Hornhautverletzung: Ursachen, Symptome und Moderne Behandlungen

Die Hornhaut ist die klare, schützende äußere Schicht des Auges. Verschiedene Erkrankungen und Verletzungen können die Hornhaut beeinträchtigen und zu einer Eintrübung oder Verformung führen. Glücklicherweise stehen moderne Behandlungsmethoden zur Verfügung, um das Sehvermögen wiederherzustellen.

Ursachen von Hornhautverletzungen

Eine Hornhautverletzung kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden:

  • Fremdkörper: Kleine Partikel wie Sand, Staub oder herumfliegende Splitter bei Heimwerker-Arbeiten können die Hornhaut abschürfen.
  • Trauma: Direkter Kontakt mit harten Gegenständen, wie Ästen, Papier, Schminkpinseln, Fingern oder Sportgeräten, kann zu Abschürfungen führen.
  • Kontaktlinsen: Schlecht sitzende, beschädigte oder verschmutzte Kontaktlinsen können die Hornhaut reizen oder kleine Kratzer verursachen. Unsachgemäßes Einsetzen oder Entfernen sowie das Tragen von Linsen über einen zu langen Zeitraum können ebenfalls zu Hornhauterosionen führen.
  • Trockene Augen: Mangelnde Befeuchtung kann das Risiko von Abschürfungen erhöhen, da selbst die Augenlider beim Zwinkern die Hornhaut beschädigen können.
  • Verätzungen: Chemikalien, die ins Auge gelangen, können die Hornhaut schädigen.
  • Infektionen: Bakterien, Viren oder Pilze können Entzündungen und Schäden an der Hornhaut verursachen.
  • UV-Strahlung: Kurzfristige übermäßige Exposition gegenüber UV-Strahlen kann zu einer Art von Hornhauterosion führen, die auch als Schneeblindheit bekannt ist.
  • Vorerkrankungen: Bestimmte Erkrankungen wie Nervenlähmungen am Augenlid oder rheumatische Erkrankungen können eine Keratitis bedingen.

Symptome einer Hornhautverletzung

Die Hornhaut ist sehr empfindlich, daher können selbst minimale Verletzungen erhebliche Beschwerden verursachen:

  • Schmerzen: Oftmals ein starkes Schmerzgefühl, als ob ein rauer Gegenstand im Auge wäre.
  • Fremdkörpergefühl: Das Gefühl, etwas Körniges im Auge zu haben.
  • Rötung: Starke Rötung des Auges.
  • Tränenfluss: Vermehrter Tränenfluss als Reaktion auf die Reizung.
  • Lichtempfindlichkeit: Erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Licht.
  • Verschwommenes Sehen: Beeinträchtigung der Sehschärfe.
  • Kopfschmerzen: In manchen Fällen können Kopfschmerzen auftreten.
  • Augenzucken
  • Übelkeit: In schweren Fällen kann Übelkeit auftreten.

Diagnose

Um eine Hornhautverletzung festzustellen, wird der Arzt zunächst eine gründliche Augenuntersuchung durchführen. Dabei kann er spezielle Augentropfen verwenden, die das Ausmaß der Verletzung besser sichtbar machen. Mithilfe des Farbstoffs Fluorescein kann eine Schädigung der äußersten Zellschicht der Hornhaut angefärbt und deutlich sichtbar gemacht werden. Wichtig ist die Unterscheidung zur Hornhautentzündung, die ähnliche Beschwerden verursachen kann. Die Untersuchung des Sehvermögens zeigt häufig zu Anfang eine leichte Einschränkung, ein kompletter Sehverlust ist jedoch ein Warnzeichen für schwerere Schäden.

Behandlung von Hornhautverletzungen

Die Behandlung richtet sich nach der Art und Schwere der Verletzung:

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  • Erste Hilfe: Bei Fremdkörpern im Auge sollte man nicht reiben. Stattdessen kann man versuchen, den Fremdkörper mit sterilem Wasser oder Kontaktlinsenlösung auszuspülen. Bei Verätzungen sollte das Auge sofort und ausgiebig mit Wasser gespült werden.
  • Leichte Abschürfungen: Leichte Schürfwunden können mit befeuchtenden Augentropfen behandelt werden, um das Auge feucht zu halten und den Heilungsprozess zu unterstützen. Manchmal werden zusätzlich antibiotische Augentropfen eingesetzt, um eine Infektion zu verhindern. Oberflächliche Hornhautabschürfungen heilen in der Regel schnell, meist innerhalb von zwei bis drei Tagen.
  • Ausgeprägte Abschürfungen: Ausgeprägte Hornhautabschürfungen werden oft mit einer antibiotischen Salbe behandelt, die länger als Tropfen auf das Auge wirken kann. Ergänzend kommen oft steroidhaltige Augentropfen zur Abwehr von Entzündungen und Narbenbildungen zum Einsatz sowie Medikamente zur Linderung von Schmerzen und erhöhter Lichtempfindlichkeit.
  • Verbandslinsen: In einigen Fällen wird die zerkratzte Hornhaut mit einer Verbandslinse geschützt. Diese speziellen Linsen bieten in Kombination mit verschreibungspflichtigen Augentropfen eine deutliche Schmerzlinderung und können die Heilung beschleunigen.
  • Schmerzmittel: Bei Schmerzen können Schmerzmittel wie Ibuprofen als Augentropfen oder Tabletten eingenommen werden.
  • Lasertherapie (PTK): Bei nicht heilenden Verletzungen oder Vernarbungen kann eine Lasertherapie (phototherapeutische Keratektomie, PTK) eine wirksame Methode sein, um die Defekte zu beheben. Dabei wird die Narbe mithilfe des Lasers abgetragen, um die Trübung zu beseitigen.
  • Chirurgische Eingriffe: In manchen Fällen sind chirurgische Eingriffe erforderlich, um tiefe Hornhautverletzungen zu reparieren oder eine Hornhauttransplantation durchzuführen.
  • Stammzelltherapie: Schwerste Hornhauterkrankungen können in vielen Fällen schonend mit einer neuen Stammzell-Transplantation behandelt werden.

Medikamentöse Behandlung

  • Schmerzlindernde Medikamente und Augentropfen: Diese werden zur effektiven Behandlung der unmittelbaren Beschwerden eingesetzt.
  • Antibiotische Augentropfen oder Salben: Diese werden gezielt auf die Hornhaut aufgetragen, um einer Infektion vorzubeugen.
  • Heilende Augensalben: Zur Beschleunigung der Regeneration des Hornhautepithels können heilende Augensalben helfen. Bewährt hat sich der Wirkstoff Dexpanthenol, der die Zellerneuerung anregt und so den Heilungsprozess auf natürliche Weise unterstützt.
  • Befeuchtende Augentropfen: Zusätzlich können befeuchtende Augentropfen mit Wirkstoffen wie Hyaluronsäure die Reizung lindern.

Weitere Behandlungsansätze

  • Phototherapeutische Keratektomie (PTK): Oberflächliche, nicht zu tiefe Hornhautvernarbungen können erfolgreich mithilfe eines Lasereingriffs, der phototherapeutischen Keratektomie (PTK) behandelt werden.
  • Laser-Teiltransplantation: Mit einer schonenden Laser-Teiltransplantation können die natürlichen Endothelzellen (Pumpzellen) erhalten werden.
  • DMEK (Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty): Bei Endothel-Erkrankungen wie der Fuchs’schen Endotheldystrophie kann die revolutionäre DMEK eingesetzt werden, bei der weitgehend die eigene Hornhaut erhalten und nur die abgestorbene innere Zellschicht ersetzt wird.
  • Crosslinking: In frühen Stadien eines Keratokonus kann die Erkrankung mit einem Crosslinking geheilt werden.
  • Bowman-Transplantation mit Laser: Unsere Augenklinik ist dabei eine Pionierklinik für die ganz neue Femtosekundenlaser-gestützte vordere Teiltransplantation und setzt erstmals in Deutschland die ganz neue Bowman-Transplantation mit Laser ein.

Heilungsdauer

Die Heilungsdauer hängt von der Art und Schwere der Verletzung ab. Oberflächliche Verletzungen heilen in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden ab. Umfangreiche oder tiefergehende Erosionsschäden benötigen etwa vier bis fünf Tage zur Regeneration. Tiefe Risse oder Kratzer können bleibende Narben verursachen und die Sehfähigkeit vermindern.

Komplikationen

  • Infektionen: Eine wichtige, aber seltene Komplikation der Hornhautverletzung ist die Infektion der Hornhaut durch Bakterien.
  • Narbenbildung: Tiefe Risse oder Kratzer können bleibende Narben verursachen, die das Sehvermögen beeinträchtigen.
  • Hornhautgeschwür: Wird die Hornhautabschürfung nicht rechtzeitig behandelt, kann sich ein Hornhautgeschwür bilden, welches wiederum einen drastischen Sehverlust zur Folge haben kann.
  • Wiederkehrende Erosionen: In einigen Fällen kann es zu wiederholten Abschürfungen der Hornhaut kommen.

Vorbeugung

  • Schutzbrille tragen: Bei Arbeiten mit potenzieller Augenverletzungsgefahr, wie z.B. bei Schweiß- und Sägearbeiten, im Garten oder im Labor, sollte eine Schutzbrille getragen werden.
  • Sicherer Umgang mit Kontaktlinsen: Die Trageempfehlungen für Kontaktlinsen sollten strikt befolgt und auf eine gute Hygiene geachtet werden.
  • Augen vor UV-Strahlung schützen: Beim Aufenthalt im Freien sollte eine Sonnenbrille mit UV-Schutz getragen werden.
  • Trockene Augen behandeln: Bei trockenen Augen sollten befeuchtende Augentropfen verwendet werden.
  • Nicht am Auge reiben: Auch wenn es schwerfällt, sollte man vermeiden, am Auge zu reiben, insbesondere wenn ein Fremdkörper im Auge ist.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

  • Bei starken Schmerzen im Auge.
  • Bei Fremdkörpergefühl im Auge, das sich nicht durch Spülen beseitigen lässt.
  • Bei Rötung, Tränenfluss und Lichtempfindlichkeit.
  • Bei verschwommenem Sehen oder anderen Sehstörungen.
  • Nach einer Verätzung des Auges.
  • Bei Verdacht auf eine schwere Augenverletzung.

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