Wespenstich Behandlung: Linderung von Schmerzen und Nervenbeschwerden

Ein Wespenstich kann nicht nur schmerzhaft sein, sondern in manchen Fällen auch Nervenschmerzen verursachen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Behandlung von Wespenstichen, insbesondere im Hinblick auf die Linderung von Nervenschmerzen und die Vorbeugung von Komplikationen.

Einleitung

Wespenstiche sind im Sommer keine Seltenheit. Während die meisten Menschen nur lokale Reaktionen wie Schwellungen und Juckreiz verspüren, können bei manchen Betroffenen auch Nervenschmerzen auftreten. Dies kann verschiedene Ursachen haben, von direkten Nervenschädigungen durch das Gift bis hin zu Entzündungsreaktionen, die die Nerven beeinträchtigen. Es ist wichtig, die Symptome richtig zu deuten und angemessen zu behandeln, um langfristige Beschwerden zu vermeiden.

Mögliche Ursachen für Nervenschmerzen nach einem Wespenstich

Nervenschmerzen nach einem Insektenstich, insbesondere einem Wespenstich, können verschiedene Ursachen haben. Hier sind einige der Hauptursachen:

  • Toxine im Insektengift: Das Gift mancher Insekten enthält neurotoxische Substanzen, die Nervengewebe reizen oder schädigen können.
  • Entzündungsreaktionen: Der Körper reagiert auf den Insektenstich häufig mit einer Entzündungsreaktion. Diese Entzündung kann die umliegenden Nerven beeinträchtigen und Schmerzen verursachen.
  • Sekundäre Infektionen: Wenn die Einstichstelle infiziert wird, kann sich die Infektion ausbreiten und das umliegende Gewebe einschließlich der Nerven betreffen.
  • Direkte Nervenschädigung: Einige Insektenstiche können direkt in die Nähe eines Nervs erfolgen und diesen mechanisch schädigen.
  • Borreliose (Lyme-Krankheit): Ein spezielles Beispiel ist der Stich durch eine infizierte Zecke, die Borreliose-Bakterien übertragen kann. Diese Krankheit kann Nervenschmerzen verursachen. Kurokawa, C., Lynn, G.E., Pedra, J.H.F. et al. Interactions between Borrelia burgdorferi and ticks. Nat Rev Microbiol 18, 587-600 (2020).
  • Neurogene Entzündung: Bei einer neurogenen Entzündung setzen Nervenfasern neuroaktive Substanzen frei, die eine Entzündungsreaktion verursachen können.

Symptome von Nervenschmerzen nach einem Wespenstich

Die Symptome von Nervenschmerzen nach einem Wespenstich können vielfältig sein und variieren je nach Ursache und Schweregrad der Reaktion. Häufige Symptome sind:

  • Brennende Schmerzen: Ein brennendes Gefühl im Bereich des Stichs oder entlang des betroffenen Nervs.
  • Stechende Schmerzen: Plötzliche, stechende Schmerzen, die in den Arm oder das Bein ausstrahlen können.
  • Kribbeln und Taubheitsgefühle: Ein Gefühl von Kribbeln oder Taubheit im Bereich des Stichs oder entlang des Nervs.
  • Erhöhte Empfindlichkeit: Überempfindlichkeit gegenüber Berührungen oder Temperaturänderungen im betroffenen Bereich.
  • Muskelschwäche: Schwäche in den Muskeln, die von dem betroffenen Nerv versorgt werden.

Erste Hilfe Maßnahmen nach einem Wespenstich

Unmittelbar nach einem Wespenstich sind folgende Erste-Hilfe-Maßnahmen empfehlenswert:

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  1. Ruhe bewahren: Auch wenn es schmerzt - bleib ruhig und gerate nicht in Panik.
  2. Stachel prüfen: Schau dir die Einstichstelle genau an. Meist bleibt bei einem Wespenstich kein Stachel stecken.
  3. Kühlen: Kühl die Stelle sofort - mit kaltem Wasser, einem Kühlpack oder Eiswürfeln (in ein Tuch gewickelt). So werden Schmerzen, Schwellung und Juckreiz gelindert.
  4. Hochlagern: Wurde Hand, Arm, Fuß oder Bein gestochen? Dann leg das Körperteil hoch.
  5. Nicht kratzen: Auch wenn es stark juckt - bitte nicht kratzen.
  6. Insektengift entfernen (wenn möglich): Wenn du einen sogenannten Saugstempel aus der Apotheke hast, kannst du damit versuchen, das Gift aus der Haut zu ziehen.

Hausmittel zur Linderung von Beschwerden

Um nach einem Wespenstich den Schmerzen, dem Juckreiz und der Schwellung entgegenzuwirken, kannst du mit einigen Hausmitteln arbeiten:

  • Kälte: Kälte hilft, den Schmerz und den Juckreiz zu lindern. Eine kalte Kompresse hilft zudem, die Schwellung zu reduzieren.
  • Aloe Vera: Aloe Vera ist bekannt für ihre entzündungshemmende und kühlenden Eigenschaften.
  • Teebaumöl: Die antiseptischen Eigenschaften von Teebaumöl helfen, Infektionen zu verhindern und den Heilungsprozess zu beschleunigen.
  • Insektenstichheiler: Insektenstichheiler aus der Apotheke brechen das Gift mithilfe von Hitze in seine Bestandteile auf.
  • Zitrone oder Zwiebel: Eine Scheibe Zitrone oder ein Stück rohe Zwiebel, die Sie für ein paar Minuten auf den Stich pressen, können ebenfalls helfen.

Wann ist ein Arztbesuch erforderlich?

Ein Arztbesuch ist notwendig, wenn die Schwellung größer als zehn Zentimeter wird und keine Besserung der klassischen Symptome auftritt. Auch, wenn die Lymphknoten am Körper anschwellen oder wenn Fieber, Kribbeln oder Taubheitsgefühle auftreten. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass der Stich eine bakterielle Infektion ausgelöst hat.

Auch wenn ein Wespenstich meist harmlos ist, solltest du den Arzt direkt aufsuchen, wenn:

  • du allergisch auf Wespengift reagierst.
  • die Wespe in den Mund- oder den Rachenraum sticht.
  • der Stich am Auge ist.

Allergische Reaktionen und Anaphylaxie

Für Menschen mit einer Insektengiftallergie kann der Stich lebensgefährlich werden. Eine allergische Reaktion zeigt sich meist innerhalb von 15 Minuten nach dem Stich. Der Körper reagiert bei Allergikerinnen und Allergikern übermäßig auf das Wespengift, wobei zu viel Histamin ausgeschüttet wird.

Bei diesen Anzeichen musst du sofort handeln und den Rettungsdienst rufen:

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  • Kribbeln im Mund
  • Hautausschlag am ganzen Körper
  • Übelkeit
  • Schwindel
  • Schweißausbrüche und Zittern
  • Bewusstlosigkeit
  • Atem- oder Kreislaufstillstand

Menschen mit bekannter Insektengiftallergie sollten im Sommer immer ein Notfallset dabei haben. Die Medikamente müssen sofort nach dem Stich eingenommen oder gespritzt werden, da sie eine gewisse Zeit brauchen, bis sie wirken. Die Anwendung sollte vorher mit dem Arzt geübt werden, damit im Notfall keine wertvolle Zeit verloren geht.

Spezifische Behandlungen bei Nervenschmerzen

Bei anhaltenden oder starken Nervenschmerzen nach einem Wespenstich können spezifische Behandlungen notwendig sein:

  • Schmerzmittel: Über-the-counter Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol können helfen, die Schmerzen zu lindern.
  • Antihistaminika: Oral antihistamines for insect bites. Emerg Med J. 2006 Sep; 23(9): 721-722.
  • Kortikosteroide: In schweren Fällen können Kortikosteroide verschrieben werden, um die Entzündung zu reduzieren und die Nerven zu entlasten.
  • Nervenschmerzmittel: Bei chronischen Nervenschmerzen können Medikamente wie Gabapentin oder Pregabalin eingesetzt werden, um die Schmerzsignale zu blockieren.
  • Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die Muskeln zu stärken und die Beweglichkeit zu verbessern, was zur Linderung von Nervenschmerzen beitragen kann.

Vorbeugende Maßnahmen

Am besten ist es natürlich, sich gar nicht erst stechen zu lassen. Deswegen solltest du nicht nach Wespen oder Bienen schlagen und sie auch nicht anpusten, denn hektische Bewegungen und Co2 bringen die Insekten in Verteidigungsnot und machen sie deshalb so aggressiv.

Generell gilt:

  • Lebensmittel im Freien abdecken.
  • Offene Flaschen und Getränkedosen kontrollieren, bevor du daraus trinkst.
  • Auf stark duftende Kosmetika verzichten und sich hell kleiden.
  • Nicht barfuß über Gras laufen.
  • Einen Teller mit überreifem Obst ein Stück von eurem Tisch entfernt aufstellen.

Wespenstich bei Kindern

Bei Kindern können dieselben Erste-Hilfe-Maßnahmen wie bei Erwachsenen angewendet werden: Kühlen der Einstichstelle, Antihistaminika-haltige Cremes und Hitzebehandlung. Besonders wichtig ist, Kinder daran zu hindern, an der Einstichstelle zu kratzen, um Infektionen zu vermeiden. Zur Vorbeugung sollten Essensreste von Gesicht und Händen abgewischt werden.

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Wespenstich vs. Bienenstich

Ein Wespenstich lässt sich von einem Bienenstich anhand des Insekts unterscheiden: Wespen haben leuchtend gelb-schwarze Streifen und eine schlanke Taille, während Bienen eher undeutlichere Streifen mit bräunlicher Farbe und einen massigeren Körperbau haben. Bei einem Bienenstich bleibt oft der Stachel in der Haut zurück, während Wespen ihren Stachel meist wieder herausziehen können.

Die Rolle der Unfallversicherung

Die Unfallversicherung der NÜRNBERGER bietet umfassenden Schutz, der in den Komfort- und Premiumvarianten auch allergische Reaktionen auf Insektenstiche einschließt, da auf die Anrechnung einer Mitwirkung im Zusammentreffen von Unfallfolgen mit Krankheiten oder Gebrechen verzichtet wird. Die Unfallversicherung übernimmt Kosten, die durch eine schwere allergische Reaktion nach einem Wespenstich entstehen können. Dazu gehören Kapitalleistungen, Unfall-Rente, Krankenhausaufenthalte oder auch Folgekosten wie Rehabilitationsmaßnahmen.

Fazit

Ein Wespenstich kann unangenehme bis gefährliche Folgen haben, besonders wenn Nervenschmerzen auftreten oder eine Allergie vorliegt. Durch schnelles Handeln, die richtige Behandlung und vorbeugende Maßnahmen lassen sich die Beschwerden lindern und Komplikationen vermeiden. Bei anhaltenden oder schweren Symptomen ist es wichtig, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

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