Migräne ist eine häufige Form von Kopfschmerzen, die besonders bei Kindern und Jugendlichen belastend sein kann. Ibuprofen ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), der zur Linderung von Schmerzen und Entzündungen eingesetzt wird. Dieser Artikel beleuchtet die Anwendung von Ibuprofen 400 mg bei Migräne, insbesondere die Dosierung für Kinder und wichtige Anwendungshinweise.
Was ist Migräne?
Es gibt viele Arten von Kopfschmerzen. Spannungskopfschmerzen und Migräne sind nur zwei Beispiele, die viele Menschen kennen. Oftmals ist es jedoch nicht einfach zwischen beiden Kopfschmerzarten zu unterscheiden. In der Regel treten Spannungskopfschmerzen beidseitig auf, während Migräne meist nur einseitig auftritt. In manchen Fällen wird eine Migräneattacke auch von einer sogenannten Aura begleitet, bei der es zu Seh- oder Gleichgewichtsstörungen kommen kann.
Dolormin® Migräne: Ein Überblick
Dolormin® Migräne enthält den Wirkstoff Ibuprofen aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Dank des Eiweißbausteins Lysin kann der Wirkstoff schnell vom Körper aufgenommen werden und rasch seine schmerzlindernde Wirkung entfalten. Dolormin® Migräne Tabletten sind für Kinder ab 6 Jahren geeignet, die mehr als 20 kg wiegen. Falls nicht anders vom Arzt verordnet, befolgen Sie die Dosierung füdie entsprechende Alters- bzw. Wenn nötig, können Sie nach 6 Stunden eine weitere Einzeldosis einnehmen. Die Tagesgesamtdosis für die jeweilige Altersgruppe sollte nicht überschritten werden. Dolormin® Migräne ist für eine kurzfristige Anwendung vorgesehen. Wenden Sie das Medikament daher ohne Absprache mit dem Arzt nicht länger als 3 Tage an. Suchen Sie ebenso Rat bei einem Arzt, wenn sich die Beschwerden verschlimmern oder im angegebenen Zeitraum nicht bessern. Nehmen Sie die Filmtablette unzerkaut und mit ausreichend Flüssigkeit, zum Beispiel mit einem Glas Wasser, ein.
Wirkweise von Ibuprofen
Ibuprofen greift in das Entzündungsgeschehen und die Schmerzwahrnehmung ein, indem es die Cyclooxygenasen (COX) COX-1 und COX-2 hemmt und damit die Bildung von Prostaglandinen stoppt. Diese Botenstoffe sind wesentlich an Entzündungsgeschehen sowie an der Weiterleitung und Wahrnehmung von Schmerzsignalen beteiligt. Allerdings bauen Prostaglandine auch die schützende Magenschleimhaut auf, weshalb es bei Einnahme von Ibuprofen zu einer Reduktion der schützenden Schleimschicht innerhalb des Magens kommen kann. Ein Nebeneffekt der COX-Hemmung ist eine vermehrte Bildung von Leukotrienen, die für Asthmatiker problematisch sein kann, da diese zu einer Bronchokonstriktion führen können.
Zusammengefasst wirkt Ibuprofen:
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- analgetisch (schmerzlindernd)
- antiinflammatorisch (entzündungshemmend)
- antipyretisch (fiebersenkend)
Dosierung von Ibuprofen bei Migräne für Kinder
Die Dosierungsempfehlung von Ibuprofen richtet sich danach, ob Patienten das Medikament innerhalb der Selbstmedikation erwerben oder es über einen Arzt verschrieben wurde. Das Arzneimittel wird bei Kindern und Jugendlichen in Abhängigkeit vom Körpergewicht dosiert, in der Regel mit 7 bis 10 mg/kg KG als Einzeldosis, bis maximal 30 mg/kg KG als Tagesgesamtdosis. Das jeweilige Dosierungsintervall richtet sich nach der Symptomatik und der maximalen Tagesgesamtdosis. Es sollte 6 Stunden nicht unterschreiten.
Hier eine Übersicht der Dosierungsempfehlungen für Kinder und Jugendliche (innerhalb der Selbstmedikation):
- 20-29 kg (Kinder 6-9 Jahre): ED ½ Filmtablette (200 mg), max. Tagesgesamtdosis 1½ Filmtabletten (600 mg)
- 30-39 kg (Kinder 10-11 Jahre): ED ½ Filmtablette (200 mg), max. Tagesgesamtdosis 2 Filmtabletten (800 mg)
- Mehr als 40 kg (Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene): ED 1 Filmtablette (400 mg), max. Tagesgesamtdosis 3 Filmtabletten (1200 mg)
Wichtiger Hinweis: Die niedrigste wirkungsvolle Dosis sollte für die kürzeste Dauer, die zur Linderung der Symptome erforderlich ist, angewendet werden.
Anwendungshinweise für Ibuprofen
- Nehmen Sie die Filmtablette unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (z.B. einem Glas Wasser) ein.
- Bei einem empfindlichen Magen empfiehlt es sich, das Arzneimittel während der Mahlzeit einzunehmen.
- Ohne ärztlichen Rat sollten Sie das Arzneimittel nicht länger als 3 Tage anwenden. Bei länger anhaltenden Beschwerden sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
- Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
- Bei länger dauernder Anwendung von Dolormin Migräne ist eine regelmäßige Kontrolle der Leberwerte, der Nierenfunktion sowie des Blutbildes erforderlich.
- Bei Einnahme von Dolormin Migräne vor operativen Eingriffen ist der Arzt oder Zahnarzt zu befragen bzw. zu informieren.
Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen
Beschreibt, welche Erkrankungen oder Umstände gegen eine Anwendung des Arzneimittels sprechen, in welchen Altersgruppen das Arzneimittel nicht eingesetzt werden sollte/darf und ob Schwangerschaft und Stillzeit gegen die Anwendung des Arzneimittels sprechen.
Gegenanzeigen
Ibuprofen darf nicht angewendet werden bei:
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- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.
- Bekannten Reaktionen von Bronchospasmus, Asthma, Rhinitis oder Urtikaria nach der Einnahme von Acetylsalicylsäure oder anderen nicht-steroidalen Entzündungshemmern in der Vergangenheit.
- Ungeklärten Blutbildungsstörungen.
- Bestehenden oder in der Vergangenheit wiederholt aufgetretenen peptischen Ulzera oder Hämorraghien.
- Gastrointestinalen Blutungen oder Perforation in der Anamnese im Zusammenhang mit einer vorherigen Therapie mit nicht-steroidalen Antirheumatika/Antiphlogistika (NSAR).
- Zerebrovaskulären oder anderen aktiven Blutungen.
- Schweren Leber- oder Nierenfunktionsstörungen.
- Schwerer Herzinsuffizienz.
- Letztes Drittel der Schwangerschaft.
- Kinder unter 20 kg (6 Jahren), da diese Dosisstärke aufgrund des Wirkstoffgehaltes nicht geeignet ist.
Besondere Vorsicht ist geboten bei:
- Magen-Darm-Beschwerden
- Entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
- Blutgerinnungsstörung
- Bluthochdruck
- Koronare Herzkrankheit
- Diabetes mellitus
- Rauchen
- Durchblutungsstörungen
- Kollagenosen (Lupus erythematodes, Mischkollagenose)
- Porphyrie (Stoffwechselkrankheit)
- Größere Operation, die kurz zuvor stattgefunden hat
- Windpocken
Schwangerschaft und Stillzeit
Während des dritten Schwangerschaftstrimesters besitzen alle Prostaglandinsynthesehemmer folgende Risiken:
- kardiopulmonale Toxizität (mit vorzeitigem Verschluss des Ductus arteriosus und pulmonaler Hypertonie)
- Nierenfunktionsstörung, die zu Nierenversagen mit Oligohydramnion fortschreiten kann
- mögliche Verlängerung der Blutungszeit der Mutter
- Hemmung von Uteruskontraktionen, mit der Folge eines verspäteten oder verlängerten Geburtsvorganges
Ibuprofen geht in die Muttermilch über, weshalb der Wirkstoff während der Stillzeit nicht dauerhaft eingesetzt werden sollte.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Ibuprofen (wie andere NSAR) sollte nur mit Vorsicht zusammen mit den folgenden Arzneistoffen eingenommen werden:
- Andere NSAR einschließlich Salicylate: Risiko gastrointestinaler Ulzera und Blutungen erhöht
- Digoxin, Phenytoin, Lithium: Serumspiegel dieser Arzneimittel kann sich erhöhen
- Diuretika, ACE-Hemmer, Betarezeptorenblocker und Angiotensin-II-Antagonisten: Wirkung von Diuretika und Antihypertensiva kann abgeschwächt werden. Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion kann es zu einer weiteren Verschlechterung der Nierenfunktion, einschließlich eines möglichen akuten Nierenversagens, kommen.
- Kaliumsparende Diuretika: Hyperkaliämie möglich
- Glucocorticoide: erhöhtes Risiko gastrointestinal Ulzera oder Blutungen
- Thrombozytenaggregationshemmer wie Acetylsalicylsäure und selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI): erhöhtes Risiko gastrointestinal Blutungen
- Niedrig dosierte Acetylsalicylsäure: Wirkung von niedrig dosierter Acetylsalicylsäure auf die Blutplättchenaggregation kann gehemmet sein.
- Methotrexat: erhöhte Konzentration von Methotrexat und Zunahme seiner toxischen Wirkung
- Ciclosporin: Risiko einer nierenschädigenden Wirkung durch Ciclosporin wird erhöht
- Antikoagulanzien: Wirkung von Antikoagulanzien wie Warfarin kann verstärket werden
- Sulfonylharnstoffe: Kontrolle der Blutzuckerwerte empfohlen
- Tacrolimus: Risiko der Nephrotoxizität ist erhöht, wenn beide Arzneimittel gleichzeitig verabreicht werden
- Zidovudin: Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Hämarthrosen und Hämatome bei HIV-positiven Hämophilie-Patienten, die gleichzeitig Zidovudin und Ibuprofen einnehmen
- Probenecid und Sulfinpyrazon: Ausscheidung von Ibuprofen kann verzögert werden
Mögliche Nebenwirkungen
Zu den sehr häufig auftretenden Nebenwirkungen (≥1/10) zählen:
- Sodbrennen
- Bauchschmerzen
- Übelkeit
- Erbrechen
- Blähungen
- Diarrhö
- Verstopfung
- geringfügige Magen-Darm-Blutverluste, die in Ausnahmefällen eine Anämie verursachen können
Klinische Studien weisen darauf hin, dass die Anwendung von Ibuprofen insbesondere in hohen Dosen (2.400 mg/Tag) möglicherweise mit einem geringfügig erhöhten Risiko arterieller thrombotischer Ereignisse (z. B. Myokardinfarkt oder Schlaganfall) assoziiert ist.
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Alternativen zu Ibuprofen bei Migräne
Migräneanfälle lassen sich mit Schmerzmitteln oder Migränemedikamenten lindern. Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen können bei Bedarf eine sinnvolle Ergänzung sein. Bei einer leichten Migräne kann es ausreichen, sich in einen dunklen, kühlen Raum zurückzuziehen und sich hinzulegen. Meist ist eine Migräne aber sehr schmerzhaft. Die meisten Menschen nehmen deshalb Medikamente ein, um einen Migräneanfall durchzustehen. Bei mäßigen Schmerzen kann ein rezeptfreies Schmerzmittel aus der Apotheke genügen. Bei einer heftigen Migräne sind manchmal stärkere Medikamente nötig.
Weitere Schmerzmittel
Die in Deutschland am häufigsten eingesetzten Schmerzmittel sind Acetylsalicylsäure (ASS wie in "Aspirin"), Diclofenac, Ibuprofen und Paracetamol. Die folgende Tabelle zeigt, in welchen Dosierungen diese Medikamente bei Erwachsenen mit Migräne üblicherweise eingesetzt werden:
| Wirkstoff | Dosierung bei einem Migräneanfall | Tägliche Höchstdosis für Erwachsene |
|---|---|---|
| ASS | 1000 mg | 3000 mg |
| Diclofenac | 50 mg | 150 mg |
| Ibuprofen | 400 mg | 2400 mg |
| Paracetamol | 1000 mg | 4000 mg |
Triptane
Triptane wurden speziell zur Behandlung von Migräne entwickelt. Alle Wirkstoffe dieser Medikamentengruppe verengen die Hirngefäße und hemmen die Freisetzung entzündungsfördernder Botenstoffe. Triptane können Schmerzen, Übelkeit und Lichtempfindlichkeit lindern. Derzeit sind sieben verschiedene Triptane erhältlich:
- Almotriptan
- Eletriptan
- Frovatriptan
- Naratriptan
- Rizatriptan
- Sumatriptan
- Zolmitriptan
Einige dieser Mittel gibt es in verschiedenen Darreichungsformen: als Tabletten, Kapseln, Nasenspray, Zäpfchen, Lösung zum Spritzen oder als Schmelztablette, die unter die Zunge gelegt wird.
Wichtige Hinweise
- Reaktionsvermögen: Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen bedienen.
- Dauer der Anwendung: Bei Schmerzen oder Fieber ohne ärztlichen Rat nicht länger anwenden als in der Packungsbeilage vorgegeben!
- Kopfschmerzen durch Schmerzmittel: Bei dauerhafter Anwendung von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die durch das Schmerzmittel erzeugt werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um zu verhindern, dass Ihre Kopfschmerzen chronisch werden.
- Nierenschädigung: Die gewohnheitsmäßige Anwendung von Schmerzmitteln kann zu einer dauerhaften Nierenschädigung führen.
- Allergie: Vorsicht bei Allergie gegen Schmerzmittel!