Virale Meningitis: Langzeitfolgen und Kopfschmerzen

Meningitis, eine Entzündung der Hirnhäute, kann durch verschiedene Erreger verursacht werden, darunter Bakterien, Viren und Pilze. Die Symptome variieren je nach Alter und Erreger, umfassen aber oft Kopfschmerzen, Fieber, Nackensteifigkeit, Übelkeit, Lichtempfindlichkeit und Verwirrung. Während die bakterielle Meningitis eine sofortige Antibiotikabehandlung erfordert, ist die virale Meningitis oft selbstlimitierend, kann aber dennoch langfristige Folgen haben, insbesondere chronische Kopfschmerzen.

Was ist Meningitis?

Das Gehirn und das Rückenmark bilden das zentrale Nervensystem. Hier werden etwa Sinneswahrnehmungen weitergeleitet und verarbeitet, Bewegungen koordiniert und wichtige Funktionen wie die Atmung und der Herzschlag gesteuert. Gehirn und Rückenmark sind von schützenden Häuten umgeben, den Meningen. Bei einer Meningitis entzünden sich diese Hirn- und Rückenmarkshäute. Greift die Entzündung zusätzlich auf das Gehirn über, spricht man von einer Meningoenzephalitis. Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten, vom Säugling bis zum älteren Erwachsenen.

Eine Meningitis ist eine ernste Erkrankung, die sofort im Krankenhaus behandelt werden muss. Dank Impfungen ist die Zahl der Erkrankungen durch bestimmte Bakterien wie Haemophilus influenzae und Meningokokken in den letzten Jahrzehnten zurückgegangen.

Ursachen der Meningitis

Die Auslöser der Meningitis sind vielfältig, meist verursachen Bakterien oder Viren die Entzündung.

Bakterielle Meningitis

Mögliche Erreger einer bakteriellen Meningitis sind zum Beispiel:

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  • Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae): Vorausgehen kann eine Entzündung im Hals-Nasen-Ohren-Bereich, wie eine Mittelohr- oder Nasennebenhöhlenentzündung.
  • Meningokokken (Neisseria meningitidis): Meningokokken werden durch Tröpfcheninfektion übertragen und sind sehr ansteckend. Menschen mit einer Meningokokken-Meningitis müssen deshalb schnell isoliert werden.

Virale Meningitis

Mögliche Erreger einer viralen Meningitis sind zum Beispiel:

  • Enteroviren: Sie sind die häufigste Ursache für virale Hirnhautentzündungen.
  • Herpesviren: Insbesondere das Herpes-simplex-Virus (HSV) und das Varizella-Zoster-Virus (der Erreger von Windpocken und Gürtelrose) können eine schwere Meningoenzephalitis (Entzündung des Gehirns) verursachen.
  • FSME-Virus: Das Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus wird durch Zeckenstiche übertragen.

Seltener kann eine Hirnhautentzündung auch durch Pilzinfektionen verursacht werden, vor allem bei Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem.

Symptome der Meningitis

Die Anzeichen einer Meningitis können sich schnell entwickeln. Anzeichen einer Meningitis sind zum Beispiel:

  • starke Kopfschmerzen
  • hohes Fieber
  • Nackensteifigkeit (Meningismus)
  • Bewusstseinsstörungen (von leichter Verwirrtheit bis zum Koma)

Allerdings treten nicht immer alle vier Symptome gemeinsam auf. Weitere häufige Beschwerden sind Übelkeit, Erbrechen, starke Licht- und Geräuschempfindlichkeit (Lichtscheu) sowie epileptische Anfälle.

Bei einer durch Meningokokken verursachten Meningitis ist ein Warnsignal ein typischer Hautausschlag, der als kleine, rote oder violette Flecken (Petechien) beginnt. Sie können sich zu größeren Einblutungen entwickeln (Purpura fulminans) und deuten darauf hin, dass die Blutgerinnung durch die Infektion gestört ist. Das kann Zeichen einer schweren Blutvergiftung (Sepsis) sein.

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Bei Säuglingen und Kleinkindern sind die Symptome oft untypisch. Bei Verdacht auf eine Meningitis sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen oder den Notruf (112) wählen. Achten Sie auf diese Warnzeichen:

  • plötzliche starke Kopfschmerzen,
  • Fieber und Nackensteifigkeit, das bedeutet Sie können den Kopf nicht mehr nach vorne zur Brust beugen.

Eine Meningitis ist ein medizinischer Notfall, bei dem jede Minute zählt.

Diagnose der Meningitis

Um eine Meningitis schnell und sicher festzustellen, sind verschiedene Untersuchungen notwendig. Neben der körperlichen Untersuchung wird Blut abgenommen und unter anderem auf Entzündungswerte und mögliche Erreger untersucht. Außerdem wird Nervenwasser aus dem Lumbalbereich, dem Bereich der unteren Lendenwirbelsäule, entnommen (Lumbalpunktion). So kann der Arzt oder die Ärztin feststellen, ob Bakterien oder Viren die Meningitis verursacht haben - was entscheidend für die weitere Behandlung ist. In manchen Fällen kann auch ein CT oder MRT erforderlich sein, um einen erhöhten Druck im Gehirn auszuschließen.

Behandlung der Meningitis

Die Therapie hängt entscheidend vom Erreger ab.

Behandlung der bakteriellen Meningitis

Patienten und Patientinnen mit Verdacht auf eine bakterielle Meningitis werden sofort im Krankenhaus, meist auf einer Intensivstation, aufgenommen. Sie erhalten Antibiotika über die Vene und zusätzlich wird oft ein Kortisonpräparat gegeben. Es kann bei Pneumokokken-Meningitis die Sterblichkeit und bei einer Meningokokken-Meningitis das Risiko für Folgeschäden wie einen Hörverlust senken.

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Behandlung der viralen Meningitis

Die meisten viralen Hirnhautentzündungen werden symptomatisch mit fiebersenkenden und schmerzlindernden Medikamenten behandelt. Eine wichtige Ausnahme ist die durch Herpesviren (Herpes-simplex-Virus, Varizella-Zoster-Virus) verursachte Enzephalitis. Hier ist eine sofortige intravenöse Therapie mit dem antiviralen Medikament Aciclovir lebensrettend und muss bereits bei Verdacht begonnen werden.

Langzeitfolgen der Meningitis

Meningitis kann eine Reihe von langfristigen Folgen haben, darunter Hörverlust, Lernschwierigkeiten, Gedächtnisprobleme und in seltenen Fällen sogar psychische Probleme.

Meningitis ist eine schwere Erkrankung, die sowohl akute Komplikationen als auch bleibende Schäden verursachen kann.

Akute Komplikationen

Mögliche Komplikationen sind zum Beispiel:

  • Hirnödem: Eine Schwellung des Gehirns, die zu einem lebensbedrohlichen Anstieg des Hirndrucks führen kann.
  • Epileptische Anfälle
  • Schlaganfälle durch Entzündungen der Blutgefäße im Gehirn.
  • Systemische Komplikationen: zum Beispiel eine Blutvergiftung oder Gerinnungsstörungen.

Langzeitfolgen

Auch nach überstandener Krankheit können dauerhafte Beeinträchtigungen zurückbleiben.

  • Hörschäden: Hörverlust bis hin zur Taubheit ist eine der häufigsten Folgen, besonders nach einer Pneumokokken-Meningitis. Eine frühzeitige audiologische Untersuchung nach der Erkrankung ist daher sehr wichtig.
  • Neurologische Defizite: Dazu zählen Lähmungen, Gleichgewichtsstörungen (Ataxie) und epileptische Anfälle.
  • Kognitive Beeinträchtigungen: Viele Betroffene klagen über Probleme mit der Konzentration und der Merkfähigkeit.

Kopfschmerzen als Langzeitfolge

Kopfschmerzen sind eine häufige Beschwerde nach einer Meningitis, sowohl nach bakteriellen als auch nach viralen Infektionen. Die Ursachen für diese Kopfschmerzen sind vielfältig und können von direkten Schäden an den Hirnhäuten und Nerven bis hin zu psychologischen Faktoren reichen.

  • Direkte Schäden: Die Entzündung der Hirnhäute kann zu einer Reizung der Schmerzrezeptoren führen, was chronische Kopfschmerzen verursachen kann. Narbenbildung und Verwachsungen nach der Entzündung können ebenfalls zu anhaltenden Schmerzen führen.
  • Nervenschäden: Die Meningitis kann Nerven schädigen, die für die Schmerzübertragung verantwortlich sind. Dies kann zu neuropathischen Schmerzen führen, die sich als brennend, stechend oder elektrisierend anfühlen.
  • Psychologische Faktoren: Eine Meningitis kann traumatisch sein und zu Angstzuständen, Depressionen und posttraumatischen Belastungsstörungen führen. Diese psychologischen Faktoren können Kopfschmerzen verstärken oder auslösen.

Arten von Kopfschmerzen nach Meningitis

Es gibt verschiedene Arten von Kopfschmerzen, die nach einer Meningitis auftreten können:

  • Spannungskopfschmerzen: Diese Art von Kopfschmerzen ist die häufigste nach einer Meningitis. Sie fühlen sich oft wie ein dumpfer, drückender Schmerz an, der sich über den gesamten Kopf erstreckt.
  • Migräne: Migräne ist eine Art von Kopfschmerzen, die sich durch pochende Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit auszeichnet. Migräne kann durch eine Meningitis ausgelöst oder verschlimmert werden.
  • Neuropathische Kopfschmerzen: Diese Art von Kopfschmerzen wird durch Nervenschäden verursacht. Sie fühlen sich oft wie brennende, stechende oder elektrisierende Schmerzen an.
  • Chronische tägliche Kopfschmerzen: Diese Art von Kopfschmerzen tritt an 15 oder mehr Tagen im Monat auf. Sie kann durch eine Meningitis verursacht werden oder eine bestehende Kopfschmerzerkrankung verschlimmern.

Behandlung von Kopfschmerzen nach Meningitis

Die Behandlung von Kopfschmerzen nach einer Meningitis hängt von der Art der Kopfschmerzen, der Schwere der Schmerzen und den individuellen Bedürfnissen des Patienten ab. Zu den möglichen Behandlungen gehören:

  • Schmerzmittel: Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol können helfen, leichte bis mittelschwere Kopfschmerzen zu lindern.
  • Triptane: Triptane sind Medikamente, die speziell zur Behandlung von Migräne entwickelt wurden.
  • Antidepressiva: Antidepressiva können helfen, neuropathische Schmerzen und psychologische Faktoren zu behandeln, die Kopfschmerzen verstärken können.
  • Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, Muskelverspannungen zu lösen und die Körperhaltung zu verbessern, was Kopfschmerzen lindern kann.
  • Psychotherapie: Psychotherapie kann helfen, Angstzustände, Depressionen und posttraumatische Belastungsstörungen zu behandeln, die Kopfschmerzen verstärken können.
  • Alternative Therapien: Alternative Therapien wie Akupunktur, Massage und Yoga können ebenfalls helfen, Kopfschmerzen zu lindern.

Prävention von Meningitis

Impfungen sind gegen einige der häufigsten bakteriellen Ursachen von Meningitis verfügbar, einschließlich Streptococcus pneumoniae, Neisseria meningitidis und Haemophilus influenzae Typ b (Hib). Eine Studie hat 2013 die Wirkung der Meningitis Impfung in Tschad untersucht und stellte hierbei fest, dass die Impfung dazu beitrug, die Verbreitung der Krankheit erheblich zu reduzieren. In Situationen, in denen eine Person einem hohen Risiko ausgesetzt war, mit Meningitis infiziert zu werden, wie z.B. nach engem Kontakt mit einer Person, die an bakterieller Meningitis erkrankt ist, kann eine prophylaktische Antibiotikabehandlung verabreicht werden.

Gegen zahlreiche Meningitis-Erreger kann man sich impfen lassen.

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