Einführung
Die deutsche Fernsehlandschaft hat viele prägende Persönlichkeiten hervorgebracht. Frank Elstner und Kurt Felix sind zwei Namen, die untrennbar mit der Unterhaltung im deutschen Fernsehen verbunden sind. Beide haben auf ihre Weise Fernsehgeschichte geschrieben, und beide haben sich im Laufe ihres Lebens mit gesundheitlichen Herausforderungen auseinandersetzen müssen. Dieser Artikel beleuchtet die Verbindung von "Verstehen Sie Spaß?", Frank Elstners Parkinson-Erkrankung und Kurt Felix' Kampf gegen den Krebs, wobei auch andere Aspekte ihres Lebens und Wirkens berücksichtigt werden.
Kurt Felix und "Verstehen Sie Spaß?"
Kurt Felix war der Erfinder der erfolgreichen Fernsehsendung "Verstehen Sie Spaß?". Die Sendung, die auf humorvolle Art und Weise Menschen mit versteckter Kamera aufs Korn nimmt, wurde zu einem Publikumsmagneten und prägte die deutsche Fernsehunterhaltung. Für sein Lebenswerk wurde Felix mit dem Bambi geehrt. Die Auszeichnung wurde ihm von seinem Nachfolger als Moderator von "Verstehen Sie Spaß?", Frank Elstner, überreicht.
Frank Elstner verkündete an diesem Abend eine weitere freudige Nachricht: Kurt Felix hatte seine Krebserkrankung überstanden. Felix widmete den Preis seiner Frau Paola und sagte, sie sei 24 Stunden am Tag an seiner Seite gewesen.
Frank Elstner: Ein Leben für das Fernsehen
Frank Elstner ist ein Moderator, Entertainer und Showmaster, der die deutsche Medienlandschaft seit 60 Jahren prägt. Bekannt wurde er zunächst durch seine Arbeit bei "Radio Luxemburg". Später folgten diverse Fernsehformate. Seinen Durchbruch feierte er mit "Wetten, dass …?", einer Sendung, die über Jahrzehnte hinweg Familien vor den Fernseher lockte. Jüngere Zuschauer kennen ihn möglicherweise als Moderator von "Verstehen Sie Spaß?", der Talkshow "Menschen der Woche" oder dem YouTube-Format "Wetten, das war's …?".
Begegnung mit der jungen Generation
Nina Reiss, eine 19-jährige angehende Erzieherin, lernte Frank Elstner bei den Schlossgesprächen in Bruchsal kennen. Sie musste ihren Vater fragen, wer Elstner sei, woraufhin dieser ihr erklärte, dass er der Erfinder von "Wetten, dass …?" sei. Eine kleine Gruppe von Schülerinnen hatte die Möglichkeit, Elstner Fragen zu stellen, wobei seine Parkinsonerkrankung ein zentrales Thema war.
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Diagnose Parkinson: Kein Todesurteil
Elstner betont immer wieder, dass Parkinson kein Todesurteil sei. Er erinnert sich an die ersten Anzeichen der Krankheit, als er bemerkte, dass das Wasserglas in seiner rechten Hand zitterte. Bis zur Diagnose war es jedoch ein langer Weg mit vielen Untersuchungen und Arztterminen. Im Jahr 2019 ging er mit seiner Erkrankung an die Öffentlichkeit, um Gerüchten zuvorzukommen.
Appell an die Gesellschaft
Elstner appelliert an die Gesellschaft, Betroffene nicht zu bemitleiden oder als Dauerkranke abzustempeln. Er betont, dass sie fast alles alleine können und lediglich Unterstützung benötigen, wenn sie beispielsweise Treppen laufen. Er fordert Angehörige auf, sich über die Krankheit zu informieren.
Sport als Therapie
Frank Elstner trainiert seit Jahren mit dem Sportwissenschaftler André Inthorn, der nach seiner Diagnose ein spezielles Programm entwickelt hat, um Ausdauer, Kraft, Koordination und Beweglichkeit zu verbessern. Elstner zeigt seinen harten Haken und drängt seinen Trainer nach hinten.
Zusammenarbeit mit Neurologe Jens Volkmann
Bei den Schlossgesprächen in Bruchsal war auch der Neurologe Jens Volkmann anwesend. Volkmann ist Experte für die Behandlung von Bewegungsstörungen mittels tiefer Hirnstimulation, forscht im Bereich Parkinson und ist Gründer und Vorstand der Parkinson Stiftung. Gemeinsam mit Elstner hat er das Buch "Dann zitter ich halt" geschrieben. Ihr Ziel ist es, über die Krankheit aufzuklären und zu zeigen, dass es in den meisten Fällen möglich ist, den Verlauf hinauszuzögern.
Ein milder Verlauf und viel Bewegung
Elstner betont, dass er Glück habe und einen milden Verlauf der Krankheit habe. Volkmann bestätigt dies und ergänzt, dass Elstner auch vieles richtig mache, indem er sich nicht zurückziehe und seinen Optimismus bewahrt habe. Bewegung spielt eine entscheidende Rolle. Elstner treibt nicht mehr eine Sportart, sondern zehn und das mindestens einmal am Tag für eine halbe Stunde.
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Ehrlichkeit und Humor
Elstner vergisst manchmal, dass er selbst interviewt wird und plaudert munter aus seinem Leben in der Showbranche. Er erinnert sich an Begegnungen mit ABBA und die Idee zu "Wetten, dass …?". Auf die Frage, ob er realisiert habe, wie bahnbrechend seine Idee war, lenkt Elstner wieder auf das Thema Parkinson: "Ja, aber die Rechte habe er alle an das ZDF verkauft", Millionär sei er damit nicht geworden. "Aber das ist mir alles egal, wenn du, Volkmann, mein Parkinson heilst."
Hoffnung auf Fortschritt
Elstner ist überzeugt, dass er noch erleben wird, dass Volkmann ihm eine Pille gibt und sagt: "Du zitterst nun weniger". Volkmann bestätigt, dass es im Laufe der Jahrzehnte viele neue Erkenntnisse gegeben hat, die dazu beigetragen haben, die Krankheit besser zu verstehen und Fortschritte zu machen. Er freut sich, dass es bald etwas geben könnte, das den Verlauf milder mache.
Ein starkes Team
Elstner und Volkmann ergänzen sich perfekt. Elstner schafft es mit seinem Unterhaltungswert, die Menschen zu erreichen, während Volkmann aus wissenschaftlicher Sicht aufklärt. Gemeinsam schaffen sie Aufmerksamkeit und informieren Betroffene und Angehörige. Sie machen Mut, indem sie zeigen, dass die Forschung Fortschritte macht. Sie rufen dazu auf, sich bei einer Diagnose nicht zurückzuziehen, zuversichtlich zu bleiben und von Familie und Freunden Optimismus einzufordern.
Klaus Wirnitzer: Aktiv trotz Parkinson
Klaus Wirnitzer ist ein weiteres Beispiel dafür, wie man trotz Parkinson ein aktives und erfülltes Leben führen kann. Vor neun Jahren begann er mit dem Radfahren, nachdem er sich nach einem Autounfall fragte, wie er zur Arbeit kommen sollte. Die einfache Strecke ins Büro betrug 25 Kilometer. Das Radfahren tat ihm gut, und er nahm sein neues Carbonfahrrad sogar mit zur Parkinson-Komplexbehandlung im Passauer Wolf Bad Gögging.
Diagnose und Therapie
Im Jahr 2015 erhielt Klaus Wirnitzer die Diagnose Morbus Parkinson. Die "Off-Phasen", in denen er steif und unbeweglich war, nahmen zu. Auch seine Aussprache wurde undeutlicher und seine Schrift krakeliger. Nach langem Überlegen entschloss er sich 2018 zu einer Operation, bei der ihm zwei Elektroden für die Tiefe Hirnstimulation ins Gehirn eingesetzt wurden. Mit einem handy-ähnlichen Gerät kann er die Hirnstimulation selbst steuern.
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Multimodale Komplexbehandlung
Zur anschließenden multimodalen Komplexbehandlung kam Klaus Wirnitzer ins neurologische Zentrum für Bewegungsstörungen im Passauer Wolf Bad Gögging. Dort werden medikamentös-therapeutische und nicht-medikamentöse Behandlungskonzepte kombiniert, um die Lebensqualität der Betroffenen deutlich zu verbessern.
Taiji und Sporttherapie
Bettina Weinbacher, Sporttherapeutin im Passauer Wolf Bad Gögging, betreut Klaus Wirnitzer beim Nordic Walking, in der Gruppe "Mobil mit Parkinson" und beim Taiji. Taiji verbessert Koordination, Gleichgewicht, Haltung und Bewegungsfluss.
Ein erfülltes Leben
Klaus Wirnitzer schaut optimistisch in die Zukunft. Er nimmt sich fest vor, seine Übungen auch zu Hause zu machen. Er wird weiterhin Rad fahren, sich in die Selbsthilfegruppe und bei den Aktivsenioren einbringen, fotografieren und mit seiner Frau nach New York und Vancouver reisen.
Die Bambi-Verleihung und der Auftritt von Muhammad Ali
Die Bambi-Verleihung ist ein Ereignis, bei dem Prominente aus Medien, Show, Politik und Wirtschaft zusammenkommen. Im Laufe der Jahre gab es viele bewegende Momente, darunter der Auftritt des an Parkinson erkrankten Box-Champions Muhammad Ali. Sein Auftritt rührte viele Zuschauer zu Tränen.
Ehrung für Johannes Heesters
Für die größte Überraschung sorgte die Ehrung des Schauspielers Johannes Heesters mit dem Ehren-Bambi.