Die Parkinson-Krankheit ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, die durch den Verlust von Dopamin-produzierenden Nervenzellen im Gehirn gekennzeichnet ist. Obwohl die Krankheit selbst nicht heilbar ist, gibt es verschiedene Behandlungsmethoden, die darauf abzielen, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Eine dieser Behandlungsmethoden ist die Versteifungsoperation, auch Spondylodese genannt. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Parkinson, die Rolle der Versteifung bei der Behandlung von Begleiterscheinungen sowie alternative Therapieansätze und Zukunftsperspektiven.
Was ist die Parkinson-Krankheit?
Die Parkinson-Krankheit ist eine der häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen, bei der Hirnzellen aus unbekannten Gründen ihre Funktion verlieren und absterben. Dies führt zu einer Störung der Motorik, die sich durch Verlangsamung, Versteifung, Zittern und allgemeine Beeinträchtigung der Körperbewegungen äußert. Im Verlauf der Krankheit treten auch nicht-motorische Symptome auf, wie z.B. Beschwerden aus dem Bereich des Herzens oder des Darms.
Die Parkinson-Krankheit (IPS) ist durch einen Verlust melanisierter Dopaminneurone in der Zona compacta der Substantia nigra im Mittelhirn charakterisiert. Kennzeichnend für die neuronale Degeneration ist das Auftreten von Lewy-Körperchen in der Substantia nigra, der Substantia innominata, im Locus coeruleus und im dorsalen Vagus-Kern. Als Folge der Degeneration der dopaminergen Neurone im Mittelhirn tritt eine Dopaminverarmung im Corpus striatum auf.
Symptome der Parkinson-Krankheit
Die Kardinalsymptome des Parkinsonismus sind Bradykinese, Rigor, Tremor und Einschränkung der posturalen Reflexe. Diese Symptome nehmen im Alter zu. Die Bewegungsverarmung (Bradyhypokinese) äußert sich in frühen Phasen im Seitenvergleich mit einem Amplitudenabfall und Verlangsamung bei repetitiven Bewegungen. Viele Patienten beklagen initial eine Schwäche bzw. einen Geschicklichkeitsverlust der Hand. Ebenso zeigen sich früh eine Hypomimie und ein vermindertes Mitschwingen eines Armes beim Gehen, oft verbunden mit einer Haltungsstörung. In fortgeschrittenen Stadien tritt der akinetische Aspekt der Bewegungsstörung zunehmend in den Vordergrund, was zu Schwierigkeiten beim Aufstehen und zu Blockaden beim Gehen (Freezing of Gait) führt.
Weitere Symptome sind:
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- Hypophonie: Die Stimme wird leise und verliert an Prosodie.
- Rigor: Ein zäher und gleichmäßiger Widerstand bei passiven Bewegungen.
- Tremor: Ein Ruhetremor, der sich bei Bewegungsbeginn reduziert oder sistiert.
- Posturale Instabilität: Störungen der reflektorischen Ausgleichsbewegungen nach Auslenkung aus dem Gleichgewicht.
Neben den motorischen Symptomen treten auch nicht-motorische Symptome auf, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen können. Dazu gehören Depressionen, Angstzustände, kognitive Verlangsamung (Bradyphrenie) und vegetative Symptome wie Schlafstörungen, orthostatische Dysregulation, Obstipation und Impotenz.
Ursachen der Parkinson-Krankheit
Die Ursache der Neuronendegeneration bei der Parkinson-Krankheit (IPS) ist noch immer unbekannt. Es handelt sich um eine komplexe, von vielen Faktoren abhängige Erkrankung mit einer genetischen Komponente. Defekte zelluläre Radikalentgiftungsmechanismen und Störungen im mitochondrialen Energiestoffwechsel werden als Auslöser eines pathologischen oxidativen Stresses diskutiert. Dabei spielt vermutlich die mitochondriale Komplex-1-Inhibition eine zentrale Rolle, die zu einer Aggregation von α-Synuklein und Apoptose von Dopaminneuronen führt. Mehr als 16 Genorte sind für das IPS bzw. für andere neurodegenerative Formen des Parkinson-Syndroms beschrieben worden.
Versteifung (Spondylodese) als Behandlungsoption
Die Spondylodese, auch Wirbelsäulenversteifung genannt, ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem benachbarte Wirbelkörper und deren Kleinwirbelgelenke miteinander verbunden werden. Ziel ist es, Fehlstellungen zu beheben, eingesunkene Bandscheibenfächer zu erweitern und überlastete oder verschlissene Kleinwirbelgelenke ruhigzustellen. Die Verbindung wird durch Schrauben und Stangen (interne Fixateure) sowie körbchenförmige Statthalter (Cages) hergestellt, die anstelle der verschlissenen Bandscheiben eingesetzt und mit Knochenmaterial aufgefüllt werden.
Wann ist eine Versteifungsoperation ratsam?
Eine Versteifungsoperation wird in der Regel erst dann in Betracht gezogen, wenn alle nicht-operativen Behandlungsmethoden ausgeschöpft sind. Zu diesen Methoden gehören Physiotherapie, multimodale Schmerztherapie und stationäre Wirbelsäulen-Rehabilitation. Erst wenn diese Maßnahmen über längere Zeiträume keine Linderung bringen, bedrohliche Ausfälle wie Lähmungen oder Blasenfunktionsstörungen auftreten oder Schmerzmedikamente zu beunruhigenden Nebenwirkungen führen, wird eine Versteifungsoperation erwogen.
Bei Patienten, die bereits an der Wirbelsäule operiert wurden, sind nicht-operative Therapien oft nicht mehr zielführend. Gelockerte oder ausgebrochene Schrauben, Stäbe oder Platten können Revisionsoperationen erforderlich machen.
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Erkrankungen, bei denen eine Versteifung helfen kann
Eine Versteifung kann bei verschiedenen Erkrankungen der Wirbelsäule in Betracht gezogen werden:
- Osteochondrose: Degeneration der Bandscheiben mit knöchernen Auswüchsen an den Wirbelkörpern.
- Spinalkanalstenose: Verengung des Wirbelkanals, die zu Sensibilitätsstörungen und Kraftverlust führen kann.
- Instabilität der Wirbelsäule: Wirbelgleiten (Spondylolisthese) aufgrund angeborener Fehlbildungen oder Verschleiß.
- Wirbelkörperbrüche (Frakturen): Aufgrund von Unfällen oder Osteoporose.
- Degenerative Skoliose: Verschleißbedingte Seitneigung der Wirbelsäule.
- Spondylodiszitis: Starke Entzündung in einer Wirbelregion.
- Wirbelgelenkarthrose (Facettensyndrom): Verschleiß der kleinen Wirbelgelenke.
Was bringt eine Wirbelsäulenversteifung?
Durch die Versteifung wird vor allem der chronische Rückenschmerz vermindert, da die schmerzenden Gelenke und Bandscheibenfächer geschont werden. Schmerzhafte Mikrobewegungen zwischen den Wirbelkörpern werden reduziert. Im Falle von Instabilitäten wirkt die Spondylodese als Schutzmechanismus und kann den Druck auf Nervenwurzeln oder das Rückenmark reduzieren.
Einschränkungen durch die Versteifung?
Die elementaren Ziele der Spondylodese sind Schmerzlinderung und die Bewahrung vor schlimmen Folgeschäden. Die Patienten kommen nach den Versteifungsoperationen gut zurecht, da die Bewegung vor der Operation nur unter Schmerzen möglich war. Die kaum merklich verringerte Beweglichkeit in einem Abschnitt der Wirbelsäule fällt weniger ins Gewicht.
Vorbereitung auf die Spondylodese
Vor einer Versteifungsoperation werden Kernspin-Bilder (Magnetresonanztomographie) angefertigt. Neben intensiven körperlichen Untersuchungen werden auch Funktionsaufnahmen durchgeführt, um die Instabilität der Wirbelsäule zu erkennen. In der Regel erfolgen auch neurologische Untersuchungen wie die Elektromyografie (EMG) oder die Elektroneurographie, um die Muskelaktivität und Nervenleitgeschwindigkeiten zu überprüfen.
Die Narkose wird detailliert vorbereitet, wobei Hausärzte und Angehörige einbezogen werden. Bei Patienten mit gravierenden Nebenerkrankungen helfen Kardiologen, Lungen- und Nierenfachärzte, eine optimal dosierte Narkose zu erarbeiten. In nahezu allen Fällen wird eine Vollnarkose empfohlen.
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Ablauf der Versteifungsoperation
Versteifungsoperationen an der Wirbelsäule können mit verschiedensten Techniken und Materialien durchgeführt werden. Das Grundprinzip ist jedoch immer ähnlich: Mittels präzise platzierter Schrauben-Stab-Systeme (Fixateure) werden zwei oder mehrere Wirbelkörper verbunden, nachdem sie in die optimale Stellung gebracht wurden. Dadurch wird erreicht, dass der zuvor instabile Wirbel nicht erneut verrutscht. Vielfach werden gleichzeitig Engstellen im Wirbelkanal oder vorgefallene Bandscheibenteile beseitigt. Die Kleinwirbelgelenke werden von der entzündeten Kapsel befreit und die Knochen werden angefrischt. Dann wird zwischen diesen Kleinwirbelgelenken meist körpereigener Knochen eingebracht, um ein Zusammenwachsen der kleinen Gelenke und somit eine stabile Verbindung zwischen den Gelenken am Rücken zu erreichen (dorsale Fusion).
Revisionsoperationen nach früherer Spondylodese
Ein besonderes Spezialgebiet sind Revisionsoperationen nach bereits erfolgter Versteifung. Hierbei kommen spezielle Instrumente wie Revisionsschrauben, augmentierte (vergrößerte) Schrauben und Stab-zu-Stab-Verbindungen zum Einsatz. Zudem können Spondylodesen durchgeführt werden, die auch die Beckengelenke einbeziehen.
Hohe Fusionsraten sind wichtig, um das Risiko einer Materialermüdung oder des Ausbrechens von Schrauben zu verringern.
Komplikationsrate minimieren
Eine ausführliche Beratung und sorgfältige Planung vor der Operation sind wichtig, um die Komplikationsrate so niedrig wie möglich zu halten. Jeder Patient erhält eine individualisierte Lösung, die für ihn die langfristig beste darstellt. Es wird auf die natürliche, sagittale Balance der Wirbelsäule geachtet und zu starke Spannungen an den Übergängen werden vermieden.
Das „Mehraugenprinzip“ wird angewendet, bei dem ein Team aus qualifizierten Orthopäden, Unfallchirurgen und Neurochirurgen gemeinsam die komplexen Erkrankungen analysieren.
Die Operationen erfolgen stets in einem vielfältig ausgebildeten Team, das bereits seit vielen Jahren eng zusammenarbeitet. Sollten während der Operation Komplikationen auftreten, steht die Sicherheit einer großen Klinik mit eigenen Gefäßchirurgen, erfahrenen Herz- und Lungenspezialisten und einer Intensivstation vor Ort zur Verfügung.
Alternative Behandlungsmethoden bei Parkinson
Neben der Spondylodese gibt es eine Reihe weiterer Behandlungsmethoden, die bei Parkinson eingesetzt werden können:
Medikamentöse Therapie
Grundlage der Parkinson-Behandlung sind Medikamente, die den Dopaminmangel im Gehirn ausgleichen. Hierzu werden Dopaminergika wie L-Dopa und Dopaminagonisten eingesetzt. Foslevodopa/Foscarbidopa ist eine subkutane Infusionstherapie, die eine kontinuierliche Symptomkontrolle über 24 Stunden hinweg ermöglicht.
Tiefe Hirnstimulation (THS)
Die Tiefe Hirnstimulation ist eine Methode, die bei Patienten zur Anwendung kommen kann, die nicht mehr ausreichend von der Gabe von Medikamenten profitieren. Dabei werden Elektroden in bestimmte Hirnareale implantiert, die elektrische Impulse abgeben und so die Symptome lindern.
Medikamenten-Pumpe
Medikamenten-Pumpen sorgen dafür, dass das Medikament immer sehr gleichmäßig entweder unter die Haut oder in den Darm hinein gebracht wird. Damit wird es möglich, Patienten unabhängig von Tabletteneinnahme zu machen.
Aktivierende Therapien
Aktivierende Therapien unterstützen die medikamentöse Behandlung und umfassen Krankengymnastik (Physiotherapie), Ergotherapie und Sprach- und Sprechtherapie. Die Physiotherapie hilft, Bewegungsumfänge zu trainieren, die Koordination beim Gehen und das Gleichgewicht zu verbessern. Die Ergotherapie fokussiert sich auf alltagsrelevante Tätigkeiten, und die Sprach- und Sprechtherapie nimmt sich der Lautheit der Sprache und der Sprechverständlichkeit an.
Physiotherapie
Die Physiotherapie bietet Lösungsansätze durch spezielle Behandlungskonzepte. Sie kann eine lebensbegleitende Therapie bei chronischen Erkrankungen sein. Die Mobilisation von Gelenken ist wichtig, um ihre Funktionsfähigkeit zu erhalten. Stabilisationsübungen sind ein wichtiger Bestandteil der Behandlung von chronischen Schmerzzuständen des Rückens und Nackens. Gleichgewichtstraining dient der Prävention von Stürzen im Alter.
Weitere physiotherapeutische Maßnahmen sind:
- Wärmeanwendungen: Fangopackungen und heiße Rolle zur Linderung von Schmerzen.
- Manuelle Therapie: Behandlung von Funktionsstörungen des Bewegungsapparates.
- Lymphdrainage: Ödem- und Entstauungstherapie ödematöser Körperregionen.
- Atemtherapie: Techniken zur Erleichterung der Atmung.
- Beckenbodentraining: Wahrnehmung und Erhalt der Beckenbodenmuskulatur.
- Cranio-Sacrale Therapie: Lösung von Spannungen und Blockaden über die Rückenmarksmembran.
Spezielle Behandlungsmethoden
Essef Kantarcioglu bietet eine spezielle Behandlungsmethode an, die auf 30 Jahren Forschung und dem Erfolg seiner Patienten basiert. Ziel ist es, den Alterungsprozess zu verlangsamen, Körperschäden zu minimieren und Schmerzen effektiv zu lindern. Diese Therapie steht deutschlandweit zur Verfügung und hat zum Ziel, die langfristige Gesundheit und das Wohlbefinden zu optimieren.
Die Behandlungsmethode umfasst:
- Spezialisierte Seniorenbehandlung: Bei Gangunsicherheit und Sturzrisiko.
- Behandlung neurologischer Erkrankungen: MS, Parkinson, Schlaganfall.
- Behandlung psychosomatischer Beschwerden: Tinnitus, Schwindel, Panikattacken, Reizdarm, Verdauungsprobleme.
Forschung und Zukunftsperspektiven
Die Parkinson-Krankheit ist komplex und individuell unterschiedlich. Aktuelle Forschung konzentriert sich auf die Entwicklung neuer Wirkstoffe, die kausal in den Krankheitsprozess eingreifen und das Fortschreiten verlangsamen oder sogar stoppen könnten.
Aktuelle Forschungsschwerpunkte
- Molekulare Hintergründe von ALS: Ein Konsortium um Forschende der Technischen Universität München hat die molekularen Hintergründe von ALS systematisch untersucht und herausgefunden, dass sich ALS in Subtypen unterteilen lässt. Je nach Subtyp könnten daher unterschiedliche Medikamente wirksam sein.
- Einfluss von Übergewicht in der Jugend auf das MS-Risiko: Forschende des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) haben untersucht, dass Übergewicht in der Jugend die Wahrscheinlichkeit erhöhen kann, an einer MS zu erkranken.
- Gehirn aus dem 3D-Drucker: In einem gemeinsamen Projekt der medizinischen Universität Wien und der TU Wien wurde das weltweit erste 3D-gedruckte „Gehirn-Phantom“ entwickelt, das dem Aufbau von Gehirnfasern nachempfunden ist und mit einer speziellen Variante von Magnetresonanztomografie (dMRT) bildlich dargestellt werden kann.
- Neue Klassifikation von Parkinson: Forschende des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein haben einen Vorschlag für eine biologisch-basierte, dreiteilige Klassifikation für die Parkinson-Krankheit erarbeitet.
- RNA-Metylierung bei Alzheimer: Ein Forschungsteam der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) hat einen Mechanismus entdeckt, wie es bei Alzheimer-Patient:innen zu einem Versagen der Mitochondrien kommt und damit zu einer reduzierten Versorgung des Gehirns mit Energie.
Neue Therapieansätze
- Gezielte Präventionsprogramme: Auf Risikogruppen fokussierte Präventionsprogramme, die in früheren Lebensabschnitten beginnen, senken die Kosten des Gesundheitssystems für den Umgang mit Demenz.
- Smartphone-basierte Gedächtnistests: Mit speziellen Testaufgaben auf dem Smartphone lassen sich leichte kognitive Beeinträchtigungen (MCI), die auf eine Alzheimer-Erkrankung hindeuten können, mit hoher Genauigkeit erkennen.
- Glycoengineering eines CD20-Antikörpers für die MS-Therapie: Ublituximab ist der erste durch Glycoengineering modifizierte und für die Behandlung der schubförmigen Multiplen Sklerose (RRMS) bei aktiver Erkrankung zugelassene monoklonale Anti-CD20-Antikörper (CD20-Ak).
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