Eine Rückenmarksverletzung kann das Leben eines Menschen dramatisch verändern. Sie entsteht durch Schädigungen des Rückenmarks oder der Nerven, was zu vorübergehenden oder dauerhaften Funktionsveränderungen führt. Glücklicherweise gibt es eine Vielzahl von Behandlungen und Strategien, um die Auswirkungen einer Rückenmarksverletzung zu minimieren und die Lebensqualität zu verbessern.
Ursachen und Risikofaktoren einer Rückenmarksverletzung
Es gibt viele mögliche Ursachen für eine Rückenmarksverletzung. Zu den häufigsten gehören:
- Unfälle: Autounfälle, Stürze und Sportverletzungen sind bedeutende Ursachen.
- Gewalteinwirkung: Schussverletzungen können ebenfalls zu Rückenmarksverletzungen führen.
- Medizinische Komplikationen: Chirurgische Komplikationen oder Infektionen des Rückenmarks können ebenfalls eine Rolle spielen.
- Erkrankungen des Rückenmarks: Bestimmte Erkrankungen können das Rückenmark schädigen.
Rückenmarksverletzungen können jeden treffen, aber bestimmte Personengruppen haben ein höheres Risiko:
- Personen, die Hochrisikosportarten betreiben.
- Menschen mit Knochen- oder Gelenkerkrankungen.
Arten und Symptome einer Rückenmarksverletzung
Die Symptome einer Rückenmarksverletzung hängen von der Art und Schwere der Verletzung ab. Es gibt zwei Haupttypen:
- Vollständige Rückenmarksverletzung: Hierbei gibt es keinen sensorischen oder motorischen Input unterhalb der Verletzungsstelle.
- Unvollständige Rückenmarksverletzung: Hierbei bleiben einige Empfindungen und willkürliche Bewegungen unterhalb der Verletzungsstelle erhalten.
Eine Verletzung, die das Rückenmark quetscht oder zusammendrückt, kann die Nervenbündel dauerhaft schädigen. Diese Nervenschädigung kann die Bewegung oder das Gefühl erheblich beeinträchtigen. Spastik kann Bewegung, Körperhaltung und Gleichgewicht erschweren. Dieser Zustand kann die Fähigkeit beeinflussen, eine oder mehrere Gliedmaßen oder eine Körperhälfte zu bewegen.
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Myelopathie: Eine spezielle Form der Rückenmarkschädigung
Als Myelopathie wird eine Reihe klinischer Symptome bezeichnet, die durch Schädigung des Rückenmarks, vor allem im Bereich der Halswirbelsäule, ausgelöst wird. Die Myelopathie wird durch eine Verengung des Spinalkanals ausgelöst. Der Spinalkanal liegt im Inneren der Wirbelsäule. Dort verlaufen das Rückenmark und die Nervenwurzeln. Kommt es zu einer Einengung des Spinalkanals, so werden Rückenmark und Nerven eingeschnürt oder gereizt, was Schmerzen und weitere Symptome auslöst. Diese Einengung entwickelt sich - außer nach einem Unfall - oft schleichend und über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Dabei wird das Rückenmark durch den zunehmenden Druck geschädigt.
Typische Beschwerden einer Myelopathie sind Schmerzen im Nacken, die in die Arme ausstrahlen. Außerdem können sie Taubheit und mitunter Kraftverlust in den Armen auslösen. Symptomatisch sind weniger die Schmerzen als die neurologischen Störungen. Typisch bei einer Myelopathie ist auch das Einschlafen der Arme oder Hände während der Nachtruhe. Anfängliche Symptome einer Myelopathie sind überdies eine zunehmende Steifheit im Nacken mit Schmerzen beim Drehen des Kopfes nach links und rechts.
Die Myelopathie der Halswirbelsäule kann angeboren sein oder degenerativ ausgelöst werden. Ebenso können Durchblutungsstörungen, Verletzungen, Blutungen nach Unfällen, Knochenerkrankungen oder Tumore eine Myelopathie verursachen.
Diagnose und Behandlung der Myelopathie
In einer detaillierten Untersuchung unter Einsatz bildgebender Diagnostik wird das Ausmaß der Myelopathie ermittelt. In den Schichtaufnahmen der Magnetresonanztomografie (MRT) ist die Myelomalazie (heller Fleck) klar erkennbar. Konservative Therapien bei Myelopathie, also der Verzicht auf Operationen, sind leider nur sehr eingeschränkt möglich und können nur die Schmerzen lindern. Im frühen Stadium helfen Medikamente gegen leichtere Schmerzen.
Ziel des neurochirurgischen Eingriffs ist es, dem Rückenmark und den Nerven wieder mehr Raum zu verschaffen. Hierzu wird meistens eine sogenannte „ventrale Fusion“ durchgeführt. Die entfernte Bandscheibe wird dann durch einen Platzhalter ersetzt. Erstreckt sich die Verengung über mehrere Wirbelkörper, ist unter Umständen eine Ersatzoperation einzelner Wirbelkörper erforderlich.
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Querschnittlähmung: Eine schwerwiegende Folge einer Rückenmarksverletzung
Eine Querschnittlähmung liegt vor, wenn die Nerven im Rückenmark durchtrennt sind. Man unterscheidet inkomplette und komplette Querschnittlähmungen. Außerdem spielt die Höhe der Verletzung eine wichtige Rolle.
Arten der Querschnittlähmung
Querschnittlähmungen lassen sich einmal nach der Höhe der Verletzung unterscheiden:
- Tetraplegie/Tetraparese: Die Verletzung liegt oberhalb des obersten Brustwirbels im Bereich der Halswirbelsäule. Beide Arme und Beine sowie der Rumpf sind gelähmt. Je nach Höhe der Verletzungen haben Betroffene außerdem schwere Probleme beim Atmen.
- Paraplegie/Paraparese: Die Verletzung liegt im Bereich von Brust- oder Lendenwirbelsäule. Die Beine und ein Teil des Rumpfs sind gelähmt.
Außerdem unterscheidet man Querschnittlähmungen danach, wie schwerwiegend die Verletzung der Nerven ist:
- Komplette Querschnittlähmung (Plegie, Paralyse): In diesem Fall sind die Nerven an der betroffenen Stelle komplett durchtrennt. Arme und/oder Beine und der jeweilige Teil des Rumpfes sind vollständig gelähmt. Zusätzlich sind Körperfunktionen wie die Entleerung von Harnblase und Darm gestört.
- Inkomplette Querschnittlähmung (Parese): Besteht eine Schädigung des Rückenmarks, sind die Nerven aber nicht komplett durchtrennt, bleiben Empfindungsvermögen und Muskelkraft teils erhalten.
Noch genauer lässt sich das Lähmungsausmaß mithilfe der „American Spinal Injury Association (ASIA) Impairment Scale“ klassifizieren. Diese reicht von ASIA A, was einer kompletten Querschnittlähmung von Armen und Beinen entspricht, bis zu ASIA E, dem gesunden Normalzustand.
Symptome einer Querschnittlähmung
Das zentrale Symptom einer Querschnittlähmung ist der Ausfall der Muskulatur und der Sensibilität. Das Ausmaß, in dem beides auftritt, hängt von der Art der Querschnittlähmung ab beziehungsweise davon, wie das Rückenmark geschädigt ist. Hinzu kommen oft Nervenschmerzen.
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Außerdem kann eine Querschnittlähmung durch fehlende Bewegung zu Komplikationen wie Druckgeschwüren und Osteoporose führen. Fast alle Menschen mit einer Querschnittlähmung leiden unter Störungen der Darm- und Blasenentleerung sowie der Sexualfunktion.
Manchmal entstehen Symptome einer Querschnittlähmung, wenn das Rückenmark nicht durchtrennt, sondern gequetscht oder in seiner Durchblutung beeinträchtigt wird. Dafür kann zum Beispiel ein Tumor verantwortlich sein. In solchen Fällen ist es möglich, dass sich die Beschwerden zumindest in Teilen zurückbilden.
Ursachen von Querschnittlähmungen
Die meisten Querschnittlähmungen entstehen durch einen Unfall. Schwere Stürze, Sportverletzungen oder Verkehrsunfälle beispielsweise führen dazu, dass starke Kräfte auf das Rückenmark einwirken und dieses geschädigt wird.
Abgesehen von Verletzungen können verschiedene Erkrankungen eine Querschnittlähmung zur Folge haben. Dazu gehören zum Beispiel folgende:
- Bandscheibenvorfälle
- Tumore
- Multiple Sklerose
- Rückenmarksentzündungen, zum Beispiel durch Bakterien oder Viren
- Rückenmarksinfarkte
- Angeborene Fehlbildungen wie eine Spina Bifida, die zu einer schlaffen Lähmung führt
- Schlaganfälle
Therapiemöglichkeiten bei Querschnittlähmung
Aktuell gibt es keine Möglichkeit, dafür zu sorgen, dass durchtrenntes Nervengewebe wieder zusammenwächst. Damit ist eine Heilung einer Querschnittlähmung nicht möglich.
Allerdings gibt es eine ganze Reihe von Behandlungsoptionen sowie Hilfsmitteln, die die Lebensqualität von Betroffenen spürbar verbessern und Einschränkungen im täglichen Leben reduzieren können.
- Operation: Durch eine Operation lässt sich zwar die Querschnittlähmung selbst nicht beseitigen, trotzdem ist sie oft in der Akutphase nach einer Verletzung notwendig, um beispielsweise Knochensplitter aus dem Rückenmark zu entfernen. Es gilt, die Wirbelsäule zu stabilisieren, weitere Verletzungen zu vermeiden und den Nerven die Möglichkeit zu geben, sich zu regenerieren.
- Medikamentöse Behandlung: Medikamente dienen zum Beispiel dazu, chronische Schmerzen zu senken oder Tumore beziehungsweise Gerinnungsstörungen zu behandeln.
- Rehabilitation: Solange es nicht möglich ist, eine Querschnittlähmung zu heilen, spielt die Rehabilitation eine Schlüsselrolle in der Behandlung. Ziel ist es, dass Betroffene möglichst gut mit ihren Einschränkungen umgehen und ihren Alltag selbstständig meistern können. Zu diesem Zweck kommen verschiedene Methoden zur Anwendung.
Auch wenn es noch lange dauern kann, gehen die meisten Forscher davon aus, dass Querschnittlähmungen irgendwann heilbar sein werden. Aktuelle Forschungsprojekte verfolgen verschiedene Ansätze. Einige konzentrieren sich darauf, Wege zu finden, wie sich die Regeneration von Zellen im Rückenmark stimulieren lässt. Große Hoffnungen ruhen auf Stammzelltherapien. Schließlich feiern Therapien erste Erfolge, die auf die Kombination aus Physiotherapie und Elektrostimulation, eine Art Rückenmarkschrittmacher, setzen.
Eine Querschnittlähmung stellt auch für Menschen im engeren Umfeld von Betroffenen eine Herausforderung dar. Auf der einen Seite wollen diese der betroffenen Person so gut wie möglich helfen. Auf der anderen Seite ist es wichtig, eine Überforderung und Folgen wie einen Burn-out zu vermeiden. Deshalb sollten Angehörige möglichst früh Unterstützung in Anspruch nehmen. Neben Ärzten bieten sich dafür Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen an.
Wirbelgleiten (Spondylolisthesis)
Wirbelgleiten tritt in der Regel zusammen mit einer Verengung des Wirbelkanals (Spinalkanalstenose) auf. Das führt nicht immer zu Beschwerden. Wenn es zu Beschwerden kommt, dann sind das typischerweise Schmerzen im unteren Rücken, die in das Gesäß oder die Oberschenkel ausstrahlen - manchmal auch in die Unterschenkel oder Füße. Die Schmerzen können eine oder beide Seiten betreffen. Die Beine oder Füße können auch kribbeln oder sich taub anfühlen - etwa so wie eingeschlafene Gliedmaßen.
Bei bestimmten Anzeichen wie Lähmungserscheinungen, Schwäche in den Beinen, Taubheit im Dammbereich oder einer plötzlichen Störung der Blasen- oder Darmfunktion sollte man sofort ärztlichen Rat einholen. Denn sie können auf drohende Nervenschäden hinweisen, die eine unmittelbare Operation erfordern.
Diagnose und Behandlung von Wirbelgleiten
Durch bildgebende Untersuchungen wie ein Röntgenbild, eine Computertomografie (CT) oder eine Magnetresonanz-Tomografie (MRT) können verschobene Wirbel sichtbar gemacht werden.
Bei einem Wirbelgleiten ist es sinnvoll, so aktiv wie möglich zu bleiben. Aber auch Ruhepausen können bei Beschwerden Entlastung bringen. Das Ziel ist, zu einem guten Gleichgewicht zu finden - zum Beispiel, indem man sich Aufgaben in kleine Häppchen aufteilt oder zwischen leichteren und schwereren Aktivitäten wechselt. Keine Angst vor Bewegung - auch nicht bei Schmerzen!
Ein Wirbelgleiten wird vorrangig konservativ behandelt - also ohne Operation.
- Schmerzstillende Medikamente: Sie können Schmerzen lindern und es erleichtern, aktiv zu bleiben. Meist werden entzündungshemmende Schmerzmittel wie zum Beispiel Diclofenac oder Ibuprofen empfohlen. Am besten nimmt man sie nur bei Bedarf und in der geringsten wirksamen Dosierung ein.
- Manuelle Therapie und Physiotherapie: Studien zeigen, dass eine gezielte manuelle Therapie die Beschwerden zumindest für einige Wochen etwas lindern kann. Es gibt spezielle Techniken für die Behandlung eines verengten Wirbelkanals. Sie sollten mit Übungen zum Erhalt der allgemeinen Kraft, Stabilität und Beweglichkeit kombiniert werden.
- Rehasport und Funktionstraining: Die Ärztin oder der Arzt kann Rehasport zur Stärkung von Ausdauer und Kraft oder ein sogenanntes Funktionstraining (Gymnastik oder Wassergymnastik) verschreiben. Diese Kurse finden in Gruppen statt und werden physiotherapeutisch angeleitet.
- Multimodale Behandlungsprogramme: Besonders wenn Beschwerden länger andauern, können solche Programme sinnvoll sein. Sie kombinieren mehrere Behandlungsansätze wie Bewegung, Entspannung und medizinische, physiotherapeutische sowie psychologische Therapien. Das Ziel ist, die Schmerzen zu lindern, aber auch den Umgang mit den Beschwerden im Alltag zu erleichtern.
- Operation: Führt eine Spinalkanalstenose mit Wirbelgleiten zu starken Beschwerden, die trotz konservativer Behandlungen über Monate andauern, kann eine Operation infrage kommen. Die Erfolgsaussichten sind aber begrenzt.
Wirbelgleiten und eine Spinalkanalstenose lassen sich nicht heilen. Auch wenn Rücken- und Beinschmerzen mal mehr, mal weniger stark sind, begleiten sie einen meist dauerhaft. Deshalb ist es sinnvoll, sich damit zu arrangieren, so gut es geht - und vorsichtig mit unrealistischen Heilungsversprechen zu sein.
Spinalkanalstenose
Die Spinalkanalstenose beschreibt eine Verengung des Wirbelkanals, die vor allem bei Menschen über 60 Jahren auftritt. Typischerweise verspürt man Rücken- und Beinschmerzen und kann keine weiten Strecken mehr gehen. Häufigste Ursache ist der natürliche Alterungsprozess, der zu Verschleißerscheinungen an der Wirbelsäule führt.
Ursachen für eine Spinalkanalstenose
Am häufigsten entsteht eine Spinalkanalstenose durch den natürlichen Alterungsprozess. Durch den Verschleiß werden die Bandscheiben flacher. Das kann die Wirbelkörper stärker belasten, wodurch sich knöcherne Anbauten (Osteophyten) bilden. Zudem können Gleitwirbel oder Wirbelgelenkarthrose auftreten.
Der verengte Raum führt dazu, dass das Rückenmark und die Spinalnerven eingeengt werden. Eine solche Verengung kann in allen Abschnitten der Wirbelsäule auftreten - in der Hals-, Brust- oder Lendenwirbelsäule. Am häufigsten ist die Lendenwirbelsäule betroffen.
Diagnose einer Spinalkanalstenose
Ärzte entdecken eine Spinalkanalstenose bei älteren Menschen oft zufällig in bildgebenden Untersuchungen. Zur Diagnostik fertigt der Arzt bei der Untersuchung in der Regel ein MRT- sowie ein Röntgenbild an. Diese bildgebenden Verfahren zeigen die genaue Position und das Ausmaß der Verengung. Zusammen mit der Krankengeschichte (Anamnese) und dem Vorliegen der typischen Symptome kann so eine Diagnose gestellt werden. Aber: Nicht jede im MRT sichtbare Verengung muss Beschwerden verursachen.
Behandlung einer Spinalkanalstenose
Heute muss man bei einer Spinalkanalstenose nur noch selten mit einer Operation rechnen. Der Arzt wird zunächst konservative Therapiemethoden empfehlen. Erst wenn diese Behandlungsmöglichkeiten über längere Zeit nicht den gewünschten Erfolg bringen und die Beschwerden weiter bestehen, kann eine Operation in Frage kommen.
Es gibt viele Behandlungsmöglichkeiten, die bei einer Spinalstenose helfen können. Physiotherapie oder Krankengymnastik zielen häufig darauf ab, gegen eine zu starke Lordose des Betroffenen vorzugehen. Bei einer solchen physiotherapeutischen Behandlung sollte man darauf achten, dass man nicht nur den Rücken kräftigt. Es wird vor allem empfohlen, die muskulär-faszialen Spannungen herunterzufahren.
Viele Betroffene mit Wirbelkanalstenose greifen häufig auf Schmerzmittel zurück. Diese können in der Klinik oder Praxis sogar durch eine Injektion direkt in den Spinalkanal verabreicht werden, was vorübergehend Linderung verschaffen kann.
Einklemmter Nerv
Ein eingeklemmter Nerv (Nervenkompression) wird umgangssprachlich oft mit plötzlich auftretenden, stechenden Schmerzen in Verbindung gebracht, die meist in Folge von plötzlichen Bewegungen auftreten können und sich anfühlen, als hinge der Nerv beispielsweise zwischen zwei Knochen fest. Tatsächlich entsteht diese Art von Schmerz häufig durch eine vorübergehende Reizung des Nervs. Stattdessen üben meist weiche Strukturen wie Muskeln, Sehnen oder Gewebe Druck auf den Nerv aus, wodurch dessen Funktion beeinträchtigt wird. Dieser Druck kann Reizungen und Entzündungen hervorrufen, die zu Symptomen wie Schmerzen, Taubheitsgefühlen oder Bewegungseinschränkungen führen.
Ursachen eines eingeklemmten Nervs
Häufige Ursachen sind Verspannungen durch Fehlhaltungen, degenerative Erkrankungen wie Bandscheibenvorfälle oder Arthrose sowie Verletzungen durch Stürze oder Überlastung. Auch systemische Erkrankungen wie Diabetes oder Engpasssyndrome wie das Karpaltunnelsyndrom können Nervenkompressionen auslösen.
Symptome eines eingeklemmten Nervs
Typische Symptome sind stechende oder brennende Schmerzen, Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen. Je nach betroffener Stelle können auch Bewegungseinschränkungen oder eine verminderte Berührungsempfindlichkeit auftreten.
Behandlung eines eingeklemmten Nervs
Wärmeanwendungen, sanfte Dehnübungen und gezielte Bewegungen lockern verspannte Muskeln und entlasten den Nerv. Physiotherapie oder Massagen können den Heilungsprozess unterstützen. Wenn die Beschwerden länger anhalten, können entzündungshemmende Medikamente helfen. Bei starken Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Cauda-equina-Syndrom
Das Cauda-equina-Syndrom oder Kaudasyndrom ist ein sehr seltener neurologischer Notfall, bei dem es zu einer Schädigung der Nervenwurzeln des unteren Rückenmarks kommt. Neben starken Rückenschmerzen drohen dabei u.a. Gefühlsstörungen, Lähmungen und der Verlust der Blasenkontrolle. Meist ist ein mechanisches Problem im Wirbelkanal die Ursache, z. B. ein Bandscheibenvorfall oder eine Spinalkanalstenose.
Ursachen des Cauda-equina-Syndroms
Die Nervenwurzeln der Cauda equina bzw. des Conus medullaris können auf viele Weisen geschädigt werden. Am häufigsten geschieht dies aufgrund von Einengung und mechanischem Druck (Kompression) durch Strukturen in der Nachbarschaft. Weitere Ursachen sind Verletzungen des Rückenmarks durch schwere Unfälle. Seltener können auch Gefäßerkrankungen, Blutungen, entzündliche Prozesse oder Infektionen wie die Syphilis, Tuberkulose oder die Lyme-Borreliose zu einem Kaudasyndrom führen.
Diagnose des Cauda-equina-Syndroms
Der Nachweis des Kaudasyndroms erfolgt am besten anhand von MRT-Aufnahmen. Die ersten Hinweise auf ein Cauda-equina-Syndrom geben die Beschwerden des Patienten und die Erhebung der Krankengeschichte.
Behandlung des Cauda-equina-Syndroms
Das Cauda-equina-Syndrom ist ein neurologischer Notfall und bedarf der sofortigen Therapie. Ziel ist, die eingeengten Nervenwurzeln vom Druck zu befreien. Üben ein Bandscheibenvorfall, eine Spinalkanalstenose oder ein Wirbelsäulentumor Druck auf die Cauda equina aus, wird operiert. Der Eingriff sollte innerhalb von 24 bis spätestens 48 Stunden nach Diagnose erfolgen, damit möglichst keine dauerhaften Schäden zurückbleiben.
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