Japanische Enzephalitis in Nepal: Risiken, Prävention und Impfempfehlungen

Die Japanische Enzephalitis (JE) ist eine Viruskrankheit, die durch den Stich infizierter blutsaugender Moskitos (Mücken) auf den Menschen übertragen wird. Diese Mücken sind vor allem nachts aktiv, hauptsächlich kurz nach Sonnenuntergang und erneut nach Mitternacht, aber auch Übertragungen am Tag sind möglich. In Nepal, bekannt für seine majestätischen Himalaya-Berge und seine reiche Kultur, stellt die JE ein Gesundheitsrisiko dar, insbesondere in bestimmten Regionen und zu bestimmten Jahreszeiten.

Was ist Japanische Enzephalitis?

Die Japanische Enzephalitis ist eine durch Viren verursachte Erkrankung, die Entzündungen des Gehirns hervorrufen kann. Das Virus wird hauptsächlich durch Mückenstiche übertragen, wobei die Mücken sich zuvor bei Tieren wie Hausschweinen oder Wasservögeln infiziert haben. Die Krankheit ist vor allem in Asien und Teilen von Australien verbreitet.

Verbreitungsgebiete und Übertragungszeiten

JE-Infektionen sind aus gemäßigten, subtropischen und tropischen Regionen Asiens und den nördlichen Regionen Australiens bekannt. Aktuelle Verbreitungsgebiete erstrecken sich von China und Japan im Norden und Osten bis nach Indien und Pakistan im Westen bzw. bis zur Nordspitze Australiens im Süden. In den betroffenen Ländern gelten die tropischen Regionen als endemisch, während in Regionen mit subtropischem und gemäßigtem Klima ein epidemisches Auftreten beobachtet wird.

Die Hauptsaison der Übertragung variiert je nach Region:

  • In Japan dauert die JE-Saison von Juni/Juli bis Oktober/November.
  • In Südkorea von Mai - November.
  • In Thailand und Vietnam von April - Oktober.

Entscheidend für eine Übertragung ist das Vorhandensein von Reservoirwirten (Schweine) und Brutstätten von Moskitos (Reisfelder). In den vergangenen Jahren wurde in vielen asiatischen Ländern aufgrund der Zunahme von Schweinezuchten auch außerhalb des ländlichen Gebiets ein erhöhtes Infektionsrisiko in vorstädtischen Gebieten festgestellt.

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Symptome und Verlauf

Die meisten Bewohner in endemischen Ländern infizieren sich bereits vor dem 15. Lebensjahr, erkranken dabei gar nicht oder leiden nur unter grippeähnlichen Allgemeinsymptomen. Bei etwa einem Prozent der Infizierten verläuft die Krankheit jedoch schwer unter dem Krankheitsbild einer Gehirnentzündung (Enzephalitis).

  • Inkubationszeit: Durchschnittlich 5 - 15 Tage
  • Krankheitsbild:
    • Meist asymptomatisch (ca. 99 Prozent der Fälle) oder milde grippeähnliche Symptome
    • Neurologische Symptome: Enzephalitis, Meningismus (Auftreten mehrerer Symptome wie Nackensteifigkeit, Kopfschmerzen, Photophobie, Phonophobie, Übelkeit und Erbrechen), Verwirrtheit, Verhaltensänderungen, schlaffe Paresen (Lähmungen), parkinsonoide Bewegungsmuster, Krampfanfälle, Koma, Guillain-Barré-Syndrom
  • Prognose der symptomatischen Fälle:
    • Bei 30 Prozent folgenlose Ausheilung
    • Bei 30 - 50 Prozent bleibende neurologische Folgeschäden wie z. B. motorische, kognitive und/oder sprachliche Defizite
    • Bei etwa 30 Prozent der Fälle: Tod

Selbst bei lebenslang nachweisbaren Antikörpern ist ein lebenslanger Schutz nicht gesichert!

Zu den Risikofaktoren für eine symptomatische Erkrankung und einen schweren Verlauf gehören z. B. höheres Alter, Schwangerschaft und fehlende Immunität, auch gegen andere Flaviviren.

Japanische Enzephalitis in Nepal

In Nepal besteht insbesondere in den ländlichen Gebieten des Terai sowie im Kathmandu Valley ein Risiko für Japanische Enzephalitis. Das Terai ist ein tiefliegendes Gebiet im Süden Nepals, das an Indien grenzt.

Risikogebiete in Nepal

Das Risiko einer JE-Infektion ist in bestimmten Regionen Nepals höher. Dazu gehören:

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  • Terai: Die südlichen, tiefer gelegenen Regionen Nepals, insbesondere die ländlichen Gebiete.
  • Kathmandu Valley: Auch im Kathmandu-Tal besteht ein gewisses Risiko.

Risikofaktoren in Nepal

Risikofaktoren für eine JEV-Infektion sind:

  • Reisen während der Übertragungszeit
  • Aufenthalt in ländlichen Gebieten

Prävention der Japanischen Enzephalitis

Allgemeine Maßnahmen zum Schutz vor Mückenstichen

Allgemeine Maßnahmen zum Schutz vor Mückenstichen, wie sie auch in Malaria-Gebieten empfohlen werden, senken das Infektionsrisiko:

  • Mückenschutzmittel: Verwenden Sie auf unbedeckter Haut ein wirksames Moskitomittel - passend zu Ihrem Reiseziel.
  • Moskitonetze: Wenn Sie auf Ihrer Reise nicht nur in klimatisierten Räumen übernachten, schlafen Sie unter einem Moskitonetz.
  • Geeignete Kleidung: Tragen Sie möglichst lange, helle Kleidung. In Risikogebieten sollten Sie imprägnierte oder stichfeste Kleidung tragen.
  • Schlafplatzwahl: Wählen Sie Ihren Schlafplatz sorgfältig aus. Wenn Sie nicht sicher sind, ob die Matratze oder Bettwäsche evtl. Bettwanzen, Zecken oder Flöhe beherbergen, empfiehlt sich die Verwendung eines insektenabweisenden Schlaf-Inletts.

Impfung gegen Japanische Enzephalitis

In Deutschland steht ein Impfstoff zu Verfügung, der inaktivierte (abgetötete) Japanische-Enzephalitis-Viren enthält. Die Impfviren werden aus Zellkulturen gewonnen. Der JE-Impfstoff wird in der Regel in den Oberarmmuskel gespritzt. Der Impfstoff ist für Erwachsene, Jugendliche und auch für Kinder ab 2 Lebensmonaten zugelassen. Die Grundimmunisierung besteht aus zwei Injektionen in einem Mindestabstand von 4 Wochen, sie sollte mindestens 1 Woche vor einem möglichen Kontakt zu JE-Viren abgeschlossen sein.

Reiseinformationen für Nepal

Gesundheitliche Hinweise

Nepal ist in Sachen Gesundheit in der Regel recht sicher. Dennoch gibt es gesundheitliche Risiken, denen Teilnehmer einer Reise durch Nepal durchaus ausgesetzt sein können. Daher sollten sowohl vor als auch während der Reise ein paar Dinge Beachtung finden, um diesen Risiken gezielt vorzubeugen. Da sich die Gesundheitslage vor Ort in Nepal jederzeit ändern kann, wird ein Besuch beim Haus- bzw. Tropenarzt dringend empfohlen. Nur dieser kann Sie umfassend und fachkundig beraten.

Empfohlene Impfungen für Nepal

Für Nepal Reisen sind keine speziellen Impfungen vorgeschrieben. Empfohlen werden allerdings die üblichen und in Deutschland von den Krankenkassen finanzierten Immunisierungen gegen Diphtherie, Polio und Tetanus, die im Erwachsenenalter alle 10 Jahre wieder aufgefrischt werden sollten.

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Weiterhin sind auch Impfungen gegen Hepatitis A und gegebenenfalls auch gegen Hepatitis B zu empfehlen.

Impfungen gegen Tollwut, Typhus, Japanische Enzephalitis und Gelbfieber (nur bei Einreise aus einem Risikoland vorgeschrieben) sind nicht zwingend erforderlich und sind lediglich bei längeren Aufenthalten empfehlenswert. Lassen Sie sich dazu bitte individuell von Ihrem Arzt beraten.

Weitere Gesundheitsrisiken in Nepal

Neben der Japanischen Enzephalitis gibt es in Nepal weitere gesundheitliche Risiken, die Reisende beachten sollten:

  • Malaria: Ein geringes Malaria-Risiko besteht im gesamten Jahr unter 2000 m, v. a. im südlichen Gürtel Nepals, im Terai, in den Monaten Juni bis August.
  • Magen-Darm-Infektionen: Das größte gesundheitliche Risiko für Reisende in Nepal sind in der Regel Magen-Darm-Infektionen. Grund dafür ist meist die Aufnahme von verschmutztem Wasser und/ oder ungewohntem Essen.
  • Höhenkrankheit: Trekkingreisen in Nepal führen nicht selten in Höhen über 5.400 m. Der Körper braucht in diesem Fall ausreichend Zeit, sich an die Höhe zu gewöhnen und anzupassen.
  • Dengue-Fieber:
  • Darminfektionen: Darminfektionen sind häufig, daneben ist auch mit Hepatitis A, seltener mit Hepatitis E, zu rechnen. Weiterhin kann Typhus abdominalis übertragen werden.
  • HIV: HIV ist weltweit verbreitet und tritt daher auch in Nepal auf.

Reiseapotheke für Nepal

Eine Reiseapotheke sollte jeder Urlauber bei sich haben. Je nach Reiseart sollten u.a. folgende Dinge enthalten sein:

  • Persönliche Medikamente
  • Leichtes bis mittleres Schmerzmittel in ausreichenden Mengen (Paracetamol, Aspirin)
  • Breitbandantibiotikum
  • Mittel gegen Übelkeit, Reisekrankheit
  • Tabletten gegen Durchfall
  • Abführmittel
  • Medikamente zur Wundbehandlung
  • Erste Hilfe Material inkl. Desinfektionsmittel, Jod, Pflaster und sterile Verbände (speziell für Trekkingreisen)
  • Mittel gegen Erkältung, Husten und Halsweh
  • Mittel gegen Magen- und Darmbeschwerden
  • Augentropfen (gegen Bindehautentzündung bzw. gereizten Augen), Halstabletten, Nasenöl
  • Elotrans-Pulver: orale Elektrolytzufuhr, die den Salz- und Wasserverlust bei Durchfallerkrankungen ausgleicht
  • Wasserentkeimungstropfen oder -tabletten (Micropur, Certisil, Romin)

Wichtige Vorsichtsmaßnahmen während der Reise

  • Hygiene: Vor dem Essen und nach der Toilette immer Hände waschen - am besten mit eigener Seife - und keine benutzten Handtücher zum Abtrocknen verwenden.
  • Trinkwasser: Als Trinkwasser oder Wasser zum Zähneputzen benutzen Sie idealerweise in Flaschen abgefülltes Mineralwasser oder abgekochtes Wasser.
  • Essen: Da bis zu 50% aller Fernreisenden an Durchfall erkranken, sollten Sie sich beim Essen an die folgende Regel halten: Boil it, cook it, peel it or forget it - Koche es, brate es, schäle es oder vergiss es!
  • Sonnenschutz: Aufgrund der erhöhten UV-Strahlung am Reiseziel besteht ein Risiko für Sonnenbrand und andere UV-Schäden. Schützen Sie sich und Ihre evtl. mitreisenden Kinder daher gut vor der Sonne und vermeiden Sie so einen Sonnenbrand.
  • Vorsicht Tiere: Berühren oder füttern Sie keine Tiere, die Sie nicht kennen. Lassen Sie die Tiere keine offenen Wunden lecken und achten Sie darauf keinen tierischen Speichel in Ihre Augen oder Mund zu bekommen. Vermeiden Sie Nagetiere und ihren Urin und Kot.

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