.
Die Stadien der Alzheimer-Demenz
Die Alzheimer-Demenz ist eine chronische Erkrankung, die über einen Zeitraum von mehreren Jahren voranschreitet. Sie beginnt meist erst nach dem 65. Lebensjahr. Drei Krankheitsstadien lassen sich unterscheiden, für die bestimmte Beschwerden charakteristisch sind. Welche Veränderungen wie schnell eintreten, ist jedoch individuell verschieden.
Frühstadium
Im Frühstadium der Erkrankung sind die Gedächtnis- und die Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigt. Die Vergesslichkeit kann leicht sein und sich (fast) nicht auf den Alltag auswirken. Sie kann aber auch bereits etwas stärker sein, sodass es schwerer fällt, den Alltag selbstständig zu bewältigen.
Mittleres Stadium
Menschen im mittleren Stadium (mittelschwere Alzheimer-Demenz) müssen in der Regel ihr selbstständiges Leben aufgeben. Sie können zwar noch ohne Unterstützung essen, trinken, sich waschen und vielleicht auch einfache Arbeiten im Garten und im Haushalt erledigen, müssen aber erinnert und aufgefordert werden. Das Risiko steigt, sich zu verlaufen, nicht mehr nach Hause zu finden, die Herdplatte brennen zu lassen und sich und andere zu gefährden.
Fortgeschrittenes Stadium
Im fortgeschrittenen Stadium (schwere Alzheimer-Demenz) sind die Menschen rund um die Uhr auf die Unterstützung anderer angewiesen. Die Probleme mit der Sprache können so groß werden, dass ein Gespräch kaum noch möglich ist. Auch bei einfachen Alltagstätigkeiten und beim Essen und Trinken ist jetzt Hilfe notwendig. Menschen mit fortgeschrittener Demenz sind oft unruhig, haben Halluzinationen oder vermischen Gegenwart und Vergangenheit. Sie erkennen eigentlich vertraute Personen nicht mehr.
Tipps für den Umgang mit Demenzkranken
- Annehmen, wie sie sind: An Demenz erkrankte Menschen muss man so annehmen, wie sie sind. Sie können sich nicht ändern.
- Eigenständigkeit fördern: Eigenständigkeit ist eine Wurzel von Selbstachtung, Sicherheit und Lebenszufriedenheit bei Gesunden wie bei Kranken. Deshalb sollte man den Erkrankten nicht alle Aufgaben abnehmen, nur weil sie ihnen schwerer fallen als früher oder sie weniger gut ausgeführt werden.
- Orientierungshilfen schaffen: Ein gleichbleibender, überschaubarer Tagesablauf, helles Licht und die Beleuchtung wichtiger Wege in der Nacht erleichtern es den Kranken, sich zurecht zu finden. Auch Hinweisschilder in der Wohnung können hilfreich sein.
- Sinneseindrücke reduzieren: Bestimmte Sinneseindrücke können von Menschen mit Demenz verkannt werden und zu Verwirrung führen (z. B. laufender Fernseher, Musik und Stimmen aus dem Radio oder das eigene Spiegelbild). Versuchen Sie diese dann zu vermeiden.
- Verhaltensweisen verstehen: Viele Verhaltensweisen von Menschen mit Demenz, die Pflegende vor Herausforderung stellen, sind Reaktionen, die man aus der Krankheit heraus verstehen und nachvollziehen kann.
- Stärken und Vorlieben nutzen: Finden Sie die Stärken und Vorlieben der oder des Kranken heraus. Suchen Sie zum Beispiel nach Spielen, Liedern, und Beschäftigungen, die aus der Vergangenheit bekannt sind, aber berücksichtigen Sie auch die berufliche Biografie.
- Wertschätzung vermitteln: Menschen mit Demenz fühlen sich zugehörig und nützlich, wenn sie den Tisch mit decken, Kartoffeln schälen oder sich anders an der täglichen Arbeit beteiligen.
- Positive Emotionen schaffen: Fotos aus guten alten Zeiten sorgen für positive Emotionen.
- Geduld haben: Geduldig sein mit dem Patienten und ihm Zeit (Minuten, nicht Sekunden) für eine Reaktion oder Antwort geben.
- Klare Anweisungen geben: Klare Anweisungen in einfachen, kurzen Sätzen geben. Lange, komplizierte Schachtelsätze sind tabu.
- Unterforderung vermeiden: Unterforderung vermeiden, da sich Erkrankte sonst schnell langweilen und sich überflüssig vorkommen.
- Verständnisvoll sein: Verständnisvoll sein - auch wenn es mitunter schwer fällt.
Demenz-Test zur Früherkennung
Befürchten Sie, dass Ihr Gedächtnis nachgelassen hat? Haben Sie oft das Gefühl Dinge zu vergessen oder Gegenstände zu verlegen? In der zweiten Lebenshälfte kann Vergesslichkeit normal sein. Doch stärker ausgeprägt kann sie auf ein ernsthaftes Problem wie Demenz oder Alzheimer hinweisen. Es gibt verschiedene Tests, die eine erste Einschätzung ermöglichen können.
Wichtig: Dieser Test ersetzt keine Beratung bzw. Diagnose eines Haus- oder Facharztes. Sollten Sie während oder nach Durchführung dieses Online-Tests eventuelle Anzeichen einer Erkrankung feststellen, suchen Sie Ihren Hausarzt auf und fragen Sie ihn, ob bei Ihnen eine Alzhimer-Erkrankung vorliegen könnte. Aus dem Ergebnis des Tests kann keine direkte Entscheidung für oder gegen eine individuelle Behandlung abgeleitet werden.
Die sieben Stufen der Alzheimer-Krankheit
Die Alzheimer-Krankheit verschlimmert sich mit der Zeit. Die Stufen unten geben einen Überblick, wie sich Fähigkeiten während des Verlaufs der Krankheit verändern. Die Symptome von Alzheimer können stark variieren. Die siebenstufige Skala basiert auf einem System, das von Barry Reisberg, M.D., Klinik-Direktor der New York University School of Medicine's Silberstein Aging and Dementia Research Center, entwickelt wurde.
- Stufe 1: Diese Person leidet nicht unter Gedächtnisproblemen.
- Stufe 2: oder sie Gedächtnislücken aufweist, bekannte Wörter vergisst oder Alltagsgegenstände verlegt.
- Stufe 3: Freunde, Familie oder Mitarbeiter bemerken erste Schwierigkeiten. Während eines ausführlichen ärztlichen Gesprächs können Ärzte möglicherweise Probleme mit dem Gedächtnis oder der Konzentration feststellen.
- Stufe 4: Beeinträchtigte Fähigkeit, herausfordernde Rechenaufgaben im Kopf durchzuführen, z.B. (mäßige oder mittlere Alzheimer-Krankheit)
- Stufe 5: Es zeigen sich auffällige Gedächtnis- und Denklücken und manche Betroffene fangen an, Hilfestellung bei alltäglichen Aktivitäten zu benötigen. Schwierigkeiten haben mit weniger anspruchsvollem Kopfrechnen, wie z.B.
- Stufe 6: Das Gedächtnis verschlechtert sich weiterhin, Persönlichkeitsveränderungen können auftreten und Personen benötigen umfangreiche Hilfe bei täglichen Aktivitäten. Hilfe benötigen bei den verschiedenen Schritten des Toilettengangs (wie z.B. Wesentliche Veränderung des Charakters und des Benehmens erfahren, einschließlich Misstrauen und Wahnvorstellungen (wie z.B.
- Stufe 7: In der Endstufe dieser Krankheit verliert eine Person die Fähigkeit, sich seiner oder ihrer Umgebung mitzuteilen, eine Unterhaltung zu führen und schließlich Bewegungen zu kontrollieren. In diesem Stadium wird umfangreiche Hilfe bei der täglichen Betreuung benötigt, einschließlich beim Essen oder dem Gang zur Toilette.
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