Die steigende Lebenserwartung und der wachsende Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung führen dazu, dass das Thema Demenz in Deutschland immer mehr an Bedeutung gewinnt. Viele Menschen sorgen sich, selbst einmal dement zu werden oder Angehörige im Familienkreis betroffen zu sehen. Um die Anzeichen richtig zu interpretieren, sollte man vor allem auf Veränderungen der Persönlichkeit und des Verhaltens achten. Treten erste Anzeichen auf, ist eine rasche Untersuchung durch einen Spezialisten ratsam. In vielen Städten gibt es Selbsthilfegruppen, die Angehörigen zur Seite stehen, jedoch den Arztbesuch nicht ersetzen können.
Anthroposophische Medizin und Demenz
Wer auf Naturmedizin setzt, kann zusätzlich einen Homöopathen konsultieren. So berichteten Medien Anfang 2012 über die Erfahrungen von Dr. Johannes Wilkens an der Humboldtklinik in Bad Steben, der Aurum compositum bei Demenzkranken einsetzte und positive Erfahrungen damit gemacht haben will. Generell nimmt das Problembewusstsein für Demenz sowohl in der Bevölkerung als auch bei Fachkreisen zu, und Betroffene werden nicht mehr stigmatisiert.
Aurum/Apis regina comp., Globuli velati
Aurum/Apis regina comp., Globuli velati ist ein anthroposophisches Arzneimittel. Anwendungsgebiete sind gemäß der anthroposophischen Menschen- und Naturerkenntnis die Harmonisierung des Wesensgliedergefüges bei seelisch bedingten, funktionellen Organstörungen, die sich in Kopfschmerzen, Magenbeschwerden, Schwindelgefühlen, Kreuzschmerzen u.ä. äußern können (Neurasthenie, vegetative Dystonie), nervöse Erschöpfungszustände, Stimmungsschwankungen in den Wechseljahren (klimakterische Stimmungslabilität), depressive Verstimmung, Konzentrations- und Gedächtnisschwäche.
Die Globuli wirken beruhigend, stärken die Nerven und lindern Erschöpfung. Sie werden bei Stimmungsschwankungen in den Wechseljahren eingesetzt und wirken seelisch bedingten Organstörungen entgegen. Eine Anwendung über mehr als 6 Wochen sollte nur nach Rücksprache mit einem Arzt erfolgen.
Zusammensetzung: Aurum metallicum Trit. D10 0,1 g; Apis mellifica ex animale toto Gl Dil. D6 0,1 g (HAB, Vs. 41c); Apis regina Gl Dil. D6 0,1 g (HAB, Vs. 41b). Enthält Saccharose (Zucker). Aurum/Apis regina comp. ist glutenhaltig.
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Weitere WALA-Arzneimittel im Überblick
Neben Aurum/Apis regina comp. gibt es weitere WALA-Arzneimittel, die in verschiedenen Bereichen Anwendung finden:
- Aurum comp.: Harmonisierung und Stabilisierung des Wesensgliedergefüges bei chronisch-degenerativen und verletzungsbedingten (traumatischen) Schädigungen des Zentralnervensystems sowie zur Nachbehandlung entzündlicher Erkrankungen des Gehirns, bei psychischen Erkrankungen, Entwicklungs- und Verhaltensstörungen, funktionellen Herz-Kreislaufstörungen.
- Betula/Mandragora comp.: Anregung des Aufbaustoffwechsels bei schmerzhaften degenerativen und chronisch-entzündlichen Erkrankungen des Bewegungsorganismus, z.B. Gelenkentzündung (Arthritis), verformende Arthrose (Arthrosis deformans), subakuter Muskel- und Gelenkrheumatismus.
- Bitter Elixier, Sirup: Anregung der peptischen Verdauungstätigkeit durch Harmonisierung der motorischen und sekretorischen Funktionsabläufe, z.B. Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Übelkeit.
- Gentiana Magen Globuli velati: Harmonisierung von Motilität und Sekretion bei Verdauungsstörungen im Magen-Darm-Trakt, z.B. Verdauungsschwäche, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen.
- Levico comp.: Zur Anregung des Aufbaustoffwechsels, z.B. bei Erschöpfungszuständen, hypotonen Kreislaufregulationsstörungen, latentem Eisenmangel.
- Malvenöl, Ölige Einreibung: Anregung des Aufbaustoffwechsels bei nervöser Erschöpfung, z.B. Rekonvaleszenz.
- Passiflora comp.: Schlafstörungen, nervöse Unruhe, Herzangst.
- Plantago Bronchialbalsam, Salbe: Katarrhalisch-entzündliche Erkrankungen der Luftwege.
- Sambucus comp.: Strukturierung des Flüssigkeitsorganismus, z.B. bei klimakterischen Störungen mit Hitzewallungen und übermäßiger, auch nächtlicher Schweißsekretion; katarrhalische und allergische Erkrankungen der oberen Luftwege.
- Skorodit Kreislauf Globuli velati: Anregung des Wesensgliederzusammenwirkens, z.B. bei hypotonen Kreislaufregulationsstörungen, Erschöpfungszuständen, Rekonvaleszenz, Psychasthenie.
- Solum Globuli velati: Anregung der Wärmeorganisation und Harmonisierung der Empfindungsorganisation, z.B. bei Wetterfühligkeit, Nervenschmerzen (Neuralgien), unterstützend bei Wirbelsäulenbeschwerden.
- Solum Öl, Ölige Einreibung: Anregung der Wärmeorganisation und Harmonisierung der Empfindungsorganisation, z.B. bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, Wetterfühligkeit, Wirbelsäulensyndromen, Nervenschmerzen (Neuralgien).
Homöopathie bei Bluthochdruck
Manche Bluthochdruck-Betroffene hoffen, ihren Blutdruck mit Homöopathie regulieren zu können. Die Homöopathie arbeitet nach dem Prinzip "Ähnliches mit Ähnlichem heilen". Sie verwendet Mineralien, Pflanzen oder Tierprodukte, von denen angenommen wird, dass sie bestimmte Symptome hervorrufen, die als Grundlage für die Auswahl eines homöopathischen Einzel- oder Komplexmittels dienen.
In der wissenschaftlich erprobten Medizin wird die Homöopathie nicht anerkannt, da es keine Studien gibt, die ihre Wirksamkeit bei der Blutdrucksenkung belegen. Die meisten Untersuchungen zeigen keine Wirkung, die über den Placebo-Effekt hinausgeht. Das Homeopathy Research Institute (HRI) verweist zwar auf einige Studien, in denen eine Wirkung im Vergleich zu Placebo nachgewiesen wurde, aber die Studienlage bei Bluthochdruck ist dünn. Es gibt vor allem Fallberichte von homöopathisch tätigen Ärzten, die jedoch nicht den Anforderungen an hochwertige wissenschaftliche Studien entsprechen.
Aus naturwissenschaftlicher Sicht ist Homöopathie auch deshalb unglaubwürdig, weil die Mittel extrem verdünnt werden. Nur in den Niedrigpotenzen (D1 bis etwa D6) sind Wirkstoffe in einer Menge vorhanden, die überhaupt wirken können. Auch Aussagen zu Nebenwirkungen homöopathischer Arzneien bei Bluthochdruck sind aufgrund fehlender Studien nicht möglich.
Im Gegensatz dazu senken zugelassene Medikamente den Blutdruck wirksam und reduzieren das Risiko von Schlaganfällen, Herzinfarkten oder Nierenproblemen. Zudem sind mögliche Nebenwirkungen kalkulierbar. Diese Daten fehlen für homöopathische Substanzen, weshalb sie aus schulmedizinischer und evidenzbasierter Sicht bei Hypertonie nicht empfohlen werden können.
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Herzexperten weisen darauf hin, dass ein wesentlicher Nachteil gegenüber Standard-Blutdruckmedikamenten besteht, die an Tausenden von Betroffenen unter kontrollierten Bedingungen untersucht wurden. Blutdruckmedikamente sollten daher niemals ohne Rücksprache mit dem Arzt abgesetzt und nicht einfach durch homöopathische Globuli oder Tabletten ersetzt werden. Wenn der Wunsch nach einer naturheilkundlichen und homöopathischen Therapie besteht, sollte dies offen mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.
Hyoscyamus (Bilsenkraut) in der Homöopathie
Das homöopathische Mittel Hyoscyamus wird vor allem bei Symptomen der Psyche und bei Störungen des zentralen Nervensystems verwendet, beispielsweise bei ADHS oder manischen Zuständen. Es soll sowohl Erwachsenen als auch Kindern helfen können.
Anwendungsgebiete:
- Verhaltensauffälligkeiten (manische oder hysterische Zustände)
- ADHS
- Epilepsie
- Tics
- Schlaflosigkeit
- Husten
- Schluckauf
- Harn- und Stuhlinkontinenz
- Stuhlzurückhaltung
Typische Symptome:
- Krämpfe der willkürlichen und unwillkürlichen Muskulatur
- Ruhelosigkeit
- Geschwätzigkeit
- Eifersucht
- Fluchen und unzüchtiges Reden
- Exhibitionismus
- albernes Verhalten
- Gestikulieren
- Flockenlesen
- Ängste
Modalitäten:
- Besserung durch: Aufsetzen, Bewegung, Wärme, Bücken und Vorbeugen
- Verschlimmerung durch: Gemütsbewegungen, Schreck, Liebeskummer, vor und während der Menstruation, Berührung, Kälte, im Schlaf und im Liegen
Hyoscyamus ist ein Mittel, das gut bei verhaltensauffälligen Kindern geeignet sein soll. Es soll nervösen, unruhigen und zappeligen Kleinkindern helfen, besonders wenn diese schlecht schlafen. Aber auch größere Kinder mit Schlafstörungen können von Hyoscyamus profitieren. Wenn ein Kind nachts oft mit Alpträumen erwacht oder nach einer Aufregung nicht schlafen kann, kann man einen Versuch mit Hyoscyamus machen.
Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus)
Mönchspfeffer, auch Keuschlamm genannt, ist eine Pflanze aus der Familie der Lippenblütler, die in der Naturheilkunde eine Rolle spielt. Es gibt nicht viele Pflanzen, die nachweislich auf den Hormonhaushalt Einfluss nehmen können, aber der Keuschlamm gehört dazu. Wissenschaftler führen diesen Effekt vor allem auf die weiblichen Geschlechtshormone darauf zurück, dass die Pflanze auf die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) einwirkt.
Die Pflanze stammt aus dem Mittelmeerraum und Südwestasien. Nach der Blüte von Juli bis Oktober bilden sich dunkle Steinfrüchte aus. Der Keuschlamm schätzt feuchten Boden, zum Beispiel an Flussufern. Bereits in der griechischen Antike war der Mönchspfeffer als eine Pflanze bekannt, die "keusch" machen sollte. Die Früchte wurden genutzt, um ein Mittel gegen den Geschlechtstrieb zu gewinnen. Die Pflanze wurde zum Symbol der Treue und Keuschheit in der Ehe. Auch die mittelalterlichen Klostergärten nahmen Agnus Castus auf, um ihr enthaltsames Leben zu unterstützen.
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In der Neuzeit wurde die medizinische Wirkung des Lippenblütlers bei Frauenbeschwerden entdeckt. Flüssige Zubereitungen sowie Mönchspfeffer Tabletten wurden entwickelt. Auch nervöse Verstimmungen zählen zu den Einsatzgebieten, die in der Monographie D des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte im Bereich homöopathisch-anthroposophischer Arzneimittel beschrieben werden.
Schwangere und stillende Frauen, Mädchen sowie Menschen mit hormonabhängigen Krebserkrankungen dürfen naturheilkundliche Agnus Castus Zubereitungen wie Mönchspfeffer Tabletten nicht einnehmen. Als klassische Mönchspfeffer Nebenwirkung ist Juckreiz bekannt.