Alzheimer für Kinder erklärt

Die Alzheimer-Krankheit ist eine Erkrankung des Gehirns, die vor allem ältere Menschen betrifft, aber auch in seltenen Fällen jüngere Menschen treffen kann. Sie ist die häufigste Form der Demenz und stellt sowohl die Betroffenen als auch ihre Angehörigen vor große Herausforderungen. Besonders für Kinder kann es schwierig sein zu verstehen, warum sich ein geliebter Mensch plötzlich anders verhält. Dieser Artikel soll Kindern und ihren Familien helfen, die Alzheimer-Krankheit besser zu verstehen.

Was ist Alzheimer?

Bei der Alzheimer-Krankheit verlieren Betroffene nach und nach ihre kognitiven Fähigkeiten. Das bedeutet, dass es ihnen schwerfällt, sich Dinge zu merken, sich zu orientieren, zu sprechen, zu verstehen, zu lernen, zu planen und Situationen richtig einzuschätzen. Auch die Gefühle und das Verhalten können sich verändern.

Anzeichen für Alzheimer

Es gibt verschiedene Anzeichen, die auf eine Alzheimer-Erkrankung hindeuten können:

  • Gedächtnislücken: Betroffene vergessen häufig Dinge, die gerade erst passiert sind oder wichtige Termine.
  • Schwierigkeiten beim Planen: Es fällt ihnen schwer, Aufgaben zu organisieren und zu planen.
  • Probleme mit gewohnten Tätigkeiten: Alltägliche Aufgaben wie Kochen oder Anziehen werden plötzlich schwierig.
  • Räumliche und zeitliche Orientierungsprobleme: Betroffene können sich in bekannten Umgebungen verirren oder wissen nicht, welcher Tag ist.
  • Wahrnehmungsstörungen: Sie haben Schwierigkeiten, Dinge richtig zu sehen oder zu hören.
  • Sprach- und Schreibschwäche: Es fällt ihnen schwer, die richtigen Worte zu finden oder Sätze zu bilden.
  • Verlegen von Gegenständen: Betroffene legen Dinge an ungewöhnlichen Orten ab und finden sie nicht wieder.
  • Eingeschränktes Urteilsvermögen: Sie treffen Entscheidungen, die nicht vernünftig sind.
  • Verlust von Eigeninitiative: Betroffene sind weniger aktiv und zeigen weniger Interesse an ihren Hobbys.
  • Sozialer Rückzug: Sie ziehen sich von Freunden und Familie zurück.
  • Persönlichkeitsveränderung: Ihr Charakter kann sich verändern, sie können zum Beispiel reizbarer oder misstrauischer werden.

Was passiert im Gehirn?

Die Alzheimer-Krankheit entsteht durch Veränderungen im Gehirn. Forscher haben herausgefunden, dass sich bestimmte Eiweißstoffe, sogenannte Plaques, im Gehirn ablagern. Diese Plaques verhindern, dass die Gehirnzellen richtig funktionieren und mit Nährstoffen versorgt werden. Dadurch sterben die Gehirnzellen langsam ab. Da diese Zellen für das Gedächtnis, das Lernen und die Körperbewegungen wichtig sind, kommt es zu den typischen Symptomen der Alzheimer-Krankheit.

Warum ist es wichtig, Kindern Alzheimer zu erklären?

Wenn ein Familienmitglied an Alzheimer erkrankt, kann das für Kinder sehr verwirrend sein. Sie verstehen oft nicht, warum sich Oma oder Opa plötzlich so anders verhält. Es ist wichtig, ihnen die Krankheit altersgerecht zu erklären, damit sie die Veränderungen besser verstehen und keine Angst haben müssen.

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Wie erklärt man Alzheimer kindgerecht?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Kindern die Alzheimer-Krankheit zu erklären:

  • Vergleiche: Man kann das Gehirn mit einer Bibliothek vergleichen, in der das Wissen gespeichert ist. Bei Alzheimer werden einige Bücher (Erinnerungen) unleserlich oder gehen verloren.
  • Bilder und Comics: Es gibt spezielle Kinderbücher und Comics, die die Alzheimer-Krankheit anschaulich erklären. Die Alzheimer Forschung Initiative bietet beispielsweise das kostenlose Kinderbuch „AFi-KiDS wissen mehr - Für Kinder und ihre Eltern“ an, in dem die Geschichte von Katja und Max erzählt wird, deren Oma an Alzheimer erkrankt ist. Die Nervenzellen „Ping“ und „Pong“ erklären darin, was im Gehirn von Oma Gisela passiert.
  • Spiele: Mithilfe von Spielen können Kinder spielerisch etwas über Demenz erfahren. Die TU München hat beispielsweise das interaktive Online-Spiel „Was hat Oma“ entwickelt, das von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft unterstützt wird.
  • Filme: Der Animationsfilm "Knietzsche und die Demenz" erklärt die Krankheit auf einfühlsame Weise und zeigt, wie man ohne Vorbehalte mit Menschen mit Demenz umgehen kann.

Tipps für den Umgang mit einem an Alzheimer erkrankten Familienmitglied

  • Geduld haben: Menschen mit Alzheimer brauchen Zeit, um sich auszudrücken oder Aufgaben zu erledigen.
  • Einfache Sätze verwenden: Sprechen Sie langsam und deutlich und verwenden Sie kurze, einfache Sätze.
  • Sich wiederholen: Es kann sein, dass Sie Dinge mehrmals wiederholen müssen.
  • Nicht korrigieren: Wenn der Betroffene etwas Falsches sagt, müssen Sie ihn nicht unbedingt korrigieren.
  • Positive Atmosphäre schaffen: Sorgen Sie für eine ruhige und entspannte Umgebung.
  • Gemeinsame Aktivitäten: Unternehmen Sie Dinge, die dem Betroffenen Freude bereiten, wie zum Beispiel Spaziergänge, Musik hören oder Fotos anschauen.
  • Hilfe annehmen: Scheuen Sie sich nicht, Hilfe von anderen Familienmitgliedern, Freunden oder professionellen Pflegekräften anzunehmen.

Angebote und Hilfen für Kinder und Familien

Es gibt verschiedene Organisationen und Angebote, die Kinder und Familien unterstützen, wenn ein Familienmitglied an Alzheimer erkrankt ist:

  • Alzheimer Forschung Initiative e. V. (AFI): Die AFI bietet mit dem Programm „AFi-KiDS“ altersgerechte Aufklärungsangebote für Kinder ab fünf Jahren. Auf der Webseite www.AFi-KiDS.de finden Kinder und Eltern weitere Comics, Buchtipps und Mitmach-Aufgaben.
  • Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz: Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft bietet Informationen, Beratung und Unterstützung für Menschen mit Demenz, ihre Angehörigen und Fachkräfte. Die Jugendseite Alzheimer & You gibt Informationen speziell für Jugendliche.
  • Alzheimer4Teachers: Das Projekt "Alzheimer4teachers" der Deutschen Alzheimer Gesellschaft richtet sich an Pädagoginnen und Pädagogen, die im Unterricht Kindern und Jugendlichen das Thema Demenz näherbringen wollen.
  • Klexikon - das Kinderlexikon: Das Klexikon erklärt die Alzheimer-Krankheit kindgerecht und verständlich.
  • Beratungsangebote: Das Alzheimer-Telefon ist ein bundesweites Beratungsangebot, das vom Bundesfamilienministerium gefördert wird. Das Online-Portal "Wegweiser Demenz" informiert zum Thema und fördert über verschiedene Internetforen und einen Weblog Beratung, Vernetzung und Austausch.

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