Parkinson-Krankheit: Symptome, Ursachen und Behandlungen

Die Parkinson-Krankheit, auch bekannt als Morbus Parkinson oder Schüttellähmung, ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die vor allem das zentrale Nervensystem betrifft. Weltweit sind etwa 6,1 Millionen Menschen von Parkinson betroffen, in Deutschland sind es schätzungsweise 400.000 Patienten. Obwohl es derzeit keine Heilung gibt, können verschiedene Therapien die Symptome lindern und die Lebensqualität der Betroffenen verbessern.

Was ist die Parkinson-Krankheit?

Die Parkinson-Krankheit ist eine degenerative Erkrankung des Nervensystems, bei der bestimmte Hirnregionen erkranken. Nervenzellen, die den Botenstoff Dopamin produzieren, sterben frühzeitig ab, was zu einem Dopaminmangel führt. Dopamin ist für die Übermittlung von Signalen zur Steuerung von Bewegungen notwendig, wodurch Bewegungs- und Denkabläufe verlangsamt werden. Die Parkinson-Krankheit ist die häufigste und bekannteste Bewegungsstörung. Im deutschsprachigen Raum wird Parkinson auch als Schüttellähmung bezeichnet. Das Krankheitsrisiko steigt mit fortschreitendem Alter.

Ursachen und Risikofaktoren

Die genauen Ursachen für das Absterben der Nervenzellen in der Substantia nigra, einer Hirnregion, die für die Dopaminproduktion verantwortlich ist, sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren eine Rolle spielt:

  • Alter: Das Risiko für Parkinson steigt mit dem Alter. Die meisten Betroffenen sind bei der Diagnose über 60 Jahre alt. Mit zunehmendem Alter nimmt die Anzahl der Nervenzellen in der Substantia nigra ab, was bei Parkinson beschleunigt abläuft.
  • Genetische Veranlagung: Bei bis zu 30 Prozent der Parkinson-Patienten spielt eine genetische Vorbelastung eine Rolle. Es gibt erbliche Formen der Parkinson-Erkrankung, diese treten jedoch häufig bei jüngeren Patienten auf und weitere Familienmitglieder sind betroffen. Diese Patienten sollten in Rücksprache mit ihrem Neurologen auch genetisch getestet werden oder sich in einer Spezialsprechstunde für Bewegungsstörungen vorstellen. Heute sind mehrere Gene bekannt, die das Risiko einer Parkinson-Erkrankung erhöhen, wie z.B. GBA, LRRK2, PRKN (auch Parkin genannt) oder SNCA. Ist eines oder sind mehrere dieser Gene verändert (mutiert), dann erhöht sich das Risiko deutlich, im Laufe des Lebens an Parkinson zu erkranken.
  • Umweltfaktoren: Pestizide, Lösungsmittel, polychlorierte Biphenyle (PCB) und Schwermetalle können das Risiko einer Parkinson-Erkrankung erhöhen. Seit dem Frühjahr ist Parkinson für Pestizid-Einsetzende Personen in Deutschland auch als Berufserkrankung anerkannt. Besonders gefährdet sind Landwirte, Winzer und andere Anwender. Wer unzureichend geschützt mindestens 100 Anwendungstage mit einem dieser Pestizide im Berufsleben hatte, kann die Parkinson-Erkrankung als Berufskrankheit anerkennen lassen.
  • Kopfverletzungen: Häufige oder schwere Kopfverletzungen, wie sie beispielsweise bei Boxern vorkommen, können das Parkinson-Risiko erhöhen.

Formen von Parkinson

Man unterscheidet verschiedene Formen von Parkinson:

  • Morbus Parkinson (idiopathisches Parkinson-Syndrom): Dies ist die häufigste Form, bei der die Ursache unbekannt ist.
  • Genetisch bedingtes Parkinson-Syndrom: Hier tritt die Krankheit gehäuft in Familien auf.
  • Atypisches Parkinson-Syndrom: Diese Form tritt im Zusammenhang mit anderen neurologischen Erkrankungen wie der Lewy-Körper-Demenz auf. Atypische Parkinsonsyndrome treten im Zusammenhang mit anderen neurologischen Erkrankungen wie etwa der Lewy-Körper-Demenz auf. Wichtig sind hier die atypischen Parkinsonsyndrome, auch als „Parkinson plus“ bezeichnet. Sturz- und Fallneigung, insbesondere nach hinten, ausgeprägte Stimm- und Sprechstörungen, Demenz, Verlangsamung des Denkens, Aufmerksamkeitsstörungen, „Leidenschaftslosigkeit“, im späteren Verlauf: Einschränkung oder Lähmung der Blickwendung nach oben und untenKortikobasale Degeneration oder auch kortikobasales Syndrom (um das 60.
  • Symptomatisches (sekundäres) Parkinson-Syndrom: Diese Form wird durch äußere Faktoren wie Medikamente, Vergiftungen, Hirnverletzungen oder Stoffwechselstörungen verursacht. Dazu gehören Hirndurchblutungsprobleme („Gefäßverkalkung“), Tumore, Vergiftungen, Traumata sowie stoffwechselbedingte Krankheiten.

Symptome der Parkinson-Krankheit

Die Parkinson-Krankheit entwickelt sich langsam und schleichend. Die Symptome können von Person zu Person unterschiedlich sein und variieren im Verlauf der Erkrankung.

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Hauptsymptome (motorische Symptome)

Die vier Hauptsymptome, auch Kardinalsymptome genannt, sind:

  • Tremor (Zittern): Ein Zittern, das vor allem in Ruhe auftritt. Meist fängt es in den Armen und Händen an, im späteren Verlauf zittern auch die Beine und Füße. Experten nennen das einen Tremor. Tatsächlich sind häufig die Hände betroffen, aber das Zittern kann auch in den Beinen oder im Unterkiefer auftreten. Zu Beginn der Erkrankung ist oft nur eine Seite des Körpers betroffen, später dann beide.
  • Bradykinese (verlangsamte Bewegung): Betroffene bewegen sich langsamer und haben Schwierigkeiten, Bewegungen zu initiieren. Mediziner beschreiben den Gang Betroffener als kleinschrittig: Die Arme auf der führend betroffenen Seite schwingen nicht mit, die Bewegungen wirken eckig, abgehackt und langsam. Die Betroffenen sind teilweise auf Hilfe angewiesen.
  • Rigor (Muskelsteifheit): Die Muskeln sind steif und angespannt, was zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen kann. Symptome wie ein Ziehen im betroffenen Bereich oder das Gefühl, bei jeder Bewegung gegen einen zähen Widerstand anzukämpfen sind typisch. Hauptsächlich betroffen sind die Nacken- und Schultermuskeln. Derdie Ärztin kann die Muskelsteifheit anhand des Zahnradphänomens feststellen: Beim Bewegen von Extremitäten wie der Arme treten Widerstände auf und verschwinden wieder. Die Bewegung ist ruckartig, als würde sich ein Zahnrad bewegen.
  • Posturale Instabilität (Gleichgewichtsstörungen): Betroffene haben Schwierigkeiten, das Gleichgewicht zu halten und neigen zu Stürzen. Bei Parkinson sind die Stell- und Haltereflexe gestört. Betroffenen fällt es schwer, sich stabil aufrecht zu halten. Sie sind unsicher beim Gehen und stürzen leichter.

Weitere Symptome (nicht-motorische Symptome)

Neben den motorischen Symptomen können auch eine Reihe von nicht-motorischen Symptomen auftreten, die die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen können:

  • Geruchsstörungen: Ein charakteristisches Frühsymptom der Parkinson-Erkrankung, das oft schon Jahre vor den Bewegungssymptomen auftritt, ist eine Riechstörung. Neun von zehn Patientinnen und Patienten sind davon betroffen. Manchmal ist auch der Geschmackssinn beeinträchtigt, was zur Appetitlosigkeit führt.
  • Schlafstörungen: Betroffene haben Ein- und Durchschlafprobleme, häufig sind auch ungesteuerte Beinbewegungen sowie Krämpfe.
  • Verstopfung: Eine häufige Begleiterscheinung ist Verstopfung. Man geht davon aus, dass auch die Darmtätigkeit von den steifen Muskeln beeinträchtigt ist.
  • Blasenprobleme: Typisch sind außerdem Probleme mit der Blase, vor allem ein häufiger Harndrang.
  • Schluckstörungen: Hinzu kommt, dass im Verlauf der Erkrankung das Kauen, Schlucken und sogar das Sprechen schwerfällt, da auch die Mundmuskulatur versteift.
  • Kognitive Einschränkungen: Bereits am Anfang der Parkinson-Krankheit können zudem leichte kognitive Einschränkungen bestehen, also beispielsweise Probleme, sich an Dinge zu erinnern. Im Verlauf können sich diese dann deutlich verschlechtern.
  • Psychische Probleme: Depressionen, Angststörungen und Demenz sind häufige Begleiterkrankungen bei Parkinson. Leider begünstigt das wiederum schwere Begleiterkrankungen, die häufig zusammen mit einer Parkinson-Krankheit auftreten: Depressionen, Angststörungen und Demenz. Sie beeinträchtigen die Lebensqualität stark. 35 bis 45 Prozent der Betroffenen leiden unter einer Depression, die damit ein wichtiges neuropsychiatrisches Symptom der Parkinson-Krankheit ist.
  • Schmerzen: Viele Parkinson-Patient*innen gehen zunächst wegen Schmerzen oder Missempfindungen, häufig des Rückens und der oberen Extremitäten zu einem Arzt oder einer Ärztin. Schmerzen bei der Parkinson-Krankheit werden häufig als krampfartig-ziehender Muskelschmerz wahrgenommen, aber auch als schmerzhaftes…
  • ** vegetative Störungen:** So kann es unter anderem zu Störungen im Magen-Darm-Trakt kommen. Die Magenentleerung ist durch die Erkrankung verzögert, die Darmmuskulatur arbeitet verlangsamt. Mögliche Folgen sind eine frühzeitige Sättigung, Völlegefühl oder Unwohlsein nach den Mahlzeiten. Bei etwa der Hälfte aller Betroffenen treten Blasenfunktionsstörungen auf. Sie können sich als plötzliche Inkontinenz oder als häufiger Harndrang mit kleinsten Mengen äußern. Darüber hinaus können auch Sexualstörungen wie Libido-, Potenz- oder Ejakulationsstörungen auftreten.

Stadien der Parkinson-Krankheit

Parkinson ist eine fortschreitende Erkrankung. Experten unterteilen die Krankheit in fünf Stadien - je nach Stärke und Ausprägung der Symptome:

  • Stadium 1: Milde Symptome, die das tägliche Leben kaum einschränken.
  • Stadium 2: Symptome auf beiden Körperseiten, aber keine Gleichgewichtsstörungen.
  • Stadium 3: Deutliche Symptome mit Gleichgewichtsstörungen, aber der Patient ist noch selbstständig. Langsamere Bewegungen (Stadium 3).
  • Stadium 4: Schwere Symptome, die die Selbstständigkeit stark einschränken. Stark erkennbare Beschwerden (Stadium 4). Zwar können Patientinnen und Patienten in diesem Stadium noch stehen und gehen.
  • Stadium 5: Der Patient ist stark pflegebedürftig und auf Hilfe angewiesen. Hilfs- und Pflegebedürftigkeit (Stadium 5). Im letzten und fünften Stadium sind Parkinsonpatienten und -patientinnen auf vollständige Hilfe oder Pflege angewiesen und können sich zunächst mit Gehhilfen oder einem Rollstuhl fortbewegen.

Wie schnell der Krankheitsverlauf voranschreitet, ist individuell sehr unterschiedlich und lässt sich nicht zu Beginn der Erkrankung vorhersagen.

Diagnose der Parkinson-Krankheit

Die Diagnose Parkinson wird meistens durch einen Facharzt gestellt, also einem Neurologen. Um die Diagnose Parkinson zu stellen, betrachtet derdie Ärztin im Wesentlichen die klassischen erkennbaren Symptome wie Zittern, verlangsamte Bewegungen, steife Muskeln und Gleichgewichtsstörungen. Der Arzt untersucht den Patienten dafür körperlich und achtet dabei besonders auf Parkinson-Symptome. Der Mediziner prüft beispielsweise, ob die Hände zittern, wenn sie ruhen, also nicht belastet werden. Außerdem schaut er, ob die Bewegungsabläufe verlangsamt sind und/oder die Arm-, Bein- und Rumpfmuskulatur versteift ist. Außerdem kann es sein, dass der Arzt einen Riechtest macht, eine Ultraschalluntersuchung einer bestimmten Hirnregion (Substantia nigra) oder ein MRT.

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Verschiedene Untersuchungen können bereits in der frühen Phase der Erkrankung dazu beitragen, die Diagnose zu sichern. Dazu zählt insbesondere das bildgebende Verfahren DAT-Scan. Damit lassen sich Störungen im Dopamin-Stoffwechsel zeigen. Weiterführende Untersuchungen sind Geruchstest ergänzende neuropsychologische Untersuchungen wie Hirnleistungstests Schlafdiagnostik elektrophysiologische Messungen der Nervenfunktion Laboruntersuchungen zusätzliche bildgebende Verfahren L-Dopa-Test: Dabei erhält der Patient oder die Patientin versuchsweise das Medikament L-Dopa, das den Botenstoff Dopamin ersetzt. Neben den sichtbaren Anzeichen muss der Arzt oder die Ärztin auch die nicht-sichtbaren Symptome im Blick haben, um die Diagnose Parkinson zu stellen - also Geruchsstörungen, Stimmungsprobleme, gestörtes Farbensehen und ein verändertes Schlafverhalten.

Eine wichtige Rolle spielt bei der Diagnostik die Feststellung einer möglichen Depression, die in Verbindung mit einer Parkinson-Erkrankung auftreten kann. Depressionen gehören zu den Faktoren, die die Lebensqualität von Parkinson-Patient*innen am stärksten beeinträchtigen. Dabei ist oft weder den Betroffenen noch den Angehörigen bewusst, dass bei Stimmungsschwankungen eine Depression vorliegt. Erschwert wird die Diagnosestellung dadurch, dass sich Symptome der Depression mit denen der Parkinson-Erkrankung überschneiden. Es ist daher für eine erfolgreiche Parkinson-Therapie besonders wichtig, die Symptome sicher zu erkennen, zuzuordnen und zu behandeln.

Behandlung der Parkinson-Krankheit

Für die Parkinson-Erkrankung gibt es bisher keine Heilung. Die Krankheit ist aber in allen fünf Stadien sehr gut behandelbar. Die Medikamente, die es gibt, können bei den allermeisten Patienten die jeweiligen Symptome gut lindern. Unterstützend werden sogenannte nicht medikamentöse Therapien eingesetzt, wie Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie. Einige Dinge können Patientinnen und Patienten auch selbst tun, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.

Die Behandlung zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Die Therapie umfasst in der Regel eine Kombination aus medikamentösen und nicht-medikamentösen Behandlungen.

Medikamentöse Behandlung

Das älteste medikamentöse Therapieprinzip ist es, Dopamin zuzuführen - also den Botenstoff, der bei Parkinson-Betroffenen nicht mehr in ausreichender Menge vom Körper produziert wird. Dabei wird der Dopaminmangel im Gehirn ausgeglichen. Dazu setzt man fünf Substanzgruppen ein:

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  • Levodopa (L-Dopa): Das Mittel Levodopa ist bereits seit den frühen 70er Jahren zur Behandlung der Parkinson-Erkrankung zugelassen. Es verbessert die typischen Parkinson-Symptome wie das Zittern, die verlangsamten Bewegungen und die Steifheit der Muskeln. Levodopa gilt als gut verträglich, doch wie jedes andere Medikament kann es zu Nebenwirkungen führen, häufig zu Übelkeit und Erbrechen, manchmal zu Schwindel. Nimmt man es über viele Jahre ein, kann das Medikament außerdem zu plötzlichen und unerwarteten Bewegungsstörungen führen, also unkontrollierte Bewegungen der Arme und Beine (sogenannte Dyskinesien) oder auch zu einem plötzlichen Einfrieren von Bewegungen. Ein weiteres Problem ist die begrenzte Wirkdauer: Die Parkinsonsymptome werden zwar gut unterdrückt, aber nicht durchgehend bis zur Einnahme der nächsten Dosis. Wenn der Wirkspiegel des Medikamentes im Blut abnimmt, aber noch nicht Zeit für die nächste Tablette ist, kann der Patient Symptome bekommen.
  • Dopamin-Agonisten: Dabei handelt es sich um Substanzen, die dem Botenstoff Dopamin sehr ähnlich sind, aber die nicht genau gleich aufgebaut sind. Um die Wirkweise zu verstehen, muss man sich vorstellen, dass die Botenstoffe wie Dopamin wie Schlüssel sind, die in ein Schlüsselloch, den Dopamin-Rezeptor, passen und dann erst eine Wirkung entfalten. Dopamin-Rezeptoren gibt es überall im Körper und Dopamin bindet an allen, man möchte aber nur gezielt die im Gehirn ansprechen. Vorteil ist, dass sie eher nicht zu anderen Bewegungsstörungen führen und auch die Wirkung länger anhält. Dennoch muss man sagen, dass diese Mittel insgesamt zu mehr Nebenwirkungen führen als das oben beschriebene Levodopa, z.B.
  • COMT-Hemmer: COMT-Hemmer (hemmen das Enzym Catechol-O-Methyl-Transferase und damit den Abbau von Dopamin) und COMT-Inhibitoren werden gegeben, um die oben beschriebene Wirklücke bei Levodopa bis zur nächsten Gabe zu überbrücken. Auch Decarboxylasehemmer können mit Levodopa zusammen gegeben werden.
  • MAO-B-Hemmer: Sogenannte Monoaminooxidase-B-Hemmer (MAO-B-Hemmer) werden eingesetzt, um den Abbau von Dopamin im Gehirn zu stoppen. Sie helfen quasi, Dopamin zu recyclen, sodass der Körper es mehrfach verwenden kann: Normalerweise wird Dopamin abgebaut, nachdem es an einen sogenannten Dopamin-Rezeptor gebunden und seine Wirkung entfaltet hat. MAO-Hemmer (hemmen das Enzym Monoamin-Oxidase und verlangsamen damit den Abbau von Dopamin)
  • NMDA-Antagonisten: NMDA-Antagonisten (blockieren sogenannte NMDA-Rezeptoren und beeinflussen so die Beweglichkeit)
  • Adenosin-Rezeptor-Antagonisten: Sogenannte Adenosin-Rezeptor-Antagonisten und COMT-Inhibitoren werden gegeben, um die oben beschriebene Wirklücke bei Levodopa bis zur nächsten Gabe zu überbrücken.

Man verwendet diese Wirkstoffe meist kombiniert. Derdie Patientin muss die Medikamente zu festgelegten Uhrzeiten einnehmen, damit diese richtig wirken können. Dabei ist es wichtig, dass die Einnahme zusammen mit demder Ärztin auf die tageszeitliche Ausprägung der Symptome abgestimmt ist. Man spricht dabei von Chronotherapie, einer Behandlung, die an die innere Uhr angepasst ist.

Neben diesen etablierten Medikamenten gibt es vielversprechende neue Entwicklungen, insbesondere in den Bereichen der Gentherapie und der Neuroimmunologie. Man weiß mittlerweile immer genauer, wie Moleküle (wie eben der Botenstoff Dopamin) genau wirken und warum die Krankheit entsteht. Das ermöglicht es, dass sogenannte zielgerichtete Medikamente entweder Gene ausschalten, die an der Entstehung von Parkinson beteiligt sind. Oder dass Signalwege, die die typischen Parkinson-Symptome verursachen, blockieren. Noch werden verschiedene dieser zielgerichteten Therapien getestet, Experten sprechen von einer klinischen Prüfung. Sie sind daher noch nicht von der europäischen Arzneimittelbehörde zugelassen.

Invasive Therapieverfahren

An invasiven therapeutischen Verfahren stehen die Behandlung mit einer Dopamin- oder Apomorphinpumpe oder eine tiefe Hirnstimulation zur Verfügung.

  • Dopamin- und Apomorphinpumpe: Bei der Dopaminpumpe wird flüssiges Medikament über eine Sonde durch die Bauchhaut hindurch in den oberen Dünndarm geleitet. Bei der Apomorphinpumpe wird das Medikament über die Bauchhaut in das Unterhautfettgewebe verabreicht.
  • Tiefe Hirnstimulation (Hirnschrittmacher): Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist die tiefe Hirnstimulation, also das Einsetzen eines Hirnschrittmachers. Die tiefe Hirnstimulation wird bereits seit vielen Jahren erfolgreich durchgeführt. Der Schrittmacher muss allerdings in einer Operation eingesetzt werden: Dem Patienten werden in einem chirurgischen Eingriff Elektroden in das Gehirn implantiert. Durch elektrische Stimulation dieser Elektroden werden dann die Parkinsonsymptome unterbunden. Die Wirkung ist nachweislich hoch und das Verfahren wird durch neue, verfeinerte Techniken immer weiter verbessert - dem gegenüber steht allerdings die Angst der Betroffenen und ihrer Angehörigen vor dem Eingriff, die zwar nachvollziehbar, aber nicht immer rational zu begründen ist.

Nicht-medikamentöse Behandlungen

Diese Therapien zur Linderung von Parkinson-Symptomen umfassen körperliches Training und Krankengymnastik (Physiotherapie). Ergänzend zur Behandlung mit Medikamenten sind Krankengymnastik und Physiotherapie die wichtigsten Bestandteile der Parkinson-Behandlung. Dabei sollen Beschwerden gelindert werden, die Bewegungsverhalten und die Haltung der Betroffenen beeinträchtigen wie Steifheit (Rigor) Zittern (Tremor) Bewegungsarmut (Hypokinese).

Ergotherapie unterstützt Parkinson-Patientinnen dabei, Alltagsfunktionen zu erhalten und zu verbessern. Ergotherapeutinnen beraten Betroffene auch in Bezug auf ihr Wohn- und Arbeitsumfeld und überdenken zusammen mit den Patient*innen tägliche Abläufe neu. Dazu gehört es etwa, Stolperfallen wie Teppiche und Schwellen zu entfernen und Haltegriffe im Bad, bei der Toilette oder vor Türen anzubringen.

Die Sprechtherapie dient der Verbesserung der Sprechstörung. Dabei werden die Muskeln für die Lautstärke der Stimme, die Atemtechnik und eine klare Aussprache trainiert.

Ein Sozialleben mit vielen Kontakten, Gespräche und gemeinsame Aktivitäten wie z.B. Tanzen, können der Entwicklung einer Demenz entgegenwirken.

Man weiß aber, dass sich Bewegung und Sport positiv auswirken und den Verlauf verlangsamen können, genauso wie ausreichend Schlaf und eine mediterrane Ernährung (auch Mittelmeer-Diät genannt).

Begleitende Behandlungen

Eine Parkinson-Erkrankung kann weitere Erkrankungen Depressionen, Angststörungen und Demenz nach sich ziehen. Auf Parkinson spezialisierte Neurologinnen und Neurologen erkennen eine Depression oder Angststörungen frühzeitig und können eine Behandlung beginnen. Die besteht in der Regel aus einer medikamentösen Therapie mit Antidepressiva und einer Psychotherapie, für die Betroffene zu einem Psychotherapeuten oder Psychologen überweisen werden.

Leben mit Parkinson

Die Diagnose Parkinson stellt Patienten und Angehörige zunächst vor viele Herausforderungen und Fragen: Was bedeutet das genau für mich und uns? Kann ich weiterarbeiten? Bin ich eingeschränkt in meinem täglichen Leben? Prinzipiell ändert sich zunächst nichts. Je nach Symptomatik erfahren Sie nach Beginn der medikamentösen Behandlung vielleicht zunächst eine Verbesserung und eine Linderung Ihrer Beschwerden. Die Kommunikation über die Erkrankung mit der Familie und dem Partner/der Partnerin sollte gesucht werden. Sportliche Betätigung, Reisen, Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und der Arbeit werden, je nach individueller Symptomatik, sogar ausdrücklich empfohlen.

Es ist wichtig, sich aktiv mit der Erkrankung auseinanderzusetzen und sich Unterstützung zu suchen. Der Austausch mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen kann sehr hilfreich sein. Viele Parkinson-Patienten engagieren sich ehrenamtlich und setzen sich für die Belange anderer Betroffener ein.

Chris, der selbst an Parkinson erkrankt ist und den Verein „Parkinson Pate e.V.“ gegründet hat, betont die Bedeutung des Austauschs mit anderen Betroffenen und die Notwendigkeit, sich für Verbesserungen im Pflegesystem einzusetzen.

Lebenserwartung bei Parkinson

Auch wenn Parkinson nicht heilbar ist, können geeignete Therapien zu einer hohen Lebensqualität auch im Alter beitragen. Mit einer optimalen Behandlung haben Parkinson-Patient*innen heute annähernd die gleiche Lebenserwartung wie nicht-erkrankte Personen. Unter guter medikamentöser Therapie haben Betroffene eine in etwa normale Lebenserwartung. Viele werden allerdings innerhalb von 20 Jahren pflegebedürftig. Im Einzelfall können Schluckstörungen oder Stürze auch zu lebensverkürzenden Komplikationen führen. Manchmal kommt es zu einem kognitiven Abbau bis hin zur Demenz. Die Prognosen für den Verlauf unterscheiden sich je nach Unterform der Parkinson-Erkrankung.

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