Was hilft gegen Muskelkrämpfe im Brustkorb: Ursachen und Behandlung

Schmerzen im Brustkorb können beängstigend sein und oft die Befürchtung eines Herzinfarkts auslösen. Doch die Ursachen für Brustschmerzen sind vielfältig und reichen von harmlosen Muskelverspannungen bis hin zu ernsthaften Erkrankungen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Ursachen von Muskelkrämpfen und Verspannungen im Brustkorb, ihre Behandlungsmöglichkeiten und gibt Hinweise, wann ein Arztbesuch ratsam ist.

Einführung

Brustschmerzen können sich als Druckgefühl, Ziehen, Stechen oder Brennen äußern. Viele Betroffene erleben auch ein Engegefühl mit Atemnot. Der Brustkorb (Thorax) schützt lebenswichtige Organe wie Herz und Lunge und ermöglicht durch seine Muskeln die Dehnung beim Einatmen. Muskelkrämpfe und Verspannungen in diesem Bereich können sehr unangenehm sein und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.

Ursachen von Muskelkrämpfen im Brustkorb

Muskelkrämpfe im Brustkorb können verschiedene Ursachen haben. Es ist wichtig zu verstehen, dass bei einer Brustwirbelblockade sich keine Brustwirbel verhaken oder verkanten, sondern die Muskelpartien entlang der Brustwirbelsäule verspannt und schmerzhaft verhärtet sind. Es handelt sich also um blockierte Muskeln, nicht um Wirbel.

Hier sind einige häufige Ursachen:

  • Muskelverspannungen: Überlastung der Brustmuskulatur oder eine schlechte Körperhaltung können Muskelverspannungen verursachen, die Schmerzen am Brustmuskel auslösen. Im Alltag nehmen wir oft eine vornüber gebeugte Haltung ein, besonders bei sitzenden Tätigkeiten. Dadurch verkürzt sich die Muskulatur auf der Körpervorderseite, während die Rückenmuskulatur überlastet ist, was zu Verspannungen und Verhärtungen führt.
  • Fehlbelastungen: Ruckartige Bewegungen oder Unfälle mit Oberkörperbeteiligung können zu Verspannungen im Oberkörper führen. Bei Autounfällen entstehen häufig Schleudertraumata, die ebenfalls Verspannungen verursachen können.
  • Psychische Faktoren: Stress, Angst und emotionale Belastungen können zu unbewusster Anspannung der Muskulatur führen, was sich in Form von Schmerzen, Druck und Engegefühl mit Atemnot im Brustbereich äußern kann. Psychische Belastungen sorgen fast immer für eine unnatürliche Anspannung der Muskeln im Nacken, Brustkorb und Rücken. Auch die Kiefermuskulatur kann durch Stress verspannen und schmerzen.
  • Herzerkrankungen: Bestimmte Herzerkrankungen, insbesondere solche, die mit Angina pectoris (Brustschmerzen) oder einem Herzinfarkt verbunden sind, können zu Brustverspannungen führen. Schmerzen bei körperlicher Aktivität, Ärger, Stress oder Kälte sind eher auf das Herz zurückzuführen.
  • Brustwandsyndrom: Muskelverspannungen können Schmerzen im Brustbereich auslösen, die oft stechend sind und auf der linken Seite oder hinter dem Brustbein auftreten.

Symptome von Muskelkrämpfen im Brustkorb

Die Symptome einer Verspannung im Brustkorb können vielfältig sein:

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  • Bewegungsabhängiger Schmerz, der sich über den gesamten Brustkorb ausbreiten kann. Bei starken Verspannungen können die Schmerzen auch in Ruhe auftreten.
  • Einschießende, starke Schmerzen, die durch Druck auf umliegende Nerven entstehen (Interkostalneuropathie).
  • Schonatmung aufgrund der Schmerzen, was zu Atemproblemen und Atemnot führen kann.
  • Verspannungen in der Bauch- und Zwerchfellmuskulatur, da diese Muskelgruppen miteinander verbunden sind. Dies kann zu Schluckauf führen, wenn der Nervus phrenicus gereizt wird.
  • Druck- oder Engegefühl in der Brust.

Diagnose von Muskelkrämpfen im Brustkorb

Die Diagnose von Muskelverspannungen des Brustkorbes wird in der Regel durch eine körperliche Untersuchung gestellt. Der Arzt testet die Schmerzhaftigkeit der Muskeln in Ruhe und bei Bewegung. Bei Verdacht auf eine muskuläre Verhärtung kann ein Ultraschall durchgeführt werden, um die Konsistenz der Muskeln zu untersuchen. Ein MRT wird in der Regel erst dann durchgeführt, wenn sich die Beschwerden nicht innerhalb einiger Tage mit der richtigen Behandlung gebessert haben oder sogar schlechter geworden sind, um andere Ursachen auszuschließen.

Behandlung von Muskelkrämpfen im Brustkorb

Die Behandlung von Muskelkrämpfen im Brustkorb zielt darauf ab, die Verspannungen zu lösen, die Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit wiederherzustellen. Es gibt verschiedene Ansätze, die einzeln oder in Kombination angewendet werden können:

  • Wärme: Wärmeanwendungen, wie Kirschkernkissen oder Wärmflaschen, können die Muskeln weicher machen und die Durchblutung fördern.
  • Körperliche Schonung: Sport sollte zunächst pausiert werden, aber komplette Immobilisierung sollte vermieden werden. Leichte Bewegung ist wichtig, um die Muskeln nicht weiter zu versteifen.
  • Dehnübungen: Regelmäßige Dehnübungen, bei denen eine Muskelstreckung über einen längeren Zeitraum konstant gehalten wird, können verhärteten Muskeln und verkürzten Bändern entgegenwirken.
  • Schmerzmittel: Bei starken Schmerzen können Ibuprofen oder Diclofenac helfen, die Beschwerden zu lindern. Diese sollten jedoch nicht länger als eine Woche ohne Rücksprache mit dem Arzt angewendet werden.
  • Osteopathie: Die Osteopathie nähert sich den gesundheitlichen Problemen ganzheitlich und kann helfen, die Ursachen der Verspannungen zu finden und zu behandeln.
  • Kinesiotaping: Selbstklebende Bänder, die über verspannte Muskelareale geklebt werden, können die Muskelspannung regulieren und die Gelenkfunktion verbessern.
  • Alternative Heilmethoden: Homöopathische Salben oder andere alternative Maßnahmen können ebenfalls zur Lösung der Verspannung beitragen.
  • Magnesium: Magnesium ist ein Mineral, das die Muskelentspannung unterstützt.
  • EMG-Therapie: Bei Lumedis wird die EMG-Therapie angeboten, bei der die betroffenen Muskelpartien im Seitenvergleich untersucht und die Konsistenz, Größe und Ausbildung bei Belastung und in Ruhe untersucht werden. Eine Elektromygrafie kann ebenfalls genutzt werden, um Fehlbelastungen der Muskeln zu finden.
  • Trainingsübungen: Dehnende, entspannende und lockernde Übungen können helfen, die Verspannungen im Brustkorb zu lockern. Übungen, die den Brustkorb vergrößern, sind besonders hilfreich.

Hausmittel gegen Muskelkrämpfe im Brustkorb

Neben den oben genannten Behandlungen gibt es auch einige Hausmittel, die zur Linderung von Verspannungen im Brustkorb beitragen können:

  • Ingwertee: Ingwer hat entzündungshemmende Eigenschaften.

  • Dehnübungen für zu Hause:

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    • Stehend kann versucht werden, mit beiden Händen die Decke zu erreichen, während man tief einatmet.
    • Stehend die Arme ausbreiten und vor der Brust zusammenführen, bis sie sich überkreuzen. Dann die Arme im 90-Grad-Winkel wieder in eine seitliche Position bringen und sogar hinter den Rücken ziehen. Diese Bewegungsabfolge mehrmals wiederholen.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Bei Beschwerden in der Brust sollte man besser gleich einen Arzt aufsuchen, denn ob es sich um eine ernste Erkrankung oder um eine eher harmlose Ursache handelt, kann nur der Arzt feststellen. Sind die Schmerzen andauernd hinter dem Brustbein spürbar oder auf der linken Körperseite und strahlen sie in Schulter, Arm oder Bauch aus, dann sollte umgehend ein Arzt gerufen werden. Dies gilt ebenso, wenn die Schmerzen zum ersten Mal auftreten und auch wenn bereits vorhandene Angina-pectoris-Anfälle an Stärke und Dauer zunehmen oder sich in Ruhe bemerkbar machen. Wer an einer Refluxkrankheit leidet und öfter Brustschmerzen hat, sollte diese auch ernst nehmen. Kommt es zu einer Veränderung der Schmerzen, wechselt beispielsweise die schmerzende Körperstelle oder stellen sich die Beschwerden stärker oder auch anders als sonst dar, sollte der Azt konsultiert werden.

Vorbeugung von Muskelkrämpfen im Brustkorb

Um Muskelkrämpfen und Verspannungen im Brustkorb vorzubeugen, können folgende Maßnahmen helfen:

  • Regelmäßige Bewegung: Über den Tag verteilt aktiv sein, dehnen, strecken und recken. Häufiges Gehen und Treppensteigen sind günstig.
  • Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung: Achten Sie auf eine gute Körperhaltung, besonders bei sitzenden Tätigkeiten.
  • Stressmanagement: Techniken zur Stressreduktion, wie Yoga, Meditation oder Atemübungen, können helfen, Muskelverspannungen vorzubeugen.
  • Ausgewogene Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Magnesium und anderen wichtigen Nährstoffen ist wichtig für die Muskelgesundheit.
  • Kraftsport und Rückenschule: Gezieltes Training der Rückenmuskulatur kann helfen, den Rumpf zu stabilisieren und Verspannungen vorzubeugen. Sportarten, die möglichst viele Muskelgruppen trainieren, wie Kickboxen oder Schwimmen, sind ebenfalls empfehlenswert.

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