Wer hat mein Gehirn ausgeschaltet? Toxische Gedanken und Emotionen überwinden

Einführung

Hast du manchmal das Gefühl, dass dein Gehirn "ausgeschaltet" wurde? Hast du dich schon mal entmutigt, ziellos oder überwältigt gefühlt? Gibt es in deinem Leben oder in deiner Familie ungesunde Verhaltensmuster, die du einfach nicht durchbrechen kannst? Die Bestseller-Autorin Dr. Caroline Leaf erklärt in ihrem Buch "Wer hat mein Gehirn ausgeschaltet?", welchen Einfluss unsere Gedanken auf unsere körperliche und psychische Gesundheit haben. Ein Gedanke mag harmlos erscheinen, aber wenn er toxisch wird, kann sogar ein Gedanke zu einer körperlichen, emotionalen oder geistlichen Gefahr werden.

Schalte dein Gehirn durch Hoffnung an

Leitvers: Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht. - Hebräer 11,1 SLT. Damit verknüpftes Wissenschaftskonzept: Gedanken sind reale, physische Objekte, die Raum in geistigen Gebäuden einnehmen. In jedem Augenblick, an jedem einzelnen Tag, veränderst du durch dein Denken die Struktur deines Gehirns. Wenn wir hoffen, ist das eine Aktivität des Verstandes, die die Struktur unseres Gehirns in eine positive und normale Richtung verändert.

Die Macht der Gedanken: Ein Paradigmenwechsel in der Neurowissenschaft

Noch vor wenigen Jahrzehnten hielten Wissenschaftler das Gehirn für eine starre und fest verdrahtete Maschine. Nach dieser Auffassung war das geschädigte Gehirn unheilbar. Man glaubte, dass Hirnschäden hoffnungslos und nicht behandelbar seien, unabhängig davon, ob sie Folge eines Schlaganfalls, kardiovaskulärer Schäden oder schwerer Hirnverletzungen waren oder sich in Form von Lernbehinderungen, Traumata, PTSD, Zwangsstörungen, Depressionen oder Angstzuständen zeigten - nicht einmal dem Alterungsprozess wusste man etwas entgegenzusetzen. All diese Ursachen und Zustände wurden als weitgehend irreversibel angesehen.

Da dies die vorherrschende Sichtweise in Bezug auf das Gehirn war, wurde ich in den 1980er Jahren nicht auf die Wiederherstellung von Funktionen geschult, sondern darauf, meinen Patienten zu zeigen, wie sie ihre Beeinträchtigungen kompensieren könnten. Ich wurde damals nach der gängigen Lehrmeinung ausgebildet, die besagte, dass für Menschen mit geistigen Einschränkungen oder Hirnschäden so etwas wie Hirnnormalität unmöglich sei. Als Bibelschülerin war ich jedoch mit Römer 12,2 (EÜ) bestens vertraut und wurde durch diesen Vers immer wieder ermutigt: »Und gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern lasst euch verwandeln durch die Erneuerung des Denkens.« Ich wusste, dass dieser berühmte und fabelhafte Abschnitt über die »Erneuerung des Denkens« eine Wahrheit enthielt, die ich bei der Behandlung meiner Patienten anwenden musste, um sie bei der Überwindung ihrer Defizite zu unterstützen.

So begann meine unablässige Suche nach dieser Wahrheit als Wissenschaftlerin. Ich war beeindruckt davon, wie meine Patienten mit den therapeutischen Techniken, die ich aus meiner Forschung entwickelte, das negative Bild widerlegten, das die konventionelle Wissenschaft damals vom menschlichen Gehirn bot. Diese Ergebnisse bestätigten, dass das Gehirn keineswegs in toxischen Strukturen erstarrt ist, sondern sich sogar dann verändern kann, wenn die neurologischen Gegebenheiten extrem schwierig sind. Die Patienten zeigten auf eindrucksvolle Weise, was möglich ist, wenn man sich etwas in den Kopf gesetzt hat, und ihre Fortschritte ließen mich staunen. Jede neue wissenschaftliche Studie in dieser Richtung bestätigte, was ich intuitiv als Wahrheit erfasst hatte: Wir sind keine Opfer unserer Biologie oder unserer Umstände. Wie wir auf die Ereignisse und Umstände des Lebens reagieren, kann einen enormen Einfluss auf unsere geistige und sogar körperliche Gesundheit haben.

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Neuroplastizität: Die Formbarkeit des Gehirns

Während wir denken, verändern wir die physische Struktur unseres Gehirns. Wenn wir unser Denken bewusst lenken, können wir toxische Denkmuster ausschalten und sie durch gesunde Gedanken ersetzen. Neue Gedankennetzwerke wachsen. Wir erhöhen unsere Intelligenz und bringen Heilung in unser Gehirn, unseren Verstand und unseren physischen Körper. Alles beginnt im mentalen Bereich, mit unserer Fähigkeit, zu denken und zu wählen - die mächtigste Sache im Universum, gleich nach Gott. Und tatsächlich sind wir damit nach dem Vorbild Gottes gestaltet.

Das Denken verändert die Struktur der Materie. Gott sagte: »Es werde Licht« (1Mo 1,3), und seine Worte ließen die physische Erde entstehen. Und die Wissenschaft, die, wie gesagt, gerade erst den Anschluss an das Wort Gottes findet, bestätigt diese Realität auf greifbare und zum Nachdenken anregende Weise mit überaus klaren Aussagen, die sich aus dem aufstrebenden Forschungsfeld der Neuroplastizität ergeben. Neuroplastizität bedeutet erklärtermaßen, dass das Gehirn formbar und anpassungsfähig ist und sich rund um die Uhr sekündlich verändert. Wissenschaftler beginnen endlich, die zur Erneuerung fähigen Eigenschaften des Gehirns zu erkennen, wie wir sie schon in Römer 12,2 bestätigt finden. Sie betrachten das Gehirn nicht länger als eine Maschine, die schon früh im Leben fest verdrahtet ist, sich nicht mehr anpassen kann und mit fortschreitendem Alter Abnutzung erfährt. Anhand einer Vielzahl faszinierender Beispiele demonstrieren Ausnahmewissenschaftler - unter Nutzung von Neuroimaging-Methoden und durch Nachweis von bestimmten Verhaltensänderungen -, wie Menschen ihr Gehirn mithilfe ihres Verstandes verändern können. Wir können die Gehirnaktivitäten anhand der von Neuronen abgefeuerten Impulse erkennen und messen. Wir können sogar die vermeintliche Unbestimmbarkeit des Denkens und des Entscheidens - beides sind die Hauptfunktionen des Verstandes - durch die Quantenmechanik vorhersagen.

Ich bewege mich ständig weiter durch eine Welt voller faszinierender Wahrheiten und mein Geist hüpft vor Begeisterung in mir. Die Tatsache, dass das Gehirn plastisch ist und tatsächlich durch Denken verändert werden kann, gibt jedem, egal, unter welchen Umständen, greifbare Hoffnung.

Beispiele für die Veränderbarkeit des Gehirns

Ich hatte das Privileg, mit vielen verschiedenen Menschen zu arbeiten und zu erleben, wie:

  • autistische Kinder lernen, in schulischen und sozialen Umfeldern gut zurechtzukommen;
  • Senioren ihr Gedächtnis so weit schärfen, dass sie in ihren Achtzigern den Beruf wechseln und neue Abschlüsse erwerben;
  • junge Männer und Frauen, die in bitterer Armut aufgewachsen sind und deren Alltag von Drogenverkauf und -konsum bestimmt war, eine komplette Kehrtwende in ihrem Leben vollziehen, wieder zur Schule gehen und zu Führungspersönlichkeiten in der Gesellschaft werden;
  • Unfallopfer, von Neurologen als »Dahinvegentierende« abgeschrieben, ihre Gehirne so weit trainieren, dass sie ihre Schulbildung auf Hochschulniveau abschließen und zu erfolgreichen, zur Gesellschaft beitragenden Bürgern werden können;
  • Schüler, die jahrelange Therapien hinter sich haben und als hoffnungslos lernbehindert gebrandmarkt wurden, ihr Lernpensum meistern und Noten erreichen, von denen sie und ihre Eltern bis dahin nur träumen konnten;
  • Schulen in einigen der schlimmsten Dritte-Welt-Regionen Afrikas, in denen die Schüler nicht einmal die nächste Stufe erreichen konnten, zu Schulen werden, die auf der Liste des Bildungsministeriums von Ausbildungsstätten stehen, die sich am »stärksten verbessern konnten«;
  • Kinder mit Legasthenie lesen und schreiben lernen und sogar ihren Eltern helfen, sich erfolgreich auf Prüfungen vorzubereiten;
  • selbstmordgefährdete und emotional traumatisierte Seelen freigesetzt werden;
  • ganze Schulen den Notendurschnitt quer durch alle Kernfächer verbessern können.

Und diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Die Wissenschaft steht am Rande eines Abgrunds, jetzt, da wir die Bedeutung und die Tragweite unseres Denkens und der daraus resultierenden Entscheidungen erkennen, die sogar Auswirkungen auf unsere Gene und deren Verhalten in unserem Körper haben. Die Aussage von 5. Mose 30,19 (GNB) wird in der Welt, in der wir heute leben, zu einer Realität, da wir beginnen, die Auswirkungen von Entscheidungen auf Gehirn und Körper zu begreifen: »Ich habe euch heute Segen und Fluch, Leben und Tod vor Augen gestellt. Wählt das Leben, damit ihr am Leben bleibt, ihr und eure Nachkommen!«

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Wie wir denken, wirkt sich nicht nur auf unseren eigenen Geist, unsere Seele und unseren Körper aus, sondern auch auf die Menschen um uns herum. Sowohl die Wissenschaft als auch die Bibel zeigen, wie die Konsequenzen unserer Entscheidungen über Sperma und Eizelle an die nächsten vier Generationen weitergereicht werden und deren Entscheidungen und ihren Lebensstil zutiefst beeinflussen. Das Fachgebiet der Epigenetik (die sich mit den Signalen, einschließlich unserer Gedanken befasst, die die Aktivität unserer Gene beeinflussen) befasst.

Die Auswirkungen toxischer Gedanken

Das, worüber wir nachdenken, hat erheblichen Einfluss auf uns, sowohl physisch als auch emotional. Unsere Kultur durchlebt heute eine Epidemie toxischer Gedanken, die in unkontrolliertem Zustand ideale Bedingungen für Krankheiten schaffen. Nach Ansicht der Forscher sind die meisten Krankheiten, die uns heute plagen, das direkte Ergebnis eines toxischen Gedankenlebens. Toxische Gedanken, Depressionen, Ängste ergeben ein mentales Durcheinander, das durch unsere chaotischen Lebensumstände häufig noch verschlimmert wird. Wenn wir nicht lernen, wie wir unser Gedankenleben steuern können, bleibt das Chaos.

Negative Gedanken führen zu anderen Verbindungen im Gehirn als positive Gedanken. Vielleicht kann man es sich so vorstellen, dass jeder negative Gedanke im Gehirn eine Mikro-Entzündung verursacht. Viele kleine Entzündungen führen irgendwann dazu, dass unsere Psyche oder unser Körper sichtbar krank werden.

Strategien zur Überwindung toxischer Gedanken

Wir können unsere Lebensumstände nicht kontrollieren, aber wir allein entscheiden darüber, wie wir darauf reagieren wollen. Jede Reaktion beginnt mit einem Gedanken. Gestützt durch Ergebnisse der aktuellen wissenschaftlichen und medizinischen Forschung zeigt Dr. Caroline Leaf den „Schalter“ an unserem Gehirn, der ein zufriedeneres, gesünderes und freudigeres Leben ermöglicht. Ein solches Leben lässt uns Ziele erreichen, unser Gedankenleben unter Kontrolle bringen und sogar die eigene Intelligenz erhöhen.

1. Gedanken beobachten und einfangen

Die meisten unserer Gedanken sind uns nicht ständig bewusst. Dafür wären es zu viele. Aber wir haben durch den Aufbau unseres Gehirns die Möglichkeit, uns selbst beim Denken und Fühlen zuzuschauen. Wir können Gedanken und Gefühle bewusst wahrnehmen. Mit jeder bewussten Wahrnehmung verändern wir unsere Gedankenwelt. Sich selbst zu beobachten, mag nicht für jeden gleich leicht sein, aber wir sind alle mit dieser Grundfähigkeit ausgestattet.

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Schreiben Sie ihre Gedanken und Gefühle in Situationen auf, in denen Sie starke Gefühle haben, in denen Sie sich über jemanden ärgern oder scheinbar grundlos sehr traurig sind.

2. Gedanken analysieren und hinterfragen

In der letzten Woche haben Sie sich mit ihren negativen, sprich giftigen Gedanken beschäftigt, sie analysiert, hinterfragt und sich entschieden, wie Sie ab jetzt über sich denken wollen. Dafür benötigt man feste physische Verbindungen zwischen den Nervenzellen, die für die gesunden Gedanken verantwortlich sind. Feste Verbindungen auf der Ebene von Nervenzellen bilden sich dann, wenn genau diese Zellen viel benutzt werden. So wie auch ein Muskel sich auf und abbaut, je nachdem ob wir ihn benutzen oder nicht. Nervenzellen viel benutzen bedeutet viele gedankliche Wiederholungen und gleichzeitig eine Vernetzung mit anderen Nervenzellen. Je mehr Vernetzung, desto besser.

3. Neue, gesunde Gedanken verankern

Als Sie noch dachten, sie wären wertlos, war jede Kritik an ihrem Verhalten, der cholerische Ausbruch ihres Chefs, der schräge Blick ihrer Kollegin, der fehlende Rückruf eines Bekannten ein Beweis dafür, dass Sie tatsächlich wertlos sind. Das Tragische ist, dass wir als Menschen mit unserem Gehirn, lieber Informationen suchen, die unsere bisherigen Gedanken, Werthaltungen und Erfahrungen unterstützen als die Anstrengung auf uns zu nehmen, eine bewusste Entscheidung zu treffen und dann bewusst nach Informationen für die Wahrheit der neuen Information zu suchen. Dieses Phänomen nennt sich die selbsterfüllende Prophezeiung.

Wenn Sie jetzt entschieden haben, dass Sie in Zukunft über sich denken wollen „Ich bin wertvoll“, dann suchen Sie ab heute alle Informationen dafür, dass diese Aussage stimmt. Sie können bemerken, wie viele gute Dinge Sie für andere tun, was ebenfalls ein Beweis dafür ist, dass Sie wertvoll sind. Vielleicht gewinnen Sie sogar einen Minibetrag in einer Lotterie und können sich darüber freuen und denken, dass Sie es verdient haben. Gleichzeitig wiederholen Sie täglich ihren neuen, gesunden Gedanken.

Wann immer ich mit einem neuen gesunden Gedanken arbeite - und man kann immer an etwas arbeiten - hänge ich mir den Gedanken neben mein Bett, damit ich ihn morgens beim Aufwachen und abends beim Schlafengehen sehe und noch eine Weile darüber nachdenken kann. Mein Bildschirmschoner zeigt mir den Satz jedes Mal, wenn ich eine kleine Pause mache. Oder ich suche mir Lieder, die mich an meinen neuen Gedanken erinnern und höre die im Auto auf dem Weg zur Arbeit. Es gibt viele Möglichkeiten, wie Sie sich selbst dabei unterstützten können, den neuen Gedanken zu üben. Seien Sie kreativ.

Doch Achtung: Je tiefer der negative Gedanke in uns verwurzelt war, desto mehr tägliche, bewusste Entscheidungen, ihn ändern zu wollen, sind notwendig. Desto größer ist der innere Widerstand gegen die Veränderung. Also nicht gleich aufgeben. Die ersten Tage sind die schwersten. Dr. Leaf behauptet in ihrem Buch, auf dem diese Text-Reihe beruht (LINK folgt unten), dass es 21 Tage braucht, um EINEN giftigen Gedanken aufzulösen. Also die Verbindungen zwischen Nervenzellen im Gehirn, die zu diesem Gedanken gehören, abzubauen, und einen gesunden Gedanken aufzubauen, sprich neue Nervenverbindungen zu schaffen. Damit der gesunde Gedanke auch unbewusst stabil weiter wirkt, benötigt man weitere 42 Tage konsequentes Training. Schlussendlich manifestiert hat sich ein positiver Gedanke nach Dr.

4. Den sicheren Ort visualisieren

Jeder, der mit traumatisierten Menschen arbeitet, kennt die Imaginations-/ Vorstellungsübung vom Sicheren Ort. Die Übung ist für jeden Menschen geeignet. Denn stressige Zeiten gibt es immer und dann einen sicheren Ort zu haben ist eine Wohltat. Der innere, sichere Ort unterstützt uns dabei, ein Gefühl von Sicherheit in einer unsicheren Welt aufzubauen. Hat die Klientin ein inneres Team, dann hat jede Innenperson einen eigenen Sicheren Ort. Dazu gibt es Gemeinsschafts-Sichere-Orte, an denen das Team sich treffen und gemeinsam aufhalten kann.

Die Übung besteht darin, sich diesen Sicheren Ort immer wieder und möglichst detailliert und mit großer Sorgfalt auf die Sicherungsmechanismen vorzustellen. Wenn möglich beginnt man damit in einem Augenblick relativer äußerer Sicherheit, zum Beispiel in einer Therapiesitzung oder zu Hause an einem äußeren sicheren Ort. Das ist einfacher zu üben. Nach dem Lesen des Buches von Dr. Sie pflanzte an ihrem sicheren Ort einen Baum, der „Ich bin sicher“ heißt. Jetzt geht sie täglich an den sicheren Ort und der Ich-Bin-Sicher-Baum erinnert sie daran, dass sie ihre Angstgedanken gegen „Ich bin sicher“ austauschen möchte.

Die fünf Sprachen der Liebe

Dieses Modell stammt aus der Paartherapie vom amerikanischen Paar- und Beziehungsberater Gary Chapman. Es handelt sich dabei um fünf verschiedene Beziehungssprachen, die dafür verantwortlich sind, dass wir uns geliebt fühlen. Oft entstehen Beziehungsprobleme, weil zwei Beziehungspartner mit unterschiedlichen Liebessprachen davon ausgehen, dass der/die andere doch selbstverständlich die gleiche Sprache spricht. Dann entsteht schnell Frust, weil wir das Gefühl haben, unsere Bemühungen werden nicht wertgeschätzt oder umgekehrt, die/der andere bemüht sich nicht, uns Zeichen ihrer/seiner Liebe zu senden. Das gilt übrigens auch für das Miteinander mit Kindern. Wenn wir in unseren Liebessprachen aneinander vorbei „reden“, gibt es viel unnötige Enttäuschung.

Chapman vergleicht die individuelle Liebessprache der Muttersprache. Zwei Menschen mit verschiedenen Muttersprachen können nur dann erfolgreich miteinander kommunizieren, wenn sie sich die Mühe machen, die Muttersprache des anderen zu erlernen und in ihr zu kommunizieren wie mit einer Fremdsprache. Wenn das gelingt, ist automatisch der Grundstein für eine gute Kommunikation und für gegenseitiges Verständnis gelegt.

Die fünf Liebessprachen lauten:

  1. Lob und Anerkennung: Menschen mit dieser Beziehungssprache legen besonderen Wert darauf, andere zu loben. Sie nehmen kleine Gefälligkeiten, nette Gesten bzw. Freundlichkeiten und besondere Leistungen wahr und bringen ihre Freude und Dankbarkeit darüber regelmäßig zum Ausdruck. Es fällt ihnen leicht, im richtigen Moment die richtigen Worte zu finden. Sie drücken ihre Wertschätzung durch ehrliche Komplimente und Anerkennung aus. Im Umkehrschluss fühlen sich Menschen mit dieser Liebessprache besonders wertgeschätzt und geliebt, wenn sie ihrerseits Lob, Anerkennung und Dank erhalten.
  2. Zweisamkeit - Zeit nur für euch: Wer sich dieser Liebessprache bedient, zeigt Liebe und Wertschätzung dadurch, dass sie/er immer wieder gemeinsame Zeiten exklusiver Zweisamkeit ermöglicht. In dieser Quality Time geht es vor allem darum, sich einander bewusst und mit liebevoller Aufmerksamkeit zuzuwenden (gemeinsame feste Zeiten, romantisches Abendessen zu zweit, gemeinsame Wochenenden oder schlicht Tagesrituale) Im Schenken uneingeschränkter Aufmerksamkeit liegt für diese Menschen der Wert der Beziehung. Dementsprechend lieben Menschen dieser Sprache es, wenn auch ihnen gemeinsame Quality Time geschenkt wird. Dies schätzen sie im höchsten Maße.
  3. Geschenke, die von Herzen kommen: Menschen mit dieser Liebessprache lieben es, anderen mit kleinen Aufmerksamkeiten oder größeren Geschenken eine Freude zu machen. Dabei ist weniger der materielle Wert entscheidend. Viel wichtiger ist es, damit zum Ausdruck zu bringen: „Hey, ich habe mir Gedanken um dich gemacht. Ich habe darüber nachgedacht, was zu dir passt und dir wirklich eine Freude bereiten könnte!“ Dementsprechend sind Geschenke solcher Art oft ausgefallen und kreativ oder erfüllen unerfüllte Wünsche. Wer Geschenke bevorzugt, die von Herzen kommen, liest ebensolche als Zeichen der Wertschätzung und Liebe und kann genauso glücklich gemacht werden.
  4. Hilfsbereitschaft: Wer die Hilfsbereitschaft als Liebessprache hat, zeichnet sich dadurch aus, dass sie/er immer da ist, wenn er/sie gebraucht wird. Hilfsbereite Menschen lassen sich stets durch die Frage leiten, was sie für dich tun können, wie sie dich unterstützen können oder was du vielleicht benötigen könntest. Helfen ist ihre Leidenschaft und für diese Menschen eine absolute Selbstverständlichkeit, angefangen mit kleinen, kaum merklichen alltäglichen Gesten bis hin zu großen Freundschaftsdiensten. Wer die Liebessprache der Hilfsbereitschaft spricht, steht dir immer gern zur Seite. Da Hilfsbereitschaft einen hohen Stellenwert hat, fühlt sich ein Mensch mit dieser Liebessprache anders herum genau dann geliebt und angenommen, wenn ihm Hilfsbereitschaft entgegengebracht wird und wenn die eigenen Hilfsangebote wahrgenommen und dankbar anerkannt werden.
  5. Zärtlichkeit: Die Liebessprache der Zärtlichkeit vermittelt das Gefühl geliebt und angenommen zu sein über körperliche Zuwendung. Dazu gehören Umarmungen und Streicheleinheiten. Eine zärtliche Berührung bringt oftmals mehr zum Ausdruck als der Satz: Ich liebe dich! Dabei ist der Liebesakt nur eine von vielen Formen der Zärtlichkeit und nicht immer die wichtigste. Das Berührtwerden (auch gern in der Öffentlichkeit) bedeutet Menschen mit dieser Liebessprache viel und gilt ihnen als echter Liebesbeweis.

Glücklich sind diejenigen, die sich die Mühe gemacht haben, die Liebessprache ihrer Partner:innen, ihrer Kinder, ihrer Eltern oder auch Freund:innen und Kolleg:innen zu kennen. Dies bereichert alle und führt zu verständnisvolleren Beziehungen und mehr Lebensqualität. Das Gute ist, jede:r ist in der Lage, alle diese Sprachen zu sprechen. Und wer seine Liebessprache kennt, kann benennen, was ihm fehlt, und seinen Liebsten gegenüber konkrete Wünsche äußern. So tappt niemand mehr im Dunkeln, wenn es um die Frage geht: Wie kann ich meiner Partnerin/meinem Partner zeigen, dass ich sie/ihn liebe?

Fazit

Unser allgemeines Wohlbefinden hängt stark von unserem Gedankenleben ab. Unsere Gedanken begrenzen uns entweder auf das, wozu wir uns imstande glauben, oder setzen Fähigkeiten in uns frei, die wir so nie erwartet hätten. Eine Denkweise, die uns entgiftet und uns hilft, unsere jeweilige Stresssituation in den Griff zu bekommen. Das, worüber wir nachdenken, hat erheblichen Einfluss auf uns, sowohl physisch als auch emotional. Unsere Kultur durchlebt heute eine Epidemie toxischer Gedanken, die in unkontrolliertem Zustand ideale Bedingungen für Krankheiten schaffen. Indem wir lernen, unsere Gedanken bewusst zu lenken und toxische Denkmuster zu überwinden, können wir ein zufriedeneres, gesünderes und freudigeres Leben führen.

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