Razer Synapse ist das offizielle Konfigurations-Tool für Peripheriegeräte des Herstellers Razer. Es bietet Nutzern die Möglichkeit, ihre Razer-Produkte umfassend anzupassen und zu personalisieren. Mit Synapse können Spieler Tasten neu belegen, Makros zuweisen, Beleuchtungseffekte erstellen und synchronisieren sowie Profile in der Cloud speichern und von überall abrufen.
Was ist Razer Synapse?
Razer Synapse ist mehr als nur ein Treiber. Es ist ein cloudbasiertes Hardware-Konfigurationstool, mit dem Nutzer ihre Razer-Geräte individuell anpassen können. Das Tool bietet erweiterte Optionen für Hardware-Einstellungen und Tastenbelegungen und unterstützt das Erstellen von Makros, sodass bestimmte Eingabe-Abfolgen per Tastendruck durchgeführt werden können.
Funktionen und Möglichkeiten von Razer Synapse
Individualisierung der Peripherie
Mit Razer Synapse können Nutzer ihre Razer-Peripheriegeräte umfassend individualisieren. Dazu gehören unter anderem:
- Tastenbelegung: Tasten können neu belegt und mit individuellen Funktionen oder Makros versehen werden.
- Makros: Die integrierte Makrofunktion ermöglicht es, Tastenfolgen zu definieren und mit einem einzigen Tastendruck abzufeuern. Dies ist nicht nur ein Komfort-Feature, sondern kann auch körperlich eingeschränkte Spieler bei komplizierten Eingaben unterstützen und Vorteile beim Zocken bieten.
- Beleuchtung: Razer Synapse ermöglicht die Erstellung und Synchronisierung eigener Beleuchtungseffekte für Razer-Geräte. Dies kann entweder über "Chroma Studio" oder mithilfe von "Chroma Connect" geschehen, einer Plattform zur Integration von Spielen und anderen Anwendungen. Mit dem "Chroma Visualizer" lässt sich die Beleuchtung von Geräten automatisch an Gameplay oder Musik anpassen.
- Profile: Synapse bietet die Möglichkeit, Profileinstellungen, Tastenzuweisungen und Makros entweder in der Cloud oder auf einem integrierten Speicher des jeweiligen Geräts zu sichern. Der integrierte Speicherplatz ist dabei auf bis zu vier Profile begrenzt.
Razer Chroma und Philips Hue Integration
Synapse unterstützt die Integration von Philips Hue zur Raumbeleuchtung: Durch ein spezielles Modul sollen sich Razer-Geräte mit Hue-Leuchten synchronisieren und so für mehr Immersion beim Zocken sorgen. Auch wirbt Razer mit der Möglichkeit, Synapse-Profile und Lichteffekte per Sprache mit Amazon Alexa zu steuern.
Cloud-basierte Profile
Razer Synapse ermöglicht es Nutzern, ihre Konfigurationen in der Cloud zu speichern. So können sie ihre bevorzugten Spiele mit ihren eigenen Tastatur- und Mauseinstellungen spielen, auch wenn sie sich nicht an ihrem eigenen Computer befinden. Die verschiedenen Einstellungen, die in der Cloud gespeichert wurden, können vor der Wiedergabe geladen werden.
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Gast-Account-Funktion für mehr Privatsphäre
Die Synapse-3-Software von Razer hat bislang einen Account vorausgesetzt, um sie mit den Mäusen und anderen Geräten des Herstellers nutzen zu können. Das ist nun nicht mehr erforderlich, womit auch die Notwendigkeit einer Internetverbindung entfällt. In der aktuellen Beta-Fassung reicht es aus, wenn man sich einen anonymen Gast-Account anlegt. Laut Razer bestehen dabei keine Einschränkungen. Auch mit einem Gast-Account hätten Spieler uneingeschränkten Zugriff auf Razer Synapse und Cortex. Ziel sei nicht nur mehr Privatsphäre, sondern auch die Möglichkeit, Synapse ohne aktive Internetverbindung nutzen zu können.
Kritik und Alternativen zu Razer Synapse
Kritikpunkte an Razer Synapse
Razer Synapse ist nicht ohne Kritik. Viele Nutzer bemängeln die schlechte Nutzerführung und den Zwang zum Razer-Konto. Zudem wird kritisiert, dass die Software oft nicht vernünftig funktioniert, sich aufhängt oder die eigenen integrierten Spiele-Profile nicht startet. Auch die Tatsache, dass Synapse 3 sich seit Jahren in der Beta-Phase befindet, wird von vielen Nutzern kritisiert.
Alternativen zu Razer Synapse
Zu den bekanntesten Alternativen gehören Logitech G-Hub sowie Corsair iCUE. Diese Programme sind jedoch auf Geräte der jeweiligen Hersteller beschränkt, während Synapse 3 exklusiv mit Razer-Geräten kompatibel ist.
Razer Synapse 3 im Detail
Hassliebe Synapse 3
Razer Synapse schlägt im Netz an allen Orten viel Abscheu entgegen. Das gilt für die ersten Versionen bis hin zu der aktuellen. Hier geht es um Synapse 3, das offiziell - seit Jahren! - eine Beta ist; Version 2 wird parallel angeboten. Schon bekloppt genug. Die beiden Hauptgründe für die Abscheu dürften sein: Schlechte Nutzerführung und Zwang zum Razer-Konto! Denn eigentlich ist es kein Treiber, sondern ein Cloud-Based Hardware Configuration Tool. Reist mal zurück in die Vergangenheit und erzählt dem 80er-Jahre Bill Gates oder Steve Jobs, dass man heute seine persönlichen Daten online hinterlegen muss, damit die A-Taste nicht nur A schreibt, sondern auch im Takt zur Musik tanzt … Sobald Ihr wieder in der Gegenwart ankommt, wird es keine Computer mehr geben. Und nebenbei: Synapse funktioniert auch ständig nicht vernünftig, hängt sich schon mal auf, startet die eigenen integrierten Spiele-Profile nicht, die Chroma-Vorschau funkioniert mal und mal nicht und so weiter. Hilfreiche Infos? Fehlanzeige. Razer Synapse 3 - leistungsfähig und abschreckend.
Übersicht und Konzept
Im Folgenden eine kleine Tour, um die wichtigsten Dinge einzurichten - und zwar in einer sinnvollen Reihenfolge. Vor allem sollte klar werden, wie die unterschiedlichen Bestandteile zusammenwirken. Im Einzelnen:
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- Chroma: Eigene Farbkonfigurationen anlegen.
- Chroma: Fertige Farbkonfigurationen importieren.
- Profil: Anlegen und konfigurieren.
- Profil: An Spiele und Anwendungen binden (Profil automatisch starten).
- Chroma: Ebenfalls an Spiele & Co. binden.
- Modul: Chroma Visualizer einrichten (alle Leucht-Dinge reagieren auf Töne --> Diskokugel).
- Apps: Chroma Clock installieren.
- Extra: Die standardmäßig integrierten Chroma-Spiele-Effektkonfigurationen aktivieren.
- Extra: Philips-Hue-Leuchten koppelt im separaten Artikel.
Für das Grundverständnis:
- Tastatur-Profile beinhalten nur Tastenkonfigurationen.
- Chroma-Studio-Effekte beinhalten nur Farbkonfigurationen.
- Profile und Chroma-Effekte werden separat an Programme/Spiele gekoppelt. Alternativ können auch umgekehrt Programme/Spiele an Profile/Effekte gekoppelt werden - gleiches Ergebnis, anderer Workflow.
- Gekoppelte Programme/Spiele aktivieren beim Start automatisch ihre Profile und Effekte.
- Module/Apps: Die Erweiterung Chroma Visualizer ist ein Modul - aber auch eine App im Modul Connect …
- Apps: 3rd-Party-Erweiterungen, ähnlich wie Module.
- Geräte: Im Profiles-Bereich sind Geräte Eure Hardware und das Chroma Studio - im Modul Connect meinen Geräte RGB-Hardware von Dritten (nun, Philips Hue etwa nicht, das hat wieder ein eigenes Modul).
Synapse ist leider mehr ein Sammlsurium aus Komponenten, Erweiterungen, Optionen, Nutzercontent und daher im Detail an vielen Stellen nicht intuitiv.
Chroma anlegen und importieren
Das Vorgehen ist super simpel: Taste markieren, Effekt wählen und zuweisen, fertig. Im Detail:
- Wechselt zunächst zum Reiter Studio, womit das Modul Chroma Studio gemeint ist.
- Erstellt einen Effekt - und da dieser idiotischer Weise nicht sofort benannt werden kann, benennt ihn auch noch um. Hier: Mein Effekt.
- Nun sind leider alle Tasten vorbelegt - markiert also zunächst alle Tasten und entfernt den Effekt von diesen Tasten (oder entfernt den Effekt selbst).
- Markiert anschließend die gewünschten Tasten - per Klick, per Drag&Drop oder über die Schnellauswahl oben links, um Standardbereiche wie den Numblock auszuwählen.
- Wählt dann den passenden Effekt - beziehungsweise verändert den vorgegebenen Effekt.
- Konfiguriert den Effekt dann auf der rechten Seite - Ihr seht die Effekte direkt in der Visualisierung. Nun, manchmal …
- Markiert anschließend weitere Tasten und ordnet diesen aus der Auswahl unten links wieder Effekte zu.
Wichtig: Ihr könnt Tasten auch mehrere Effekte zuordnen - so könnten Tasten zum Beispiel "atmen" (langsam die Farbe wechseln) und zusätzlich auf Anschläge oder Geräusche reagieren.
Alternativ könnt Ihr auch die Konfigurationen anderer Nutzer im Chroma Workshop herunterladen und über das kleine Menü importieren - hier zum Beispiel die Visualisierung eines schäumenden, sprudelnden Biers.
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Profil erstellen
Jetzt geht es daran ein Profil zu erstellen. Und Synapse wäre nicht Synapse, wenn das nicht nicht unter dem Reiter Profile geschehen würde, sondern unter dem Reiter Tastatur. Und es geht bekloppt weiter: Wieder heißt es: Erstellen und dann umbenennen. Hier: Mein Profil.
Dann wird es endlich gut: Markiert eine Taste und wählt dann aus den umfangreichen Optionen, was diese Taste denn tun soll.
Und es endet wieder mies: Wenn Ihr auf die Taste Standard unter der Tastatur klickt, wird daraus Hypershift, womit schlicht die FN-Taste gemeint ist - Ihr könnt also eine zusätzliche Belegung für die Taste wählen. Aber typisch Synapse, klappen beim Wechsel von Standard auf Hypershift natürlich sämtliche Optionen ein - Ihr dürft also ständig auf- und zuklappen.
Chroma und Profil an Anwendung binden
Nun geht es daran, Profile und Effekte mit Spielen und Programmen zu verknüpfen, heißt: Startet das Spiel, werden zugehöriges Profil und Chroma aktiviert. Wechselt dazu zum Reiter Profile. Markiert zunächst das gewünschte Gerät, sprich zum Beispiel die Tastatur, dann das oben angelegte Profil Mein Profil und klickt dann auf den Link zum Hinzufügen von Spielen.
Wählt dann das gewünschte Spiel oder über über den Hinzufügen-Button ein beliebiges Programm auf Eurem Rechner. Nur einige Spiele sind werden automatisch erkannt. Wiederholt das mit allen Titeln, die Ihr an Mein Profil knüpfen wollt. Diese Spiele starten automatisch das Profil.
Markiert dann links den Bereich Chroma Studio, wählt Mein Effekt und fügt abermals die gewünschten Titel hinzu - das können, müssen aber nicht dieselben Titel wie bei den Profilen sein.
Alternativ könnt Ihr auch oben auf Verknüpfte Spiele wechseln und die Verknüpfungen umgekehrt setzen: Wählt das Spiel und bindet dann Profil und Chroma daran.
Visualizer einrichten und nutzen
In einem alten Tutorial zeigen wir Euch, wie Ihr die App namens Audio Keyboard Visualizer einsetzt, um Geräte auf Töne reagieren zu lassen - das geht jetzt mit dem Modul namens Chroma Visualizer einacher. Wechselt im Reiter Synapse auf den Bereich Module und installiert den Chroma Visualizer über das kleine Download-Symbol.
Wechselt dann zum Reiter Connect und aktiviert den Visualizer per Rechtsklick.
Im neuen Reiter Visualizer könnt Ihr den Effekt nun konfigurieren. Der Visualizer lässt sich auch auf bestimmte Programme beschränken.
Wichtig: Der Visualizer übernimmt die gesamte Steuerung - das Chroma Studio ist dann tot! Andere Dinge in der Connect-Liste hingegen, zum Beispiel bestimmte Spiele (dazu später mehr), bleiben aktiviert, ohne exklusiv die Steuerung zu übernehmen …
Apps: Chroma Clock einrichten
Apps sind in der Synapse-Welt Plug-ins von Dritten. Die Nutzung hängt vom jeweiligen Programm ab, aber als Beispiel taugt die Chroma Clock ganz gut, weil sie sehr simpel ist: Stunden, Minuten, Sekunden werden auf der Tastatur schlicht über einzeln hervorgehobene Tasten angezeigt.
Ladet das ZIP aus dem Chroma Workshop herunter, entpackt es und führt die EXE-Datei aus - die Installation entspricht jedem anderen Windows-Programm.
Die Uhr-Konfiguration landet in der Taskleiste und die App erscheint in der Connect-Liste.
Extra: Default-Games nutzen
Synapse unterstützt allerlei Spiele per Default. Das heißt zum Beispiel: Wenn Ihr den Euro Truck Simulator startet, bekommt Ihr automatisch eine schicke und nützliche Keyboard-Beleuchtung. Und entsprechend landet dieser auch in der Connect-Liste.
Auch Rise of the Tomb Raider wird unterstützt - aber: Nach dem Start taucht es nicht in der Liste auf und Effekte gibt es auch nicht. Ihr könnt Euch jetzt wund suchen, Ihr werdet weder in Synapse noch in der Razer-Hilfe mehr Infos zu standardmäßig unterstützten Spielen finden als einfach Spiel starten. Ihr könnt das Spiel nicht in Synapse hinzufügen. Ihr müsst viel mehr in Tomb Raider in den Tastatur-Optionen die Chroma-Effekte aktivieren.
Manche Spiele tauchen also automatisch auf, andere nicht - sehr intuitiv …
Extra: Philips Hue
Auch Philips Hue könnt Ihr wie den Visualizer als Modul installieren und dann über einen eigenen Reiter konfigurieren. Visualizer und Hue funktionieren auch zusammen, so könnt Ihr die ganze Wohnung auf Töne und Musik reagieren lassen. Ihr müsst dafür aber vorher in Hue Entertainment-Zonen einrichten.
Was wirklich gut ist: Alle Hue-Lampen könnt Ihr im Chroma Studio genauso konfigurieren wie Tastaturtasten.
Sicherheitslücke in Razer Synapse
Ein Security Advisory von IT Security Consultant Dr. Oliver Schwarz und Matthias Deeg demonstrierte die lokale Windows-Rechteausweitung über einen Installer des Gaming-Controller-Herstellers Razer (Razer Synapse). Da der Installer auf Standard-Windows-Installationen automatisch startet, wenn entsprechende Hardware angeschlossen wird, waren die meisten Windows-Rechner daher von dieser - mittlerweile behobenen - Schwachstelle betroffen, unabhängig von vorinstallierter Software. Für den Angriff genügte überdies physischer Zugang zum Rechner, ein Standard-User-Konto und Hardware, die sich als Razer-Gaming-Controller ausgab.
Die von der SySS im Oktober 2021 gefundene Schwachstelle erinnert darüber hinaus stark an eine andere Verwundbarkeit in Razer-Installern, welche zuvor gefunden wurde und ebenfalls im letzten Jahr für Aufmerksamkeit sorgte. Erstere nutzt allerdings einen anderen Umstand aus, nämlich, dass der Installer der Zusatzsoftware Razer Synapse ausführbare Dateien in ein Verzeichnis ablegt, welches Standard-User vor der Installation beschreiben können. Legten User vor der Erstinstallation von Synapse entsprechende Unterverzeichnisse an, blieben sie auch nach der Installation deren Besitzer und konnten Zugriffsrechte nach Belieben ändern, ausführbare Dateien überschreiben und schadhafte Bibliotheken (DLL-Dateien) hinzufügen.
Razer hat die Schwachstelle mittlerweile behoben. Überdies wird bei der Treiberinstallation automatisch die neueste Version von Razer Synapse heruntergeladen. Somit müssen Admins nicht aktiv werden, um Angriffe zu verhindern.