Das Nervensystem ist ein komplexes Netzwerk, das es uns ermöglicht, zu denken, zu fühlen und zu handeln. Die Grundlage dieser Funktionen bildet die Kommunikation zwischen Nervenzellen, den Neuronen. Diese Kommunikation erfolgt über spezialisierte Kontaktstellen, die Synapsen. Synapsen sind keine starren Verbindungen, sondern hochdynamische Bereiche, die Signale weiterleiten, filtern, verstärken oder hemmen können. Es gibt verschiedene Arten von Synapsen, die jeweils eine spezifische Rolle bei der neuronalen Signalübertragung spielen. Eine wichtige Unterscheidung ist die zwischen verstärkenden (exzitatorischen) und hemmenden (inhibitorischen) Synapsen.
Grundlagen der neuronalen Kommunikation
Damit Nervenzellen miteinander kommunizieren können, werden Botenstoffe benötigt, die sogenannten Neurotransmitter. Diese Neurotransmitter übermitteln Informationen zwischen den Nervenzellen und tragen so zur Funktionalität vieler Körperprozesse bei. Bis heute sind etwa 100 verschiedene Neurotransmitter bekannt, aber noch längst nicht alle sind erforscht.
Die Informationsübertragung funktioniert wie folgt: Wenn ein elektrisches Signal oder ein Reiz an einem Ende einer Nervenzelle ankommt, werden die dort befindlichen Neurotransmitter in die Verbindungsstellen zwischen den Nervenzellen, den Synapsen (auch synaptischer Spalt genannt), ausgeschüttet. Von dort aus gelangen die Botenstoffe zur nächsten Nervenzelle und binden sich an die für sie passenden Rezeptoren.
Exzitatorische und inhibitorische Neurotransmitter
Neurotransmitter können eine aktivierende ("exzitatorische") oder hemmende ("inhibitorische") Funktion haben. Das bedeutet, sie verstärken die Signalübertragung oder hemmen sie. Zu den wichtigsten exzitatorischen Neurotransmittern gehört Glutaminsäure (Glutamat), die zum Muskelaufbau beiträgt und das Immunsystem unterstützt. Einer der wichtigsten Vertreter der inhibitorischen Neurotransmitter ist die Gamma-Aminobuttersäure (kurz: GABA). Sie ist nicht nur wichtig für die Hirnentwicklung, sondern hat auch eine entspannende und beruhigende Wirkung.
Neben diesen hauptsächlich exzitatorisch oder inhibitorisch wirkenden Transmittern haben einige unterschiedliche Wirkungen, je nachdem, an welchen Rezeptor-Subtyp sie binden. Neben der Bindung an unterschiedliche Rezeptortypen gibt es noch einen anderen Grund für die andersartige Wirkweise von Neurotransmittern: Die Botenstoffe unterscheiden sich auch in ihrer chemischen Struktur und den daraus resultierenden Eigenschaften. Grundsätzlich lassen sich hierbei drei Arten von Neurotransmittern unterscheiden: Aminosäuren, Amine und Neuropeptide.
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- Aminosäuren: Sie sind wichtig für die Bildung von Neurotransmittern, einige von ihnen fungieren aber selbst als Botenstoffe wie zum Beispiel die Glutaminsäure (Glutamat) und die Gamma-Aminobuttersäure (GABA).
- Amine: Zu dieser Stoffklasse gehören die bekanntesten Vertreter der Neurotransmitter wie Acetylcholin, Serotonin, Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin.
- Neuropeptide: Sie wirken meist als Co-Transmitter und modulieren die Wirkung klassischer Transmitter. Substanz P vermittelt Schmerzreize im Rückenmark. Endorphine binden an Opioidrezeptoren und hemmen die Schmerzleitung. Hierbei handelt es sich um einen Mechanismus, der auch bei der Wirkung von Morphin genutzt wird.
Die chemische Synapse: Struktur und Funktion
Die chemische Synapse ist ein wichtiges Element der neuronalen Informationsübertragung im menschlichen Nervensystem. Über sie erfolgt die Weiterleitung von Erregungen zwischen Nervenzellen oder zwischen Nervenzellen und anderen Zielzellen, etwa Muskel- oder Drüsenzellen. Ihre besondere Struktur und Wirkweise ermöglicht nicht nur eine präzise Signalübertragung, sondern auch eine feine Modulation der neuronalen Kommunikation, was sie grundlegend für höhere Hirnfunktionen wie Lernen, Gedächtnis oder Wahrnehmung macht.
Chemische Synapsen sind spezialisierte Kontaktstellen, an denen eine elektrische Erregung einer Nervenzelle in ein chemisches Signal umgewandelt und an eine benachbarte Zelle weitergegeben wird. Strukturell besteht eine chemische Synapse aus drei Hauptkomponenten:
- Präsynaptische Endigung: Sie bildet das Endknöpfchen des sendenden Neurons. Hier werden die Neurotransmitter in kleinen Bläschen (Vesikeln) gespeichert. Die präsynaptische Seite enthält Vesikel mit Neurotransmittern, die bei Erregung freigesetzt werden.
- Synaptischer Spalt: Der winzige Zwischenraum (etwa 20-50 Nanometer breit) trennt das Endknöpfchen von der nächsten Zelle.
- Postsynaptische Membran: Sie gehört zur empfangenden Zelle. Die freigesetzten Neurotransmitter diffundieren über den synaptischen Spalt und binden an Rezeptoren auf der postsynaptischen Membran.
Neben diesen Hauptbestandteilen existiert noch eine Vielzahl regulierender Proteine, Enzyme und Transportmechanismen, die für Präzision und Selektivität in der Signalübertragung sorgen.
Die physiologischen Abläufe an einer chemischen Synapse sind hochkomplex und in mehreren aufeinander abgestimmten Schritten organisiert. Wenn ein Aktionspotenzial das präsynaptische Endknöpfchen erreicht, führt die Depolarisation zur Öffnung spannungsabhängiger Calciumkanäle. Calciumionen strömen ins Zellinnere und binden dort an das Protein Synaptotagmin. Dieser Prozess löst eine Kaskade aus, an der unter anderem die SNARE-Proteine Syntaxin, SNAP-25 und Synaptobrevin beteiligt sind. Diese Proteine vermitteln die Verschmelzung der Vesikelmembran mit der präsynaptischen Membran, sodass die enthaltenen Neurotransmitter in den synaptischen Spalt freigesetzt werden.
Die freigesetzten Neurotransmitter diffundieren über den synaptischen Spalt und binden an Rezeptoren auf der postsynaptischen Membran. Dabei gibt es grundsätzlich zwei Rezeptortypen: ionotrope und metabotrope. Ionotrope Rezeptoren sind ligandengesteuerte Ionenkanäle, die sich bei Bindung des Transmitters öffnen und unmittelbar Ionen durchlassen. Der einströmende Ionenfluss verändert das Membranpotenzial: Wird es depolarisiert, spricht man von einem exzitatorischen postsynaptischen Potenzial (EPSP), bei Hyperpolarisation entsteht ein inhibitorisches postsynaptisches Potenzial (IPSP).
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Nach der Bindung an ihre Rezeptoren werden die Transmitter inaktiviert, um die Signalwirkung zu beenden. Dies geschieht durch enzymatischen Abbau (zum Beispiel durch Acetylcholinesterase), Wiederaufnahme in die Präsynapse (Reuptake, etwa bei Serotonin oder Dopamin) oder durch Aufnahme in Gliazellen.
Ein zentrales Merkmal chemischer Synapsen ist ihre Unidirektionalität. Dies bedeutet, dass das Signal immer von der Präsynapse zur Postsynapse läuft. Die Verarbeitung an chemischen Synapsen erfolgt mit einer Verzögerung von wenigen Millisekunden, was für die meisten neuronalen Prozesse ausreichend schnell ist.
Erregende Synapsen und EPSP
Eine erregende Synapse hat die Funktion, eine Depolarisation weiterzuleiten. Bei einer erregenden Synapse erzeugt ein elektrisches Signal (Aktionspotential) in der Präsynapse die Freisetzung von Neurotransmittern. Diese Moleküle überqueren den synaptischen Spalt und aktivieren Rezeptoren an der Postsynapse. Das ausgelöste Signal kann die nächste Nervenzelle entweder aktivieren (erregende Synapse) oder hemmen (hemmende Synapse).
Ein EPSP entsteht in einer exzitatorischen Synapse. Bei dem erregenden Potential steigt die Spannung in der postsynaptischen Zelle, also der Nervenzelle hinter dem synaptischen Spalt (Spalt zwischen Prä- und postsynaptischer Membran), an. Das bedeutet, die Spannung wird positiver. Durch eine präsynaptische Erregung kommt es zum Einstrom von Botenstoffen (Neurotransmittern) in den synaptischen Spalt der erregenden Synapse. Des postsynaptischen Neurons befinden sich entsprechende Rezeptoren, also Andockstellen für die Botenstoffe. Wenn die Neurotransmitter nun an die Rezeptoren binden, kommt es zur Öffnung von Ionenkanälen. Im Fall des EPSPs öffnen sich Natriumionenkanäle. Daher strömen Natriumionen (Na+) in die Zelle und das Potential steigt an. Je mehr Transmitter sich im synaptischen Spalt befinden, desto länger bleiben die Kanäle geöffnet.
Ein Beispiel für eine erregende Synapse ist die acetylcholinerge Synapse, die als Antwort auf eine Erregung den Neurotransmitter Acetylcholin in den synaptischen Spalt ausschüttet. Bei diesem Prozess bindet der Neurotransmitter Acetylcholin an spezifische Rezeptoren nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip. Dies führt zur Öffnung von Natriumkanälen, wodurch Natriumionen in die Zelle einströmen und eine Depolarisation bewirken.
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Hemmende Synapsen und IPSP
Die hemmende Synapse Funktion besteht darin, die Erregbarkeit des nachgeschalteten Neurons zu verringern. An einer hemmenden Synapse kommt es zur Entstehung eines inhibitorischen postsynaptischen Potentials (IPSP). Dabei sinkt die Spannung der postsynaptischen Nervenzelle. Den Vorgang nennst du auch Hyperpolarisation.
Die grundlegenden Prinzipien einer hemmenden Synapse sind beinahe identisch zu denen einer erregenden Synapse. Ein Aktionspotenzial führt über einen Calciumioneneinstrom an der Präsynapse zur Freisetzung von Neurotransmittern in den synaptischen Spalt. Transmitter von hemmenden Synapsen sind Stoffe, die an der postsynaptischen Membran zu einem Einstrom von negativ geladenen Chloridionen und/oder dem Ausstrom von positiv geladenen Kaliumionen führen.
Als Ruhepotential bezeichnest du eine Spannung von ca. Hierfür sind Kalium- und Chloridionenkanäle in der Nervenzellmembran verantwortlich. Auch sie werden durch Neurotransmitter im synaptischen Spalt geöffnet. Durch die Kaliumionenkanäle strömen dann positiv geladene K+-Ionen aus der Zelle heraus. Gleichzeitig strömen durch die Chloridionenkanäle negativ geladene Cl--Ionen in die Zelle. Beide Effekte führen dazu, dass die Ladung innerhalb der Zelle negativer wird. Daher kann die Nervenzelle die Erregung nicht weiterleiten.
Ein Beispiel für eine hemmende Synapse ist die GABA ausschüttende Synapse. GABA ist dabei die Abkürzung für den Neurotransmitter Gamma-Amino-Buttersäure, wobei das hintere A für das Wort acid (englisch für „Säure“) steht. Ihre Funktion ist hauptsächlich das Abschwächen von erregenden Signalen im Zentralnervensystem. Damit verhindern hemmende Synapsen Übererregungen, die im Extremfall zu Starrkrämpfen führen können. Bei hemmenden Synapsen hingegen binden andere Neurotransmitter wie Glycin an ihre spezifischen Rezeptoren. Dies führt zur Öffnung von Chloridkanälen, wodurch Chloridionen einströmen und eine Hyperpolarisation verursachen.
Synaptische Integration: Räumliche und zeitliche Summation
Die Verarbeitung von Nervenreizen erfolgt durch erregende und hemmende Synapsen, die unterschiedliche postsynaptische Potentiale erzeugen. Bei einer erregenden Synapse kommt es zur Depolarisation der Membran, wodurch die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung eines Aktionspotentials erhöht wird. Im Gegensatz dazu führt eine hemmende Synapse zu einer Hyperpolarisation der Membran.
Ein Neuron (Nervenzelle) ist jedoch nicht nur mit einer einzigen, sondern mit sehr vielen anderen Nervenzellen verbunden. Die Synapsen können dabei jeweils erregend oder hemmend sein. Das bedeutet, dass es am Axonhügel des Neurons zu einer Summation aller Potentiale (alle Potentiale zusammengerechnet) kommt. Wenn dabei ein Schwellenwert von ungefähr -50 mV überschritten wird, wird ein sogenanntes Aktionspotential ausgelöst. Das ist notwendig, damit die Nervenzelle das elektrische Signal entlang ihres Axons bis zur nächsten Nervenzelle weiterleiten kann.
Die synaptische Integration ist wie ein Taschenrechner im Neuron. Die Integration verschiedener synaptischer Signale erfolgt durch räumliche und zeitliche Summation.
- Räumliche Summation: Bei der räumlichen Summation addieren sich Signale von verschiedenen Synapsen, die gleichzeitig auf ein Neuron wirken. Wenn mehrere exzitatorische postsynaptische Potentiale (EPSP) zeitgleich an verschiedenen Dendriten eines Neurons eintreffen, können sich diese Depolarisationen aufsummieren. Stellen Sie sich vor, dass an einem Dendriten drei erregende Synapsen gleichzeitig aktiviert werden. Jede einzelne Synapse erzeugt ein EPSP von 5 mV. Die räumliche Summation Biologie spielt eine besondere Rolle bei der Integration von Signalen aus verschiedenen Quellen.
- Zeitliche Summation: Bei der zeitlichen Summation verstärken sich schnell aufeinanderfolgende Signale, die von derselben Synapse ausgehen. Die zeitliche Komponente der synaptischen Integration ist ebenso wichtig wie die räumliche. Die Integration von erregenden und hemmenden Synapsen erfolgt dabei nach einem präzisen zeitlichen Muster.
Die Kombination aus räumlicher und zeitlicher Summation ermöglicht es dem Nervensystem, komplexe Informationsmuster zu verarbeiten und präzise Reaktionen zu steuern. Das Zusammenspiel von EPSP und IPSP ermöglicht eine feine Abstimmung der neuronalen Aktivität. Die Balance zwischen erregenden und hemmenden Synapsen ist entscheidend für die normale Gehirnfunktion. Störungen dieses Gleichgewichts können zu neurologischen Erkrankungen führen.
Neurotransmitter und ihre Rezeptoren
Chemische Synapsen lassen sich anhand des verwendeten Neurotransmitters in verschiedene Typen einteilen. Jeder Transmitter wirkt über spezifische Rezeptoren und erfüllt charakteristische Aufgaben im zentralen und peripheren Nervensystem.
- Cholinerge Synapsen: Sie verwenden Acetylcholin als Neurotransmitter. Dieser wird entweder im Zellkörper oder direkt im Axonterminal synthetisiert und in Vesikeln gespeichert. Neben der Skelettmuskulatur spielt Acetylcholin auch im parasympathischen Nervensystem eine bedeutende Rolle: Hier wirkt es auf muskarinerge Rezeptoren an Zielorganen wie Herz, Magen-Darm-Trakt oder Speicheldrüsen. Im zentralen Nervensystem ist es unter anderem im basalen Vorderhirn aktiv und an Prozessen wie Aufmerksamkeit, Lernen und Gedächtnis beteiligt.
- Glutamaterge Synapsen: Glutamat ist der wichtigste exzitatorische Neurotransmitter im zentralen Nervensystem. Glutamat wirkt über mehrere Rezeptortypen, darunter die AMPA-Rezeptoren (schnell aktivierend) und die NMDA-Rezeptoren, die spannungs- und ligandengesteuert sind und vor allem bei der Langzeitpotenzierung (LTP) eine Rolle spielen. Ein Übermaß an Glutamat kann jedoch toxisch wirken und zu neuronalen Schäden führen. Diese Phänomen bezeichnet man als Exzitotoxizität.
- GABAerge Synapsen: Die GABAerge Synapse nutzt γ-Aminobuttersäure (GABA) als Transmitter und ist der wichtigste hemmende Mechanismus im ZNS. Diese inhibitorische Wirkung stabilisiert das neuronale Gleichgewicht und verhindert Übererregung. Viele Medikamente wie Benzodiazepine, Barbiturate oder Alkohol verstärken GABAerge Wirkungen.
- Glycinerge Synapsen: Glycin ist ein weiterer hemmender Transmitter, der vor allem im Rückenmark und Hirnstamm aktiv ist. Sie sind entscheidend für die Koordination von Muskelaktivitäten, zum Beispiel bei reflektorischen Bewegungen. Die Blockade von glycinergen Rezeptoren durch Stoffe wie Strychnin führt zu spastischen Krämpfen, da hemmende Signale unterdrückt werden.
- Dopaminerge Synapsen: Dopamin ist ein biogenes Amin mit vielfältigen Wirkungen im ZNS. Das nigrostriatale System ist essenziell für motorische Kontrolle. Dopamin wirkt über D1- bis D5-Rezeptoren, die alle metabotrop sind.
- Serotoninerge Synapsen: Serotonin (5-Hydroxytryptamin, 5-HT) ist ein weiterer modulierender Neurotransmitter mit essentieller Bedeutung für Stimmung, Schlaf-Wach-Rhythmus, Appetit und Schmerzverarbeitung. Die Wirkung erfolgt über eine Vielzahl von Rezeptortypen (mindestens 14 Subtypen), die sowohl ionotrop als auch metabotrop sein können. Ein Mangel an Serotonin wird mit Depression, Angststörungen und Migräne in Verbindung gebracht.
- Adrenerge Synapsen: Sie verwenden Noradrenalin (Norepinephrin) oder Adrenalin (Epinephrin). Im sympathischen Nervensystem ist Noradrenalin der Haupttransmitter in postganglionären Neuronen und reguliert Funktionen wie Herzfrequenz, Blutdruck und Bronchodilatation. Im ZNS beeinflussen adrenerge Systeme Wachheit, Aufmerksamkeit und Stressreaktionen.
Synaptische Plastizität: Die Grundlage für Lernen und Anpassung
Synaptische Plastizität ist die Fähigkeit von Synapsen, ihre Stärke und Effizienz zu verändern - je nachdem, wie oft und wie stark sie benutzt werden. Sie ermöglicht es dem Gehirn, auf Erfahrungen zu reagieren und sich anzupassen. Eine berühmte Form ist die Langzeitpotenzierung (LTP): Werden Synapsen über längere Zeit wiederholt aktiviert, werden sie besonders leistungsfähig. Diese Anpassungsfähigkeit ist die physikalische Grundlage für nahezu alle Lern- und Anpassungsprozesse im Nervensystem - von kindlicher Sprachentwicklung über das Erlernen eines Musikinstruments bis hin zur Regeneration nach einer Gehirnverletzung. Gehirnforscher sprechen deshalb oft vom "Gedächtnis der Synapsen".
Bedeutung von Synapsen für neurologische Erkrankungen
Nicht immer funktioniert die synaptische Übertragung reibungslos. Depressionen wiederum werden u. a. mit einem Mangel an Serotonin in Verbindung gebracht. Das Verständnis der synaptischen Funktion ist daher entscheidend für die Entwicklung von Therapien für neurologische und psychiatrische Erkrankungen.
Zusammenfassung
Synapsen sind die grundlegenden Bausteine der neuronalen Kommunikation. Sie ermöglichen die Übertragung von Signalen zwischen Nervenzellen und spielen eine entscheidende Rolle bei allen Funktionen des Nervensystems, von der Wahrnehmung über die Bewegung bis hin zum Denken und Lernen. Die Unterscheidung zwischen erregenden und hemmenden Synapsen sowie die Mechanismen der räumlichen und zeitlichen Summation ermöglichen eine präzise Steuerung der neuronalen Aktivität. Das Verständnis der synaptischen Funktion ist daher von zentraler Bedeutung für das Verständnis der Funktionsweise des Gehirns und für die Entwicklung von Therapien für neurologische Erkrankungen.
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