Eine Krebserkrankung und die damit verbundenen Therapien stellen eine enorme psychische und physische Belastung dar. Hinzu kommt, dass Behandlungen wie Chemo- oder Strahlentherapie oft sichtbare Spuren an Haut und Haaren hinterlassen. Umso wichtiger ist es, den Betroffenen zu helfen, sich trotz dieser Veränderungen wohlzufühlen und ihr Selbstwertgefühl zu stärken.
Auswirkungen von Krebstherapien auf Haut und Haare
Krebstherapien, insbesondere Chemotherapie, Strahlentherapie und zielgerichtete Medikamente, können eine Reihe von Nebenwirkungen auf Haut und Haare haben:
- Haarverlust: Chemotherapie kann zu teilweisem oder vollständigem Haarverlust führen, da die Medikamente (Zytostatika) auf sich schnell teilende Zellen wirken, zu denen auch die Haarwurzelzellen gehören. Auch Strahlentherapie des Kopfes kann die Haarwurzeln schädigen.
- Hautreizungen: Medikamente können Hautreizungen, Trockenheit, Schuppungen, Rötungen, Flecken, allergische Reaktionen, Ausschläge, Entzündungen und Schwellungen verursachen.
- Narbenbildung: Operationen hinterlassen Narben, die das äußere Erscheinungsbild verändern können.
Diese äußeren Veränderungen können von den Betroffenen als stigmatisierend erlebt werden und zu einem Rückzug aus dem sozialen Leben führen.
Haarpflege bei Haarverlust
Der durch die Chemotherapie bedingte Haarverlust ist oft die auffälligste Veränderung. Es gibt jedoch Möglichkeiten, damit umzugehen und die Kopfhaut optimal zu pflegen:
- Frühzeitige Beratung: Wenden Sie sich frühzeitig an einen versierten Friseur oder ein Perückenstudio, um eine passende Perücke auszuwählen. Die Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten für eine Kunsthaarperücke mit einer Zuzahlung.
- Kurzhaarschnitt: Erwägen Sie vor der Therapie einen Kurzhaarschnitt, um den Haarausfall weniger auffällig zu machen.
- Kopfbedeckungen: Tücher, Hüte oder andere Kopfbedeckungen können den Haarverlust kaschieren und die Kopfhaut vor Umwelteinflüssen schützen. Im Sommer eignen sich Bandanas, Baseballkappen oder Strohhüte, im Winter Mützen aus Wolle oder Kunstpelz.
- Sanfte Haarpflege: Verwenden Sie lauwarmes Wasser und ein sehr mildes Shampoo, z.B. Babyshampoo, um Haare und Kopfhaut zu waschen. Tupfen Sie die Haare anschließend nur trocken und verwenden Sie eine weiche Bürste zum Kämmen.
- Vermeiden Sie Belastungen: Verzichten Sie auf Föhnen, Färben, Dauerwellen, Haarschaum, -gele und -spray sowie auf kräftiges Bürsten oder Kämmen.
- Kopfhautpflege: Schützen Sie die Kopfhaut mit fetthaltigen Salben vor dem Austrocknen und tragen Sie im Freien Sonnenschutzmittel oder eine Kopfbedeckung.
Im Normalfall wächst das Haar nach Beendigung der Therapie wieder nach, manchmal aber in einer anderen Haarfarbe oder mit anderer Struktur.
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Die Rolle von Shampoos
Ein mildes Shampoo, wie z.B. Babyshampoo, ist besonders wichtig, um die empfindliche Kopfhaut während und nach der Krebstherapie zu schonen. Achten Sie auf folgende Eigenschaften:
- pH-neutral: Der pH-Wert sollte dem der Haut entsprechen, um den Säureschutzmantel nicht zu beeinträchtigen.
- Ohne aggressive Tenside: Vermeiden Sie Shampoos mit Sodium Lauryl Sulfate (SLS) oder Sodium Laureth Sulfate (SLES), da diese die Haut austrocknen können.
- Ohne Duft- und Konservierungsstoffe: Diese können die Haut zusätzlich reizen.
- Beruhigende Inhaltsstoffe: Produkte mit Oliven- oder Mandelöl wirken beruhigend auf die Haut.
Kühlkappen zur Vorbeugung von Haarausfall
Eine weitere Möglichkeit, den Haarverlust während der Chemotherapie zu reduzieren, ist die Verwendung von Kühlkappen. Diese werden während der Infusion getragen und verengen die Blutgefäße der Kopfhaut, sodass weniger Chemotherapiemedikament die Haarwurzeln erreicht. Studien zeigen, dass bei 70-80% der Patientinnen, die Kühlkappen verwenden, kein oder nur teilweiser Haarausfall auftritt.
Allerdings ist die Kühlung der Kopfhaut nicht für jeden geeignet. Bei Hirntumoren oder Schädelknochenmetastasen ist sie beispielsweise nicht empfehlenswert, da die gekühlte Kopfhaut zu nah am Tumor liegt.
Hautpflege bei Hautreizungen
Die Haut vieler Krebspatienten ist durch Medikamente blass, trocken und sehr empfindlich. Hier sind einige Tipps zur Hautpflege:
- Milde Reinigung: Verwenden Sie zur Reinigung nur lauwarmes Wasser und milde, seifenfreie Lotionen. Reinigen Sie die Haut nicht zu häufig und intensiv.
- Feuchtigkeitspflege: Tragen Sie nach der Reinigung eine Feuchtigkeitscreme auf, im Sommer möglichst mit Lichtschutzfaktor. Milde Produkte mit Aloe vera, Avocadoöl oder Calendula können zur Pflege genutzt werden.
- Sonnenschutz: Verwenden Sie in der Sonne Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor, da viele Therapien die Haut sensibler für UV-Strahlung machen. Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung.
- Make-up: Ein Make-up kann helfen, frischer und gesünder auszusehen und Hautreizungen, Ausschläge oder Narben abzudecken. Wählen Sie das Make-up passend zum Teint und tragen Sie es mit den Fingern oder einem Make-up-Schwämmchen auf.
- Narbenpflege: Pflegen Sie Narben nach ärztlicher Rücksprache mit speziellen Salben. Verwenden Sie Lotionen mit hohem Lichtschutzfaktor, da Narben keine Pigmente enthalten und die Haut nicht vor Sonnenlicht schützen.
Weitere Tipps für das Wohlbefinden
Neben der Haut- und Haarpflege gibt es weitere Möglichkeiten, das Wohlbefinden während der Krebstherapie zu steigern:
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- Bewegung: Sportliche Aktivität ist grundsätzlich erlaubt.
- Rehabilitation: Nach einer Hirntumor-OP ist eine Anschlussheilbehandlung möglich, um Defizite zu erkennen und zu beheben.
- Austausch: Sprechen Sie mit Familie, Freunden oder anderen Betroffenen über Ihre Sorgen und Ängste.
- Professionelle Hilfe: Fachpersonal wie Ärzte, Pflegekräfte oder Psychologen können helfen, die schwere Zeit der Krebserkrankung besser zu verarbeiten. Auch speziell für Krebskranke geschulte Kosmetiker, Friseure und Imageberater können Unterstützung bieten.
- Kosmetikseminare: Organisationen wie DKMS LIFE bieten kostenlose Kosmetikseminare inklusive Tücher- und Kopfschmuckberatung an.
Die Bedeutung des Selbstwertgefühls
Sich wohlzufühlen und sich als attraktiv zu empfinden, steigert das Selbstbewusstsein, hilft Kraft zu schöpfen und fördert letztendlich den Heilungsprozess. Nehmen Sie die angebotenen Hilfen an und finden Sie Strategien, um mit den Veränderungen umzugehen und Ihr Selbstwertgefühl zu stärken.
Forschung zu Hirntumoren und Ernährung
Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das „Essverhalten“ der Krebszellen die Aggressivität von Hirntumoren beeinflusst. Bösartige Krebszellen benötigen viel Energie zum Wachsen und Wuchern, wobei Zucker und Aminosäuren wichtige Energiequellen darstellen. Das Enzym BCAT1 spielt eine Rolle beim Abbau von Aminosäuren in Glioblastomzellen. Eine übermäßige Aktivität von BCAT1 macht die Glioblastomzellen aggressiver. Die Unterdrückung von BCAT1 könnte ein Angriffsziel für zielgerichtete Therapien sein, um den Tumor auszuhungern.
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