Wasserkissen bei Migräne: Erfahrungen, Wirksamkeit und Alternativen

Wasserkissen, auch Wasserkopfkissen genannt, sind ein Nischenprodukt, das bei einigen Anwendern sehr beliebt ist. Viele berichten, dass das Kissen ein wahres Wundermittel gegen Rücken-, Schulter- oder Nackenschmerzen ist. Hersteller und Händler argumentieren außerdem mit wissenschaftlichen Belegen für die Wirksamkeit. Aber wie gut sind Wasserkissen wirklich, besonders im Hinblick auf Migräne?

Was ist ein Wasserkissen?

Als Wasserkissen werden Kopfkissen bezeichnet, deren Kern mit Wasser gefüllt ist. Im Gegensatz zu Wasserbetten besteht das Kissen nicht hauptsächlich aus Wasser. Der Wasserkern macht hier lediglich einen kleinen Teil aus. Etwa die Hälfte des Kissens nimmt der Wassertank ein, der von einer oder mehreren Polsterschichten aus herkömmlichen Kissenfüllungen wie Schaumstoff oder Daunen ummantelt wird. Diese Ummantelung sorgt nicht nur für ein vertrautes Liegegefühl auf der Oberfläche des Kissens, sondern dient auch als Wärmeisolierung.

Wasserkissen-Test: Fehlanzeige bei seriösen Testinstituten

Ein vermeintlicher Wasserkissen-Test ist online schnell gefunden. Tatsächlich werden auf diesen Seiten aber vor allem Produktbeschreibungen der Hersteller hübsch aufbereitet. Die seriösen Testinstitute in Deutschland haben sich mit dem Thema bisher nicht beschäftigt. Ob sich das in Zukunft ändern wird, ist fraglich.

Wasserkissen-Erfahrungen: Überwiegend positiv, aber Vorsicht

Produktrezensionen und Kundenmeinungen anderer Verbraucher sind für viele das Mittel der Wahl, um sich vor dem Kauf ein Bild zu machen. Auffallend ist, dass Wasserkissen online unterm Strich sehr positiv bewertet werden. Auch hier sollten Sie genau hinsehen und nicht jede x-beliebige Bewertung für bare Münze nehmen.

Die Johns-Hopkins-Studie: Ein Hoffnungsschimmer?

Wer sich über Wasserkopfkissen informiert, wird dabei auf eine viel zitierte Studie der US-amerikanischen Johns-Hopkins-Universität stoßen. In der bereits 1997 durchgeführten Studie schliefen 41 Personen mit Problemen an der Halswirbelsäule zunächst auf ihren eigenen herkömmlichen Kissen und anschließend auf Wasserkissen. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass Wasserkissen die Nackenschmerzen lindern können.

Lesen Sie auch: Vergleichende Analyse: Migräne vs. Epilepsie

Dass gerade eine so angesehene Elite-Universität zu diesem verheißungsvollen Ergebnis kommt, lässt auf die Wirksamkeit von Wasserkissen hoffen. Allerdings ist die Datenlage aus wissenschaftlicher Sicht nicht ausreichend, um hier tatsächlich eine Empfehlung auszusprechen. Denn eine einzelne wissenschaftliche Studie - egal wer dahintersteht - reicht noch lange nicht aus, um Aussagen treffen zu können.

Wasserkissen: Gut oder schlecht? Eine individuelle Entscheidung

Ob ein Wasserkissen für Sie geeignet ist und dadurch die Chance besteht, dass sich Ihre Nackenschmerzen und -verspannungen damit bessern, lässt sich vorher nicht abschätzen. Positive Kundenmeinungen und eine positive Tendenz aus der Wissenschaft lassen zumindest hoffen. Da ein Wasserkopfkissen in Form und Aufbau einem modernen Nackenstützkissen ähnelt, ist eine gute Stützwirkung durchaus denkbar. Sollten Sie einen Kauf in Erwägung ziehen, können Sie sich mehr Sicherheit verschaffen, indem Sie das Wasserkissen vorher ausprobieren.

Ein Vorteil von Wasserkopfkissen ist, dass durch die Menge des eingefüllten Wassers die Höhe des Kissens leicht und individuell angepasst werden kann. Wem der Gedanke an einen Wasserkern zu abenteuerlich erscheint, findet mit dem BODYGUARD® Visco-Kissen eine Alternative mit einer besonders anpassungsfähigen Füllung aus Viscoschaumflocken.

Wasserkissen 80x80 oder 40x80 cm? Die richtige Größe wählen

Wer lange ein großes quadratisches Daunenkissen 80×80 cm verwendet hat, tut sich meist schwer mit dem Gedanken, auf ein kleineres, halb so großes Wasserkissen 40×80 cm umzusteigen. Doch: Ein Wasserkissen 80×80 cm existiert genauso wenig wie ein Nackenkissen in diesen Abmessungen. Denn diese Kopfkissen sind nicht dazu gemacht, um sie zurecht zu drücken und zu falten. Stützkissen, egal ob mit oder ohne Wasserkern, funktionieren nur, wenn sie ihre Form beibehalten und dort nachgeben, wo Kopf und Hals Entlastung benötigen.

Wie gut ist ein Wasserkissen? Qualität und persönliches Empfinden

Ob ein Wasserkopfkissen gut oder schlecht ist, lässt sich pauschal nicht sagen. Sowohl die Produktqualität als auch das persönliche Empfinden sind hierfür ausschlaggebend. Ein Wasserkopfkissen sollte mindestens so lange halten wie ein modernes Schaumstoffkissen. Neben der Bettwäsche sollte sich auch der Bezug darunter abnehmen und waschen lassen. Da Wasserkopfkissen in Form und Größe meist einem Stützkissen für den Nacken nachempfunden sind, könnten sie theoretisch gut für den Nacken sein. Allerdings ist der Kern aus Wasser nicht jedermanns Sache.

Lesen Sie auch: Neurologische Expertise bei Migräne

Wie lange hält ein Wasserkissen? Lebensdauer und Pflege

Ein Wasserkopfkissen sollte mindestens so lange halten wie ein modernes Schaumstoffkissen. Neben der Bettwäsche sollte sich auch der Bezug darunter abnehmen und waschen lassen.

Wasserkissen und Migräne: Ein möglicher Zusammenhang

Migräne ist laut WHO eine der drei weltweit führenden Ursachen für Behinderung. Oftmals gehen Migräneattacken mit Nackenverspannungen einher. Durch tägliche Büroarbeit und immer stärker verbreitete Fehlhaltungen - oft auch durch den dauernden Blick aufs Smartphone - leiden viele Menschen an Nackenverspannungen oder Nackenschmerzen.

Ein Wasserkissen kann möglicherweise helfen, Nackenverspannungen zu reduzieren, was sich positiv auf Migräne auswirken könnte. Entscheidend ist bei einem Kissen die richtige Höhe. Verspannungen entstehen aber hauptsächlich aufgrund des zu hohen Drucks, welcher durch die falsche Matratze ausgeübt wird.

Die Qual der Wahl: Verschiedene Kissentypen im Überblick

Jeder Mensch hat individuelle Bedürfnisse und Vorlieben, wenn es um sein Kopfkissen geht. Es gibt verschiedene Kissentypen, die sich für unterschiedliche Schlafgewohnheiten eignen:

  • Federkissen: Natürlich und kuschelig, passen sich der Kopfform gut an und stützen Nacken und Kopf angenehm.
  • Nackenstützkissen: Speziell entwickelt, um den Nacken und die Halswirbelsäule optimal zu stützen und Nackenverspannungen vorzubeugen.
  • Latexkissen: Besonders für Allergiker geeignet, da sie meist staub- und milbenabweisend sind, formstabil und bieten eine gute Druckentlastung.
  • Memory-Foam-Kissen: Reagieren auf Körperwärme und passen sich so individuell der Kopfform an, bieten eine optimale Druckentlastung und können Nacken- und Rückenschmerzen vorbeugen.
  • Wasserkissen: Mit einer Wasserkammer ausgestattet, die eine individuelle Höhenanpassung ermöglicht und eine gute Kopf- und Nackenunterstützung bietet.

Die richtige Schlafposition und das passende Kissen

Auch für jede Schlafposition gibt es das richtige Kissen:

Lesen Sie auch: Migräne als Risikofaktor für Demenz?

  • Seitenschläfer: Sollten ein Nackenkissen verwenden, um die Lücke zwischen Kopf und Matratze zu füllen.
  • Rückenschläfer: Sollten ebenfalls ein Nackenstützkissen wählen, um die natürliche Krümmung des Nackens zu unterstützen.
  • Bauchschläfer: Für Bauchschläfer ist es am besten, ein möglichst flaches Kissen oder gar kein Kissen zu verwenden.

Worauf ist beim Kauf und Test eines Wasserkissens zu achten?

Beim Kauf eines Wasserkissens gibt es einige Punkte, die beachtet werden sollten:

  • Beschaffenheit bzw. Qualität des Materials: Achten Sie auf ein angenehmes Hautgefühl und das Vorhandensein eines Qualitätssiegels.
  • Einfache Befüllung: Das Kissen sollte einfach mit Wasser befüllt werden können, idealerweise mit einer mitgelieferten Einfüllhilfe.
  • Qualität des Füllmaterials: Die einzelnen Schichten, die den Wasserbehälter umgeben, sollten gleichmäßig und stabil verteilt sein.
  • Herstellergarantie: Achten Sie auf eine Herstellergarantie auf die Dichtigkeit des Wasserbehälters.

Reinigung und Pflege von Wasserkissen

Ein Wasserkissen sollte in regelmäßigen Abständen gereinigt werden. Der Bezug sollte regelmäßig gewechselt und bei einer Temperatur von 60 Grad gewaschen werden. Die Einfüllöffnung für das Wasser sollte ab und zu gründlich gereinigt werden, um Kalkablagerungen zu entfernen.

Alternativen zum Wasserkissen

Wenn ein Wasserkissen nicht das Richtige ist, gibt es verschiedene Alternativen:

  • Latexkissen: Bieten eine hohe Punktelastizität und eine gute Luftzirkulation.
  • Memory-Schaum-Kissen: Passen sich individuell an die Form des Kopfes und des Nackens an.
  • Körnerkissen: Haben einen entspannenden und wärmenden Effekt.
  • Feder- und Daunenkissen: Sind weich und formbar, aber nicht so stützend wie Wasserkissen.
  • Gelkissen: Leiten Wärme ab und halten das Kissen kühl.

Schlafen ohne Kissen: Eine Option für bestimmte Schlaftypen

Besonders Bauch- und Rückenschläfer können unter Umständen von einem Schlaf ohne Kissen profitieren - es entlastet die Wirbelsäule und lindert Nackenprobleme. Seitenschläfer sollten jedoch auf ein Kissen nicht verzichten, da sonst Verspannungen im Nacken und Rücken entstehen können.

tags: #wasserkissen #bei #migrane