Ein Meningeom ist ein meist gutartiger Tumor, der von den Hirnhäuten (Meningen) ausgeht, die das Gehirn und das Rückenmark umgeben. Meningeome können sowohl im Schädelinneren (intrakraniell) als auch im Bereich der Wirbelsäule (spinal) auftreten. Spinale Meningeome sind seltener und wachsen in der Regel langsam, können aber durch die Kompression des Rückenmarks oder der Nervenwurzeln zu neurologischen Ausfällen führen. Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen von Betroffenen, die Behandlungsmöglichkeiten und die langfristigen Perspektiven nach einer Operation.
Diagnose und Symptome
Die Diagnose eines spinalen Meningeoms erfolgt oft zufällig im Rahmen von bildgebenden Verfahren wie MRT oder CT. Symptomatische Patienten leiden häufig unter lokalen Schmerzen, die entlang der betroffenen Nervenwurzeln ausstrahlen. Bei Tumoren in der Halswirbelsäule können die Schmerzen in die Arme ausstrahlen, bei Tumoren in der Brustwirbelsäule reifförmig in den Brustkorb und bei Tumoren in der Lendenwirbelsäule wie bei Ischiasbeschwerden in die Beine.
Weitere Symptome können sein:
- Taubheitsgefühle
- Gangunsicherheit mit verbreitertem Gangbild
- Schwäche der Muskulatur von Armen und Beinen
- Blasenstörungen
Es ist wichtig zu beachten, dass nicht jeder Schmerz im Bereich der Wirbelsäule auf einen Tumor hindeutet, da Tumore der Wirbelsäule seltene Ursachen für Schmerzen sind. Eine gründliche körperliche und neurologische Untersuchung ist entscheidend, um die Notwendigkeit weiterer bildgebender Verfahren zu beurteilen.
Erfahrungen von Betroffenen
Viele Betroffene berichten von einem langen Leidensweg, bevor die Diagnose eines spinalen Meningeoms gestellt wird. Oft werden die Symptome zunächst auf andere Ursachen wie Bandscheibenvorfälle oder Verspannungen zurückgeführt. Die Diagnose selbst ist für viele ein Schock, insbesondere für junge Menschen, die nicht mit einer solchen Erkrankung rechnen.
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Einige Betroffene berichten von positiven Erfahrungen mit der Behandlung und Betreuung in spezialisierten Kliniken. So wird beispielsweise die fachliche Kompetenz und die menschliche Zuwendung des medizinischen Personals hervorgehoben. Auch der Austausch mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen kann eine wichtige Unterstützung sein, um Mut und Zuversicht zu schöpfen.
Umgang mit der Diagnose
Die Diagnose eines Meningeoms kann viele Fragen und Ängste aufwerfen. Es ist wichtig, sich umfassend zu informieren und sich von erfahrenen Ärzten beraten zu lassen. Auch der Austausch mit anderen Betroffenen kann helfen, mit der Situation besser umzugehen.
Einige Betroffene berichten, dass sie ihre Familie und ihren Arbeitgeber über die Diagnose informiert haben. Es ist wichtig, sich von seinen Angehörigen unterstützen zu lassen und offen über seine Ängste und Sorgen zu sprechen.
Behandlungsmöglichkeiten
Die gängigste Therapie für ein spinales Meningeom ist die chirurgische Entfernung des Tumors. Ziel der Operation ist es, den Tumor möglichst vollständig zu entfernen, um die Kompression des Rückenmarks oder der Nervenwurzeln zu beseitigen und neurologische Ausfälle zu verbessern.
In mehr als 90% der Fälle kann der Tumor komplett entfernt werden. Als Faustregel gilt, je besser der neurologische Zustand des Patienten vor der Operation war, desto besser ist auch das Ergebnis nach einer Operation. Nach einer Operation neu aufgetretene sensible Störungen sind häufig nur passager vorhanden und bilden sich innerhalb des ersten Jahres zurück.
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Rehabilitation
Nach der Operation ist in der Regel eine Rehabilitation erforderlich, um die körperlicheFunktionen wiederherzustellen und die Lebensqualität zu verbessern. In der Rehabilitation werden unter anderem Physiotherapie, Ergotherapie und Schmerztherapie angeboten.
Einige Betroffene berichten von positiven Erfahrungen mit der Rehabilitation und konnten ihre sportlichen Aktivitäten wie Laufen, Krafttraining und Radfahren nach einiger Zeit wieder aufnehmen. Es ist jedoch wichtig, sich mit seinem Arzt abzusprechen und die Belastung langsam zu steigern.
Alternative Behandlungen
Für Patienten, bei denen eine Operation nicht möglich oder zu riskant ist, kann eine Strahlentherapie in Betracht gezogen werden. Die Strahlentherapie kann das Wachstum des Tumors verlangsamen oder ihn sogar schrumpfen lassen.
In einigen Fällen kann auch eine Kombination aus Operation und Strahlentherapie sinnvoll sein.
Langfristige Perspektiven
Die langfristigen Perspektiven nach der Behandlung eines spinalen Meningeoms sind in der Regel gut. In den meisten Fällen kann der Tumor vollständig entfernt werden und es kommt nicht zu einem Rezidiv.
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Wegen der Gefahr eines Tumorrezidives (beim Meningeom ca. 10%) ist die längerfristige Nachsorge des Patienten von besonderer Bedeutung. Die Interpretation der postoperativen Bilder wird durch die Kenntnis des operativen Situs (Operationsgebiet) erleichtert und sollte idealerweise durch den Operateur erfolgen.
Sportliche Aktivität nach der Operation
Viele Betroffene sind daran interessiert, wann sie nach der Operation wieder Sport treiben können. Die Meinungen der Ärzte gehen hier auseinander. Einige Ärzte empfehlen, mit dem Rennradfahren nach vier Wochen und mit dem Laufen und Mountainbiken nach acht Wochen wieder zu beginnen. Andere Ärzte raten zu einer längeren Pause.
Es ist wichtig, sich mit seinem Arzt abzusprechen und die Belastung langsam zu steigern. Auch die Erfahrungen anderer Betroffener können hilfreich sein, um ein Gefühl für die richtige Belastung zu bekommen.
Arbeitsunfähigkeit
Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit nach der Operation hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Art der Operation, dem neurologischen Zustand des Patienten und der Art der Arbeit. Einige Betroffene konnten nach wenigen Wochen wieder arbeiten, während andere mehrere Monate arbeitsunfähig waren.
Es ist wichtig, sich mit seinem Arzt abzusprechen und die Arbeitsunfähigkeit individuell zu planen.
Meningeome und Hormone
Es gibt Hinweise darauf, dass Hormone wie Progesteron und Östrogen das Wachstum von Meningeomzellen beeinflussen können. So gibt es beispielsweise einen Zusammenhang zwischen hoch dosiertem Cyproteronacetat (CPA) und der Entstehung von Meningeomen.
Für andere hormonelle Kontrazeptiva oder eine Hormonersatztherapie gibt es bislang keine einheitlichen Studienergebnisse.
Zufällig entdeckte Meningeome
Meningeome werden heute oft zufällig entdeckt, insbesondere bei älteren Menschen, die aufgrund anderer Erkrankungen eine Bildgebung des Gehirns erhalten. In diesen Fällen müssen Betroffene und ihr Ärzteteam entscheiden, wie mit dem Zufallsbefund umgegangen werden soll.
Eine Beobachtung (watch and wait) kommt vor allem bei kleinen Meningeomen infrage, wenn sie keine Beschwerden machen und keine Nachbarstrukturen gefährden. Eine Operation sollte stets angestrebt werden, wenn das Meningeom Beschwerden macht, rasch größer wird oder darüber hinaus in der Bildgebung Hinweise für ein aggressives Tumorwachstum vorliegen.