In unserer schnelllebigen Zeit sind Stress und Nervosität weit verbreitet. Viele Menschen suchen nach natürlichen Wegen, um ihre Nerven zu beruhigen und innere Ruhe zu finden. Pflanzliche Hausmittel können hier eine sanfte und wirksame Unterstützung bieten. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene pflanzliche Optionen, bewährte Hausmittel und gibt Tipps für einen entspannteren Alltag.
Die Bedeutung von Nervennahrung
Eine ausgewogene Ernährung spielt eine entscheidende Rolle für die Gesundheit unserer Nerven. Bestimmte Nährstoffe können dazu beitragen, Stress abzubauen und die Nerven zu stärken. Hier sind einige Lebensmittel, die als „Nervennahrung“ gelten:
- Nüsse: Sie sind reich an B-Vitaminen und Magnesium, was sie zu einem idealen Snack für zwischendurch macht. Vitamin E schützt die Zellen vor oxidativem Stress, und Niacin trägt zu einer normalen psychischen Funktion bei. Besonders empfehlenswert sind Walnüsse, Pistazien und Haselnüsse.
- Paprika: Mit doppelt so viel Vitamin C wie Zitronen ist Paprika ideal, um den Vitamin-C-Speicher nach einer stressigen Situation aufzufüllen. Zusätzlich liefert Paprika Magnesium und Eisen, die Müdigkeit und Erschöpfung reduzieren können.
- Spinat: Spinat enthält Magnesium, Vitamin B6 und Kalium, die alle zu einer normalen Funktion des Nervensystems beitragen. Das enthaltene Calcium unterstützt die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen. Um die wertvollen Nährstoffe zu bewahren, sollte Spinat nur kurz gedünstet werden.
- Kakao: Dunkle Schokolade mit hohem Kakaoanteil enthält die Aminosäure Tryptophan, die im Körper in Serotonin umgewandelt wird und so das Stressniveau senkt.
- Bananen: Auch Bananen enthalten Tryptophan und sind reich an Vitamin B6, Magnesium, Kalium und Phosphor. Sie sind eine gute Alternative zu Schokolade.
- Avocados: Avocados sind reich an B-Vitaminen, Magnesium und Kalium, die alle zu einer normalen Funktion des Nervensystems beitragen.
- Hülsenfrüchte: Bohnen, Kichererbsen und Linsen sind gute Lieferanten für Vitamin B1 und Magnesium.
- Haferflocken: Haferflocken enthalten Vitamin B1 und komplexe Kohlenhydrate, die langsam und gleichmäßig verwertet werden. Ein Müsli mit Nüssen, Bananen und Vitamin-C-reichem Obst ist ein idealer Start in einen anstrengenden Tag.
- Eier: Eier enthalten fast alle wichtigen Vitamine, insbesondere Vitamin B12 und Vitamin D.
- Fisch: Lachs und Thunfisch sind reich an Omega-3-Fettsäuren und Vitamin B2, die die Zellen vor oxidativem Stress schützen und die Nervenfunktion unterstützen.
Pflanzliche Hausmittel zur Beruhigung der Nerven
Die Natur bietet eine Vielzahl von Pflanzen, die beruhigende Eigenschaften haben und bei Nervosität und innerer Unruhe helfen können. Diese pflanzlichen Mittel werden seit Jahrhunderten in verschiedenen Kulturen zur Förderung der Entspannung und des Wohlbefindens eingesetzt.
- Melisse: Melisse entspannt Körper und Geist, hebt die Stimmung und beruhigt den Magen. Sie wirkt zudem antibakteriell und virustatisch. Melissentee ist ein wohlschmeckender Kräutertee, der jedoch in der Schwangerschaft und Stillzeit vermieden werden sollte.
- Baldrian: Baldrian ist ein Klassiker unter den natürlichen Einschlafhelfern. Er kann die Einschlafphase verkürzen und die Tiefschlafphase verlängern. Baldriantabletten sollten spätestens eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen eingenommen werden. Bei Unruhezuständen kann Baldrian auch tagsüber verwendet werden. Vor der Einnahme sollte man sich ärztlich oder in der Apotheke beraten lassen und die Packungsbeilage beachten, da es bei Überdosierung oder Sensitivität zu Nebenwirkungen kommen kann.
- Lavendel: Lavendel beruhigt die Nerven und kann als Badezusatz oder in einer Duftlampe verwendet werden. Der Duft des ätherischen Öls kann im Raum verteilt werden und zur Entspannung beitragen. Wichtig ist, dabei ausreichend zu lüften.
- Johanniskraut: Johanniskraut kann bei Unruhezuständen tagsüber helfen. Es gilt als bewährtes natürliches Beruhigungsmittel und kann in Tablettenform oder als Tee eingenommen werden. Vorsicht ist geboten bei der Einnahme der Antibabypille, da Johanniskraut deren Wirkung herabsetzen kann. Auch die Wirkung anderer Medikamente kann beeinflusst werden, daher ist eine ärztliche Beratung vor der Anwendung ratsam.
- Passionsblume: Die Passionsblume enthält verschiedene Inhaltsstoffe wie ätherische Öle und Flavonoide, die zusammen gegen Nervosität, Reizbarkeit und Angstgefühle wirken. Passionsblume wird bei nervöser Unruhe als Tropfen oder Tabletten angewandt und kann auch als Tee getrunken werden.
Weitere Hausmittel zur Beruhigung
Neben pflanzlichen Mitteln gibt es weitere einfache Hausmittel, die helfen können, die Nerven zu beruhigen und Stress abzubauen.
- Magnesium: Ein Magnesiummangel kann zu innerer Unruhe führen. In diesem Fall kann Magnesiumpulver eingenommen werden, idealerweise vor dem Schlafengehen in Wasser aufgelöst. Auch hier ist es ratsam, die Packungsbeilage zu beachten und sich bei Bedarf ärztlich oder in der Apotheke beraten zu lassen.
- Warmes Wasser: Warmes Wasser über die Hände und die Innenseite der Handgelenke laufen zu lassen, kann helfen, Anspannung abzubauen. Die Wärme soll den Parasympathikus stimulieren und so die Nerven beruhigen.
- Bewusste Muskelentspannung: Wer gestresst ist, spannt oft unbewusst die Muskulatur an. Es hilft, sich in stressigen Situationen selbst zu beobachten und bewusst Schultern und Kiefer loszulassen. Bei nächtlichem Zähneknirschen kann eine individuell angefertigte Beißschiene helfen.
- Bewegung: Regelmäßige Bewegung, sei es ein Spaziergang an der frischen Luft, Sport oder Tanzen, kann helfen, den Körper auszulasten und Unruhezustände zu reduzieren.
- Massage: Eine Massage ist ein bewährtes Mittel, um loszulassen und Verspannungen zu lösen. Eine Selbstmassage kann ebenfalls helfen, die Nerven zu beruhigen.
- Meditation und Entspannungsübungen: Regelmäßiges Meditieren kann helfen, einen besseren Zugang zum Atem zu finden und den Geist zur Ruhe zu bringen. Apps können Anfängern den Einstieg in die Meditation erleichtern. Auch Vagusnerv-Übungen, Wechselatmung oder progressive Muskelentspannung können helfen.
Weitere Tipps für starke Nerven
Neben den genannten Hausmitteln gibt es weitere Strategien, die im Alltag helfen können, die Nerven zu stärken und Stress abzubauen.
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- Den Körper spüren: Bewegung bringt Segen - das gilt auch bei nervösen Unruhezuständen. Sport kann die Ausschüttung eines Hormons (ANP) fördern, das Panik lindert. Ein Spaziergang oder eine lockere Runde Laufen helfen, Ängste zu „verstoffwechseln“.
- Die Nerven mit Nahrung versorgen: Lebensmittel sind Nahrung für Körper und Geist. Der Blutzuckerwert hat Einfluss auf Gefühle wie Anspannung und Ärger. Eine vollwertige und vielseitige Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten ist wichtig für einen ruhigen Geist.
- Zur Ruhe kommen: Ausreichend Ruhepausen und Schlaf sind essenziell für einen ausgeglichenen Geist und einen leistungsfähigen Körper. Schlafmangel erhöht die Reizbarkeit und mindert die Belastungsfähigkeit.
- Auslöser kennen: Die Ursachen für kreisende Gedanken sind vielfältig. Ein Tagebuch kann helfen, den Auslösern auf den Grund zu gehen und gezielt Gegenstrategien zu entwickeln.
- Achtsamkeit lernen: Wer sich der Verbindung von Körper und Geist bewusst ist, fühlt sich weniger ausgeliefert und lernt zielgerichteter mit Grübelei und Sorgen umzugehen. Regelmäßige Atemübungen und Meditation helfen dabei, achtsamer zu leben.
- Gedankenkontrolle üben: Menschen können lernen, ihre Gedanken bewusst auszuwählen und manipulative, ängstigende Gedanken loszulassen. Übungen wie der Gedankenstopp können helfen, das Gedankenkarussell zu durchbrechen.
- Gefühle annehmen lernen: Leidvolle Gefühle wie Angst oder Unsicherheit rauben Energie. Es lohnt sich, Gefühle bewusst wahrzunehmen und nicht wegzuschieben.
- Die eigenen Ressourcen kennen: Um leistungsfähig zu bleiben, sollten die Batterien regelmäßig aufgeladen werden. Dafür sollte man die eigenen Kraftquellen kennen und pflegen.
- Mit einem Arzt oder Therapeuten sprechen: Bei dauerhafter Unruhe und Gereiztheit sollte ein Arzt konsultiert werden, um körperliche oder psychische Ursachen auszuschließen.
- Begleitende Maßnahmen nutzen: Ein Coaching im Stressmanagement kann den Umgang mit den Herausforderungen des Lebens verbessern. Homöopathische Komplexmittel können das Nervensystem zusätzlich unterstützen.
Heilpflanzen bei Stress
Heilpflanzen können eine gute Hilfe bei Stress sein. Sie bringen Körper und Seele mit sanfter Pflanzenkraft wieder ins Gleichgewicht.
- Damiana: Damiana wirkt angstlösend und entspannend. Die Pflanze kann als Tee oder Tinktur aus der Apotheke eingesetzt werden.
- Baldrian: Baldrian hilft bei stressbedingten Schlafproblemen. Für einen Tee zwei Teelöffel zerkleinerte Wurzel zwölf Stunden in einer Tasse kaltem Wasser ziehen lassen.
- Jiaogulan: Jiaogulan lindert Erschöpfung und stärkt den Organismus. Die Blätter können für einen Tee verwendet werden.
- Weißdorn: Weißdorn stärkt das Herz und kann helfen, Stress besser zu bewältigen. Alternativ zu einem Tee gibt es Extrakte in der Apotheke.
- Rosenwurz: Rosenwurz senkt die Ausschüttung von Stresshormonen und hilft dem Körper, besser mit Stressauslösern zurechtzukommen.
- Johanniskraut: Johanniskraut vertreibt leichtere Depressionen und wirkt schlaffördernd.
Hausmittel gegen Nervenschmerzen
Auch bei Nervenschmerzen können verschiedene Hausmittel Linderung verschaffen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass jeder Mensch anders auf die angewandten Methoden reagiert und keine sichere Aussage über den Behandlungserfolg getroffen werden kann.
- Kräuter und Tee: Einige Kräuter können in Form von Kapseln eingenommen werden, wie zum Beispiel die Teufelskrallenwurzel. Ein eigenes Massageöl aus Kräutern kann durch die Mischung aus Brennnessel-Geist und Apfelessig hergestellt werden. Auch Kräuterwickel mit Kümmel-Samen können wohltuend sein. Geeignete Tees sind Brennnessel-Tee oder Ingwer-Tee.
- Wärme und Kälte: Wechselbäder oder der Wechsel zwischen Eisbeutel und Wärmeauflage können wirksam sein. Auch Kälte- oder Wärmeauflagen können je nach Vorliebe angewendet werden.
- Chili: Der in Chili enthaltene Wirkstoff Capsaicin wirkt in Salbenform oder als Schmerzpflaster wärmend, schmerzlindernd, durchblutungsfördernd und anregend für die betroffenen Nerven.
- Johanniskrautöl: Ein Öl aus Johanniskraut kann bei Nervenschmerzen im Rückenbereich Linderung verschaffen. Auch die innere Anwendung von Johanniskraut als Tee oder in Tablettenform kann helfen.
- Pfefferminzöl: Pfefferminzöl wirkt kühlend und krampflösend und kann Nervenschmerzen reduzieren.
- Olivenöl: Oleocanthal in Olivenöl wirkt entzündungshemmend und blutverdünnend, was sich positiv bei einer Nervenentzündung und damit verbundenen Nervenschmerzen auswirken kann.
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