Erfahrungen mit der Reha nach einem Schlaganfall in Waldbronn

Ein Schlaganfall stellt einen einschneidenden Moment im Leben der Betroffenen und ihres Umfelds dar. Das SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach hat es sich zum Ziel gesetzt, diesen Menschen mit einer hochmodernen Stroke-Unit zur Seite zu stehen. Dank erfahrenem Personal, interdisziplinärer Zusammenarbeit und fortschrittlicher Technik können Patienten hier eine umfassende Versorgung von der Akuttherapie bis zur Rehabilitation erhalten. Mit über 500 behandelten Schlaganfallpatienten jährlich ist die Klinik als überregionale Stroke-Unit zertifiziert.

Schlaganfall: Ursachen und Symptome

Es werden hauptsächlich zwei Arten von Schlaganfällen unterschieden: der ischämische Schlaganfall (Hirninfarkt), der etwa 80 % der Fälle ausmacht und durch eine Minderdurchblutung des Gehirns infolge eines Gefäßverschlusses entsteht, und der hämorrhagische Schlaganfall (Hirnblutung).

Symptome, die auf einen Schlaganfall hinweisen können, sind:

  • Lähmungserscheinungen einer Körperseite
  • Gefühlsstörungen wie Taubheitsgefühle oder Kribbeln
  • Sprachverständnis- oder Sprachproduktionsstörungen (verwaschene Sprache)
  • Sehstörungen, insbesondere auf einem Auge
  • Koordinationsprobleme (Fallenlassen von Gegenständen)
  • Bewusstseinsstörungen
  • Plötzlich auftretende, ungewöhnlich heftige Kopfschmerzen
  • Vorübergehende Doppelbilder
  • Plötzlich einsetzender Schwindel mit Gangunsicherheit

Bei Auftreten dieser Symptome sollte unverzüglich der Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 alarmiert und ein Transport in eine Notaufnahme mit neurologischer Expertise veranlasst werden.

Diagnostik und Akutbehandlung

Die Diagnose basiert auf der Anamnese (Bericht des Betroffenen oder der Angehörigen) und der klinischen Untersuchung. In den meisten Fällen wird eine Computertomographie (CT) des Kopfes durchgeführt, um zwischen Durchblutungsstörung und Hirnblutung zu unterscheiden und die therapeutischen Möglichkeiten festzulegen. In bestimmten Fällen kann zusätzlich eine Kernspintomographie (MRT) notwendig sein.

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Da das Hirngewebe sehr empfindlich auf Sauerstoffmangel reagiert, ist schnelles Handeln entscheidend. Die Behandlung sollte innerhalb der ersten Stunden nach Symptombeginn erfolgen. Die wichtigste Maßnahme ist die schnellstmögliche Vorstellung in einem Krankenhaus mit Stroke-Unit, um eine Akutbehandlung in Form einer Lysetherapie zu ermöglichen, bei der versucht wird, das Blutgerinnsel medikamentös aufzulösen. Bei einer Hirnblutung liegt der Fokus auf der Stabilisierung des Patienten.

Behandlung auf der Stroke-Unit

Alle Schlaganfallpatienten werden zunächst auf der Stroke-Unit behandelt, in der Regel für ein bis vier Tage. Dort erfolgen regelmäßige klinische Kontrollen, die Überwachung von Herzrhythmus, Blutdruck, Puls und Atmung, Ultraschalluntersuchungen der hirnversorgenden Gefäße und des Herzens sowie ggf. erweiterte Laboruntersuchungen.

Ein entscheidender Vorteil der Behandlung auf der Stroke-Unit ist der frühe Beginn der Rehabilitation mit aktivierender Pflege, Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie. Bereits zu diesem Zeitpunkt plant der Sozialdienst die weitere Rehabilitationsbehandlung. Nach der Akutbehandlung erfolgt die Verlegung auf eine neurologische Normalstation oder, bei schwer betroffenen Patienten, auf eine neurologische Frührehabilitationsstation. Leichtere Fälle können in umliegende Rehakliniken verlegt werden.

Erfahrungen mit der neurologischen Reha in Waldbronn

Das SRH Gesundheitszentrum Waldbronn hat sich auf die Rehabilitation von neurologischen und postoperativ-neurochirurgischen Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems spezialisiert. Es bietet ein breites Spektrum an Therapieangeboten, um Funktionseinschränkungen zu minimieren und die Selbstständigkeit im Alltag wiederherzustellen.

Therapieansätze und Schwerpunkte

Die neurologische Rehabilitation in Waldbronn zielt darauf ab, Patienten mit neurologischen Erkrankungen oder nach neurochirurgischen Eingriffen zu unterstützen. Dabei kommen verschiedene erprobte Konzepte und medizinische Instrumente zum Einsatz, um den Patienten ein möglichst selbstständiges Leben zu ermöglichen.

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Bobath-Konzept: Dieses Konzept wird häufig bei Schlaganfallpatienten angewendet. Es basiert auf der Annahme, dass gesunde Hirnareale die Funktionen der beschädigten Regionen übernehmen können, wenn sie richtig stimuliert und trainiert werden.

Transkutane elektrische Neurostimulation (TENS): Bei dieser Therapie werden Hautelektroden auf Körperstellen geklebt, die chronische Schmerzen verursachen. Die elektrischen Impulse sollen eine entspannende Wirkung erzielen.

Constraint-induced movement therapy (CIMT): Auch als Taub’sches Training bekannt, wird bei dieser Therapie die gesunde Hand für zwei Wochen in einem Handschuh verborgen, um die schwächere Hand zu fördern.

Therapieangebote im Detail

  • Klinische Psychologie und Psychotherapie: Behandlung von psychischen Begleitsymptomen wie Depressionen, Angststörungen, Anpassungsstörungen, Burn-Out, chronischen Schmerzen oder psychischen Belastungen durch Erkrankungen.
  • Neuropsychologie: Behandlung von kognitiven und emotionalen Störungen, die nach einer Hirnerkrankung auftreten. Erstellung eines Funktionsprofils zur Beurteilung der Folgen der Erkrankung.
  • Ergotherapie: Wiedererlangung der Alltagskompetenzen, Verbesserung der Feinmotorik und der neurokognitiven Fähigkeiten (Aufmerksamkeit, Konzentration, Merkfähigkeit und Gedächtnis).
  • Logopädie: Behandlung von Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen.
  • Ernährungsberatung: Vermittlung von Inhalten zur gesunden Ernährung, um beispielsweise eine Gewichtsreduktion oder eine Optimierung der vaskulären Risikofaktoren zu erreichen.
  • Sozialberatung: Beratung in sozialrechtlichen Fragen, Unterstützung bei der beruflichen Wiedereingliederung und Sicherstellung der Lebensgrundlagen.

DSI-Therapie

Die DSI-Therapie wurde von Ärzten und Therapeuten der SRH Gesundheitszentren Nordschwarzwald entwickelt. Sie steigert die Motivation der Rehabilitanden durch spielerische und wettbewerbsorientierte Therapieelemente.

Tiefe Hirnstimulation (THS)

Die Tiefe Hirnstimulation ist eine wirksame Therapie bei Bewegungsstörungen wie Dystonien, Tremor und Morbus Parkinson. Sie kommt zum Einsatz, wenn andere Therapieformen nicht mehr ausreichend wirken oder zu viele Nebenwirkungen verursachen. Ein Rehabilitationsaufenthalt bietet die ideale Gelegenheit für die THS-Einstellung.

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Bewertungen und Erfahrungen von Patienten

Die Erfahrungen mit der neurologischen Reha in Waldbronn sind vielfältig. Einige Patienten loben die kompetente Betreuung durch Ärzte und Therapeuten, insbesondere im Bereich der Tiefen Hirnstimulation durch Dr. Donatus Cyron. Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft des Personals sowie die effektiven Therapien werden ebenfalls positiv hervorgehoben.

Kritik gibt es jedoch auch, insbesondere bezüglich des baulichen Zustands des Gebäudes, der Zimmerausstattung und der Organisation. Einige Patienten bemängeln enge Gänge, überlastete Aufzüge und zu kleine Behinderten-WCs. Auch die Qualität des Essens wird häufig kritisiert.

Einige Patienten berichten von unzureichender Pflege, fehlender Medikamentenüberwachung und Falschaussagen im Entlassungsbericht. Andere wiederum loben die therapeutische Behandlung und die Unterstützung bei der Einstellung des Hirnschrittmachers.

Freizeitangebote und Umgebung

Das SRH Gesundheitszentrum Waldbronn bietet auch verschiedene Freizeitangebote. Dazu gehören ein Thermalbad mit Ermäßigungen für Rehabilitanden, ein Barfußpark, ein Therapiepark und die Nähe zum Kurpark und zum Ortszentrum von Waldbronn mit Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants. Die Städte Ettlingen, Karlsruhe und Pforzheim sind ebenfalls schnell erreichbar.

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