Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch starke Kopfschmerzen gekennzeichnet ist und oft von visuellen Störungen begleitet wird. In den Wechseljahren können hormonelle Veränderungen Migräneanfälle beeinflussen. In seltenen Fällen können bildgebende Verfahren des Gehirns, wie z. B. eine MRT, kleine weiße Flecken aufzeigen, die Fragen nach ihren Ursachen und ihrer Bedeutung aufwerfen. Dieser Artikel beleuchtet die Zusammenhänge zwischen Wechseljahren, Migräne und weißen Flecken im Gehirn, um ein umfassendes Verständnis dieser komplexen Themen zu ermöglichen.
Migräne: Eine Übersicht
Migräne ist eine häufige neurologische Erkrankung, von der schätzungsweise 12 bis 14 Prozent der Bevölkerung betroffen sind. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Charakteristisch für Migräne sind einseitige, oft pulsierende Kopfschmerzen, die zwischen vier und 72 Stunden andauern können. Viele Patienten leiden unter Übelkeit, Erbrechen sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit.
Migräne mit Aura
Ein Teil der Betroffenen erlebt vor den Kopfschmerzen neurologische Symptome, die als Aura bezeichnet werden. Diese können sich in Form von Sehstörungen, Kribbeln oder Sprachstörungen äußern. Zu den visuellen Symptomen einer Aura gehören:
- Sehen von bunten Lichtblitzen
- Sehen von gezackten Linien (Fortifikationen)
- Flimmerskotome (flimmernde oder funkelnde Lichter, die sich im Sichtfeld bewegen)
- Geblendetes Sehen
- Verzerrtes Sehen
- Gesichtsfeldausfälle
Die Aura-Symptome entwickeln sich langsam und erreichen nach etwa 20 Minuten ihren Höhepunkt, bevor sie sich langsam zurückbilden.
Augenmigräne
Eine spezielle Form der Migräne ist die Augenmigräne (ophthalmische oder retinale Migräne), die in der Regel mit Sehstörungen einhergeht, ohne dass zwangsläufig Kopfschmerzen auftreten. Bei einer Augenmigräne kann sich das Sichtfeld verändern, und es kann zu Blitzlichtern, Flimmern oder Doppelbildern kommen. Die Symptome dauern in der Regel nur wenige Minuten bis zu einer Stunde.
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Ursachen und Auslöser von Migräne
Die genauen Ursachen von Migräne sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass Veränderungen in der Durchblutung und neuronalen Aktivität des Gehirns eine Rolle spielen. Es gibt auch bestimmte Auslöser, die bei manchen Menschen Migräneattacken hervorrufen können, darunter:
- Stress
- Hormonschwankungen (insbesondere bei Frauen)
- Schlafmangel
- Bestimmte Lebensmittel oder Getränke (z. B. Koffein, Alkohol, Käse, Schokolade)
- Grelles Licht
- Starke Gerüche
- Wetterwechsel
Behandlung von Migräne
Die Behandlung von Migräne zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Häufigkeit von Attacken zu reduzieren. Akute Migräneattacken können mit Schmerzmitteln wie Acetylsalicylsäure (Aspirin) oder Ibuprofen behandelt werden. Bei stärkeren Attacken können Triptane eingesetzt werden, die spezifisch gegen Migräne wirken.
Zur Vorbeugung von Migräne können verschiedene Medikamente eingesetzt werden, darunter Betablocker, Antiepileptika und Antidepressiva. Auch nicht-medikamentöse Maßnahmen wie regelmäßiger Ausdauersport, Entspannungsverfahren und Stressbewältigung können hilfreich sein.
Migräne in den Wechseljahren
Die Wechseljahre (Klimakterium) beginnen in der Regel zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr. Während dieser Zeit nimmt die Produktion der Sexualhormone in den Eierstöcken ab, was zu Schwankungen des Östrogen- und Gestagenspiegels führt. Diese hormonellen Veränderungen können verschiedene Beschwerden verursachen, darunter Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Stimmungsschwankungen und auch Migräne.
Einfluss der Hormone auf Migräne
Östrogen spielt eine wichtige Rolle bei der Regulation des Nervensystems und der Blutgefäße im Gehirn. Ein Abfall des Östrogenspiegels kann die Erregbarkeit der Hirnrinde erhöhen und so Migräneattacken auslösen. Bei manchen Frauen verschlimmert sich die Migräne zu Beginn der Wechseljahre, während sie sich bei anderen bessert. Bei etwa 80 Prozent der Frauen verschwindet die Migräne in den zehn Jahren nach den Wechseljahren.
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Behandlung von Migräne in den Wechseljahren
Die Behandlung von Migräne in den Wechseljahren kann eine Herausforderung darstellen, da hormonelle Veränderungen die Wirksamkeit bestimmter Medikamente beeinflussen können. Hormonersatztherapie (HRT) kann bei manchen Frauen helfen, die Migräne zu lindern, insbesondere wenn sie durch einen Östrogenmangel verursacht wird. Es ist jedoch wichtig, die Risiken und Vorteile der HRT mit einem Arzt zu besprechen.
Weiße Flecken im Gehirn
In der Kernspintomografie (MRT) des Gehirns können sogenannte Hyperintensitäten der weißen Hirnsubstanz sichtbar werden, die als "weiße Flecken" bezeichnet werden. Diese weißen Flecken sind ein Hinweis auf eine ischämische Schädigung, also eine Minderdurchblutung des Hirngewebes.
Ursachen von weißen Flecken im Gehirn
Weiße Flecken im Gehirn können verschiedene Ursachen haben, darunter:
- Migräne: Migränepatienten, insbesondere solche mit Aura, weisen häufiger weiße Flecken in der weißen Hirnsubstanz auf.
- Alter: Mit zunehmendem Alter treten weiße Flecken häufiger auf.
- Bluthochdruck: Bluthochdruck kann die kleinen Blutgefäße im Gehirn schädigen und zu weißen Flecken führen.
- Diabetes: Diabetes kann ebenfalls die Blutgefäße schädigen und das Risiko für weiße Flecken erhöhen.
- Multiple Sklerose (MS): Weiße Flecken sind ein typisches Merkmal von MS, einer chronisch-entzündlichen Erkrankung des zentralen Nervensystems.
- Schlaganfall: Nach einem Schlaganfall können weiße Flecken im betroffenen Hirnareal sichtbar werden.
- Andere Erkrankungen: Seltenere Ursachen für weiße Flecken sind Vaskulitiden (Entzündungen der Blutgefäße), Infektionen und genetische Erkrankungen.
Bedeutung von weißen Flecken im Gehirn
Die Bedeutung von weißen Flecken im Gehirn hängt von ihrer Ursache, Anzahl und Lokalisation ab. In vielen Fällen sind weiße Flecken asymptomatisch und haben keine Auswirkungen auf die kognitiven Fähigkeiten oder die Gesundheit. In einigen Fällen können sie jedoch mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfall, Demenz oder andere neurologische Erkrankungen verbunden sein.
Weiße Flecken und Migräne
Studien haben gezeigt, dass Migränepatienten, insbesondere solche mit Aura, häufiger weiße Flecken in der weißen Hirnsubstanz aufweisen als Menschen ohne Migräne. Der Zusammenhang zwischen Migräne und weißen Flecken ist noch nicht vollständig geklärt. Es wird vermutet, dass wiederholte Migräneattacken zu einer Schädigung der kleinen Blutgefäße im Gehirn führen können. Eine Studie zeigte, dass Menschen mit einer Migräne in der Vorgeschichte häufiger Hyperintensitäten der weißen Hirnsubstanz aufweisen, was übrigens auch auf Patienten mit starken Kopfschmerzen anderer Genese zutraf. Kopfschmerzpatienten hatten zweifach häufiger ausgeprägte Hyperintensitäten der weißen Hirnsubstanz (oberstes Drittel). Besonders deutlich war die Assoziation bei Patienten, die unter einer Migräne mit Aura gelitten hatten. Die Autoren ermittelten eine Odds Ratio von 12,4. Sie lässt trotz eines sehr weiten 95-Prozent-Konfidenzintervalls (1,6-99,4) kaum Zweifel daran, dass es sich hierbei um eine besonders schädliche Form der Migräne handelt.
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Weiße Flecken und kognitive Fähigkeiten
Die Sorge, dass Migräne oder andere Kopfschmerzen langfristig die kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigen, scheint unbegründet zu sein. Eine Studie zeigte, dass eine Migräne oder andere heftige Kopfschmerzen in der Anamnese nicht mit schlechteren Ergebnissen in kognitiven Tests einhergehen.
Diagnose von weißen Flecken im Gehirn
Weiße Flecken im Gehirn werden in der Regel im Rahmen einer MRT-Untersuchung des Gehirns entdeckt. Die MRT ermöglicht eine detaillierte Beurteilung des Hirngewebes und kann helfen, die Ursache der weißen Flecken zu identifizieren.
Behandlung von weißen Flecken im Gehirn
Die Behandlung von weißen Flecken im Gehirn richtet sich nach ihrer Ursache. Wenn die weißen Flecken durch Bluthochdruck oder Diabetes verursacht werden, ist eine gute Kontrolle dieser Erkrankungen wichtig. In einigen Fällen können Medikamente eingesetzt werden, um das Risiko für weitere Schädigungen des Hirngewebes zu reduzieren.
Selen und Wechseljahresbeschwerden
Selen ist ein essentielles Spurenelement, das eine wichtige Rolle für verschiedene Körperfunktionen spielt. Es wirkt antioxidativ, schützt die Schilddrüse vor oxidativen Schäden und unterstützt die Bildung von Antikörpern und Abwehrzellen des Immunsystems. Neuesten Studien zufolge besteht ein Zusammenhang zwischen Selen und psychischer sowie kognitiver Gesundheit.
Selenmangel in den Wechseljahren
In den Wechseljahren kann es vielfach zu Schilddrüsenfehlfunktionen kommen, da das Organ aufgrund von oxidativen Schäden in der Funktionalität beeinträchtigt wird. Infolgedessen kann die Schilddrüse nicht mehr ausreichend Hormone produzieren. Selen schützt die Schilddrüse vor oxidativen Schäden und erhält somit die Funktion.
Symptome eines Selenmangels
Ein Selenmangel kann sich auf unterschiedliche Weise äußern. Der Bedarf an Selen liegt zwischen 50 und 60 Mikrogramm täglich. Allerdings kann es sein, dass einzelne Frauen in den Wechseljahren deutlich höhere Selenmengen brauchen, um etwa einen Mangel zu korrigieren oder Autoimmunerkrankungen zu begegnen. Angesichts dessen ist es wichtig, insbesondere bei resistenten Symptomen des Hormonmangels im Klimakterium einen Selenmangel auszuschließen.
Selenzufuhr
Um ausreichend Selen aufzunehmen, ist es wichtig, mehrere verschiedene Quellen heranzuziehen. Selen ist in verschiedenen Lebensmitteln enthalten, darunter Paranüsse, Fisch, Fleisch und Eier. Der Selengehalt einzelner pflanzlicher Lebensmittel variiert jedoch stark. Wenn Sie an einer Autoimmunerkrankung leiden, benötigen Sie eventuell mehr Selen. Bei einem niedrigen Spiegel können Sie auch Selen supplementieren.
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