Vomex bei Migräne: Erfahrungen, Anwendung und Wirksamkeit

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die typischerweise durch Kopfschmerzen gekennzeichnet ist, aber auch mit Übelkeit und Erbrechen einhergehen kann. Viele Menschen, die unter Migräne leiden, suchen nach wirksamen Möglichkeiten, ihre Symptome zu lindern. Ein häufig verwendetes Medikament zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen im Zusammenhang mit Migräne ist Dimenhydrinat, das unter anderem unter dem Handelsnamen Vomex A® bekannt ist. Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen mit Vomex bei Migräne, die Anwendung des Medikaments und seine Wirksamkeit.

Migräne und ihre Begleiterscheinungen

Migräne ist mehr als nur Kopfschmerz. Sie gilt mittlerweile als komplexe neurologische Erkrankung des Gehirns. Etwa 12 bis 14 Prozent aller Frauen und 6 bis 8 Prozent aller Männer in Deutschland leiden unter Migräne. Bei Klein- und Schulkindern bis zur Pubertät sind 4 bis 5 Prozent betroffen. Die Migräne erreicht bezüglich Häufigkeit und Schwere der Attacken ihren Höhepunkt zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr und klingt ab dem 55. Lebensjahr ab.

Neben den oft heftigen, pulsierenden Kopfschmerzen treten bei vielen Migränepatienten auch Begleiterscheinungen wie Übelkeit (80 %) und Erbrechen (40-50 %) auf. Diese Symptome können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und die Aufnahme von oral eingenommenen Medikamenten erschweren.

Die Rolle von Übelkeit und Erbrechen bei Migräne

Übelkeit gehört also zu den Leit- oder Kardinalsymptomen der Migräne (1). Im Englischen wurde sie daher früher auch sick headache, also „von Übelkeit begleiteter Kopfschmerz“ genannt. Die genauen neurobiologischen Abläufe, die zu Übelkeit und Erbrechen führen, sind komplex.

Während einer Migräne-Attacke kommt es oft zu einer verzögerten Magenentleerung und zu Darmträgheit. Diese gestörte Magen-Darm-Aktivität trägt zur Übelkeit bei: Der Körper fühlt sich „vergiftet“ und reagiert mit Brechreiz. Gleichzeitig werden oral (über den Mund) eingenommene Schmerzmittel schlechter aufgenommen, weil sich der Weitertransport in den Darm verzögert. Das ist der Grund, warum Erbrechen die Migräne oft noch verschlimmert oder verlängert. Einerseits verliert der Körper beim Erbrechen Flüssigkeit und gerät dadurch noch mehr in Stress. Andererseits werden Arzneimittel nur unzureichend aufgenommen. Daher können bei schweren Migräne-Attacken alternative Darreichungsformen (z.B. Zäpfchen oder Injektionen) sinnvoll sein.

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Medikamentöse Behandlung von Migräne

Eine Migräneattacke mit leichten bis mittelgradigen Kopfschmerzen kann mit rezeptfreien Wirkstoffen behandelt werden, wie Acetylsalicylsäure, Paracetamol oder Ibuprofen. Bei schweren Migräneattacken sind so genannte Triptane hilfreich. Diese Medikamente wirken in der Akut-Therapie der Migräne auch gegen Übelkeit und Erbrechen.

Für manche Betroffene kann es daher sinnvoll sein, Schmerzmittel und auch Medikamente gegen Übelkeit bei einer Migräneattacke anzuwenden. „Bei Migräne kann es im Rahmen eines Anfalls zu einer gestörten Bewegungsfähigkeit des Verdauungstraktes kommen. Dadurch wird auch die Aufnahmefähigkeit des Magens und Darms für Schmerzmittel beeinträchtigt und sie gelangen erst spät oder gar nicht an ihren Wirkort“, erklärt Dr. Curt Beil, vom Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN) mit Sitz in Krefeld. „Es ist daher wichtig, Medikamente bei einer Attacke möglichst frühzeitig einzunehmen. Auch können die Schmerzmittel mit Medikamenten - so genannten Antiemetika - kombiniert werden, die gegen Übelkeit und Erbrechen wirksam sind. Sie regen die Magen-Darm-Tätigkeit an, wodurch Migräne- und Schmerzmittel vom Körper besser aufgenommen werden und daher auch schneller wirken. Bei Bedarf sollte dann am besten zuerst das Medikament gegen Übelkeit eingenommen werden.“

Vomex A®: Ein Antiemetikum gegen Übelkeit und Erbrechen

Vomex A® enthält den Wirkstoff Dimenhydrinat, ein Antihistaminikum, das zur Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen unterschiedlicher Ursachen eingesetzt wird, insbesondere bei Reisekrankheit (Kinetosen). Es wirkt, indem es die Wirkung von Histamin im Gehirn reduziert, einem Botenstoff, der eine Rolle bei der Auslösung von Übelkeit und Erbrechen spielt.

Für die Behandlung der Migräne bedeutet das außerdem, dass Medikamente gegen Übelkeit (Antiemetika) wie Dimenhydrinat (z.B. in Vomex A), Metoclopramid (MCP) oder Domperidon meist fester Bestandteil der Therapie sind. Wichtig ist, dass alle Medikamente bei Migräne frühzeitig eingenommen werden, möglichst bevor die Übelkeit zu stark wird.

Anwendungsformen und Dosierung von Vomex A®

Vomex A® ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich, darunter Dragees und Zäpfchen. Die Dosierung hängt vom Alter und Körpergewicht des Patienten ab.

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  • Vomex A® Dragees: Für Kinder ab 6 Jahren (über 30 kg Körpergewicht), Jugendliche und Erwachsene.
  • Vomex A® Zäpfchen: Für Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene (über 56 kg Körpergewicht).

Die Dragees sind besonders leicht zu schlucken, während die Zäpfchen eine gute Alternative darstellen, wenn die Einnahme von Tabletten aufgrund von starker Übelkeit oder Erbrechen nicht möglich ist.

Erfahrungen mit Vomex A® bei Migräne

Viele Migränepatienten berichten von positiven Erfahrungen mit Vomex A® zur Linderung von Übelkeit und Erbrechen während einer Migräneattacke. Das Medikament kann dazu beitragen, die Symptome zu reduzieren und die Aufnahme von Schmerzmitteln zu verbessern.

Eine Kundin in einem Apotheken-Kundengespräch berichtete, dass sie während einer Migräne-Attacke unter starker Übelkeit leidet und sich sogar erbrechen musste, kurz nachdem sie ihre Tablette genommen hatte. Die PTA empfahl ihr, vor der Einnahme ihrer Schmerztablette Vomex A® Dragees einzunehmen, um die Übelkeit zu bekämpfen. Die Kundin war dankbar für diesen Tipp und nahm eine Packung Dragees mit.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Vomex A® nicht bei allen Patienten gleich gut wirkt. Einige Personen können Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Benommenheit oder Mundtrockenheit erfahren.

Wann sollte Vomex A® eingenommen werden?

Idealerweise sollte Vomex A® bereits bei den ersten Anzeichen einer Migräneattacke eingenommen werden, um die Übelkeit frühzeitig zu bekämpfen und die Aufnahme von Schmerzmitteln zu gewährleisten. Medikamente wie Vomex können sogar bereits einen leichten Migräneanfall abwenden, da sie entspannen und müde machen. Ist dies jedoch nicht der Fall, sollte man circa 10 bis 20 Minuten später mit der Behandlung des Schmerzes beginnen.

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Alternativen zu Vomex A®

Neben Vomex A® gibt es auch andere Antiemetika, die bei Migräne eingesetzt werden können, darunter:

  • Metoclopramid (MCP): Ein verschreibungspflichtiges Medikament, das die Magen-Darm-Tätigkeit anregt und Übelkeit reduziert.
  • Domperidon: Ein weiteres verschreibungspflichtiges Antiemetikum, das ähnliche Wirkungen wie Metoclopramid hat.

In bestimmten Situationen können auch schwach wirksame Neuroleptika wie Promethazin oder Melperon, trizyklische Antidepressiva wie Amitriptylin, Doxepin oder Trimipramin oder im Ausnahmefall ein Beruhigungsmittel wie Diazepam erwogen werden. Diese Substanzen sind jedoch durchweg rezeptpflichtig und sollten nur nach Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden.

Weitere Tipps zur Linderung von Übelkeit bei Migräne

Neben der Einnahme von Medikamenten gibt es auch einige nicht-medikamentöse Maßnahmen, die helfen können, Übelkeit bei Migräne zu lindern:

  • Ruhe und Entspannung: Schalten Sie Musik oder Fernseher aus und suchen Sie einen ruhigen, abgedunkelten Raum auf.
  • Frische Luft: Sorgen Sie für eine gute Belüftung des Raumes.
  • Magenberuhigende Tees: Trinken Sie Kamillen- oder Fencheltee.
  • Leichte Kost: Essen Sie kleine Bissen Salzstangen oder Zwieback.

Wichtige Hinweise zur Anwendung von Vomex A®

  • Vomex A® kann Müdigkeit und Benommenheit verursachen. Daher sollten Sie nach der Einnahme des Medikaments keine Fahrzeuge führen oder schwere Maschinen bedienen.
  • Vomex A® kann die Wirkung von Alkohol und anderen zentral dämpfenden Substanzen verstärken.
  • Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Medikamente einnehmen, um mögliche Wechselwirkungen zu vermeiden.
  • Bei Schwangerschaft und Stillzeit sollte Vomex A® nur nach Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden.

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