Medikamente zur Behandlung von Migräne in Italien

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch anfallartige, pulsierende, wiederkehrende Kopfschmerzen gekennzeichnet ist und meist von weiteren Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- oder Geräuschempfindlichkeit begleitet wird. Die Häufigkeit von Migräneanfällen kann sich zwischen Betroffenen deutlich unterscheiden und den Alltag erheblich beeinträchtigen. Glücklicherweise stehen viele Medikamente zur Verfügung, um die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Was ist Migräne?

Migräne unterscheidet sich von gewöhnlichen Kopfschmerzen. Oft setzen die Schmerzen anfallartig und plötzlich ein - man spricht hier von einem Migräneanfall. Dieser kann nur wenige Stunden andauern, sich aber auch über mehrere Tage ausdehnen. Typisch für diese Krankheit sind zumeist einseitig auftretende Kopfschmerzen, die etwa vier bis 72 Stunden andauern können. Oft kommen begleitende Symptome wie Übelkeit, Erbrechen oder eine erhöhte Lichtempfindlichkeit hinzu. Bei einigen Patienten wird eine Migräneattacke von einer sogenannten Aura begleitet. Der Schmerz kann sich wie ein Hämmern und Klopfen anfühlen, manchmal so stark, dass er das Auge herauszudrücken scheint.

Ursachen und Auslöser

Migräne ist eine weitverbreitete Erkrankung, die etwa sechs Prozent der Männer und 18 Prozent der Frauen betrifft. Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt, aber es gibt verschiedene Faktoren, die Migräneattacken auslösen können:

  • Stress: Ständig unter Strom zu stehen und sich zu zwingen, funktionieren zu müssen, kann Migräne begünstigen.
  • Hormonelle Schwankungen: Besonders bei Frauen können hormonelle Veränderungen im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus, der Schwangerschaft oder den Wechseljahren eine Rolle spielen.
  • Schlafmangel: Unregelmäßiger oder unzureichender Schlaf kann Migräneattacken provozieren.
  • Nahrungsmittel: Bestimmte Nahrungsmittel wie Käse, Schokolade, Zitrusfrüchte oder Alkohol können bei manchen Menschen Migräne auslösen.
  • Umweltfaktoren: Wetterumschwünge, Lärm, grelles Licht oder starke Gerüche können ebenfalls Auslöser sein.

Medikamentöse Behandlung von Migräne

Migränepatient*innen werden bei der Migräne-Prophylaxe mit einer Vielzahl von Medikamenten behandelt, von denen jedoch die wenigsten speziell für die Migräne-Therapie entwickelt wurden. Bei der medikamentösen Behandlung von Migräne unterscheidet man zwischen Akuttherapie und Prophylaxe.

Akuttherapie

Die Akuttherapie zielt darauf ab, die Symptome während eines Migräneanfalls zu lindern. Hier kommen verschiedene Schmerzmittel zum Einsatz:

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  • Freiverkäufliche Schmerzmittel: Bei leichten bis mittelschweren Migräneattacken können weit verbreitete Präparate wie Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen oder Paracetamol eingesetzt werden. Nationale wie internationale Leitlinien empfehlen Acetylsalicylsäure (ASS) als Mittel der ersten Wahl und bewerten die wissenschaftliche Evidenz der Wirksamkeit von ASS mit der höchsten Stufe.
  • Triptane: Diese Medikamente wirken gezielt auf die Mechanismen, die bei der Entstehung der Migräne eine wesentliche Rolle spielen. Sie können nicht nur gegen die Kopfschmerzen helfen, sondern auch gegen Begleitsymptome wie Übelkeit und Erbrechen. Triptane sind verschreibungspflichtig, aber einige sind in kleinen Packungsgrößen rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.
  • Kombinationspräparate: Einige Medikamente enthalten eine Kombination aus Schmerzmitteln und Coffein. Diese können wirksamer sein, sollten aber aufgrund möglicher Nebenwirkungen nur an maximal 10 Tagen im Monat eingenommen werden.

Wichtiger Hinweis: Wer die Medikamente häufiger als an zehn Tagen im Monat einnimmt - so die Faustregel - läuft Gefahr, Dauerkopfschmerzen zu bekommen.

Migräneprophylaxe

Die Migräneprophylaxe soll die Häufigkeit und Intensität von Migräneanfällen reduzieren. Sie kommt vor allem bei Patienten mit häufigen oder sehr schweren Attacken in Frage. Es gibt verschiedene Medikamente, die zur Migräneprophylaxe eingesetzt werden können, darunter:

  • Betablocker: Diese Medikamente werden eigentlich zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt, können aber auch die Häufigkeit von Migräneattacken reduzieren.
  • Antidepressiva: Bestimmte Antidepressiva können ebenfalls zur Migräneprophylaxe eingesetzt werden, auch wenn keine Depressionen vorliegen.
  • Antiepileptika: Einige Antiepileptika können ebenfalls die Häufigkeit von Migräneattacken reduzieren.
  • CGRP-Antagonisten: Diese relativ neuen Medikamente blockieren ein Protein, das bei der Entstehung von Migräne eine Rolle spielt.

Das Forschungsprojekt BECOME: Das von Novartis initiierte und durchgeführte Forschungsprojekt BECOME (2017-2018) untersuchte die unübersichtliche und von Ärztinnen uneinheitlich gehandhabte Migräne-Vorbeugung genauer. Die BECOME Datensammlung zielte darauf ab, Erkenntnisse für die langfristige Verbesserung der Versorgung von Migräne-Patientinnen zu erhalten. Die BECOME-Forscherinnen erhoben Daten in Deutschland, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Griechenland, Großbritannien, Frankreich, Irland, Italien, Kroatien, Portugal, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien und Tschechien. Durch die einheitliche Befragung in allen Studienländern konnte das bisher begrenzte Wissen über die Behandlungssituation von Migräne-Patientinnen mit erfolglosen vorbeugenden Migränebehandlungen gezielt erweitert werden. Über alle teilnehmenden Länder hinweg konnte ein starker Einfluss der Migräne auf Alltag und Lebensqualität festgestellt werden. Auch zeigte sich, dass die zum damaligen Zeitpunkt angewendeten Therapien von den Betroffenen zu einem hohen Prozentsatz (insgesamt ca.

Medikamente in Italien

In Italien stehen verschiedene Medikamente zur Behandlung von Migräne zur Verfügung, sowohl rezeptpflichtige als auch rezeptfreie. Die Wahl des geeigneten Medikaments hängt von der Art und Schwere der Migräneattacken sowie von individuellen Faktoren ab. Es ist wichtig, sich von einem Arzt oder Apotheker beraten zu lassen, um das richtige Medikament und die richtige Dosierung zu finden.

Einige Beispiele für in Italien erhältliche Medikamente gegen Migräne sind:

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  • Schmerzmittel: Paracetamol, Ibuprofen, Acetylsalicylsäure (ASS)
  • Triptane: Sumatriptan, Rizatriptan, Zolmitriptan, Almotriptan
  • Kombinationspräparate: Medikamente, die Schmerzmittel und Coffein enthalten

Alternative Behandlungsmethoden

Neben der medikamentösen Behandlung gibt es auch alternative Behandlungsmethoden, die bei Migräne helfen können:

  • Osteopathie: Osteopathie kann helfen, indem sie Verspannungen löst und das Nervensystem unterstützt, um die Häufigkeit und Intensität der Migräneanfälle zu verringern. Durch gezielte manuelle Techniken wird die Durchblutung verbessert, die Muskulatur entspannt und Blockaden gelöst, die oft zu Migräneanfällen beitragen können.
  • Entspannungstechniken: Regelmäßige Entspannungsübungen wie Yoga, Meditation oder progressive Muskelentspannung können helfen, Stress abzubauen und Migräneattacken vorzubeugen.
  • Regelmäßiger Schlaf: Ein regelmäßiger Schlafrhythmus kann dazu beitragen, Migräneattacken zu reduzieren.
  • Vermeidung von Auslösern: Wer seine persönlichen Auslöser kennt, kann versuchen, diese zu vermeiden.

Osteopathie bei Migräne

Ein italienisches Forscherteam unter der Leitung von Francesco Cerritelli untersuchte, ob Osteopathie helfen kann, Migräneschmerzen zu lindern und zukünftige Anfälle zu verhindern. Die Studie wurde im International Journal of Osteopathic Medicine veröffentlicht.

Zwischen März und November 2010 wurden 105 Migräne-Patienten im Department of Neurology des United Hospitals in Ancona untersucht. Die Teilnehmer im Alter von 18 bis 50 Jahren wurden in drei Gruppen eingeteilt: eine Gruppe erhielt eine osteopathische Behandlung zusätzlich zu Medikamenten, eine zweite Gruppe nur Medikamente (Triptane), und eine dritte Gruppe eine Scheinbehandlung.

Zu Beginn der Studie waren die soziodemografischen Faktoren, die Schwere der Migräne und die Lebensqualität der Teilnehmer in allen Gruppen gleich. Nach sechs Monaten wurden die Patienten erneut untersucht und mit dem Headache Impact Test (HIT-6) nach der Häufigkeit, Intensität und den Auswirkungen ihrer Migräne gefragt.

Die Ergebnisse zeigten deutliche Unterschiede im Behandlungserfolg: In der Scheinbehandlungsgruppe und der reinen Medikamentengruppe sank der Migränewert um 2,11 Punkte. Bei den Patienten, die zusätzlich zu den Triptanen Osteopathie erhielten, sank der Wert jedoch um 8,74 Punkte im Vergleich zur reinen Medikamentengruppe und um 6,6 Punkte im Vergleich zur Placebo-Gruppe.

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Die Auswirkungen der Kopfschmerzen auf den Alltag der Patienten verringerten sich in der Osteopathiegruppe signifikant. Auch in der Scheinbehandlungsgruppe kam es zu einer signifikanten, aber geringeren, Reduktion der Beeinträchtigung. Ein weiteres interessantes Ergebnis ist, dass sich die durchschnittliche Anzahl der Migränetage im Monat in der Osteopathie-Gruppe kontinuierlich von etwa 22,5 Tagen auf 1,2 Tage am Ende des Behandlungszeitraums verringerte. Die Patienten in der Scheinbehandlungsgruppe hatten ebenfalls zu Beginn durchschnittlich 22,3 Migränetage im Monat, am Ende der Behandlung immer noch durchschnittlich 18,6 Migränetage im Monat, in der Kontrollgruppe gab es keine Reduktion. Diese deutlichen Unterschiede zwischen den Gruppen waren auch statistisch signifikant.

Diese methodisch sehr sorgfältig geplante und durchgeführte Studie zeigt also deutlich die Bedeutung osteopathischer Behandlung der Migräne.

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