Morbus Parkinson: Ein umfassender Überblick

Morbus Parkinson, oft auch als Schüttellähmung bezeichnet, ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die vor allem das zentrale Nervensystem betrifft. Sie ist durch den Verlust von Dopamin produzierenden Nervenzellen im Gehirn gekennzeichnet. Dieser Dopaminmangel führt zu einer Vielzahl von motorischen und nicht-motorischen Symptomen, die die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen können.

Axiale Spondyloarthritis und ihre Verbindung zu Morbus Parkinson

Obwohl Morbus Parkinson primär als eine Erkrankung des Gehirns betrachtet wird, gibt es interessante Verbindungen zu anderen Erkrankungen, insbesondere zu entzündlichen Erkrankungen wie der axialen Spondyloarthritis (axSpA). Axiale Spondyloarthritis, zu der auch Morbus Bechterew zählt, ist eine entzündlich-rheumatische Erkrankung, bei der vor allem die Wirbelsäule und die Kreuz-Darmbein-Gelenke betroffen sind.

Es werden vor allem zwei Ausprägungen der axialen Spondyloarthritis unterschieden, für die es unterschiedliche Bezeichnungen gibt. Bei beiden kommt es zu den typischen Beschwerden, insbesondere tiefsitzenden Rückenschmerzen und Bewegungseinschränkungen. Unterschiedlich ist, ob neben der Entzündung auch Veränderungen am Knochen nachweisbar sind.

Die röntgenologische axiale Spondyloarthritis wird auch ankylosierende Spondylitis (AS) oder Morbus Bechterew genannt. Es sind neben der Entzündung bereits krankheitsbedingte Veränderungen am Knochen, insbesondere an der Wirbelsäule und den Kreuz-Darmbein-Gelenken, vorhanden. Diese knöchernen Strukturen sind auf Röntgenbildern zu erkennen.

Bei dieser Ausprägung der Erkrankung ist eine Entzündung an der Wirbelsäule und/oder den Kreuz-Darmbein-Gelenken vorhanden, strukturelle Veränderungen am Knochen jedoch nicht. Sie ist daher nur mit Magnetresonanztomografie (MRT) erkennbar, auf Röntgenbildern ist sie nicht zu sehen. Morbus Bechterew ist ein anderes Wort für die röntgenologische axiale Spondyloarthritis, das heute aber immer seltener verwendet wird.

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Die genaue Ursache von axialer Spondyloarthritis, darunter Morbus Bechterew, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Unterschiedliche Faktoren scheinen an der Entstehung beteiligt zu sein. Dazu zählen die erbliche Veranlagung und bestimmte äußere Einflüsse, z. B. Infektionen. Menschen mit axialer Spondyloarthritis haben häufig ein bestimmtes genetisches Merkmal: eine Unterform des sogenannten HLA-B27. Dieser Erbfaktor ist eine Struktur, die an der Oberfläche fast aller Zellen ausgebildet und an der Reaktion des Immunsystems beteiligt ist. Ein Nachweis des HLA-B27 ist jedoch nur ein Hinweis und kein sicherer Beweis für axiale Spondyloarthritiden wie Morbus Bechterew, da es sowohl Menschen mit der Erkrankung gibt, die nicht über dieses Merkmal verfügen, als auch Gesunde, die es aufweisen.

Axiale Spondyloarthritis ist eine sogenannte systemische Erkrankung, d. h., sie kann den ganzen Körper betreffen. Die Schmerzen beginnen häufig schleichend und nicht plötzlich wie z. B. bei einem Hexenschuss. Besonders charakteristisch für axiale Spondyloarthritis und häufig auch das erste Symptom ist ein tiefsitzender, entzündlich bedingter Rückenschmerz. Neben dem Rücken können auch andere Körperbereiche betroffen sein. So kann es zu Entzündungen u. a. an den Hüft- und Kniegelenken, Handgelenken, Ellenbogen oder Füßen kommen. Auch eine Entzündung der Sehnen und Sehnenansätze (Enthesitis), besonders an den Fersen, kommt vor.

Obwohl die Verbindung zwischen axSpA und Morbus Parkinson noch nicht vollständig verstanden ist, deuten Forschungsergebnisse darauf hin, dass chronische Entzündungen, wie sie bei axSpA auftreten, möglicherweise eine Rolle bei der Entstehung oder dem Fortschreiten von neurodegenerativen Erkrankungen wie Morbus Parkinson spielen könnten. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass dies ein komplexes Forschungsgebiet ist und weitere Studien erforderlich sind, um die genauen Mechanismen zu verstehen.

Ursachen und Risikofaktoren von Morbus Parkinson

Die Ursachen der Parkinsonerkrankung sind trotz intensiver Forschung noch immer nicht eindeutig geklärt. Es wird angenommen, dass ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren eine Rolle spielt.

  • Genetische Faktoren: Bei einem Teil der Parkinsonpatienten lassen sich genetische Veränderungen nachweisen. Diese Veränderungen können die Funktion der Dopamin produzierenden Nervenzellen beeinträchtigen.
  • Umweltfaktoren: Umweltfaktoren wie Pestizide oder Schwermetalle werden als mögliche Risikofaktoren diskutiert, sind aber noch nicht eindeutig bewiesen.
  • Oxidativer Stress: Dopaminerge Nervenzellen scheinen besonders viele Radikale unschädlich machen zu müssen. Ein Ungleichgewicht zwischen der Produktion freier Radikale und der Fähigkeit des Körpers, diese zu neutralisieren (oxidativer Stress), könnte zu Zellschäden führen.
  • Abbau von Zellmüll: Eine Störung im Abbau von Zellmüll (Proteasom-System) könnte ebenfalls eine Rolle spielen.

Symptome von Morbus Parkinson

Die Symptome von Morbus Parkinson sind vielfältig und können von Person zu Person unterschiedlich sein. Die Hauptsymptome, auch Kardinalsymptome genannt, sind:

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  • Bradykinese (Bewegungsverlangsamung): Dies ist das Hauptsymptom der Parkinsonerkrankung. Betroffene haben Schwierigkeiten, Bewegungen zu initiieren und auszuführen. Die Bewegungen werden langsamer und kleiner.
  • Rigor (Muskelsteifigkeit): Die Muskeln sind steif und angespannt, was zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen kann. Beim passiven Bewegen der Gliedmaßen kann ein ruckartiger Widerstand spürbar sein (Zahnradphänomen).
  • Tremor (Zittern): Ein Zittern, das vor allem in Ruhe auftritt (Ruhetremor), ist ein weiteres typisches Symptom. Es betrifft meist Hände oder Beine.
  • Posturale Instabilität (Gleichgewichtsstörungen): Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung kann es zu Gleichgewichtsstörungen und einer erhöhten Sturzneigung kommen.

Neben den motorischen Symptomen können auch nicht-motorische Symptome auftreten, wie z.B.:

  • Depressionen: Depressionen können bereits vor den motorischen Symptomen auftreten.
  • Schlafstörungen: Schlafstörungen, insbesondere REM-Schlaf-Verhaltensstörungen, sind häufig.
  • Geruchsstörungen: Eine Störung des Geruchssinns (Hyposmie) kann ein frühes Anzeichen der Erkrankung sein.
  • Autonome Störungen: Störungen der Blutdruckregulation (orthostatische Hypotension), Blasenfunktionsstörungen oder Verdauungsprobleme können auftreten.
  • Kognitive Beeinträchtigungen: Im späteren Verlauf der Erkrankung kann es zu Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen bis hin zur Demenz kommen.

Diagnose von Morbus Parkinson

Die Diagnosestellung erfolgt in der Regel durch eine neurologische Untersuchung. Der Arzt achtet auf die typischen Symptome der Erkrankung.

  • Anamnese: Der Arzt wird ausführlich nach den Beschwerden und der Krankengeschichte fragen.
  • Neurologische Untersuchung: Der Arzt wird die motorischen Fähigkeiten, die Reflexe, das Gleichgewicht und die Koordination überprüfen.
  • Medikamentöse Testung: Die Gabe von L-DOPA (Vorstufe von Dopamin) kann helfen, die Diagnose zu bestätigen. Wenn sich die Symptome nach der Einnahme von L-DOPA bessern, ist dies ein Hinweis auf Morbus Parkinson.
  • Bildgebende Verfahren: In einigen Fällen können bildgebende Verfahren wie eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Single-Photon-Emissionscomputertomographie (SPECT) durchgeführt werden, um andere Ursachen für die Beschwerden auszuschließen oder die Diagnose zu sichern.

Therapie von Morbus Parkinson

Morbus Parkinson ist zwar nicht heilbar, aber die Symptome können gut behandelt werden. Ziel der Therapie ist es, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und die Selbstständigkeit so lange wie möglich zu erhalten.

  • Medikamentöse Therapie: Die medikamentöse Therapie ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Es gibt verschiedene Medikamente, die den Dopaminmangel im Gehirn ausgleichen oder die Wirkung von Dopamin verstärken können.
    • L-DOPA: L-DOPA ist die Vorstufe von Dopamin und wird im Gehirn in Dopamin umgewandelt. Es ist das wirksamste Medikament zur Behandlung der motorischen Symptome.
    • Dopaminagonisten: Dopaminagonisten wirken ähnlich wie Dopamin und stimulieren die Dopaminrezeptoren im Gehirn.
    • MAO-B-Hemmer: MAO-B-Hemmer verhindern den Abbau von Dopamin im Gehirn und verlängern so dessen Wirkung.
    • COMT-Hemmer: COMT-Hemmer verhindern den Abbau von L-DOPA im Blut, so dass mehr L-DOPA ins Gehirn gelangt.
  • Tiefe Hirnstimulation (THS): Bei der tiefen Hirnstimulation werden Elektroden in bestimmte Bereiche des Gehirns implantiert. Diese Elektroden geben elektrische Impulse ab, die die Hirnaktivität modulieren und die Symptome lindern können. Die THS kann eine Option für Patienten sein, bei denen die medikamentöse Therapie nicht mehr ausreichend wirkt oder die unter starken Nebenwirkungen leiden.
  • Pumpentherapien: Bei Pumpentherapien werden Medikamente kontinuierlich über eine Pumpe verabreicht. Es gibt verschiedene Arten von Pumpentherapien, z.B. die Apomorphinpumpe und die Duodopa-Pumpe.
  • Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die Beweglichkeit, die Kraft und das Gleichgewicht zu verbessern.
  • Ergotherapie: Ergotherapie kann helfen, die Alltagskompetenzen zu erhalten oder wiederzuerlangen.
  • Logopädie: Logopädie kann helfen, Sprach- und Schluckstörungen zu behandeln.
  • Weitere Therapien: Weitere Therapien wie Musiktherapie, Kunsttherapie oder Tanztherapie können ebenfalls hilfreich sein.

Leben mit Morbus Parkinson

Morbus Parkinson ist eine chronische Erkrankung, die das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen stark beeinflussen kann. Es ist wichtig, sich frühzeitig mit der Erkrankung auseinanderzusetzen und sich Unterstützung zu suchen.

  • Selbsthilfegruppen: In Selbsthilfegruppen können sich Betroffene und Angehörige austauschen und gegenseitig unterstützen.
  • Beratungsstellen: Beratungsstellen bieten Informationen und Unterstützung zu allen Fragen rund um Morbus Parkinson.
  • Patientenschulungen: Patientenschulungen vermitteln Wissen über die Erkrankung und den Umgang damit.

Forschung zu Morbus Parkinson

Die Forschung zu Morbus Parkinson ist sehr aktiv. Es werden ständig neue Erkenntnisse über die Ursachen, die Diagnose und die Behandlung der Erkrankung gewonnen. Ziel der Forschung ist es, die Erkrankung besser zu verstehen, neue Therapien zu entwickeln und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

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